Adler Olsen, Jussi – Erwartung (Band 5, Kommissar Carl Morck)

Adler Olsen, Jussi Erwartung Band 5, Kommissar Carl Morck 978-3423280204 dtv

Adler Olsen, Jussi
Erwartung
Band 5, Kommissar Carl Morck
978-3423280204
dtv

Inhalt:

Korruption und Mord in Kopenhagen. Ein obdachloser Teenager, der um sein Leben kämpft. Der in Dänemark bislang erfolgreichste Fall für das Sonderdezernat Q jetzt endlich auf deutsch!

Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan, dessen Mitglieder von ihrem gewalttätigen und zynischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als er sein Sklavendasein nicht mehr aushält und flieht, stößt er ganz in der Nähe von Zolas Wohnsitz auf eine Männerleiche Die Suche nach dem Mörder führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.

Meine Meinung:

Ich habe mich schon sehr auf diesen Band gefreut. Ich wusste, dass er sich schnell und leicht lesen lassen und es wieder sehr spannend würde. So war es auch. Die Erwartungen wurden voll erfüllt. Am meisten hatte ich mich irgendwie auf Rose und Assad gefreut, die beiden nehmen in den Geschichten mit Carl Morck immer mehr Raum ein, und das ist absolut gut so. Hoffentlich bleibt es so. Also, mehr muss ich glaube ich nicht sagen.

Vielleicht noch, dass mir das Thema „Bettelkinder“ nahe gegangen ist. Jussi Adler Olsen  nimmt die Sichtweise des Kindes ein, was gleichzeitig auch der zweite Erzählstrang der Geschichte ist. Wobei dieses Thema immer nur am Rande erwähnt und nicht tiefergehend wird.

Dies ist also der fünfte Fall für den Ermittler Carl Morck und seine „Kollegen“ Assat und Rose.

Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht.

Anfängern dieser Serie würde ich raten, die Reihenfolge einzuhalten, damit man die persönlichen Entwicklungen von allen miterlebt. Falls der erste oder zweite Band nicht so gut gefällt, denn Carl Morck ist eine „harte Nuss“, dem sei gesagt, die Geschichten werden mit jeden Band besser.

 Fazit:

Für Fans der Serie ein MUSS! Für Neueinsteiger würde ich sehr empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten. Gerade die Entwicklung aller Protagonisten wie Carl Morck, Assat oder auch Rose ist sehr interessant und man wartet gespannt, was diesbezüglich noch kommen mag.

Lieblings-Krimi-Serie !

 

Kommissar Morck
Band 1 Erbarmen
Band 2 Schändung
Band 3 Erlösung
Band 4 Verachtung
Band 5 Erwartung
Band 6 Verheissung
Band 7

 

Curtis, Marci Lyn – Alles was ich sehe

Curtis, Marci Lyn Alles was ich sehe 978-3-551-56022-3 Königskinder

Curtis, Marci Lyn
Alles was ich sehe
978-3-551-56022-3
Königskinder

Inhalt:

Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann. (Quelle Carlsen/Königskinder)

Meine Meinung:

Ein Buch, das mich mit der Inhaltsangabe über die blinde Maggie gleich ansprach. Am Anfang, bzw. auch schon vorher, stellte ich mir die Geschichte so vor, dass Ben, der Junge, durch den Maggie plötzlich wieder sehen kann, ein Geist wäre. Das war so meine Interpretation der Inhaltsangabe. Dem war aber nicht so.

Maggie ist eine hübsche 17-jährige,  die vor sechs Monaten durch eine Krankheit plötzlich erblindete. Sie hatte ein außergewöhnliches Hobby, sie spielte profimäßig Fußball. Wegen ihrer Blindheit traut sie sich dies nicht mehr zu, obwohl es an ihrer Blindenschule eine Fußball-Gruppe gibt. Sie hadert mit ihrem Schicksal.

Gerade auf den ersten Seiten gab es ein paar ungewöhnliche Formulierungen, die sich aber nur auf diese zwei Seiten bezogen:

S.11: „..Mundgeruch erinnert an Bauchnabelschmiere.“
S.13: „… wie ein Unterwasserfurz.“

Ich fand diese Formulierungen im Kontext humorig und witzig, und es hätte mir nichts ausgemacht, ein paar mehr davon zu lesen.

Ben ist ein netter 10-jähriger Junge, der wegen einer Behinderung an Krücken geht. Ben ist wirklich ein kleiner sympathischer Sonnenschein, aber manchmal konnte ich die Freundschaft zu Maggie nicht nachvollziehen. Der siebenjährige Altersunterschied ist doch erheblich, und ich fand es schon etwas seltsam, dass Ben sie gleich nachdem sie sich kennen gelernt haben, zum Abendessen zu seiner Familie einlädt.

Bis dahin ahnt Maggie auch noch nicht, dass Ben der Bruder von dem Sänger ihrer Lieblingsgruppe ist. Mason ignoriert Maggie von Anfang an. Das habe ich nicht so genau verstanden, denn er kann doch gar nicht wissen, dass Maggie ihn als Sänger erkannt hat. Und woher will er gleich während dieses ersten Abendessens zusammen mit seiner Familie erkannt haben, dass Maggie die Blindheit nur vorspielt? Dies irritierte mich allerdings nur zu Beginn, denn die Geschichte lässt sich insgesamt sehr flüssig durchlesen.

Das Love-Interest zwischen Maggie und Mason beginnt erst ab der zweiten Hälfte des Buches und auch dann nur zögerlich zart, bevor es durch eine unbedachte Äußerung Maggie’s wieder zerstört wird. Maggie, die ja tatsächlich blind ist, und nur sehen kann, wenn Ben in der Nähe ist. Das ist schwierig anderen Personen zu vermitteln, und auch ich als Leser hatte manchmal meine Probleme damit, vor allem, weil Maggie durch Ben wirklich wieder sehr gut sehen konnte. Ich meine, da kann man Mason‘s Verwirrung schon ein wenig verstehen. Dieses Love-Interest der beiden trägt jedenfalls wunderschön zur Spannung der Geschichte bei, weil die Bande auch ganz zart genknüpft werden. Das fand ich „so süß“ im besten Sinne.

