Poppy J. Anderson – Küsse zum Nachtisch (Taste of Love/Die Köche von Boston Band 2)

Inhalt:

Nick O’Reilly ist ein echter Küchenrebell und mit unglaublicher Leidenschaft bei der Sache. Ein Verriss in Bostons einflussreichster Tageszeitung trifft ihn deswegen bis ins Mark. Doch als er dann die verantwortliche Gastrokritikerin Claire Parker-Wickham kennenlernt, ist er völlig hingerissen – diese Frau muss er erobern! Wie gut, dass sie sich auf eine Feinschmeckerwette mit ihm einlässt. Jetzt hat Nick sechs Wochen Zeit, um Claire nicht nur mit seinem Essen zu betören. (Quelle Lübbe)

Meine Meinung / Zusammenfassung Inhalt:

Bereits der ersteBand „Geheimzutat Liebe“ hat mich überzeugt, und zwar nicht nur durch eine gefühlvolle und moderne Liebesgeschichte, sondern auch die Verbindung mit kulinarischen Köstlichkeiten für Gourmets.

Wie bereits im ersten Band angedeutet, findet hier in dieser Geschichte, „Küsse zum Nachtisch“, die Geschichte von Sous-Chef Nick, der, nachdem Andrew an der Küste Maines seine große Liebe gefunden hat, nun Chef des Nobelrestaurants „Knights“ in Boston ist. Nick ist sehr ehrgeizig, kochen seine große Leidenschaft und so kann er stundenlang für eine gelungene Rezeptur tüfteln. Aufgewachsen ist er in ärmlichen Verhältnissen bei seiner Großmutter, die er über alles liebt und für die er alles macht. Zusammen mit seiner Schwester Natalie bilden sie eine nette Familie, auch wenn seine Schwester mal kurz auf „Abwegen“ war.

Dennoch hat Nick einen „unsteten“ Charakter, er ist mit seinem 1,90m äußerst gutaussehend und hält sich mit Box-Training die Pfunde vom Leib. Mit seinem muskulösen Körper und den Tätowierungen, seinem Motorrad und seiner großen Klappe leidet er keinen Mangel an willigen Sexpartnerinnen. Und darauf reduziert er seine Beziehungen, ausschließlich auf Sex, mehr will er nicht, keine engen Beziehungen kommen für ihn Frage, da seine eigenen Eltern ihm ein schlechtes Vorbild waren. Er will keine eigene Familie, er liebt seine Freiheit. Was allerdings auch noch einen ernsteren Hintergrund hat, wie man so im letzten Drittel des Buches erfährt.

Aber zuerst lernt er zufällig Claire kennen. Claire ist eine Gourmet-Kritikerin, Journalistin. Sie stammt aus einer Upper-Class Familie in London und ist von Kind an Gourmet-Küche und Gourmet-Restaurants gewöhnt. Als sie aber von ihrem langjährigen Partner keinen Heiratsantrag bekommt, flieht sie zunächst enttäuscht, nach Boston, um sich dort eine eigene Karriere aufzubauen. Denn Edward nimmt sie in keinster Weise ernst, eben so wenig ihre Eltern. Beide haben nur ihr eigenes Wohlwollen im Sinn: Die Eltern erhoffen sich geschäftliche Vorteile von der Verbindung, und Edward eine ruhige und gebildete Vorzeigefrau.

In Boston baut sich Claire ein neues Leben auf, sie versteht sich gut mit ihrer Kollegin Vicky, deren Schwester Liz ihre Patisserie “Chez Liz“ eröffnet hat (Seite 238). Alles läuft glatt, sie ist glücklich ohne Eltern und Edward, bis sie eines Abends im „Knights“ essen geht, und eine schlechte Kritik darüber schreibt. Nick, wütend und empört, stürmt in die Redaktion und in Claires Büro. Und ab dann beginnt ein ziemlich aufreibendes Love-Interest.

Von Anfang an besteht eine starke Anziehungskraft zwischen den beiden, es fliegen die Funken, beide sind nicht auf den Mund gefallen, und so kommt schließlich eine Wette zustande: Nick wird verschiedene Gerichte für Claire kochen, die Claire neu bewerten soll. Wenn die Gerichte Sterne-Niveau haben, dann soll Claire einen Widerruf schreiben, und wenn nicht, dann bekommt Claire ein Interview mit dem sehr medienscheuen Gourmet Koch Mathieu Raymond, Nicks ehemaligen Protegé.

Nick flirtet mit Claire, dass einem hören und sehen vergeht. Wie gut, dass Claire sich dessen erwehren kann, jedenfalls am Anfang dieser leidenschaftlichen Affäre. Allerdings finde ich, dass mitten in der Geschichte die „Luft“ rausgeht, denn wenn ich seitenweise nur Schäkereien und Neckereien lese, dann wird es doch ein wenig langweilig. Vor allem da Nick das Repertoire eines Komikers und Alleinunterhaltes, was ein wenig ermüdet. Es passiert auch sonst nicht viel.

