Steel, Danielle – Big Girl

Steel, Danielle Big Girl 978-3-426-51189-3 Knaur

Steel, Danielle
Big Girl
978-3-426-51189-3
Knaur

Inhalt:

Victoria Dawson wächst in L.A. als Außenseiter in ihrer eigenen Familie auf. Nichts an ihr findet die Zustimmung der Eltern. Sie ist in ihren Augen zu dick, zu intelligent für eine Frau und will zudem auch noch ausgerechnet Lehrerin werden. Victoria bleibt nur die Flucht und der Versuch, sich im weit entfernten New York ein eigenes Leben aufzubauen. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn es ist schwer, sich selbst zu lieben, wenn man glaubt, nicht liebenswert zu sein – eine zu Herzen gehende Emanzipationsgeschichte in der Welt der Reichen und Schönen!

Meine Meinung:

Auf dieses Buch wurde ich zunächst durch den Titel und die Inhaltsangabe aufmerksam. Der Loveletter beschreibt „Big Girl“ als tiefgründige Geschichte. Dem kann ich ganz und gar nicht zustimmen. Im Gegenteil.

Aber von vorne: Die ersten paar Seiten waren sehr flüssig und auch spannend zu lesen, eine sehr einfache und gut verständliche Geschichte. Ich wartete aber die ganze Zeit auf eine Art „zweiter Teil“, der beginnen würde, wenn Victoria endlich erwachsen und in New York leben würde. Ich wollte die Geschichte endlich aus Victorias Perspektive zu hören. Statt dessen kam es mir vor, als wurde die Handlung in einem Rutsch von einem Erzähler „runter geleiert“, was sich aber immer noch gut lesen gelassen hätte, wenn es nicht so oberflächlich gewesen wäre. Die Handlung war in einem altmodischen und konservativen Stil geschildert, so dass es mir vorkam, als wären die Protagonisten aus den 60/70/80iger Jahren. Ich musste an bestimmte ältere Liebesromane von Cora Julia/Romana denken, die aus den1980iger Jahren waren. In welchen Jahr das Buch oder der Roman veröffentlicht wurde, kann jeder Leser auf den ersten Seiten eines jeden Buches nachlesen. Jedenfalls erschienen mir einige dieser Julia/Romana Romane „aufbereitet“ zu sein; damit meine ich, es wurde versucht, die Geschichte in die heutige Zeit zu transportieren. Das gelingt in den meisten Fällen nicht. Deswegen schaute ich nach ein paar irritierenden Aussagen in „Big Girl“ vorne im Buch nach, von wann die Geschichte war und konnte feststellen, dass die amerikanische Originalausgabe 2010 veröffentlicht wurde. Gut dachte ich, dann ist sie nicht „aufbereitet“, aber dennoch hat mich die sehr altmodische Art und Weise hier einfach sehr gestört.

Victoria hätte ein interessanter Charakter sein können, aber die Handlung schaffte es nur, an der „Oberfläche zu kratzen“. Sie war mir einfach „zu gut“, als dass es glaubwürdig war, sie ging zu nonchalant durch ihr Leben.

Dann die Dramen, wenn sie sieben Pfund zu schwer war. Die Inhaltsangabe suggerierte mir eine Übergewichtige, und ich stellte mir dabei keine Frau vor, die nur 3,5kg zu viel hat. Okay, ich könnte jetzt noch einfügen, dass Victoria im Buch auch schon mal schwerer war, aber jemanden mit Größe 44 als „fett“ und „verfressen“ zu bezeichnen – also ich weiß nicht. Überhaupt waren die „Beleidigungen“ ihres Vaters wegen des Übergewichtes sehr plump geschildert. Irgendwie fand ich das sogenannte Übergewicht nicht wirklich glaubhaft und auch von „oben herab“. Es gibt einen Roman von Susan Andersen „Vor Schmetterlingen wird gewarnt“, in dem eine 80kg-Frau in einer sich anbahnenden Liebesgeschichte sehr ästhetisch und glaubhaft dargestellt wird. Wenn ich dieses Buch mit „Big Girl“ vergleiche, ist es ein Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Merkwürdig auch die Passage, als Victoria eine kurzzeitige Zimmergenossin auf der Uni, die eine Essstörung hatte, so seltsam ablehnte und in einem merkwürdigen Stil über sie berichtete.

Als sich dann am Schluss auch noch alles darum dreht, den „richtigen Mann fürs Leben“ zu finden, da habe ich aufgehört, das Buch ernsthaft zu lesen. Im letzten Drittel des Buches begann ich einfach, die Seiten zu überfliegen und dann auch zu überblättern. Einfach zu nichtssagend kam mir das ganze vor, und ganz und gar nicht „tiefgründig“.

Fazit:

Auf diese Geschichte hatte ich mich gefreut, und wurde sehr enttäuscht. Obwohl sie sich schnell, einfach und flüssig lesen lässt, konnte sie mich nicht überzeugen. Die altmodischen und konservativ erscheinenden Handlungen kamen mir merkwürdig vor, es passte nicht in die heutige Zeit. Es schien, als hätte die Geschichte ihren Ursprung vor 30-40 Jahren gehabt und nicht hier und jetzt. Auch die Gefühlskälte der Protagonisten kam mir unwirklich vor. Obwohl Victoria einiges durchmachen muss, ist der Erzählton einfach zu oberflächlich geblieben.

Alles in allem – die Geschichte hat mich überhaupt nicht überzeugt.

Ich möchte hier auf zwei romantische Geschichten von übergewichtigen Frauen hinweisen, die zwar auch „einfacher Natur“ sind, aber dennoch stilvoll und schön zu lesen.

Sands, Lyndsay In den Armen des Ritters
Andersen, Susan Vor Schmetterlingen wird gewarnt

 

Ich würde mich über weitere Vorschläge zu schönen Geschichten mit übergewichtigen Frauen freuen.

 

Malin Nilsson + Camilla Arvidsson – Werken mit Beton und Mosaik

Malin Nilsson + Camilla Arvidsson Werken mit Beton und Mosaik 978-3-7843-5444-6 LV Buch

Malin Nilsson + Camilla Arvidsson
Werken mit Beton und Mosaik
978-3-7843-5444-6
LV Buch

Inhalt:

Nach den beiden Teilen „Garten-Deko aus Beton“ sowie „Beton-Deko für drinnen“ folgt nun der neue Band der Beton-Expertinnen Malin Nilsson und Camilla Arvidsson. Ausgehend aus ihrer Heimat Schweden schafften Sie es 2010, den Werkstoff Beton für Hobby-Bastler auf der ganzen Welt bekannt zu machen. Im neuen Buch arbeiten sie nun noch mit Porzellan, Glas, Stein und Keramik und kombinieren diese glatten Materialien in grandiosen Mosaiken mit dem rauen Beton – so entstehen neue, farbenfrohe und haptische Erlebnisse für draußen und drinnen. (Quelle LV Verlag)

Meine Meinung:

Als ich dieses Buch entdeckte, dachte ich, es wäre vielleicht für mich eine Möglichkeit im „Kleinen“ mit dem Werkstoff Beton anzufangen. Das Cover von „Werken mit Beton und Mosaik“ ist sehr ansprechend gestaltet, besonders die Mosaike in den verschiedenen Blautönen. Das hat gleich Lust auf“ mehr“ geweckt.

