Hoover, Colleen – Love and Confess

Hoover, Colleen Love and Confess 978-3-423-74012-8 Dtv

Hoover, Colleen
Love and Confess
978-3-423-74012-8
Dtv

Inhalt:

Bist du bereit, für deine Liebe alls zu riskieren? Große Gefühle & Geheimnisse.
Vor fünf Jahren hat Auburn ihre erste große Liebe in Dallas zurücklassen müssen, verbunden mit einem Schmerz, den sie bis heute nicht ganz überwunden hat. Als sie eines Abends im Schaufenster einer Kunstgalerie Briefe mit anonymen Bekenntnissen entdeckt, ist sie zutiefst berührt, denn auch sie trägt ein Geheimnis mit sich. Niemand soll von ihrer Vergangenheit wissen – vor allem nicht

Owen, der junge Künstler mit den grünen Augen, der sich von den Geschichten anderer Menschen für seine Bilder inspirieren lässt. Vom ersten Augenblick an fühlt sie sich zu ihm hingezogen und Owen geht es nicht anders. Die beiden verlieben sich mit ungeahnter Wucht ineinander. Doch auch Owen hat ein Geheimnis, das alles zu zerstören droht, was ihnen wichtig ist. (Quelle DTV Verlag)

Meine Meinung:

Dies war mein erstes Buch von Colleen Hoover, obwohl ich länger schon mit ihren „Layken + Will“ Büchern geliebäugelt habe. Vielleser kennen das Dilemma vielleicht, man kann nicht mehr wie lesen und so dauert es dann, bis man sein normales Pensum gelesen hat um sich dann auch mal mit Muse neuen Autoren widmen zu können.

Gleich am Anfang dieses Buches gab es eine Besonderheit: Hinter dem Klappentext und auf der Buchinnenseite sind passende künstlerische Bilder zum Buch und Inhalt dargestellt.

Im Prolog erzählt Protagonistin Auburn von ihrem letzten Augenblick mit Adam, der todkrank im Krankenhaus liegt. Ich gestehe, ich empfand die herzerweichende Krankenhaus-Szenerie etwas übertrieben, bis mir bewusst wurde, dass Auburn und Adam 15-Jährige Jugendliche sind. Jeder wird sich an seine Teenagerzeit erinnern, oder manch ein Leser wird sich gerade in dieser Zeit befinden, der Zeit der großartigen, einen überwältigenden Gefühlen, Dramen und Herzschmerz-Geschichten. Dies alles relativierte die „Krankhausen-Szene“ dann.

Die Geschichte wird nun abwechselnd, in sehr übersichtlichen Kapiteln aus den Perspektiven von Auburn und Owen erzählt. Ein paar Seiten nach dem Prolog – und ich war in die Geschichte eingetaucht. Es war im Nachhinein eigentlich eine einfache Geschichte um die große Liebe im Leben, aber Liebe ist ja nie so einfach wie wir uns das wünschen. Gerade die erste Hälfte des Buches, als sich Auburn und Owen kennen lernen, ist so süß, so überzeugend bitter-süß, so eine wunderschön beschriebene Verliebtheit, das man am liebsten mehrmals laut seufzen möchte: sehnen, gut anfühlen, mehr davon spüren, Bauchkribbeln, Gänsehaut, Knie weich werden …

Ich gestehe, ich bin eine Leserin, die oft ein Happy End braucht und dafür muss ich dann auch schon mal, mittendrin in einem Buch, wenn es gar arg zugeht, gerade mal eben schnell die letzten Sätze vom Schluss lesen, damit ich „beruhigt“ auf das Happy End zu lesen kann. So erging es mir auch in diesem Buch, als sich die Lage zwischen Auburn und Trey zuspitzte, als Trey immer aufdringlicher wurde und er und Lydia Auburn unter Druck setzten. Auburns einziger Halt war Owen, aber mit ihm durfte sie nicht zusammen sein. Deswegen musste ich einfach kurz auf den Schluss „spinzeln“, und die letzten paar Sätze hauten mich um. Ich dachte, das kann doch jetzt nicht sein, ich war fix und fertig denn ich interpretierte diese Sätze so: kein Happy End für Owen und Auburn? Also, ab dann viel mir das Lesen verdammt schwer, mit diesem vermeintlichen Wissen. Vielleicht hat mir deswegen auch der erste Teil etwas besser gefallen.