Zitat S. 300: „Als er mitfühlend durchatmete, legte sich sein Bein fast unmerklich an meins. Mir stockte das Herz. Er bewegte sich nicht. Ich mich auch nicht. Das haben sachte, zögernde Berührungen so an sich: Man will sofort mehr davon.“

Differenziert waren die Emotionen Maggie‘s zu ihrer Blindheit beschrieben. Manchmal richtig authentisch, zum Beispiel wie können Blinde die Farben ihrer Kleidung unterscheiden oder wie finden sie  vom Stadtzentrum wieder zurück nach Hause. Das hoffen und bangen, als sie durch Ben wieder kleinere Ausschnitte sehen konnte. Die Angst, dieses bisschen Sehen wieder zu verlieren war sehr eindrücklich geschildert. Andererseits wurde das Thema Blindheit auch manchmal etwas oberflächlich und vereinfacht, bzw. kam gar nicht zur Sprache.

Überambitioniert empfand ich das Hintergrund-Setting zwischen Maggie und ihrer Mutter, die beide ihre Fußball-Karriere beenden mussten. Das erschien mir nicht so ganz ausgearbeitet sein. Befremdlich auch, dass die Mutter nach der diagnostizierten Blindheit ihrer Tochter zu einer Freundin fährt, während Maggie im Krankenhaus liegt.

Maggie zieht sich nach der Diagnose ganz und gar zurück. Sie möchte das Haus am liebsten nicht mehr verlassen. Ihre alten Freundinnen, überwiegen aus der Fußball-Mannschaft, ziehen sich ebenfalls zurück, nachdem Maggie immer wieder abblockt. Für ein Schulprojekt muss sie sich gezwungenermaßen mit einer blinden Mitschülerin aus ihrer Blindenschule zusammentun. Clarissa ist von Geburt an blind und kommt vordergründig gut durch Leben. Sie kann Maggie viel Hilfestellung geben, Maggie will aber nicht so. Dennoch freunden sich die beiden sich im Laufe der Geschichte an, was mir gut gefallen hat. Clarissa ist verliebt und berichtet Maggie von ihren Erfahrungen. Blinde müssen sich viel auf ihr Gehör verlassen.

Zitat Seite 161: „Clarissa, woher willst du als Blinde wissen, dass er süß ist? Dann pass mal auf: Ich höre es an der Art, wie er mich fragt, ob ich extra Zucker in meinen Eiskaffee will. Sie seufzte theatralisch. Es ist ein Gedicht wie er das sagt. Ein Gedicht, Maggie. Hach. Dahinschmelz.“

Vielleicht hat die Autorin für Clarissa eine Extra-Geschichte geplant? Ich würde mich freuen.

Fazit:

Am Anfang hatte ich meine Probleme damit, dass Maggie so plötzlich ohne Grund die nähere Umgebung sehen konnte, wenn Ben in der Nähe war. Zudem konnte ich auch nicht ganz die Freundschaft zwischen einer 17-Jährigen und einem 10-Jährigen nachvollziehen, die sich durch Zufall kennen lernen. Der leichte und flüssige Erzählton schafft es jedoch, dass sich alles passend und erklärlich zusammenfügt. Eigentlich wollte ich an diesem Abend nur eine Stunde lesen, weil ich am nächsten Tag arbeiten musste. Aber ich musste dann ja unbedingt wissen, was es mit diesem unerklärlichen Phänomen auf sich hat, dass Maggie teilweise wieder sehen kann, wenn Ben in der der Nähe ist. Zudem wollte ich natürlich auch wissen, wie es mit dem Love-Interest zwischen Maggie und Mason weitergeht. Obwohl nicht viel passiert, ist es schon irgendwie seufz, „dahinschmelz“.

Auch wenn ich über manches kritisch gemäkelt habe, ist es alles in allem eine sehr schöne Geschichte, und ich stimme den bis heute 29 Fünf-Sterne-Bewertungen auf amazon voll zu.

Zudem würde ich jetzt gerne mehr von der Autorin lesen, habe aber gesehen, dass dies erst das erste Buch ist, das auf Deutsch erschien. Schade. Hätte mir spontan noch weitere Lektüre von ihr gekauft.

Link zum Buch/Verlag: https://www.carlsen.de/hardcover/alles-was-ich-sehe/70968

 

Anmerkung am 26.08.2016

Wie ich vom Carlsen Verlag hörte, ist ein weiteres Buch von Marci Lyn Curtis in Planung,  allerdings nicht vor 2018. Hoffen wir, dass es klappt.

Sands, Lynsay – Mit Herz und scharfen Kurven

Sands, Lynsay Mit Herz und scharfen Kurven 978-3-95649-171-9 Mtb

Sands, Lynsay
Mit Herz und scharfen Kurven
978-3-95649-171-9
Mtb

Inhalt:

Ein weiblicher „Q“ mit scharfen Kurven! Andere Menschen machen Jane Spyrus eher nervös – richtig wohl fühlt sich die schüchterne Wissenschaftlerin nur, wenn sie an innovativen Erfindungen für den Geheimdienst B.L.I.S.S tüftelt. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als ihre Nachbarin Edie nach einem mysteriösen Date gekidnappt wird. Bewaffnet mit einem K.O.-Lippenstift und schießenden Schuhen nimmt Jane die Verfolgung auf. Dass sie dabei Edies sexy Bruder Abel im Schlepptau hat, sorgt für ein paar erregende Ablenkungen – und Jane merkt, dass der Außendienst durchaus seine Reize hat …

Meine Meinung:

Lynsay Sands kannte ich bisher überwiegend durch ihre historischen Liebesromane und somit war dieser hier mal etwas ganz anderes.

