Leigh Bardugo – Das Lied der Krähen

Bardugo, Leigh
Das Lied der Krähen
Band 1
978-3-426-65443-9
Knaur

Inhalt:

Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission. Der Nr.-1-Bestseller aus den USA – Leigh Bardugos temporeiche Saga über den tollkühnsten Coup der Fantasy-Geschichte: Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …
Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej … (Quelle Knaur)

Meine Zusammenfassung Inhalt:

Vor gefühlt ein paar Monaten (in Wirklichkeit ist es wohl schon ein Jahr her) wurde ich durch etliche Bücherblogs auf dieses Buch aufmerksam. Die Autorin war mir vom Namen her bekannt, auch wenn ich jedes mal sehr rätselte, welche Nationalität sie haben könnte. Es lässt sich nachlesen, dass sie in Israel geboren ist.

So las ich auch, dass man am besten die Grischa-Trilogie gelesen haben sollte, bevor man sich „Das Lied der Krähen“ vornahm. Irgendwie faszinierte mich allein schon das Cover so sehr, dass ich, als das Buch jetzt in meiner Bücherei vorrätig war, sofort zugegriffen habe.

Obwohl ich die die Grischa-Trilogie nicht gelesen haben, fand ich mich dennoch erstaunlich schnell in diese Welt hinein. Wie kann ich euch diese Welt beschreiben? Es ist für mich eine Mischung aus viktorianischem Zeitalter, Steampunk und Magie. Eine ungewöhnliche Welt, in der untersten Gesellschaftsschicht angesiedelt bei den Verbrechern und Dieben im Hafenviertel. Hier überlebt nur der Stärkere und Brutalere. Die Stadt Ketterdam, eine Wasserstadt, angelehnt wohl an Amsterdam, ich hatte aber auch irgendwie Venedig und die Slums im mittelalterlichen London vor meinem inneren Auge. Dazu ein Coup a la „oceans eleven“.

Obwohl ich einige Kapitel brauchte, um mich auf diese Welt einzustellen, gelingt dies gut, wenn man wie immer, in großen zusammenhängenden Stücken liest. Ich habe das Buch in drei Etappen gelesen und würde jedem empfehlen, sich am besten einen ganzen Tag dafür zu reservieren. Es lohnt sich, es ist spannend, sich einen ganzen Tag in diese Welt mit ihren jugendlichen Protagonisten zu flüchten.

Der Anfang ist ein wenig verwirrend, weil jeder der sechs Hauptprotagonisten eine Stimme erhält. Da dauert es dann, bis sich von den einzelnen Personen ein Bild im Kopf entwickelt. Die Kapitel wechseln sich ab, und so erhalte ich nach und nach Einblicke in die Vorgeschichten der sechs Krähen und ihre Motivation.

Alle Protagonisten sind sehr unterhaltsam und spannend dargestellt, so dass man am liebsten immer nur über diesen einen Protagonisten weiterlesen will. Die wechselnden Perspektiven drehen dann noch an der Spannungsschraube und so wurde ich unweigerlich in die Geschichte hineingezogen, die mich dann über Tag noch verfolgte und ich so dem weiteren Leseabend entgegenfieberte.

Mit dazu trugen auch die zwei Love-Interests bei. Zum einen das zwischen der Grischa Nina und dem Drüskellen Matthias. Beide Völker sind Totfeinde und wie es zu einer Annäherung zwischen ihnen kam, wird in wohl dosierten Rückblicken erzählt. Es ist eine richtige Herz-Schmerz-Geschichte zwischen den beiden, und ob sie sich jemals wieder vertrauen können wallt kurz vor Schluss schmerzlich auf.