Im zweiten Teil des Buches passieren dann teils unerwartete Geschehnisse, die Liebe zwischen Auburn und Owen wird bittersüß, gefährlich und es geht Schlag auf Schlag, jeder versucht irgendwie jeden zu schützen und die Geheimnisse sind auch noch nicht alle gelüftet. Das ist sehr emotional.

Um das Buch komplett abzurunden, hätte ich mir eine ausführlichere Charakterisierung von Auburns Zimmergenossin und Chefin gewünscht, die ja doch noch oft zu Wort kam, aber ansonsten sehr blass blieb. Dasselbe gilt für Auburns Eltern. Hier hätte ich mir mehr Innigkeit gewünscht, statt dessen wurden sie fast nicht erwähnt.

Fazit:

Ganz überrascht war ich von dem angenehmen und geschmackvollen, ja fast schon hypnotischen Erzählton, von dieser bitter-süßen Geschichte. Die Inhaltsangabe auf der Rückseite stimmt, wird der Geschichte jedoch nicht gerecht. Da war so vieles mehr, diese Annäherung und dann die Liebe zwischen Auburn und Owen. Ein Gefühlschaos ohne Übertreibungen, authentische Charaktere, viele schöne Momente. WOW, dachte ich. Echt schön.

Durch die abwechselnden Erzählperspektiven von Owen und Auburn konnte ich mich in beide Figuren hineinversetzen. Die Geständnisse, die an Owens Schaufenster angebracht werden und die ihn inspirieren, sind sehr interessant und laut Aussage der Autorin alle echt.

Jetzt muss ich natürlich irgendwann auch noch unbedingt „Layken + Will“ lesen.

Lieblingsbuch!

 

Ausführlicher Inhalt:

***Vorsicht Spoiler***

Bitte nur weiterlesen, wenn ihr wirklich alles wissen wollt!

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, Auburn erzählt von ihrer großen Liebe Adam, von ihrem letzten gemeinsamen Augenblick. Zwei 15-Jährige in ihrer schwersten Stunde. Auburn muss zurück nach Portland, zu ihrer Familie, zu lange schon fehlt sie an der Schule und ihren Eltern wird ein Bußgeld angedroht. Adam und sie sind erst seit einem Jahr ein Paar, im Teeangeralter ist das sehr lange. Beide erleben ihr „erstes Mal“ zusammen. Wie schon oben erwähnt, kam mir dies übertrieben innig vor, aber ich habe dann relativiert, als ich das Alter der Protagonisten bedachte.

Dann das erste Kapitel. Fünf Jahre später geht es weiter und der Leser wird in die Szene katapultiert, als Auburn beim Anwalt sitzt. Warum, wieso, es dauert über die Hälfte des Buches, bevor der Leser es erfährt. Neugierig macht es allemal, und auch zwischendurch gibt es manchmal noch versteckte Andeutungen dazu. Der Grund dafür hat mich später wirklich überrascht. Auburn kam aus einem bestimmten Grund zurück nach Dallas, sie arbeitet als Frisöse und sucht nun dringend einen Nebenjob, damit sie den Anwalt bezahlen kann.