Jane Spyros ist Wissenschaftlerin in einem „James-Bond-artigen“ Labor der Geheimorganisation B.L.I.S.S. Sie ist eine geniale Erfinderin und menschenscheu. Ihre Chefin wird kurz „Y“ genannt (nicht wie „M“, die Vorgesetzte von James Bond). Was sich in der Inhaltsangabe gut anhörte, entpuppte sich dann aber als stellenweise zu albern. Direkt am Anfang missfiel mir die Stelle, an der Jane die Raketen-Vibratoren erfand, und sie, die ja eigentlich eher introvertiert sein sollte, auf einmal die Musik laut aufdrehte und den Vibrator als Mikrofon nutzte, und prompt dabei erwischt wurde. Peinlich. Das sie plötzlich so aus sich herausgeht, war einfach unglaubhaft. Ihre Erfindungen waren aber ganz interessant, zum Beispiel Tampons mit Peilsendern, Raketenwerfer-Vibratoren, Betäubungs-Puder oder das Schrumpf-Kondom. Bei letzterem ahnt der Leser bereits im zweiten Drittel, welche Kandidaten es damit treffen könnte.

Da wäre zum einem Abel, ein muskulöser Buchhalter, der Bruder ihrer vermissten Nachbarin Evie. Hier fand ich das Missverständnis, dass ihren ersten Zusammentreffen vorausging, witzig.

Oder Dirk, der ein Verdächtiger in diesem Geschehen ist?

Als weitere Hauptperson wäre da noch Grandma Maggie, die aktive Agentin war, bis eine Verletzung sie in den Rollstuhl und in Rente zwang. Auch sie ist mir zu ambivalent dargestellt: Auf der einen Seite erscheint sie wie eine verwirrte alte Dame, die Plätzchen im Ofen anbrennen lässt, auf der anderen Seite als fitte Beraterin und ehemalige Top-Agentin. Die Unterschiede waren riesig und dadurch wenig glaubhaft.

Fazit:

Die Geschichte war schnell und einfach zu lesen. Über einige allzu klischeehafte und überzogene Stellen konnte ich gut hinweglesen. Die Liebesgeschichte war nicht vollständig überzeugend. Auch war die Handlung überangepasst, was zu manchmal unlogischen Stellen führte, zum Beispiel als FBI Mitarbeiter aus „Versehen“ die Deckung von Abel, Maggie und Jane auffliegen lassen.

Manche Slapstick-artigen Szenen waren wirklich witzig, andere weniger.

Alles in allem war das Buch ein netter Zeitvertreib, aber nicht mehr.

Engel, Thomas – Ormog , der letzte weiße Magier

Engel, Thomas Ormog – der letzte weiße Magier 978-3-944788-30-2 Fabulus Verlag

Engel, Thomas
Ormog – der letzte weiße Magier
978-3-944788-30-2
Fabulus Verlag

Inhalt:

Auf dem Planeten Magnus leben Menschen zusammen mit anderen vernunftbegabten Wesen. Magische Kräfte sind allgegenwärtig. Zwischen den Mitgliedern des Weißen Ordens und den abtrünnigen Gorgulzauberern entspinnt sich ein Machtkampf, der das einst blühende Reich von Kamal zu zerreißen droht. Im Konflikt auf Leben und Tod versuchen der Weißmagier Ormog und seine Gefährten zu verhindern, dass der Dunkle Meister der Gorgul sein Ziel erreicht: die unumschränkte Herrschaft des Bösen. Das Blatt wendet sich, als Ormog sich mit seiner gefährlichsten Gegnerin verbündet. Vatya, die Elitekämpferin der Gorgul, wechselt die Seiten. Können sie und Ormog ihre Zivilisation vor dem Untergang bewahren? (Quelle Fabulus Verlag)

Meine Meinung:

Im Moment lese ich gerne wieder Fantasy Romane und die Geschichte über den weißen Magier hörte sich für mich ganz gut an. Dieses hochwertige Buch hat ein tolles Cover mit einem weißen Prägedruck, so dass ich ständig darüber streicheln wollte. Auch die Farben waren ansprechend, dunkel braun-orange-gelb- weiß, wenig blau; es gibt eine dreiseitige orangefarbene Schnittverzierung und zudem ein Lesebändchen (ich liebe Lesebändchen). Das Coverbild mit dem weißen Magier erinnerte mich entfernt an verschiedene Gestalten von Herr der Ringe. Derart positiv eingestimmt freute ich mich auf das Buch.

Die Geschichte wird zunächst aus der Vergangenheit erzählt, bis die Ereignisse dann in der Gegenwart ankommen. Das Volk, die normalen Menschen, hassen alle Art von Magie, egal, ob sie von den „guten“ weißen Magiern kommt, oder von den „bösen“ Gorgulen. Diese guten und bösen Mächte bekämpfen sich. Hauptprotagonisten sind zum einen Ormog, der den weißen Magiern und Vatya, die den Gorgulen angehört. Im Laufe der Geschichte müssen die beiden zusammen arbeiten, ob sie wollen oder nicht. Beide haben magische Kräfte, so kann Vatya in Gedanken anderer eindringen und Ormog kann Gedanken manipulieren. Während Ormog‘s Gedächtnis-Verlustes steht ihm der Diener Ichtyon zur Seite, ein Diener/Sklave, der mehr ist als er zu sein scheint. Garius, ebenfalls ein Überlebender des Kampfes gegen den dunklen Meister der Gorguls,  beobachtet Ichtyon, er misstraut ihm. Ichtyons Verhalten erschien mir sehr offensichtlich dargestellt und das hat mich schon gestört. Dazu kommt ein tierischer Begleiter, ein kleiner Drache, der in Ormogs Umhang „wohnt“.  Der kleine Drache hegt eine freundschaftliche Zuneigung zu Ormog, mir kam diese „aufgesetzt“ vor, eher wie ein Gegenstand, der bei Bedarf herausgeholt wurde und ansonsten unsichtbar blieb. Dennoch wird sich dieser kleine Drache als sehr nützlich erweisen.