Noch schöner fand ich das Love-Interest zwischen Kaz und Inej. Anfangs noch sehr subtil und eher in Andeutungen, wird es immer offensichtlicher: Kaz liebt Inej, hat aber mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen. Und Inej will es Kaz nicht eingestehen, da er sich kalt und unnahbar ihr gegenüber zeigt. Dennoch wurden mir als Leser kleine Häppchen vorgeworfen, denn es gibt immer mal Augenblicke, in denen anderen Protagonisten etwas auffällt. Zum Beispiel als Jesper sich Kaz’s schlechte Laune nach dem Attentat auf Inej nicht so ganz erklären kann, oder als Nina Kaz’s veränderten Herzschlag spürt, wenn er Inej sieht. Das ist sowas von süss …

Alle Protagonisten sind mit Schwächen und Stärken ausgestattet, die sie trotz ihrer Brutalität menschlich machen. Alle haben schlimmes erlebt und daher ist ihre Entwicklung in einem Teil schon irgendwie nachvollziehbar. Manches ist aber im Hinblick auf das Alter der Protagonisten unglaubwürdig, zum Beispiel als der 17-jährige Kaz einem Gefangenen aus einem verfeindeten Clan mit der Hand ein Auge herausreißt. Auch habe ich Kaz nicht so oft sein Geschick abgenommen, Situationen vorauszusehen oder alles durchzuplanen. Oft kommt ihm dabei sein Glück zu Hilfe, oder die anderen Krähen, so dass sie in den Kämpfen oft gewinnen.

 

Kaz: Ein Dieb, ein Zauberer, von Rache getrieben, eiskalt,

 

Inej: Eine Phantom, eine Kletterkünstlerin, eine Artistin, die fast unsichtbar über die Dächer von Ketterdam balanciert

 

Matthias: Ein Kämpfer, ein Hexenjäger/ Inquisator, der auf Rache sinnt und letztendlich gegen seine grundlegenden Überzeugungen ankämpfen muss

 

Nina: Eine Grischa, eine Hexe/Magierin, mit Schuldgefühlen wegen eines Verrates

 

Jesper: Ein Grischa der seine Macht nicht zeigt, zudem ein hervorragender Scharfschütze

 

Wylan: Zuerst ein Pfand, dann eine Bereicherung für die Auftrag,

 

Manchmal hatte man nicht das Gefühl, dass es eine Bande Jugendlicher ist, über die man liest, sondern Erwachsene.

Diese sechs „Krähen“ lassen sich auf einen sehr gefährlichen Auftrag ein. Kaz als Anführer gelingt es fast immer, aus jeder Krisensituation mit einem Plan B herauszukommen. Die Vorbereitung und Durchführung für den Einbruch ins Eistribunal der Drüskelle erinnerten mich an Oceans Eleven.

Der Schluss war ziemlich abrupt, da ich nicht wusste, dass es einen zweiten Band gibt, den ich natürlich am liebsten gleich hinterher gelesen hätte.

 

Fazit: Am Anfang ist es etwas schwierig, aufgrund der vielen Namen, Orte und Dinge einen Zugang zu finden. Es werden viele Dinge benannt, die man nicht wissen kann und sich dann irgendwie vorstellen muss. Dazu muss ich sagen, dass ich die Grisha-Trilogie nicht gelesen habe, was es anscheinend vom Verständnis her einfacher gemacht hätte. Aber man kommt auch so in die Geschichte rein, die eine Mischung aus Mittelalter, Steampunk, London, Amsterdam Slums, Hafenviertel … ist. Der Ablauf des Diebstahls erinnerte mich ein wenig an Oceans Eleven. Zudem gibt es zwei kleine aber feines Love-Interest’s, die mir in ihren subtilen Andeutungen sehr gefielen. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band!

 Alles in allem: Schwieriger Anfang für Neueinsteiger bei dieser Autorin, aber dann packt es einen.

Sterne: Ich vergebe drei supergute von fünf Sternen!

Das Buch erschien am 2. Oktober 2017

Link zum Buch/Verlag: https://www.droemer-knaur.de/buch/9376615/das-lied-der-kraehen

Glory of Grave  
Band 1 Das Lied der Krähen
Band 2 Das Gold der Krähen

 

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