Zufälligerweise kommt sie an einem Schaufenster vorbei, „Confess“ (Gestehe) steht dort und viele Menschen haben Zettel geschrieben, auf dem sie tatsächlich irgendetwas gestehen. Wie die Autorin am Anfang des Buches erklärt, sind es echte Geständnisse ihrer Leserinnen, die sie für dieses Buch verwendet hat. Außerdem hängt ein Zettel da „Assistentin gesucht“. Plötzlich öffnet sich die Tür und vor ihr steht – Owen. Ein Künstler, der in der Galerie hinter dem Schaufenster seine Bilder ausstellt, der gleich eine Ausstellung hat und viele Besucher erwartet. Er kann Auburn überreden, diesen Job spontan anzunehmen. Der Leser erfährt zudem, dass er Auburn kennt, aber woher, dass weiß man nicht, man kann es aber ahnen. Genau an dieser Stelle ist im Buch ist ein Gemälde abgebildet. Owen lässt sich von den Geständnissen zum Malen inspirieren.

 

Owen erscheint ein paar Jahre älter als Auburn, später stellt sich aber heraus, dass sie gleichaltrig sind. Er hat grüne Augen und schwarze dichte Haare. Sein kompletter Name ist Owen Mason Gentry = OMG = Oh mein Gott.

 

Auburn wird im Buch 21 Jahre alt, und ist eher eine grüblerische Einzelgängerin. Sie arbeitet als Frisörin, mag ihren Job aber nicht wirklich.

 

Die Ausstellung wird ein voller Erfolg, Auburn hat noch ein paar gute Ideen. Anschließend überredet Owen Auburn mit ihm in eine Bar zu gehen. Auburn war noch nie in einer Bar.

Bis hierhin sind schon (!) 100 Seiten vergangen, ohne dass ich als Leser es groß bemerkte, weil es wirklich schön geschrieben ist.

Bis dahin war die Geschichte eine wunderschöne Kennlern-Geschichte. Dann aber gibt es eine 180- Grad-Wende in der Handlung, die schönen Zeiten sind vorbei. Zum einen taucht verstärkt der Bruder von dem verstorbenen Adam auf, Trey, ein Polizist, der sich sehr aufdringlich gegenüber von Auburn verhält. Der Leser ahnt, er ist unterschwellig gewaltbereit. Trey weiß auch, dass Auburn und Owen befreundet sind und dass missfällt ihm, wir als Leser wissen, er ist eifersüchtig.

Zur ersten Verabredung mit Auburn erscheint Owen nicht, Auburn ist sehr enttäuscht und ärgert sich, dass sie auf Owen hereingefallen ist. Warum aber konnte Owen nicht kommen? Hier wird der Leser lange im unklaren gelassen und nur Andeutungen lassen einen Schluss zu: Owen hat etwas angestellt, dass mit Drogen zu tun hat und muss dafür ins Gefängnis gehen. Natürlich ist das kein Umgang für Auburn. Der Leser fragt sich: Ist Owen süchtig? Was genau geschah an dem Abend als er zur Verabredung mit Auburn nicht gekommen ist? Und was hat Trey damit zu tun? Denn dass er etwas damit zu tun, weiß man aus Owens Andeutungen in seinen Gedanken.

Auburn und Owen sehen sich lange nicht und wollen beide den Kontakt abbrechen, Owen um Auburn zu schützen und Auburn um keine Probleme mit Lydia und Trey zu bekommen. Dennoch werden beide unwiderstehlich voneinander angezogen. Ihren 21. Geburtstag verbringt Auburn allein, auch Lydia vergisst ihn. Sie scheint eine sehr unsympathische Person zu sein, und ich fragte mich, in welcher Verbindung sie zu Auburn stand. Auburn hat sie oft als „Hexe“ bezeichnet. Wie sich herausstellt, ist sie die Mutter von dem verstorbenen Adam und von Trey. Jedenfalls verbringt Auburn den Abend alleine in der Bar, in der sie sich das erste mal mit Owen getroffen hat. Der Besitzer, Harrison, ein guter Freund von Owen, ruft diesen an, als Auburn sich betrinkt. Owen kommt sofort und hilft der betrunkenen Auburn auf die Beine. Auburn will Owen die Haare schneiden und sie gehen in den Salon. Ein ganz süße Szene, als die beiden sich dort näher kommen.