Es hat lange gedauert, bis ich ein Gefühl für die Geschichte bekommen habe. Erschwerend waren die vielen unbekannten Fantasiebegriffe, die mir nicht genug während des Lesens im Rahmen der Geschichte erklärt werden konnten und die sich mir auch nicht so einfach aus dem Kontext erschlossen. Mit den Namen der Personen hatte ich so meine Probleme, wenn es im Prinzip auch nur vier Hauptpersonen gab: Vatya Ganta, Gariurs Galtar, Ichtyon Vanastera und Ormog. Diese waren mir nicht genug „ausgearbeitet“, sie blieben blass. Vielleicht liegt es auch daran, dass nicht genug Emotionen „transportiert“ wurden. Es waren keine kernigen Charaktere wie sie es hätten sein können. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass männliche jugendliche Leser diese klare Sprache ohne viel Gefühl mögen werden. Zu dem Namen Ichtyon hatte ich ständig einen Fisch vor Augen, da es, wie ich aus der Dinosaurierzeit meines Sohnes weiß, einen Ichthyosaurier gibt.

Fazit:

Die Geschichte lässt sich gut lesen, war mir aber wegen der vielen unbekannten Fantasiewörter, die mir nicht schlüssig genug aus dem Kontext erklärt wurden und die ich mir nicht „verinnerlichen“ konnte, öfters stockend. Auch hatte ich Schwierigkeiten, mir die Namen und Personen zu merken. Genau wie die Namen von den Landschaften und Städten. Es fehlte mir an Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann, an Emotionen. Ich hätte mir ein Personenregister und eine Landkarte gewünscht. Normalerweise fällt es mir leicht, mir ziemlich schnell ein inneres „Bild“ von Hauptprotagonisten zu machen. Hier jedoch konnte ich mir Ormog oder Vatya bis zum Schluss nicht so richtig vorstellen, die Gesichter, die Personen, blieben für mich leider eher blass.

Die Geschichte kam mir zu ambitioniert vor, es wurde zu viel an phantastischen Elementen reingepackt: Magier, Hexen, Nomaden, Raben-Vogel-Menschen (Ravalsöldner), Götter, Barbaren, Sklaven, eine Mumie mit rotglühenden Augen, Vierarmige Lebewesen… An Tieren gab es Nermel (menschenähnliches Wesen mit Fell = Chewbacca/Star Wars?), Kvantha (6 Beine, borstiges Fell, drei Höcker = Kamel?), Charg, Mumada, Tvig , Kilgur (Insektoiden), Jaxxonwurm (mit grünen Schleim), Werwölfe, Flugtiere, Drachen, Reitechsen …  Die Krönung war dann ein fliegenender Hexenbesen a la Harry Potter. Hier hätte für meinen Geschmack ein kleiner Fluggleiter besser gepasst. Deswegen ergab dies alles für mich kein schlüssiges Gesamtbild, sondern eher ein „bisschen was allem“.

Das Buch ist vom Verlag als Jugendbuch mit dem Lesealter ab 12 Jahren angegeben. Ich kann mir vorstellen, dass ein Teil der jüngeren Zielgruppe diesen weitgehend eher „geraden“ Text mag, vor allem Jungs, die keine „Gefühlsduselei“ mögen. Dennoch frage ich mich, womit sich die Jugendlichen identifizieren sollen? Denn Ormog als Magier kam mir nicht wie ein Jugendlicher vor und Vatya auch nicht. Mhmm. Vielleicht braucht es das auch gar nicht. Ich bin wirklich gespannt auf andere Bewertungen, und vor allem auf Bewertungen von Jugendlichen, der Zielgruppe.

Das war meine Meinung, bevor ich wusste, dass der Autor selber erst 16 Jahre alt ist! Jahrgang 2000. Und ich muss sagen, dass erstaunt mich doch sehr, dann unter diesem Aspekt kann ich diese Geschichte auch aus einer anderen Perspektive sehen. Mein Sohn ist noch ein paar Jahre jünger, aber so gewisse Phantasie-Elemente aus Star Wars, Herr der Ringe, Harry Potter etc. schwirren auch durch seinen Kopf.

Ich finde es sehr bewundernswert, dass es einem 16-jährigen gelungen ist, eine doch so vielseitige Welt zu erschaffen. Auch wenn die Geschichte, die Personen oder der Text an einigen Stellen für mich unrund ist, kann ich doch sehen, dass der junge Autor viel Potenzial hat.

Das Buch macht eine Bewertung für  mich schwierig. Es ist für mich einfacher, hier eine Sterne-Bewertung vorzunehmen, wobei fünf Sterne das Beste, und ein Stern das Schlechteste Ergebnis sind.

  1. Zum einem aus meiner Erwachsenen und Weiblichen Sicht: da kann ich mich (leider) nur bedingt für die Geschichte begeistern und würde nur 2-3 Sterne vergeben.
  2. Und zweitens aus der Sicht von Kindern/Jugendlichen: da könnte die Geschichte passen, da vor allem Jungs Texte ohne Schnörkel und Gefühlsduselei mögen. Hier würde ich vier Sterne vergeben.
  3. Und drittens, wenn ich dann noch berücksichtige, dass der Autor erst 16 Jahre ist, müsste ich fünf Sterne vergeben.

Was tun? Ich entscheide mich für den Mittelweg und drei Sterne.