Zum ersten mal überhaupt von „Werken mit Beton“ im Allgemeinen hörte ich vor einigen Monaten von einer Freundin. Ich konnte mir darunter gar nicht so viel vorstellen, aber als ich mir ihre Kunstwerke angeschaut habe, war ich doch begeistert. Sie erklärte mir, es hätte sie praktisch wie eine Sucht erfasst, sie könnte gar nicht mehr aufhören. Überall würde sie neue Formen zum modellieren entdecken, und sei es die Sandkastenförmchen von den Kindern oder Kuchenformen vom Flohmarkt. Deswegen habe ich das Buch auch bei ihr fotografiert. Sie hatte zufälligerweise schon selber mit klitzekleinem Mosaik experimentiert, wie man links auf dem Foto mit der Schale sehen kann. Zudem hat sie sich Buchstabenformen gekauft, auf dem Foto ist vor dem Buch „H O M E „ zu sehen. Dies ist nur ein kleiner Auszug aus ihren Werken. Leider hat sie keinen Blog, sonst hätte ich gerne den Link dazu eingefügt.

Ich muss gestehen, als ich das Buch durchblätterte, war ich anfangs nicht so begeistert. Die Ideen kamen mir relativ normal vor, was in einem Teil auch praktisch ist, da man nicht so viel besonderes und teures Material braucht. Zum Beispiel werden da Vasen und Teller vom Flohmarkt neu gestaltet und  mit kleinen Mosaiken beklebt, oder auch andere Behältnisse wie Dosen werden kreativ bearbeitet und können wie auf Seite 15 beim „Dosen-Recycling“ als kleine Pflanzentöpfe genutzt werden.

Bei den selbstgemachten Fliesen fielen mir eigentlich keine Verwendungsmöglichkeiten ein, im Buch wurden sie auf eine mobile Fläche geklebt, so dass man sie eher als Kunstwerk komplett hinstellen konnte.

Ebenso wurden Tische, Bänke und Blumensockel verschönert, dazu muss man aber erst mal Fliesen kaufen. Die Fotos im Buch zeigen ganz tolle Kombinationen, wenn mich auch der Küchentisch aus weißen Fliesen nicht komplett überzeugen konnte. Ich denke, wenn da ein Glas umfällt, geht das schneller kaputt, als auf einem Holztisch.

Oder die weiße Gartenbank mit gefliester Sitzfläche. Sieht wunderschön aus, aber ich frage mich schon, ob die Fliesen nicht durchbrechen, wenn sich jemand draufsetzt. Immerhin ist die Unterlage ja aus Holz, das beweglich ist. Deswegen denke ich, die Ideen sind nur fürs schöne aussehen, im echten Leben aber eher unpraktisch.

Interessant allemal und für mich neu ist die Möglichkeit, Fliesen mit eigenen Fotos bedrucken zu lassen.

Das Schränkchen mit den blau-weißen Mosaiken auf Seite 43 gefiel mir sehr gut und auch der Spiegel auf der nächsten Seite mit dem Mosaik-Rahmen passt sich dezent und stylisch ein.

Auf den letzten Seiten findet sich ein Beton-Ratgeber und die Rubrik „So wird’s gemacht“. Hier erhält man Tipps und Tricks rund um Fliesen und Mosaike.

Fazit:

In diesem Buch lässt es sich gut blättern. Die kreativen Werke sind sehr ansprechend dargestellt und fotografiert. Das sieht schon sehr stylisch aus. Zudem gibt es auf den letzten Seiten konkrete Beschreibungen mit Abbildungen. Dennoch konnte mich, sozusagen als „Null-Anfängerin“, dieses „Werken mit Mosaik“ nicht auf Anhieb begeistern. Zunächst muss man die Beton-Grundlagen herstellen und dann erst das Mosaik kleben, das ist doch ziemlich aufwendig. Vor allem für die Beton-Gefäße braucht man Platz und einen Ort, an dem es auch mal schmutzig werden kann. Meine Freundin hat dafür zum Beispiel eine ungenutzte Garage umfunktioniert. Aber diesen Platz hat nicht jeder. Ich kann die Freude daran, etwas herzustellen, nachempfinden, aber man muss ebenso den Platz für die Herstellung als auch für die hergestellten Kunstwerke zum aufstellen haben. Natürlich gibt es auch einfache Werkstücke zum herstellen, indem man bereits vorhandene Vasen und Teller mit Mosaiken verschönert. Aber auch hier muss ich gestehen, ich wüsste nicht, wo ich die aufstellen sollte.

Meine Freundin meinte, ich sollte das Buch als Inspiration sehen, man könnte sehr vieles abwandeln oder auf etwas anderes übertragen. Man müsste es ja nicht 1:1 umsetzen, sondern als Ideenschmiede sehen. Sie hatte auch gleich eine Idee, den Rand ihrer Beton-Gefäße wie im Buch auf Seite 47 abgebildet, zu verzieren.

Ich denke, dieses Buch sollte man eher mit dem Gedanken an eine kreative Tätigkeit zum abschalten sehen. Und wenn dabei noch etwas herauskommt, dass in die eigene Wohnung passt oder dass man verschenken könnte, umso besser.

Alles in allem: Meiner  Meinung nach eignet sich das Buch vielleicht eher für jemanden, der schon vorher mit Beton gearbeitet hat und sich nun für neue Ideen inspirieren lassen will. Für mich als Null-Anfänger gab es zwar auch „Anfängerstücke“, die Ideen konnten mich für meinen Wohnstil aber weniger begeistern. Dennoch gibt es auch viele Ideen, die ohne Beton zu verwirklichen sind, zum Beispiel die Tische oder ein Spiegel. Im Prinzip ist dieses Buch sehr vielseitig, weil für jeden etwas dabei ist. Dennoch war ich ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr Ideen abseits von Tisch und Teller gewünscht hätte. Viele Ideen sehen gut aus, sind im normalen Leben aber eher unpraktisch.

Link zum Buch: http://www.buchweltshop.de/werken-mit-beton-mosaik.html

Eine Bewertung im Fünf-Sterne-Prinzip fällt mir schwer. Zum einen finde ich die Kombination und das Kreative mit Beton und Mosaik wunderschön. Ein tolles Hobby mit dem stylische Kunstwerke entstehen. Allein dafür würde ich dem Buch gerne fünf Sterne geben.

Für mich als Privatperson mit begrenztem Platz und normaler Wohnung mit Kind sieht die Sache aber anders aus. Da war ich einfach ein wenig enttäuscht von den dargestellten Sachen, da vieles für mich unpraktisch ist. Dazu kommt, dass es ein teures Hobby ist. Von daher würde ich 2 Sterne geben.

Wie so oft entscheide ich mich daher für das Mittelmaß und vergebe drei Sterne.

Iburg, Anne – Die richtige Ernährung bei Lebererkrankungen

Iburg, Anne Die richtige Ernährung bei Lebererkrankungen 978-3-89993-868-5 Humboldt

Iburg, Anne
Die richtige Ernährung bei Lebererkrankungen
978-3-89993-868-5
Humboldt

Inhalt:

Lebererkrankungen können viele unterschiedliche Ursachen haben: Neben Hepatitisviren, Alkohol und Medikamenten können auch Übergewicht, Stoffwechsel-oder Autoimmunerkrankungen die Leber schädigen. Dieses Ratgeber-Kochbuch hilft den Betroffenen, die Grundlagen der Ernährung bei Lebererkrankungen zu verstehen und umzusetzen. Da die Hauptnährstoffe, wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sowie der Kaloriengehalt der Rezepte ausgewiesen sind, kann sowohl der Übergewichtige mit einer Fettleber als auch der Patient mit einer Leberzirrhose und Untergewicht aus dem Buch kochen.

