Perry, Anne – Der Weihnachtsmord

Perry, Anne
Der Weihnachtsmord
978-3-453-81140-9
Heyne

Inhalt:

Als der Vikar Dominic Corde und seine Frau Clarice kurz vor Weihnachten als Urlaubsvertretung von Reverend Wynter in das kleine Dorf Cottisham kommen, erscheint ihnen alles idyllisch und wunderbar ruhig im Gegensatz zu London. Doch während Dominic versucht, sich gebührend um seine Gemeinde zu kümmern, fallen Clarice immer mehr seltsame Dinge auf: Obwohl alle nur das Beste über Wynter sagen, haben in den letzten Jahren alle nahen Bekannten Abstand von ihm genommen, die angegebene Urlaubsadresse Wynters gibt es gar nicht, und der Reverend hat seinen besten Mantel und seine Bibel im Schrank gelassen. Als Clarice dann im Keller die Leiche Wynters findet, stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an und gerät dabei in große Gefahr. (Quelle Heyne/Random House)

Meine Meinung:

Irgendwie fand ich, dass das Cover so gut in die Vorweihnachtszeit passt: wenn man Glück hat mit Schnee, ansonsten aber auch eiskalt draußen und drinnen kann man es sich gemütlich machen, mit einem unterhaltsamen Krimi. Das Buch entdeckte ich in meiner Stadtbücherei.

Die Autorin Anne Perry war mir vage bekannt, und ich meinte mich zu erinnern, dass ihre Geschichten sehr langatmig waren. Aber, ich war in Weihnachts- und Schneelaune und freute mich auf das Buch.

Der Anfang war eigentlich ganz gut.

Die Hauptprotagonisten Domenic und Clarice Corde wurden mit ihren Fehlern und Schwächen beschrieben. Domenic Corde erschien mir allerdings charakterlich etwas schwächlich, er zweifelte ständig an sich selber. Aber es können ja nicht alle Männer Superhelden sein, vor allem keine Vikare im Jahr 1890. Dass er und Clarice zusammenfanden, erschien wie ein großes Glück. Und beide halten trotz ihrer Vergangenheit, die kurz erwähnt wird, zusammen. Beide Charaktere hatten Ecken und Kanten, wie ich das mir oft wünsche, aber dennoch konnten sie mich nicht 100% überzeugen.

Sie werden in dem kleinen Ort Cottisham wohlwollend aufgenommen, und manchmal erinnerte mich die Geschichte an ein Bühnenstück. Die Bewohner und bald auch schon Verdächtigen tauchen nach und nach auf, wie in einer bestimmten Reihenfolge. Das fiel mir hier irgendwie auf. Vor allem die vorlaute Mrs. Wellbeloved machte sich irgendwie verdächtig, so kratzbürstig wie sie manchmal war.

Reverend Wynters Verschwinden beschäftigt  Clarice. Sehr bald schon kommt sie auf die richtige Spur und zieht die richtigen Schlüsse. Das wurde leider nicht glaubwürdig umgesetzt, es war viel zu schnell.

Der Schluss war für mich zu holprig, zu gewollt.

Die Schneelandschaft vor Weihnachten hat mir am besten an der ganzen Geschichte gefallen, ein kleiner eingeschneiter Ort, an dem manche Häuser noch mit Stroh gedeckt Sind. Zudem eisiger Wind, knirschender Schnee, Eiszapfen und drinnen im einfachen aber gemütlichen Pfarrhaus ein wärmendes Feuer. Das gefällt auch Clarice und Domenic, die aus Londons Industrieviertel kamen, um den Reverend Wynter in seinem Urlaub zu vertreten.

 

Fazit:

Leider konnte mich die Krimi-Einlage hier überhaupt nicht überzeugen. Alles geschieht viel zu schnell. So kommt die Hauptprotagonistin Clarice gleich auf die richtige Spur, was fast schon unlogisch ist. Die Geschichte erschien mir zudem wie ein Bühnenstück in verschiedenen Akten. Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen, und allein das Setting im wunderschön verschneiten England 1890 war sehr anschaulich dargestellt. Diese Schneelandschaften und wärmenden Feuer gefielen mir am besten. Dennoch keine Geschichte, die man unbedingt lesen muss. Schade eigentlich.

Alles in allem: Ruhige und einfache Geschichte, die vom Flair der verschneiten Winterlandschaft getragen wird.

Das Buch erschien am 1. November 2007

Link zum Buch/Verlag: https://www.randomhouse.de/ebook/Der-Weihnachtsmord/Anne-Perry/Heyne/e319455.rhd

 

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