 

 

Link zum Buch/Verlag: http://www.fabulus-verlag.de/buecher/17/ormog

Link zum Autor/Verlag : http://www.fabulus-verlag.de/autoren/thomas-engel

 

Ausführlicher Inhalt:

Weiterlesen

Tine Ratig + Hannah Wilhelm – Katharina, Marie und ihre vier Männer

Tine Ratig + Hannah Wilhelm Katharina, Marie und Ihre vier Männer 9783442484140 Goldmann

Tine Ratig + Hannah Wilhelm
Katharina, Marie und Ihre vier Männer
9783442484140
Goldmann

Inhalt:

Katharina und Marie, beide Anfang 30, sind seit Ewigkeiten beste Freudinnen, wenn sie auch mittlerweile in entgegengesetzten Ecken des Landes wohnen. Also schreiben sie sich. Briefe, SMS und vor allem Mails, und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Denn obwohl sie eigentlich glücklich verheiratet sind, bleibt der große Zweifel: War’s das jetzt schon? Ist das wirklich der Mann für den Rest des Lebens? Dann passiert allen beiden der Beziehungs-GAU: Sie verlieben sich fremd, Katharina in Karsten und Marie in Tom. Und in ihrem Leben bricht das Chaos aus: bleiben oder gehen? Die kleine, wohlvertraute Alltagsödnis – oder der große Sprung in einen ungewissenen Traum?

Meine Meinung:

Bei diesem Buch war ich mir nicht sicher, ob ich es lesen sollte oder nicht. Ich las die Inhaltsangabe und dachte, nein, keine Lust für „sowas“, damit möchte ich nicht meine Zeit verschwenden. Dann, ein paar Tage später fand mich das Buch wieder, wieder las ich die Inhaltsangabe, ich bin diesbezüglich etwas vergesslich, und dieses mal blieb ich bei folgendem Satz hängen: „Ist es Zeit zu gehen und etwas Neues zu wagen – und wann ist man im sicheren Hafen angekommen?“ Hat sich diese Frage nicht schon jede Frau im Laufe einer Beziehung gestellt? Kriselt es nicht überall einmal und irgendwann? Wie ist dann die Kommunikation? Oder kommuniziere ich nur mit meinen Freundinnen über meine Gefühle  und den (Mann), den es betrifft, bleibt außen vor? Weil er sowie nicht versteht, was wir Frauen wollen? Die Frage, die sich dann unweigerlich stellt: Habe ich den Richtigen „erwischt“? Oder wartet Mr. Wright noch „draußen“ auf mich? Passt jemand anderes besser zu mir? Frauen sind sehr komplex was Emotionen angeht, das gebe ich aus eigener Erfahrung gerne zu.

Von solchen und ähnlichen Fragen handelt die Geschichte. Sie geht noch einen Schritt weiter, zwei Freundinnen in langjährigen und sicheren Ehen wünschen sich mehr. Sind sich ihrer Wünsche aber auch nicht sicher? Reagieren sie über? Verlangen sie zu viel? Ist es einfach der Alltag, das Aneinander gewöhnt sein dass mich nach „neuen Ufern“ Ausschau halten lässt? Geht es mir zu gut? Rege ich mich über Kleinigkeiten auf? Beide Frauen landen mit ihren Zweifeln in einer Affäre und beschreiben und analysieren in emails und Briefen, wie es dazu kam, wie es momentan ist und wie es weitergeht.

Der Anfang der Geschichte fiel mir schwer, ich als Leserin wurde direkt in die email-Kommunikation katapultiert, und musste dabei auf den ersten Seiten erst mal sortieren „Wer schreibt gerade?“, „Wer ist mit wem verheiratet?“, „Wer hat mit wem eine (beginnende) Affäre?“. Ich habe das Buch dann in einem Rutsch durchgelesen und kann dies auch nur empfehlen, denn selbst wenn man Anfang noch ein wenig verwirrt ist, irgendwann verselbständigen sich Geschichte und Namen, ich musste nicht mehr ständig nachdenken „ wer war wer?“ und es war sogar so, dass ich die Überschriften (im Sinne von „Am 3 Juli 22:03 schrieb Katharina Marten“) gar nicht mehr lesen musste, weil ich so in Lesefluss kam, dass sich für mich alles automatisch ergeben hat.

Sehr gut hat mir die Ehrlichkeit dieser beiden Freundinnen gefallen. Auch negative Gedanken wurden mitgeteilt, wenn die eine Freundin etwas gar nicht gut fand, aber dennoch einen wertschätzenden Ton zu ihrer Freundin pflegt.

Manches wirkte auch etwas aufgesetzt, ich fragte mich, ob ich wirklich so zu einer Freundin sprechen würde? Es hört sich manchmal etwas plastisch an, vielleicht ist das auch, weil man die Emotionen in Worte gefasst in einem Briefwechsel niederschreibt, da kann man nicht jede Emotion transportieren. Dadurch  war der Erzählton manchmal etwas verkrampft und unemotional höflich.

Katharina ist 32 Jahre alt und mit Simon verheiratet, der für mich in dieser Geschichte sehr  sympathisch dargestellt wurde, so dass ich mich echt fragte, ob Katharina nicht einen Fehler macht, als sie eine Affäre mit Carsten beginnt. Mir kamen die Streitpunkte in dieser Beziehung eher gering vor, aber für Katharina wurden diese Punkte halt immer größer und zu einem wirklichen Problem, zu dem Simon keine Lösung in Aussicht stellte, außer alles auf „irgendwann und vielleicht“ zu vertagen.

Marie und Michael sind seit acht Jahren verheiratet, und Marie fühlt sich in der Beziehung eingeengt. Michael will alles mit ihr zusammen machen, und ist schlecht gelaunt bzw. es gibt Streit, wenn Marie mal alleine unterwegs sein will. Marie ordnet sich immer unter, um des lieben Friedens willen. Sagt auch schon mal einer Freundin ein geplantes Treffen ab, um den „Stress“ mit dem Ehemann zu vermeiden. Auf der Arbeit lernt sie Tom kennen, der so ganz anders scheint als Michael.