Meine Meinung:

Auf den ersten 65 Seiten lernt man viel über die Leber. Angefangen mit den Laborwerten zu den Leberkrankheiten wie Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose, Leberkrebs, Gallensteine und autoimmune Lebererkrankungen. Man sollte es schon konzentriert lesen, es sind keine Texte die man mal ebenso überfliegen kann, auch wenn der Inhalt eher vereinfacht dargestellt wurde. Weiter geht es mit Lebensmitteln, die die Leber unterstützen. Manche Tipps werden bekannt vorkommen, da sie auf einer gesunden Ernährung basieren.

Im zweiten Teil des Buches wird kurz die Leberdiät erklärt und dann gibt es von Seite 74 -147 viele leckere Rezepte. Wenn ich mir die Rezepte so anschaue, würde ich nicht denken, dass es extra Leber- oder andere diätische Rezepte sind. Praktischerweise steht unter jedem Rezept, was besonders enthalten ist, z.B. „Reich an Eiweiß“, „Reich an Beta-Carotin und Bitterstoffen“, „Reich an sekundären Pflanzenstoffen“.

Der Einstieg in die Leberdiät kann aus einem zehntägigen Fasten bestehen, mit Müsli und Gemüsesuppe. Zuerst dachte ich naja, dann gefiel mir die Idee aber ganz gut. Das Fasten bereitet einen mental auf eine Ernährungsumstellung vor und es geht total einfach, weil man nur Müsli und Gemüsesuppe da haben muss. Und das lässt sich beides auf Vorrat vorbereiten. Die Gemüsesuppe, ist variierbar, was die Jahreszeiten  hergeben oder der persönliche Geschmack halt so mag. Nach dem zehnten Tag werden die einzelne Mahlzeiten (Gemüsesuppe oder Müsli) mit Vollkornbrot ergänzt oder ersetzt.

Die Rezepte sind einfach lecker und auch oft mit einem appetitlichen Foto dargestellt. Ich habe mal durchgeblättert und meine Lieblinge rausgesucht:

Tomaten Feta Paste (Seite 76)

Radicchio-Salat (Seite 88)

Mexikanischer Quinoa Salat (Seite 92)

Möhrensalat Ali Baba (Seite96)

Asia-Wok mit Nudeln und Tofu (Seite 112)

Tagliatelle mit Räucherlachs (Seite 114)

Oliven-Tomaten-Dinkelbrot (Seite 127)

USW.

 

Fazit:

Das Buch bietet einen kleinen und einfachen Überblick zum Thema Leber und Leberdiät. Sowohl die Leberkrankheiten werden kurz besprochen, wie auch die Bestandteile einer Leberdiät. Leckere Rezepte runden das Buch ab.

Ein kleines Einsteiger-Buch für jedermann, mit einem Geleitwort der „Deutschen Leberhilfe e.V.“.

Guiot-Hullot, Isabelle – Neues aus der zauberhaften Papierwerkstatt

Guiot-Hullot, Isabelle Neues aus der zauberhaften Papierwerkstatt 978-3-7843-5439-2 LV-Buch

Guiot-Hullot, Isabelle
Neues aus der zauberhaften Papierwerkstatt
978-3-7843-5439-2
LV-Buch

Inhalt:

Endlich ist er da: Der Nachfolger des Überraschungshits „Zauberhafte Papier-Werkstatt“. Auch in ihrem neuen Buch entführt Isabelle Guiot-Hullot wieder in ihre wunderschöne
Welt aus Papier und Draht. Mit diesen zwei Materialien lassen sich ganz einfach feine, zarte Deko-Objekte zu allen Gelegenheiten basteln. Ob Geburtstag, Hochzeit oder Taufe oder als Tisch-Deko für die unterschiedlichen Jahreszeiten: Mit diesen Anleitungen ist das Nachmachen kein Problem und für reichlich Inspiration für eigene Kreationen ist gesorgt. (Quelle LV-Verlag)

Meine Meinung:

Allein das Cover ist so filigran-zart gestaltet, dass ich das Buch fast schon ehrfürchtig in die Hände nahm. Mit den hellen Hintergründen und verschnörkelten Schriften in dezenten Farben wird eine wunderschöne Leichtigkeit vermittelt.

Ein ausführliches und strukturiertes Inhaltsverzeichnis führt perfekt durch das Buch, das mit Informationen zu Material, Grundtechniken und Schablonen beginnt, bevor es zu den einzelnen Modellen kommt, die in folgende Themen eingeteilt sind:

Draußen ist’s am schönsten

Für die Lieben

Am Himmelszelt

Hauchschöne Geschenkideen

 

Ich liebe Papier jeglicher Art. Ich habe schon selbst zum Beispiel aus der Brigitte-Zeitschrift die oft kunstvoll und farbig fotografierten Mode-Strecken zu Briefhüllen verarbeitet. Oder in Vorschauprospekten von Verlagen gibt es oft ganz wunderschöne illustrierte Seiten. Eine Freundin hat mir mal in einem großflächigen Lavendel-Kalender-Blatt ein Geschenkt eingepackt. Das sah echt toll aus, vor allem, weil diese Papiere auch oft sehr hochwertig sind. Ich tue mich jedenfalls schwer, diese Papiere ins Altpapier zu werfen, aber ich habe keine Wahl, denn wo sollte ich diese auch alle aufheben? Irgendwo las ich über eine Papierkünstlerin, die sogar im Urlaub im Ausland auf schönes Papier achtet, zum Beispiel auf gemustertes Einpackpapier (mit chinesischen Schriftzeichen, in französischer Sprache etc.) und ähnliches. Die Idee hat mir auch gefallen. Hier in diesem Buch gibt die Autorin den Hinweis, auf Flohmärkten nach Papieren mit besonderer Struktur, Schrift oder Zeichnungen zu achten.

Erste Versuche mit Papier und Draht

Erste Versuche mit Papier und Draht

Ich habe mich auf die Schnelle mal an zwei Herzen probiert. Es geht wirklich ganz einfach, allerdings musste ich aufpassen, welche Seite vom Papier ich beklebt habe. Oder auch darauf achten, dass beide Seiten einigermaßen gleich bedruckt sind. Bei dem hellen Herz rechts ohne Motiv hatte ich aus Versehen die falsche Seite aufgeklebt, so dass die beschriftete Seite unten lag. Das sieht halt etwas langweilig aus. Kommt vielleicht auch auf die Farbe an, weil ausgerechnet auf diesem Papier aus der Zeitung hinten beigefarben nichts drauf war.

Ich finde die Papier-Draht-Modelle alleinstehend schon wunderschön, das Buch geht aber einen Schritt weiter, die Modelle werden auf einem Untergrund aus Holz (Baumrinde, Treibholz) befestigt, dass den Figuren nochmals eine andere Struktur und Halt gibt.

Am Schluss des Buches findet man die „Schablonen“, damit gemeint sind Zeichnungen, anhand derer sich der Draht formen lässt. Obwohl man es nicht darf (?), würde ich mir die Schablonen-Zeichnungen eher kopieren als selbst im und mit dem Buch zu arbeiten, um das schöne Buch zu schonen. Zudem könnte man sich aus den Zeichnungen feste Schabloden aus Karton herstellen.

Fazit:

Dies war mein erstes Buch dieser kreativen Künstlerin. Den Vorgänger-Band kenne ich leider nicht. Ich bin Null-Anfänger in diesen kreativen Draht-Papier-Bastel-Ideen und trotz der mir erscheinen Leichtigkeit sowohl der Figuren als auch der Herstellung, kamen mir bei näherer Betrachtung und Überlegung einige der Kompositionen recht schwierig vor (z.B. das Eindrad). Aber das ist alles eine Frage der Übung.