Erst im letzten Drittel erfährt der Leser Nicks eigentliches Problem, mit dem er nicht klar kommt und das er vor allen verheimlicht. Er ist Analphabet. Er muss jede Menge Energie und Planung darauf verwenden, dass es niemanden auffällt. Dennoch, sein ehemaliger Chef Andrew Knight und auch Mathieu Raymond, ahnen es, sprechen ihn aber erst am Schluss darauf an. Nick leidet sehr unter diesem Problem und fühlt sich dadurch Claire nicht ebenbürtig. Auf dieser Ebene hat er null Selbstbewusstsein. Natürlich erfährt es auch Claire, und sie spricht Nick darauf an. Nur knapp entgehen sie einer Trennung.

Kurze Zeit später mischen sich auch wieder Claires Eltern und ihr ehemaliger „Verlobter“ Edward ein. Sie besuchen Claire und gehen ausgerechnet im „Knights“ essen. Claire fühlt sich sehr unwohl, aber sie will Nick dennoch ihren Eltern vorstellen, da sie seit langem mit Edward „abgeschlossen“ hat. Es kommt zu einem Missverständnis und Nick beendet die Beziehung, weil er denkt, dass Claire ihn getäuscht hat. Obwohl Claire dies von sofort richtigstellt, will Nick davon nichts hören. Zu sehr schämt er sich für sein Problem, und er denkt, dass er nicht gut genug ist für Claire und ihre Upper-Class Familie. Natürlich gibt es nach der Trennung dennoch ein Happy End.

Schön war auch, dass man noch kurz von Andrew und Brooke aus dem ersten Band gelesen hat, als Nick und Claire diese in Maine besuchen.

 

 

Fazit:

Das Setting in Boston, im Nobelrestaurant und in der Gourmet-Küche war einfach herrlich. Vor allem die Zubereitung und Beschreibung der Gerichte lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Geschichte selber lässt sich einfach und flüssig lesen. Es gibt viele freundschaftliche und „flirtige“ Wortgefechte, manchmal amüsant, manchmal mit dirty talk. Leider empfand ich die „Anmachwitze“ von Nick irgendwann des guten zu viel. Hier wäre für mich weniger mehr gewesen.

Die Protagonisten sind beide sehr sympathisch, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Es prallen sozusagen Welten aufeinander: Der ungehobelte und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Nick mit seinem heimlichen Handicap, und Journalistin Claire mit ihren feinen Manieren aus der Upper Class Englands. Dennoch, die Anziehungskraft ist größer als alles andere, es gibt viele prickelige und sehnsuchtsvolle Momente. Die anfänglich lockere Beziehung zwischen den beiden wird schnell intensiver, ein schönes Love-Interest.

Alles in Allem: Schöne Wohlfühl-Liebes-Geschichte mit kulinarischen Gourmet-Einlagen. Am besten ein paar Häppchen und ein Glas Wein zum Lesen parat stellen.

Sterne: Es ist eine schöne Geschichte, die mir aber auf einer langen Strecke zu einseitig war. Das lag an Nick und seiner ständigen „Anmache“, seiner ausdauernden Flirtlaune. Kaum ein Dialog ohne Flirt-Kommentar, das wurde mir auf die Dauer zu ermüdend. Auch wenn er ein toller Kerl ist. Bei Claire fand ich gut, dass sie contra gab. An der Liebesgeschichte selber gibt es nichts auszusetzen. Außer vielleicht, dass am Schluss Nicks Handicap bekannt wurde. Dieses Thema kam mir leider etwas „aufgesetzt“ vor und Nicks Minderwertigkeitskomplex steht in einem zu krassen Unterschied zu seinem sonstigen Charakter. Eigentlich hätte ich aufgrund seiner Einstellung und Persönlichkeit eher gedacht, dass er offen mit diesem Thema umgeht. Dennoch, es ist eine Geschichte, die sich supergut lesen lässt. Man fühlt sich sofort wohl, und auch die kulinarischen Beilagen lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen, und vergebe am Ende nun doch vier Sterne, weil es supergute Unterhaltung war!

Das Buch erschien am 16. Februar 2017

Link zum Buch/Verlag: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/liebesroman/taste-of-love-kuesse-zum-nachtisch/id_7537441

 

Tast of Love – Die Köche von Boston
Band 1 Geheimzutat Liebe Andrew + Brooke
Band 2 Küsse zum Nachtisch Nick + Claire
Band 3 Zart verführt Adam + Liz
Band 4 Mit Sehnsucht verfeinert Hayley + Scott
Band 5 Rezept fürs Happy End Vicky + Mitch

 

 

 

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