Zitat Seite 14: „Ich habe seine, meine Fehler verdrängt und uns und allen anderen eine goldene Beziehung vorgegaukelt. … Sondern weil ich jahrelang alles verdrängt und zugekleistert habe. Und dabei hat sich so viel aufgestaut an Wut, Unverständnis, Bedürftigkeit. “

Zitat Seite 43: „… Aber jetzt wache ich nachts auf, mit Atemnot und Beklemmungen, weil ich nicht mehr neben ihm liegen möchte. Dieser freundliche kluge, sympathische Mann ist für mich zur Qual geworden. … Es liegt daran, wie sich das zwischen uns entwickelt hat. Woran ich genauso schuld bin wie er. Aber die Beziehung ist für mich zu einem Käfig geworden.“

Gleich am Anfang wird, wie ich finde, ein treffendes Beispiel genannt: Die beiden Pärchen kennen sich und gehen auch schon mal zusammen aus, oder wandern. Allzu oft sind diese Treffen jedoch aus beruflichen Gründen nicht möglich. Diese gemeinsamen Tage sind immer toll, dennoch fehlt den Freundinnen Zeit, sich mal alleine zu unterhalten. Frauen kennen das, wenn Männer dabei sind, kann man sich nicht „richtig“ unterhalten. Ich bin mir nicht sicher, ob Männer das wirklich verstehen können!? Auch zwischendurch gibt es immer wieder „authentische weibliche Emotionen“ oder Vorkommisse, die man auch schon psychologisch betrachten könnte, die vielleicht auch jede Frau kennt. Zum Beispiel wünscht sich Katharina richtiggehend, dass ihr Ehemann Simon falsch reagiert, dass er einen Fehler macht, damit sie damit ihre neue Liebe, ihre Affäre mit Carsten, rechtfertigen kann. Wenn …, dann … !! Und von all diesem innerlichen Gefühlsleben ahnt der Mann nichts.  Oder auf einer Party. Um beim Buch zu bleiben: Simon kennt viele Leute, unterhält sich gut und „driftet“ von einem zum anderen ab“, Katharina bleibt alleine stehen. Auch sie kennt ein paar Leute, hat aber das Gefühl, dass Simon zumindest einfach mal zwischendurch zu ihr zurückkommen sollte, sie vielleicht kurz drücken, und könnte dann wieder seines Weges auf Party ziehen. Dieses Zusammengehörigkeits-Gefühl fehlt ihr.

Katharina und Marie finden heraus: Männer sind lösungsorientiert und rational. Können mit Emotionen nicht viel anfangen. Das kann für Beziehungen Gift sein.

Überhaupt, wie definiert man Fremdgehen und Betrügen überhaupt? Ist fremdgehen schon ein Flirt? Oder SMS und email? Auch das wird von den Freundinnen emotional auseinander genommen, ausführlich „zerpflückt“. Katharina ist der Meinung, solange kein Sex im Spiel ist, ist es kein fremdgehen. Aber was ist, wenn ich mit einem Mann übernachte, im selben Bett, aneinandergeschmiegt, Worte flüsternd, und zwar ohne Sex. Ist das fremdgehen? Für Katharina nicht … Es ist also alles eine Frage der Definition.

Beide Freundinnen beginnen eine Affäre. Diese entstehen aus unterschiedlichen Bedürfnissen, die nicht erfüllt werden. Fühlt sich Katharina nur mit „Kleinigkeiten“ unverstanden und nicht beachtet, ist es bei Marie elementarer. Beide Liebespärchen schicken sich SMS, e-mailen … das ganze Programm, dass man sich vorstellt, wird abgespult. Beide Freundinnen reflektieren dies miteinander, vergleichen, sie finden vieles nicht gut, aber sie können nicht anders. In ihren Ehen fehlt ihnen das Miteinander reden, der Körperkontakt, der Sex …

Dies alles wird zum Thema, wird mit der Freundin psychologisch analysiert, reflektiert, von allen Seiten betrachtet und hin und her gewendet. Beide wollen eine Entscheidung, am liebsten gleich. Aber erst noch muss darüber mit der Freundin geredet werden. Wie sieht sie das? Habe ich vielleicht etwas in meinem neuen erträumten Lebensmodell nicht beachtet, nicht bedacht?

Zitat Seite 109: „Momentan fühle ich mich mit Carsten besser. Aber vielleicht ist das eine Illusion. Vielleicht fühle ich nur so, weil er die Lücken füllt, die Simon lässt. Möglicherweise risse eine Beziehung mit Carsten, eine richtige, echte Beziehung, mit gemeinsamer Wohnung, Dreckwäsche, Freizeitplanung, mit Dienstreisen, mit seinen Schuldgefühlen und seiner verletzten und vorwurfsvollen Exfrau viel größere Löscher. Vielleicht blieben viel grundlegendere Bedürfnisse unbeachtet“.

Auch die Geschichte der Liebhaber wird analysiert, sind beide doch auch verheiratet, mit Frau und Kind und Haus. Der Leser erhält so auch Einsichten in deren Gedankenwelt und ahnt vielleicht schon, welch ein Scheidungskrieg und emotionale Achterbahnfahrt da auf dieses Ehepaar und das neue Liebespaar zukommt.

Zitat Seite 33, die Ehefrau zu Tom: „Das Haus war jetzt so teuer, jetzt kannst du mich gar nicht mehr verlassen.“

Das Ende: Die Moral von der Geschicht‘? Alles kommt anders als geplant. Eine der Freundinnen trennt sich für immer, die andere geht zurück zum Ehemann. Und das ist beides in Ordnung so.

 

Hier zur besseren Übersicht die beiden Freundinnen mit Ehemännern und Geliebten:

Katharina verheiratet mit Simon.            Affäre mit Carsten.

Marie verheiratet mit Michael.                 Affäre mit Tom.