Im Prinzip ist es dennoch einfach, weil man viel Werkzeug oder Material dazu braucht. Mit jeglichem vorstellbaren Papier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ich denke schon daran, Weihnachtsgeschenke damit zu gestalten und aufzuwerten und so zu etwas besonderem zu machen. Oder Hochzeitsgeschenke zu verzieren. Glückwunschkarten können ebenfalls besonders schön verpackt werden. Die Möglichkeiten sind jedenfalls unendlich, und das Buch bietet dazu eine schöne Inspiration.

 

Link zum Verlag/Buch: http://www.buchweltshop.de/neues-aus-der-zauberhaften-papier-werkstatt.html

 

Feehan, Christine – Wächterin der Erde (Band 4, Sea Haven)

Feehan, Christine Wächterin der Erde Sea Haven Serie Band 4 9-783-453-41954-4 Heyne

Feehan, Christine
Wächterin der Erde
Sea Haven Serie
Band 4
9-783-453-41954-4
Heyne

Inhalt:

Gavriil Prakenskij ist Auftragskiller. Schwäche oder Gefühle kennt er nicht. Verführung gehört für ihn zum Geschäft. Doch alles ändert sich, als er die scheue Lexi trifft. Er kann fühlen, dass sie für ihn bestimmt ist. In ihrem Inneren ebenso verletzt wie er, teilt sie den Wunsch nach einem Neuanfang. Doch dann wird Lexi von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt. Kann Gavriil noch einmal auf seine Fähigkeiten zurückgreifen, um die Frau, die er liebt, zu schützen? (Quelle Heyne/Random House)

Meine Meinung:

Auf dieses Buch aus der Sea-Haven Saga habe ich mich besonders gefreut. Die Lovestory von Gavril und Lexi hörte sich sehr vielversprechend an, mit so richtig viel Herzschmerz habe ich mir das vorgestellt.

Gavril, ein weiterer der sieben Prakenskij-Brüder trifft auf der Farm auf die scheue Lexi, die in einer Sekte schlimmes erlebt hat.

Gavril Prakenskij ist ein einsamer Auftragskiller. Er wurde für seinen Job gequält und gefoltert. Das nannte sich dann „Training“. Er wurde oft verraten und hat das Vertrauen in Menschen verloren. Er kann nicht mehr und kommt so nach Sea Haven auf die Farm, um sich als Zielscheibe für die Feinde seiner Brüder anzubieten. Er bereitet alles auf seinen Tod vor.

Lexi ist eine feenähnliche, sehr junge Frau, mit kastanienbraunen langen Haaren. Sie hat schlimmes durchgemacht und hält sich von Menschen, ins besonderen von Männern fern. Sie hat keine Hoffnung, jemals wieder „normal“ zu werden, eine normale Beziehung zu haben. Sie ist in einem Zeugenschutzprogramm.

Also, das sind doch alles Zutaten, die eine richtig schöne Herzschmerz-Liebesgeschichte versprechen, ein langer steiniger Weg mit einem Happy End. Oder? Zwei unähnliche Menschen „kämpfen“ sich zusammen, Gegensätze ziehen sich an. Diese Idee wurde leider nicht stimmig umgesetzt.

Zunächst erkennt Gavril Lexi als seine Gefährtin und „markiert“ sie, wie alle anderen Brüder es auch taten, mit einem Zeichen in der Handinnenfläche. Dieses „von jetzt auf gleich die Gefährtin erkennen“ ging mir dann hier doch erheblich zu schnell von statten. Ein zu hastiger Einstig, ein zu schnelles beiderseitiges akzeptieren von Gavril als auch von Lexi. Das harmonierte leider gar nicht. Zu dem passiert in der Geschichte eigentlich fast nichts. Es waren seitenweise sich wiederholende „jammer-artige“ Dialoge im Sinne von „ich liebe dich, ich liebe dich nicht“, „du bist meine Gefährtin“, „ich bin kaputt“ etc. Abrupte Wechsel des Themas oder Situation, so dass ich mehrmals stutzen und wieder „zurücklesen“ musste, weil ich dachte, dass ich etwas überlesen oder nicht verstanden hätte. Besonders die Szene, als Gavril Lexi töten will. Warum? Da fehlten mir die Worte. Sie war doch überhaupt keine Gefahr für ihn.

Gleich nach dem Überfall am Anfang des Buches fühlt sich Lexi so unglaublich schnell von Gavril angezogen. Das ist einfach zu schnell. Ihre Freundinnen/Schwestern fragen sie dann gleich als sie vom Überfall auf die Farm zurück kommt „wie ist er ?“. Das war auch so eine Stelle, wo ich dachte „hab ich jetzt etwas nicht verstanden?“ Ich meine, es gibt doch wichtigeres nach einem solchen Überfall und überhaupt, wie soll Lexi das wissen, wenn sie ihn erst zwei Minuten in ihrem Leben  gesehen hat, auch wenn er sie aus einer gefährlichen Situation befreit hat? Lexi erscheint mir manchmal schrecklich naiv dargestellt, bewusst so dargestellt, und das merkt man als Leser. Das war für mich störend.

Ein weiteres Beispiel für einen abrupten Situationswechsel war, als Lucia plötzlich wie aus heiterem Himmel weinend bei ihr im Garten erscheint. Ich dachte nur „wo kommt sie denn jetzt her?“ und „warum weint sie?“. Das alles geschah einfach zu plötzlich, zu abrupt. Es gab gar keine Vorerklärungen.

Zudem wird der Einstig für Neulinge in diesem „Prakenskij-Sea Heaven- Drake- Gebilde“ schwierig sein. Allein schon die Tarnnamen für alle Prakenskij Brüder sind extrem unübersichtlich. Also ganz ehrlich, ich konnte mir nicht merken, wer wer war. Außer das aus Maxim Max wurde, das ist ja noch verständlich.

Fazit:

Ich bin Christine Feehan Fan und lese alles von ihr sehr gerne. Die Drake-Sisters liebe ich und besonders die Geschichte von Ilja und Joley. Als ich die Sea Heaven Saga begann, war direkt schon klar, dass die Geschichten nicht an die Drake-Sisters heranreichen würden. Dennoch konnte ich die anderen Bände im Prinzip gut lesen. Aber dieser Band hier, der so vielversprechend von den Charakteren hätte sein können, also, hier wurde großes Potenzial geschenkt. Es gibt seitenweise langweilige Dialoge. Der ach so starke Auftragskiller Gavril ist oft unglaubwürdig handzahm. Lexi, die schlimmes durchmachen musste, schaltet von jetzt auf gleich auf Vergessen um. Und es gibt eigentlich keine Handlung außer die ellenlangen und oft gleichen Dialoge und eine gefährliche Szene am Anfang. Der Schluss ist irgendwie unglaublich einfach, warum kamen sie nicht vorher auf die Idee?

Aber alles in allem war ich dieses Mal sehr enttäuscht und kann diesen Band nur im Rahmen der Serie und vollständigkeitshalber empfehlen.

Ich hoffe nun auf den Folgeband „Geliebte des Feuers“ mit Lissa, deren Geschichte hier schon zum Teil ein klein wenig angedeutet wurde.

 

Sea Heaven Saga
Band 1 Gebieterin des Wassers Rikki + Lev
Band 2 Hüterin der Seele Judith + Stefan
Band 3 Herrin des Windes Airiana + Maxim
Band 4 Wächterin der Erde Lexi + Gavril
Band 5 Geliebte des Feuers Lissa + Casmir
Band 6

Zusak, Markus – Die Bücherdiebin

 

Zusak, Markus Die Bücherdiebin 978-3-570-13274-6 Cbj

Zusak, Markus
Die Bücherdiebin
978-3-570-13274-6
Cbj

Inhalt

Selbst der Tod hat ein Herz …
Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.
‚Die Bücherdiebin‘ ist eine Liebesgeschichte, eine Hommage an Bücher und Worte und eine Erinnerung an die Macht der Sprache, die im Roman von Markus Zusak viele Facetten zeigt: den lakonisch-distanzierten Ton des Erzählers, Poesie und Zuversicht – und die reduzierte Sprache der Nazipropaganda.