Es gibt eine weitere Wendung, die ich nicht erwartet hätte: Auburn hat einen fast 5-Jährigen Sohn, vom verstorbenen Adam. Und das ist der Knackpunkt für ihr Verhalten: Lydia, die Mutter von Adam und Trey zieht ihren Sohn groß, weil Auburn und ihre Familie damit zunächst überlastet waren. Auburn wollte ihren Sohn aber schnell wieder zu sich holen, doch Lydia weigert sich, sie hat das Sorgerecht. Deswegen war Auburn beim Anwalt, sie will das Sorgerecht zurück. Ein weiterer Knackpunkt ist, dass Lydia es gerne sehen würde, wenn Auburn Trey heiraten würde, dann könnte sie weiterhin für ihren Enkel da sein. Für einen Enkel, der ihrem verstorbenen Sohn sehr ähnlich sieht. Natürlich lauern Lydia und Trey auf ein Fehlverhalten von Auburn und üben psychischen Druck auf sie aus, fast schon Erpressung. Natürlich überlegt sich Auburn dreimal, bevor sie in ihrer Situation mit einem Rauschgiftsüchtigen zu tun hat und ihr das zu ihrem Ungunsten ausgelegt wird und sie somit nie eine Chance bekäme, das Sorgerecht zurück zu bekommen. Dennoch können Owen und Auburn nicht voneinander lassen und versuchen sich heimlich zu treffen, damit Trey sie nicht sieht.

Owen erzählt Auburn von seiner Vergangenheit: als 16-Jähriger hat er unverschuldet einen Unfall verursacht, bei dem seine Mutter und sein Bruder ums Leben kamen und sein Vater monatelang im Koma gelegen hat. An dieser Stelle wurde die Ahnung die ich hatte, zur Gewissheit. Woher Owen Auburn kennen könnte. Waren Adam und Owens Vater im gleichen Krankenhaus?

Trey bedrängt Auburn immer mehr und Auburn weiß sich nicht mehr zu helfen, als darauf einzugehen, wenn sie ihren Sohn weiter sehen will. Sie richtet sich schon auf ein Leben mit Trey ein, alles nur, um bei ihrem Sohn sein zu können. Ich fand das alles so ungerecht, und so herzerweichend.

Schließlich erfährt der Leser auch, was in jener Nacht zwischen Owen und Trey passiert ist: Owens Vater hat den Unfall von damals noch nicht verkraftet und nimmt starke Schmerzmittel, die unter das Betäubungsgesetz fallen und zudem hat er noch ein Alkohol-Problem. In besagter Nacht ruft er Owen an und Owen fährt zu ihm, er steht mit dem Auto fast in einem Straßengraben und kann nicht mehr weiter. Sie werden von einer Polizeistreife kontrolliert, zufälligerweise ist es Trey. Trey ist hinterhältig, und er freut sich, als Owen sich anstelle seines Vaters verhaften lässt. Owen nimmt die Schuld auf sich, damit sein Vater nicht seine Zulassung als Anwalt verliert. Owen geht für vier Wochen ins Gefängnis und in dieser Zeit üben Trey und Lydia allerlei Druck auf Auburn aus.

Trotzdem treffen sich die Liebenden ein letztes Mal, und Trey sieht sie. Er stellt Owen eine Falle und versucht Auburn fast zu vergewaltigen. Er verhaftet Owen, dem er in seiner Wohnung falsche Beweismittel hinterlegt hat. Auburn und Owen können nichts tun, Trey arbeitet bei der Polizei und ihm würden alle mehr glauben als dem vermeintlich rauschgiftsüchtigen verurteilten Owen. Auburn fügt sich nur augenscheinlich, damit Trey nicht komplett ausrastet. Als Auburn schließlich die Wahrheit über Owen und besagte Nacht erfährt, schöpft sie neuen Mut und hat eine Idee mit der sie sich an Owens Vater wendet.

Am Schluss geht alles ganz schnell, und es gibt ein Happy End.

 

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Ein Kommentar zu “Hoover, Colleen – Love and Confess

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