 

Fazit:

Am Anfang ist es etwas schwierig an dem email-Brief-Wechsel der beiden Freundinnen teilzuhaben. Es dauerte, bis ich beide Freundinnen, die zwei Ehemänner und die zwei Liebhaber „sortiert“ hatte. Deswegen würde ich empfehlen, die Geschichte nicht in kurzen Etappen sondern am langen Stück zu lesen. Hat man sich erst mal eingelesen, liest es sich wie von selbst. Besonders gefiel mir die Ehrlichkeit zwischen den Freundinnen. Die beiden analysieren und sezieren ihre Beziehung, es werden Spekulationen und Mutmaßungen angestellt, alles wird von gefühlten hundert Perspektiven komplex betrachtet. Und genau so ist das auch im echten Leben unter Freundinnen (ich sage nur „stundenlange Telefonate).

Keine Geschichte für Moralapostel, dafür für Verliebte, Verheiratete, Unzufriedene, Verlassene, für die die vielleicht gehen wollen aber sich noch nicht entschieden haben …

Noch kurz zum Titel und Inhaltsangabe, dieser wird der Thematik nicht gerecht, impliziert er doch eine einfache Chick-Lit Geschichte. Aber so „simpel“ ist der email-Briefwechsel nicht, auch wenn dieser sich einfach lesen lässt.

Zitat Seite 199: „Die Frage, wie und mit wem man sein Leben verbringen möchte, ist eine existenzielle. … Du und ich, wir stellen uns diese Frage seit Monaten so massiv.  … Ich sehe so viele Menschen um mich herum, die nicht hinterfragen, mit wem sie da sind. Die  einfach bleiben, aus Bequemlichkeit, aus Gewohnheit, aus Faulheit und auch manchmal auch, so vermute ich, um sich sein Leben lang über den Partner zu beschweren und ihm die Schuld für das verschwendete Leben geben zu können.“

 

Link zum Verlag und Buch: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Katharina,-Marie-und-ihre-vier-Maenner/Tine-Ratig/e487283.rhd

 

 

Horstmann, Virginia – Frühstücks Glück

Horstmann, Virginia Frühstücks Glück 978-3-88117-971-3 Hölker Verlag

Horstmann, Virginia
Frühstücks Glück
978-3-88117-971-3
Hölker Verlag

Inhalt:

Wenn der Duft nach ofenwarmen Brötchen und frisch gebrühtem Kaffee aus der Küche lockt, fällt das Aufstehen nicht schwer. Denn es gibt doch kaum was Schöneres, als mit den Liebsten am Tisch und einem ausgiebigen Frühstück den Tag zu begrüßen. Im dritten Kochbuch der charmanten Food-Bloggerin finden sich allerhand leckere Rezepte – ob selbst gebackener Laugenzopf, herzhaftes Kräuteromelette oder süße Pancakes mit Zimt. So wird selbst der größte Morgenmuffel zum Frühstücksfan.

Meine Meinung:

Dieses Buch entdeckte ich durch Zufall in meiner Stadtbücherei. Das Cover sprach mich an, versprach viele leckere Kleinigkeiten und der Titel „Frühstücks-Glück“ war im silbernen Prägedruck. Der äußere Eindruck war gemütlich, aufgeräumt, erinnerte mich aus der Entfernung an die Meze (türkische Spezialitäten) und hat mich gleich angesprochen. Das Lesebändchen rundete diesen Eindruck ab.

Die Übersichten und Kapiteleinteilungen im Buch sind angenehm pastellfarbig-bunt. Das Buch hat verschiedene Einteilungen, die erste lautet:

 

Bagels, Brot und Brötchen:

Davon gefiel mir das Buttermilchbrot, dass ich sicherlich mal ausprobieren werde. Die Toasties finde ich ganz witzig, aber mit viel Arbeit verbunden. Das Schokowirbel-Brot erinnerte mich an ein ebensolches Rezept, dass meine Oma immer gebacken hat. Sie hat allerdings keine Schokolade genommen, sondern dunkles „echtes“ Kakao-Pulver und zusätzlich noch Zucker und Rosinen dazu getan. War sehr lecker, und auch „gewirbelt“.

 

Pfannkuchenträume

Die Zimtschnecken-Pancakes sehen sehr lecker aus, die Himbeer-Crepes konnten mich weder vom aussehen noch von der Zubereitung überzeugen. Ist aber mal „etwas anderes“.

 

Sandwiches und Aufstriche

Ich muss gestehen, ich mag keine süßen Aufstriche, von daher gab es in diesem Kapitel für nicht so viel leckeres. Die rote Beete Creme habe ich schon öfters gesehen, mich aber noch nie „heran getraut“.

Selbstgemacht werden Erdnussbutter und Schokoladennusscreme. Der Teil mit den Sandwiches kam mir zu kurz (ich liebe Sandwiches).

 

Das Gelbe vom Ei

Das erste Rezept gleich WOW – eine Avocado mit Ei gebacken, wohlgemerkt, das Ei in der Avocado. Das sah ich so zum ersten Mal. So richtig vorstellen kann ich mir aber eine gebackene Avocado nicht. Ganz einfach und lecker die Croissants mit gekochten Eiern und Spargel – das muss ich probieren. Die Frühstücks-Tarte mit Spinat und Schinken ist auch genau mein Ding.

 

Müsli, Obst und Jogurt

Richtig schön bunt sahen die Zitrus-Früchte zum selbigen Brulee aus: Grapefruit, Orangen, Zitronen und Blutorangen werden mit Zucker überbacken. Sieht bestimmt toll aus, ich würde aber befürchten, dass man die halbierten Früchte nicht so gut auslöffeln kann. Ein gutes Bild am Buffet geben sie sicherlich ab. Ich gestehe, mit Müsli kann ich nicht so viel anfangen, auch wenn mich die selbstgemachten Müsli schon dazu verführen könnten.

 

Süße Morgenbäckerei

Bestimmt lecker – Himbeer-Bananen-Muffins und die Apfel-Nuss-Schnecken.