Meine Meinung:

Ein Buch, das mich einige Zeit lang beschäftigt hat, ein Buch, das nachwirkt. Ein starkes Buch. Das „grobe“ Thema: Kindheit, Freundschaft, Nachbarschaft im 2. Weltkrieg. Die Geschichte von Liesel, ihrem Kinderfreund Rudi, von Max dem versteckten Juden und überhaupt von der ganzen Straße.

Eine ganz besondere Erzählweise, die ich so noch nicht kannte: der Tod erzählt die Geschichte von Liesel und die ganz besondere Schreibweise: eingeworfene Bemerkungen, Überschriften und Absätze mitten im Text irritierten nur kurz, und dann hatte es mich gepackt. Das Buch, die Geschichte.

Es zog mich tagelang in seinen Bann, zu unterschiedlichen Uhrzeiten, in jeder absolut freien Minute.

Ein paar Mal musste ich weinen, ich habe mit gefiebert, mit gelitten.

Ein besonderer Satz aus diesem Buch, Seite  537: „Er brachte sich um, weil er hatte Leben wollen.“

Fazit:

Das Buch hatte mich auf den ersten Seiten schon gepackt und mich noch längere Zeit beschäftigt. Die Geschichte hat einen sehr eigenwilligen und für mich ungewohnten Schreibstil im Sinne von Bemerkungen, die sehr auffällig durch Absätze und Schrifttyp gestaltet wurden. Eine ungewöhnliche Perspektive: „Der Tod“ ist der Erzähler und erzählt die Geschichte von der Bücherdiebin! Den Erzählton empfand ich als poetisch.

Lieblingsbuch!

Empfehlenswert!

 

Link, Charlotte – Die Betrogene

Link, Charlotte Die Betrogene 978-3-7341-0085-7 blanvalet

Link, Charlotte
Die Betrogene
978-3-7341-0085-7
blanvalet

Inhalt:

Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.

Meine Meinung:

Das letzte Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, war „Das Tal des Fuchses“. Mit der Inhaltsangabe zu „Die Betrogene“ war ich mir nicht sicher. Das Thema „eine Vater-Tochter-Beziehung“ und ein Geheimnis machten mich nicht wirklich neugierig. Ich wusste so gar nicht, was ich erwarten konnte. Vorne auf dem Cover stand aber „Kriminalroman“ und das gab dann für mich den Ausschlag zum Lesen.

Der Erzählton und Erzählstil der Autorin ist wirklich sehr unterhaltsam. Unweigerlich wurde ich als Leser in den Bann der Geschichte gezogen. Auf den ersten zwei Seiten verschwindet ein Kind. Und ich dachte nur, „O bitte nicht“. Es ging thriller-artig Schlag auf Schlag weiter, und mich gruselte es ein wenig. Richard Linville wird in seinem Haus von einem vermeintlichen Einbrecher überrascht, und obwohl man aus der Inhaltsangabe weiß, dass er ermordet wird, fieberte ich doch mit, in der Hoffnung, etwas missverstanden zu haben. Eben weil ich so sensibel bin, versuche ich auch weitgehend auf Thriller zu verzichten, denn diese Geschichte ist als Kriminalroman deklariert. Ich las also tapfer weiter.

Aufgrund dieser Spannung konnte ich es mittendrin nicht mehr aushalten, und musste einfach die letzen paar Seiten vom Schluss überfliegen. Da eine neue Person darin vorkam, ein gewisser „Sean“, den ich bis dahin nicht kannte, wusste ich somit auch nicht mehr als bis dahin gelesen hatte, außer, wie es um das Schicksal von Fam. Crane (Stella, Jonas und Sammy) bestellt war.

Kurz nach der Hälfte hatte ich allerdings einen Durchhänger. Plötzlich spürte ich eine Unlust zum Weiterlesen, ohne dies näher begründen zu können. Vielleicht weil ich wusste, dass am Schluss immer alle Personen irgendetwas miteinander zu tun haben, alles sich aufklärt, aber auch, dass es wahrscheinlich nicht für alle ein glückliches Ende geben wird. Vielleicht wurde mir die Geschichte zu lang und zu umfangreich, obwohl es wirklich toll geschrieben war. Oder war mir die Geschichte einfach zu nichtssagend? Ein Krimi ja, gut und schön, aber mehr nicht? Was bleibt, wenn ich mit dem Lesen fertig bin? Welche Person oder welches Ereignis wird in meinem Kopf haften bleiben?

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven geschildert. So gibt es mehrere Settings und Hauptpersonen:

-Kate Linville: Tochter des Ermordeten; lebt im Haus des Toten und ermittelt auf eigene Faust

-Fam. Crane: die einfach mal abschalten will von der hektischen Zeit und auf einem einsamen Bauernhof überfallen wird

-Caleb Hale: Detective Chief Inspector ermittelt an vielen Schauplätzen,

Egal wie, alle Figuren sind sehr gut charakterisiert, auch wenn einige mir nicht sympathisch waren. Hauptprotagonistin Kate zum Bespiel, eine einsame verhärmte Frau.

Fazit:

Das Buch hat einen schönen und spannenden Erzählton. Kapitel für Kapitel wechselten die handelnden Personen und zu jedem Kapitelende gab es einen kleinen feinen Cliffhanger, so dass ich immer voller Spannung darauf wartete, bis besagte Person wieder an der Reihe war. Am Anfang fragen sich gewiefte Leser schon, in welchen Bezug alle Personen zusammen stehen könnten. Am Schluss wird dies schlüssig gelöst.

Trotz all der Spannung hinterlässt diese Geschichte für mich keinen bleibenden Eindruck. Das finde ich so schade, weil sich das Buch schön lesen lässt, aber einen danach eher unbefriedigt zurücklässt. Dies war in der Mitte des Buches schon der Fall, als mich eine sehr seltene Unlust zum Lesen überfiel. Im Endeffekt dachte ich, schade um die Zeit, die ich damit vertan habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich im Moment noch so viele andere interessantere Bücher zum Lesen habe.

 

 

 

Katty Kay & Claire Shipman – Confidence Code Was Frauen selbstbewusst macht

Katty Kay & Claire Shipman – Confidence Code Was Frauen selbstbewusst macht 978-3-442-75654-4 Btb

Katty Kay & Claire Shipman – Confidence Code
Was Frauen selbstbewusst macht
978-3-442-75654-4
Btb

Inhalt:

Das Buch, das jede Frau gelesen haben muss!

