Axel Milberg – Düsternbrook

Milberg, Axel
Düsternbrook
978-3-492-05948-0
Piper

Inhalt:

Hier wächst Axel behütet auf und fühlt sich doch oft fremd. Wie er versucht, sich zurechtzufinden und die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen, erzählt Axel Milberg mit Empathie, Humor und einem verträumten Ton. Als die populäre Theorie vom Wirken Außerirdischer die Stadt erreicht, scheint sie für Axel viele Merkwürdigkeiten zu erklären. Mit dem rätselhaften Verschwinden einiger Jungen wird die Heimat vollends unheimlich und der Wunsch auszubrechen übermächtig. Ein spannender Familien-, Adoleszenz- und Heimatroman, der die bürgerliche Welt als schützend und bedroht, liebevoll und düster darstellt. (Piper)

Meine Meinung:

War gerade am überlegen, wo und wie ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, und alles was mir dazu einfällt ist, dass ich dachte, es wäre eine Art Krimi. Diese Geschichte ist definitiv kein Krimi, sondern basiert und beschreibt die Kindheitserinnerungen des Autors Axel Milberg.

Da ich viel lese, schaue ich zwangsläufig weniger Fernsehen und kenne mich im Schauspieler-Milieu überhaupt nicht aus. Axel Milberg war mir kein Begriff, nicht als Schauspieler und bis hierhin auch nicht als Schriftsteller.

Diese Geschichte, also seine Geschichte von der Kindheit über die Jugend bis zur Schauspiel-Ausbildung „ging irgendwie nicht an mich dran“. Dazu muss ich fairerweise sagen, dass ich wieder mal so eine Phase hatte, in der Termine, Treffen und anderes Überhand nahmen, so dass ich das Buch nur häppchenweise lesen konnte. Die kleinen, in sich abgeschlossenen Kapitel machen es einem aber auch leicht, nur mal reinzuschnuppern. Bei mir ist das dann aber so, dass sich nur schwer ein Gesamtbild ergibt, wenn ich über drei Wochen und nur jeden zweiten Abend ein Kapitel oder so lese. Ich muss immer „dranbleiben“, in großen Stücken, sonst wird das nichts. Und vielleicht lag es daran, dass ich nicht so richtig wusste, wohin der Autor mit seiner Geschichte eigentlich wollte.

Erzählt werden viele kleine Episoden aus der Kindheit in Kiel. Am Anfang dachte ich noch, es wird eine Nachkriegsgeschichte und würde von den ärmlichen Verhältnissen damals berichten. Arm, aber alle halten zusammen. So wurde es dann aber auch nicht. Erst nach und nach erschloss sich mir aus verschiedenen Andeutungen, dass Axel Milberg eigentlich privilegiert aufwuchs. Seine Mutter war Ärztin die Antiquitäten sammelte, sein Vater Anwalt und sein Großvater adeliger Schlossbesitzer. Es gibt viele Kapitel über seine gut situierte Verwandschaft.

Axel Milberg berichtet von seiner Kindheit, der Schule, den Freunden, seine täglichen Erlebnisse im Stadtteil Düsternbrook in Kiel. So entsteht vor dem Auge des Lesers ein behütetes Leben mit heimatlichen Gefühlen von diesem Stadtteil, der einem wie ein Dorf vorkommt. Ich jedenfalls fühlte mich nicht in Kiel.

Missmutige Töne entstehen durch dazwischengeschobene Kapitel über einen seltsamen Mann, der kleine Jungs zu bestimmten Zwecken entführt … Aufgeklärt wird dieser Fall jedoch nicht, einige Jungs bleiben immer verschwunden. Bestenfalls am Schluss erfährt man eine evtl. Genugtun, was sich aber nur dem Leser erschließt, nicht den Beteiligten im Buch. Zudem frage ich mich, ob diese Episode tatsächlich so passiert ist.

Das letzte Drittel des Buches fand ich am schwächsten, unter anderen die Episoden in Frankreich und in München.

 

Fazit:

Das Buch lässt sich dank der kleinen abgeschlossenen Kapitel wunderbar einteilen und schnell und flüssig lesen.

Dennoch hat sich mir das Ganze nicht so richtig erschlossen, obwohl die Geschichte insgesamt unterhaltsam und mit heimatlichen Emotionen gespickt war. Es wird von der Kindheit berichtet, von dem frühen ins Bett gehen, von den Urlauben, von einem Poesiealbum, der Mondlandung, dem Zusammenleben im Kieler Stadtteil Düsternbrook … Das hat sich gut lesen lassen, aber es gab leider auch etliche Passagen, die mir schlicht und einfach langweilig waren, die mich nicht interessierten. Seine Phantasien über die Außerirdischen oder ähnlich abstruses, darüber musste ich schnell hinweglesen.

Vielleicht ist es ein Buch für Fans des Schauspielers. Mich hat das Buch ratlos und irritiert zurück gelassen. Es bleibt ein großes Fragezeichen zurück? Was war das?

Ich könnte mir vorstellen, dass man es aber anders liest, wenn man ihn kennt!

Alles in Allem: Trotz nostalgischer Erinnerungen konnte mich die Geschichte nicht fesseln oder berühren.

Sterne: Spontan würde ich nur zwei Sterne vergeben. Die Geschichte konnte mich nicht überzeugen, auch wenn Alltagssituationen in der ersten Hälfte noch etappenweise unterhaltsam geschrieben waren und nostalgische Erinnerungen weckten. Dennoch musste ich mich insgesamt schon richtig gehend zwingen weiterzulesen, in der Hoffnung, dass es doch noch eine Wendung zum besseren gäbe. Für mich ergab sich diese jedoch nicht, und aus diesen Grund muss ich leider bei meinen spontan zwei von fünf Sternen bleiben.

Das Buch erschien am 02. Mai 2019

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.piper.de/buecher/duesternbrook-isbn-978-3-492-05948-0

 

 

 

 

 

 

 

 

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