 

Smoothies und Wachmacher

Heiße Schokolade selbstgemacht mit Kuvertüre und echtem Kakao. Und als Gegenpol den Möhren-Orangen-Ananas-Saft.

 

Fazit:

Die Rezepte sind nach Themen übersichtlich eingeteilt. Zu jedem Thema gibt es 6-7 Rezepte, ich habe mir einfach mal die herausgepickt, die mir selber gut schmecken könnten oder Rezepte, die ich mir aus einem bestimmen Grund so gar nicht vorstellen kann. Zu allen Rezepten gibt es ein appetitliches Bild. Ich finde, es gibt sehr viele Rezepte in diesem Buch, die mit normalen Zutaten hergestellt werden können. Das ist praktisch, weil man vielleicht vieles schon in der Vorratskammer hat. Anhand dieses Buch kann man ohne weiteres ein kleines Frühstücks-Buffet aufbauen. Es sind auch ein paar Highlights abseits des Mainstreams dabei.

Alles in allem ein schönes, praktisches Buch mit leckeres Rezepten.

 

Katharina Charpian, Lisa van Houtem, Anna Weilberg – Hamburg for Women only

Katharina Charpian, Lisa van Houtem, Anna Weilberg Hamburg for Women only 978-3-85033-989-6 Brandstätter

Katharina Charpian, Lisa van Houtem, Anna Weilberg
Hamburg for Women only
978-3-85033-989-6
Brandstätter

Inhalt:

Im Mittelpunkt stehen liebevoll ausgewählte Orte, überraschende Locations und handverlesene Tipps, damit Sie in dieser beliebten Metropole Europas abseits der ausgetretenen Pfade wandeln können. Es geht um alles, was Frauen lieben: von Mode, Kunst, Musik und Cafés über Beauty und Entspannung bis hin zu urbanen Trends, grünen Oasen, cooler Street Art und ausgefallenen Spaziergängen. Mit ganz persönlichen Insider-Tipps von Modedesignerin Iris von Arnim, Starköchin Cornelia Poletto, Beautybloggerin Hanna Schumi, Tänzerin und Model Evelyn Hall und vielen mehr.

Die drei Journalistinnen Katharina Charpian, Anna Weilberg und Lisa van Houtem, die in Hamburg leben und gemeinsam das Online-Girlpower-Zine femtastics.com betreiben, verraten die angesagtesten Highlights der Stadt und zeigen ihre Lieblingsorte – von den coolsten Bars bis zu versteckten Cafés. Ein innovativer City-Guide für mode- und stilbewusste Besucher- und Bewohnerinnen. (Quelle Brandstätter Verlag)

Meine Meinung:

Durch den Verlagsnewsletter des Brandstätter Verlages wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Ich finde es toll und schaue immer genauer hin, wenn es Bücher speziell für Frauen gibt. Gerade das Thema Frauen und Reisen ist sehr vielseitig. Dabei ist es egal ob Frauen alleine (Uebel unterwegs und Die Kunst allein zu reisen ), mit Kind (Mut für zwei) oder Partner unterwegs sind. Sie können eine kulturelle Reise, ein Wellness-Wochenende oder eine Shopping Tour planen oder auch alles miteinander  kombinieren. Die Möglichkeiten sind heutzutage unendlich.

Jedenfalls das Buch kam an, und ich war positiv überrascht: wirkten doch der goldene Schriftzug auf dezenten lind-blau-grün sehr hochwertig. Das Buch liegt schön in der Hand, es fühlt sich seidig und angeraut an. Das sogenannte „Flexcover“ (laut Verlag) fühlt sich aber etwas zu fest und starrig an.

Aufgeteilt ist dieser „Frauenversteher“ nach verschiedenen Interessensgebieten. Es gibt zu jedem Thema eine abwechslungsreiche kurze Zusammenfassung. Die Kapitel teilen sich wie folgt auf:

-Mode und Shopping

-Architektur, Interior & Design

-Essen und Trinken

-Nachtleben und Musik

-Kunst und Kultur

-Beauty und Entspannung

-Ausflüge und Erholung

 

Damit wir Frauen schneller fündig werden, sind die Vorschläge nach Stadtvierteln sortiert und bieten so eine gute Orientierung. Zu jedem Thema gibt es zudem verschiedene Interviews zum Beispiel mit einer Modedesignerin, Einkäuferin, Geschäfts-Inhaberin, Illustratorin, Köchin, Make-Up Artist, DJ, Fotografin, Bar-Inhaberin, Künstlerin … und diese Frauen erzählen alle von ihren Lieblingstipp in Hamburg.

Für mich hörten sich nach spontanem Stöbern folgende Locations originell an: Vater & Sohn (Shopping, S.14), Kaufhaus Hamburg (S.54), Kaffeeröstereien (S.82), Azeitona (S.86), Weihnachtsmärkte (S.109), Golem (S.116), Literaturhaus (S.157) …

Am Schluss, kurz auf je einer Seite zusammengefasst, Hotels, Nützliches und „Viertelkunde“.

Ein Buch, das ich gerne, wenn ich in Hamburg unterwegs sein würde, mit in die Handtasche packen möchte, wenn es auch leider dafür etwas zu groß und zu schwer ist.

Fazit:

In diesem Buch lässt es sich gerne stöbern. Die Gliederung nach Stadteilen und Interessensgebieten wie Shopping, Nachtleben, Essen, Beauty und Ausflüge lässt mich schnell fündig werden. Zwischendurch gibt es abwechslungsreiche Interviews mit weiteren Lieblingstipps. Die Gestaltung und Aufteilung der Texte mit Fotos, Überschriften, Rahmen etc. wirkt hip und lässig leicht. Ein Buch, das ich gerne, wenn ich in Hamburg unterwegs sein würde, mit in die Handtasche packen möchte.

 

Links:

Zum Buch/Verlag: https://www.brandstaetterverlag.com/buch/hamburg-women-only