Den Schlüssel zum Erfolg liefert nicht allein die Kompetenz – wer in der Arbeitswelt und im Privatleben bestehen will, für den ist Selbstvertrauen unabdingbar. Gerade Frauen kämpfen jedoch häufig mit Selbstzweifeln. Woran liegt das? Und lässt sich Selbstbewusstsein aneignen oder bestimmen unsere Gene darüber, wie selbstsicher wir sind? In ihrem sensationellen Bestseller, der in Deutschland längst als Geheimtipp gehandelt wird, zeigen die renommierten Journalistinnen Claire Shipman und Katty Kay anhand verblüffender Forschungsergebnisse, wie jede Frau ihr Selbstgefühl stärken kann. Gemeinsam mit führenden Neurowissenschaftlern und Psychologen weltweit haben sie innovative Ansätze entwickelt, wie wir selbstsicherer werden können, indem wir etwa Risiken eingehen und aktiv handeln. Und wie wir unsere Denkstrukturen langfristig verändern. In Gesprächen mit einflussreichen Frauen aus Politik, Sport und Kunst kommen Kay und Shipman dem Geheimnis auf die Spur, wie Frau ihre Ziele erreichen und ein selbstbestimmtes Leben führen kann. (Quelle Random House)

Meine Meinung:

Als ich den Titel dieses Buches las, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen. Schon lange mache ich mir Gedanken um mein Selbstbewusstsein bzw. um das nicht Vorhandensein. Ich weiß, dass ich damit jetzt ins völlig falsche Horn puste, aber ich muss einfach den Vergleich nennen, der mir durch den Kopf geht: GNTM – Germanys next Top Model. Kontrovers diskutiert, ja das ist mir klar. Dennoch schaue ich mir die Serie an, was viele, die mich kennen, nicht nachvollziehen können. Warum ich mir so einen Sch… anschauen würde …! Ja, weil ich zum Beispiel die Foto-Sessions mag, die mein Fotografen-Auge mit neuen Ideen und Blickwinkeln versorgen. Also in dieser Serie wird einigen Kandidatinnen ständig gesagt „You need more confidence“ (oder ähnlich). Ich selber habe nach der Lektüre dieses Buches die Feststellung gemacht, dass mir die selbstbewussten Kandidatinnen viel sympathischer waren, als die  anderen, die vor jedem Auftritt jammerten „das kann ich nicht“, „mir geht’s nicht gut“ etc. Die Autorinnen haben auch genau das bei ihren Recherchen festgestellt, dass die Personen mit dem größten Selbstbewusstsein am meisten gemocht werden. Sie sprechen ruhig, sicher und entspannt, das mag man. Ein eventueller Mangel an Kompetenz oder Intelligenz hat keine negativen Konsequenzen.

So ist das Thema Selbstbewusstsein also sehr komplex. Die erste Frage, die sich uns Frauen stellt, ist: Warum können wir nicht selbstbewusst sein, was hält uns zurück? Gibt es da eine Macht, und wenn ja, welche, die uns zurückhält? Zum einen könnte man das für Frauen typische Streben nach Perfektionismus, Kompetenz und Souveränität nennen. Das wollen wir können. Wir wollen uns perfekt in dem Auskennen, was wir tun. Aber genau diese Errungenschaften hindern uns oft am handeln.

Zitat Seite 37: „Angela Merkel und ich (Christine Lagard, IWF) haben uns darüber unterhalten … Wir entdeckten, dass wir beide die gleiche Angewohnheit haben. Wenn wir an einem bestimmten Thema arbeiten, dann ackern wir die Akten von vorn nach hinten, seitwärts, rückwärts, historisch, genetisch und geographisch durch. Wir wollen alles ganz und gar in den Griff bekommen, und wir wollen alles verstehen, damit wir nicht von anderen Leuten vorgeführt werden.“

Handeln wir nicht alle in unserem vorgegeben Rahmen so? Wollen wir uns nicht alle in unsere Aufgabengebiete perfekt einarbeiten? Wollen wir nicht perfekt in dem sein, was wir tun? Mir jedenfalls geht es so.

Die Autorinnen besuchten und sprachen mit verschiedenen Frauen, von denen sie aufgrund ihrer hohen Führungspositionen oder generell ihres selbstbewussten Auftretens annahmen, dass diese Selbstbewusst sind: mit Frauen einer Basketballmannschaft (WNBA); mit einer Frau im Kampfmittelbeseitigungsdienst (EOD) die eine von 14 ausgewählten Absolventinnen war; mit einer Software-Unternehmerin; mit einer Arbeitsministerin; mit Christine Lagard (IWF) ; mit Müttern im Kindergarteneltern-Ausschuss und noch mit vielen anderen. Das Ergebnis war leider erschütternd. Selbst diese Frauen stellen ihr Können als „Glückfall“ oder „Zufall“ dar.

Die Autorinnen forschen nach und finden heraus: Da wo Männer sich mit nur 60% Wissen/Kenntnissen auf eine Stellenausschreibung bewarben, wollen wir Frauen es nur wagen, wenn wir die vollen 100% der Anforderungen erfüllen. Die Gehaltsvorstellungen der Frauen liegen 20% unter dem der Männer. In Besprechungen sind Frauen oft zurückhaltend, und ärgern sich dann, wenn ein Kollege genau ihren Gedanken vorträgt und ein Lob erhält.

Was denken Männer wirklich? Die Autorinnen berichten über Versuche zur Selbsteinschätzung, Ergebnis: Männer überschätzen und Frauen unterschätzen sich, obwohl in den tatsächlichen Leistungen keine Unterschiede festzustellen sind. Liegt das alles an unserem mangelnden Selbstbewusstsein?

Zitat S.14: „Weshalb ist es so, dass wir Frauen uns weniger überzeugt anhören, wenn wir wissen, dass wir im Recht sind, als Männer sich anhören, wenn sie ahnen, dass sie im Unrecht sein könnten?“

Männer halten ihre Rede mit weniger Ballast, geht etwas daneben, reden sie einfach weiter, lassen den Fehler hinter sich. Ein sehr schönes Beispiel dazu findet sich auf Seite 45.

Und nun kommt das, was ich vielleicht schon geahnt habe, aber so schwarz auf weiß zu lesen, lässt es einen doch erstaunen: Selbstvertrauen ist wichtiger als Kompetenzen oder Wissen zu haben! Selbstvertrauen ist wichtiger als Intelligenz! Das heißt, wenn jemand weniger Fachwissen, weniger Kompetenz als wir hat, aber mehr Selbstbewusstsein, sind die Chancen für den Selbstbewussten höher, als für die Person mit dem besseren Fachwissen.

Zitat S.20: „Und was vielleicht am verblüffendsten war: Wir entdecken, dass Erfolg viel mehr mit Selbstvertrauen zu tun hat, als mit Kompetenz.“

Ein sehr passendes Beispiel dazu findet sich auf Seite 140, die Geschichte von Robert und Rebecca.

Noch ein passendes Zitat dazu:

Seite 154: „Männer neigen dazu, die Dinge laufen und an sich abperlen zu lassen. Frauen tendieren viel mehr zur Selbstreflektion. Sie fragen sich „Was habe ich falsch gemacht?“ statt es einfach für eine Verkettung unglücklicher Umständen zu halten und nicht weiter darüber nachzudenken.“

Selbstvertrauen bedeutet auch, aktiv zu werden. Ja, ich muss mich zwingen, ich muss aus meiner Komfortzone heraus, und bei der nächsten Besprechung/Seminar werde ich mich zu Wort melden. Der Himmel wird mir nicht auf den Kopf fallen.

Forscher haben herausgefunden, dass sich Veränderungen im Gehirn nach einer Meditation im MRT nachweisen lassen und ebenso sind Erfolge messbar, wenn eine kognitive Verhaltenstherapie erfolgte. Auf Seite 126 beschreiben die Autorinnen, dass sich negative Denkmuster durchbrechen lassen, und dies wissenschaftlich von Forschern durch Gehirn-Scans sichtbar gemacht wird.

Zitat S. 123: „Kognitive Verhaltenstherapie ist eine bewusste Konzentration darauf, Veränderungen in unserem Gehirn herbeizuführen.“

Selbstvertrauen fängt mit den eigenen Kindern an. Die Autorinnen berichten über Erfahrungen mit eigenen Kindern. Um selbstbewusste Kinder zu haben, müssen wir ihnen etwas zutrauen. Sie müssen selbst Erfahrungen erfahren machen, vieles ausprobieren, und auch mit Rückschlägen zurechtkommen. Wir können sie dabei unterstützen, nicht indem wir sie ins kalte Wasser werden, sondern sie mit Fingerspitzengefühl anzuleiten. Natürlich wollen wir Eltern dass nicht, wir wollen Risiken für unsere Kinder klein halten, halten aber dabei in Wirklichkeit unsere Kinder „klein“.

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Selbstvertrauen nicht nur im Kindesalter erworben werden kann, sondern dass wir jederzeit selber daran arbeiten können, egal wie alt wir sind. Neue Denkweisen und neues Verhalten verändert unser Gehirn, dies ist aber harte Arbeit an uns selber, nichts geschieht einfach so. Nicht unser Können hält uns zurück, sondern einfach nur, es gar nicht erst versuchen zu wollen, nicht aktiv zu werden, nicht zu handeln. Die Angst vor dem Scheitern. Aber ist scheitern wirklich schlimmer als nichts zu tun?

Zitat S. 202: „Wir betrachten die Theorie, schnell zu scheitern, inzwischen als Paradigma, um weibliches Selbstvertrauen aufzubauen.“

Zitat S. 207: „Tue es, lerne daraus und mach weiter.“

Zum Schluss hin listen die Autorinnen in einem Kapitel ihre nächtlichen Gedankenschleifen auf. So wie sie wahrscheinlich jede Frau kennen wird. Aber alles sind überwiegend automatisch negative Gedanken. Die Übung liegt nun darin, die negativen in positive Gedanken umzuformulieren, und damit die negative Gedankenspirale abzuschwächen und auf Dauer so eine neue Strategie auf dem Weg zum Selbstbewusstsein zu finden. Sich nicht abzuwerten, sondern aufzuwerten.

Auch das Kapitel „Es ist nicht persönlich“  (S.218) mit dem Beispiel der Opernsängerin ist hilfreich, abwertende Kommentar nicht persönlich zu nehmen.

Die Anmerkungen am Schluss sind eine wahre Fundgrube an Anschlussliteratur, enthalten die Test-Ergebnisse und Quellen zu Forschungs-Ergebnisse.

Abschließend ein Zitat:

Seite 204: Wenn Sie nur eines aus diesem Buch für sich mitnehmen wollen, dann bitte dies: Im Zweifel: Handeln!“

 

Fazit:

Ein Buch, das sich gut lesen lässt. Einfach würde ich es nicht nennen, man sollte sich schon die Zeit nehmen, genau über bestimmte Aussagen nachzudenken.“. Die Autorinnen haben mit vielen Frauen, Wissenschaftlern und Psychologen gesprochen. Es gibt sehr viele „Aha-Effekte. Das erste Drittel des Buches konnte ich noch gut lesen, der Mittelteil war dann schwieriger bzw. hatte Längen, weil viele wissenschaftliche Versuche und die daraus gewonnen Erkenntnisse vorgestellt wurden. Da gab es dann längere wissenschaftliche  Passagen über Gene, Botenstoffe, Neurotransmitter, Cortex, Amygdala, Oxytocin … Am Schluss wurde es aber wieder „einfacher“.

Was mir im Gedächtnis bleiben wird ist die Tatsache, dass selbstbewusste Menschen nicht unbedingt intelligenter sind als ich. Wie man es schon im Stillen geahnt hatte, kommen viele Personen mit einer selbstbewussten Einstellung beruflich weiter, obwohl sie die Kompetenz nicht hatten und vor allem nicht intelligenter waren als man selber! Das konnte doch nicht sein, sollte nicht die fähigste Person befördert werden und gelobt werden? Jetzt hat man es schwarz auf weiß: Wer dieses Buch gelesen hat, weiß jetzt, Fakt, dass es tatsächlich so ist: Nicht die fähigste Person kommt weiter, sondern die selbstbewusstere, die, die sich besser verkaufen kann. Man ahnte es immer, aber man wollte es nicht glauben. Jetzt weiß man es. Es nutzt nichts, still und megaschlau vor sich hinzuarbeiten, die Arbeit effizient und souverän abzuarbeiten. Immer pünktlich zu sein und keinen Ärger machen. Das nutzt alles nichts. Damit kann man nur punkten, wenn auch das nötige Selbstbewusstsein hat.

Das gute ist: Selbstbewusstsein kann man in jedem Alter noch lernen. Es wird nicht leicht werden, aber möglich sein.

Alles in allem ein Buch das mit seinen Aussagen den Kern der Sache genau trifft. Die eingeflochtenen Erfahrungen der Autorinnen lockern die wissenschaftlichen Passagen auf und sind interessant zu lesen. Man kann aus diesem Buch viel mitnehmen.

 

Link zum Buch/Verlag: http://www.randomhouse.de/Buch/Confidence-Code/Katty-Kay/btb-Hardcover/e476985.rhd

 

Sonstiges:

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Adler Olsen, Jussi – Erwartung (Band 5, Kommissar Carl Morck)

Adler Olsen, Jussi Erwartung Band 5, Kommissar Carl Morck 978-3423280204 dtv

Adler Olsen, Jussi
Erwartung
Band 5, Kommissar Carl Morck
978-3423280204
dtv

Inhalt:

Korruption und Mord in Kopenhagen. Ein obdachloser Teenager, der um sein Leben kämpft. Der in Dänemark bislang erfolgreichste Fall für das Sonderdezernat Q jetzt endlich auf deutsch!

Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan, dessen Mitglieder von ihrem gewalttätigen und zynischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als er sein Sklavendasein nicht mehr aushält und flieht, stößt er ganz in der Nähe von Zolas Wohnsitz auf eine Männerleiche Die Suche nach dem Mörder führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.

Meine Meinung:

Ich habe mich schon sehr auf diesen Band gefreut. Ich wusste, dass er sich schnell und leicht lesen lassen und es wieder sehr spannend würde. So war es auch. Die Erwartungen wurden voll erfüllt. Am meisten hatte ich mich irgendwie auf Rose und Assad gefreut, die beiden nehmen in den Geschichten mit Carl Morck immer mehr Raum ein, und das ist absolut gut so. Hoffentlich bleibt es so. Also, mehr muss ich glaube ich nicht sagen.

Vielleicht noch, dass mir das Thema „Bettelkinder“ nahe gegangen ist. Jussi Adler Olsen  nimmt die Sichtweise des Kindes ein, was gleichzeitig auch der zweite Erzählstrang der Geschichte ist. Wobei dieses Thema immer nur am Rande erwähnt und nicht tiefergehend wird.

Dies ist also der fünfte Fall für den Ermittler Carl Morck und seine „Kollegen“ Assat und Rose.

Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht.

Anfängern dieser Serie würde ich raten, die Reihenfolge einzuhalten, damit man die persönlichen Entwicklungen von allen miterlebt. Falls der erste oder zweite Band nicht so gut gefällt, denn Carl Morck ist eine „harte Nuss“, dem sei gesagt, die Geschichten werden mit jeden Band besser.

 Fazit:

Für Fans der Serie ein MUSS! Für Neueinsteiger würde ich sehr empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten. Gerade die Entwicklung aller Protagonisten wie Carl Morck, Assat oder auch Rose ist sehr interessant und man wartet gespannt, was diesbezüglich noch kommen mag.

Lieblings-Krimi-Serie !

 

Kommissar Morck
Band 1 Erbarmen
Band 2 Schändung
Band 3 Erlösung
Band 4 Verachtung
Band 5 Erwartung
Band 6 Verheissung
Band 7

 

Curtis, Marci Lyn – Alles was ich sehe

Curtis, Marci Lyn Alles was ich sehe 978-3-551-56022-3 Königskinder

Curtis, Marci Lyn
Alles was ich sehe
978-3-551-56022-3
Königskinder

Inhalt:

Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann. (Quelle Carlsen/Königskinder)

Meine Meinung:

Ein Buch, das mich mit der Inhaltsangabe über die blinde Maggie gleich ansprach. Am Anfang, bzw. auch schon vorher, stellte ich mir die Geschichte so vor, dass Ben, der Junge, durch den Maggie plötzlich wieder sehen kann, ein Geist wäre. Das war so meine Interpretation der Inhaltsangabe. Dem war aber nicht so.

Maggie ist eine hübsche 17-jährige,  die vor sechs Monaten durch eine Krankheit plötzlich erblindete. Sie hatte ein außergewöhnliches Hobby, sie spielte profimäßig Fußball. Wegen ihrer Blindheit traut sie sich dies nicht mehr zu, obwohl es an ihrer Blindenschule eine Fußball-Gruppe gibt. Sie hadert mit ihrem Schicksal.

Gerade auf den ersten Seiten gab es ein paar ungewöhnliche Formulierungen, die sich aber nur auf diese zwei Seiten bezogen:

S.11: „..Mundgeruch erinnert an Bauchnabelschmiere.“
S.13: „… wie ein Unterwasserfurz.“

Ich fand diese Formulierungen im Kontext humorig und witzig, und es hätte mir nichts ausgemacht, ein paar mehr davon zu lesen.

Ben ist ein netter 10-jähriger Junge, der wegen einer Behinderung an Krücken geht. Ben ist wirklich ein kleiner sympathischer Sonnenschein, aber manchmal konnte ich die Freundschaft zu Maggie nicht nachvollziehen. Der siebenjährige Altersunterschied ist doch erheblich, und ich fand es schon etwas seltsam, dass Ben sie gleich nachdem sie sich kennen gelernt haben, zum Abendessen zu seiner Familie einlädt.

Bis dahin ahnt Maggie auch noch nicht, dass Ben der Bruder von dem Sänger ihrer Lieblingsgruppe ist. Mason ignoriert Maggie von Anfang an. Das habe ich nicht so genau verstanden, denn er kann doch gar nicht wissen, dass Maggie ihn als Sänger erkannt hat. Und woher will er gleich während dieses ersten Abendessens zusammen mit seiner Familie erkannt haben, dass Maggie die Blindheit nur vorspielt? Dies irritierte mich allerdings nur zu Beginn, denn die Geschichte lässt sich insgesamt sehr flüssig durchlesen.

Das Love-Interest zwischen Maggie und Mason beginnt erst ab der zweiten Hälfte des Buches und auch dann nur zögerlich zart, bevor es durch eine unbedachte Äußerung Maggie’s wieder zerstört wird. Maggie, die ja tatsächlich blind ist, und nur sehen kann, wenn Ben in der Nähe ist. Das ist schwierig anderen Personen zu vermitteln, und auch ich als Leser hatte manchmal meine Probleme damit, vor allem, weil Maggie durch Ben wirklich wieder sehr gut sehen konnte. Ich meine, da kann man Mason‘s Verwirrung schon ein wenig verstehen. Dieses Love-Interest der beiden trägt jedenfalls wunderschön zur Spannung der Geschichte bei, weil die Bande auch ganz zart genknüpft werden. Das fand ich „so süß“ im besten Sinne.

Zitat S. 300: „Als er mitfühlend durchatmete, legte sich sein Bein fast unmerklich an meins. Mir stockte das Herz. Er bewegte sich nicht. Ich mich auch nicht. Das haben sachte, zögernde Berührungen so an sich: Man will sofort mehr davon.“

Differenziert waren die Emotionen Maggie‘s zu ihrer Blindheit beschrieben. Manchmal richtig authentisch, zum Beispiel wie können Blinde die Farben ihrer Kleidung unterscheiden oder wie finden sie  vom Stadtzentrum wieder zurück nach Hause. Das hoffen und bangen, als sie durch Ben wieder kleinere Ausschnitte sehen konnte. Die Angst, dieses bisschen Sehen wieder zu verlieren war sehr eindrücklich geschildert. Andererseits wurde das Thema Blindheit auch manchmal etwas oberflächlich und vereinfacht, bzw. kam gar nicht zur Sprache.

Überambitioniert empfand ich das Hintergrund-Setting zwischen Maggie und ihrer Mutter, die beide ihre Fußball-Karriere beenden mussten. Das erschien mir nicht so ganz ausgearbeitet sein. Befremdlich auch, dass die Mutter nach der diagnostizierten Blindheit ihrer Tochter zu einer Freundin fährt, während Maggie im Krankenhaus liegt.

Maggie zieht sich nach der Diagnose ganz und gar zurück. Sie möchte das Haus am liebsten nicht mehr verlassen. Ihre alten Freundinnen, überwiegen aus der Fußball-Mannschaft, ziehen sich ebenfalls zurück, nachdem Maggie immer wieder abblockt. Für ein Schulprojekt muss sie sich gezwungenermaßen mit einer blinden Mitschülerin aus ihrer Blindenschule zusammentun. Clarissa ist von Geburt an blind und kommt vordergründig gut durch Leben. Sie kann Maggie viel Hilfestellung geben, Maggie will aber nicht so. Dennoch freunden sich die beiden sich im Laufe der Geschichte an, was mir gut gefallen hat. Clarissa ist verliebt und berichtet Maggie von ihren Erfahrungen. Blinde müssen sich viel auf ihr Gehör verlassen.

Zitat Seite 161: „Clarissa, woher willst du als Blinde wissen, dass er süß ist? Dann pass mal auf: Ich höre es an der Art, wie er mich fragt, ob ich extra Zucker in meinen Eiskaffee will. Sie seufzte theatralisch. Es ist ein Gedicht wie er das sagt. Ein Gedicht, Maggie. Hach. Dahinschmelz.“

Vielleicht hat die Autorin für Clarissa eine Extra-Geschichte geplant? Ich würde mich freuen.

Fazit:

Am Anfang hatte ich meine Probleme damit, dass Maggie so plötzlich ohne Grund die nähere Umgebung sehen konnte, wenn Ben in der Nähe war. Zudem konnte ich auch nicht ganz die Freundschaft zwischen einer 17-Jährigen und einem 10-Jährigen nachvollziehen, die sich durch Zufall kennen lernen. Der leichte und flüssige Erzählton schafft es jedoch, dass sich alles passend und erklärlich zusammenfügt. Eigentlich wollte ich an diesem Abend nur eine Stunde lesen, weil ich am nächsten Tag arbeiten musste. Aber ich musste dann ja unbedingt wissen, was es mit diesem unerklärlichen Phänomen auf sich hat, dass Maggie teilweise wieder sehen kann, wenn Ben in der der Nähe ist. Zudem wollte ich natürlich auch wissen, wie es mit dem Love-Interest zwischen Maggie und Mason weitergeht. Obwohl nicht viel passiert, ist es schon irgendwie seufz, „dahinschmelz“.

Auch wenn ich über manches kritisch gemäkelt habe, ist es alles in allem eine sehr schöne Geschichte, und ich stimme den bis heute 29 Fünf-Sterne-Bewertungen auf amazon voll zu.

Zudem würde ich jetzt gerne mehr von der Autorin lesen, habe aber gesehen, dass dies erst das erste Buch ist, das auf Deutsch erschien. Schade. Hätte mir spontan noch weitere Lektüre von ihr gekauft.

Link zum Buch/Verlag: https://www.carlsen.de/hardcover/alles-was-ich-sehe/70968

 

Anmerkung am 26.08.2016

Wie ich vom Carlsen Verlag hörte, ist ein weiteres Buch von Marci Lyn Curtis in Planung,  allerdings nicht vor 2018. Hoffen wir, dass es klappt.