Kördel, Christiane – Seekoller (Band 3 Ines Fox)

Kördel, Christiane
Seekoller
Band 3 Ines Fox
Eine Bodensee-Miami Krimikomödie
978-3-7528-0451-5
Books on demand

Inhalt:

Ines Fox hat den Bodensee satt und freut sich auf den ersten Urlaub mit ihrem Dr. Frieder. Kurz vor der Abfahrt wirft ein skurriler Doppelmord ihre Pläne über den Haufen: Amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken, sitzen tot in einer Fahrradrikscha auf der Konstanzer Promenade. Natürlich kann Ines ihre Finger nicht von dem Fall lassen. Kurz entschlossen fliegt sie allein nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und muss erkennen, wie gefährlich das ist. Wie kommt sie aus dem Schlamassel nur wieder heraus? Der dritte Fall der eigenwilligen Hobby-Detektivin, locker und mit Wortwitz erzählt.Ein humorvoller Krimi, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt. Die ideale Urlaubslektüre. (Quelle Christiane Kördel)

Meine Meinung/Zusammenfassung:

Dies ist der dritte Band aus der Ines-Fox Bodensee-Krimi-Reihe. Nachdem mich Band 2 „Seeblick kostet extra“ überzeugt hatte, war ich auf den dritten Band gespannt. Dieser spielt aber nicht nur am Bodensee, sondern auch in Miami/Florida. Das Buch habe ich von der Autorin erhalten, vielen Dank für die nette Widmung!

Den Anfang fand ich etwas ruhig, aber dennoch flüssig zu lesen. Neue Leser werden die rothaarige Ines Fox kennenlernen, Kleinunternehmerin mit einem Webdesign-Büro in Konstanz. Sie ist pathologisch neugierig und kein Wunder, dass sie ihrem Hobby las „Ermittlerin“ mit größten Elan und einer guten Portion Humor und Pragmatismus nachgeht. Mit Chaos, aber mit Stil.

In ihrem Leben spielt außer ihrem Unternehmen noch ihr Lebensgefährte Dr. Marc Frieder eine Rolle. Dieser wird einfach nur „Dr. Frieder“ genannt und befindet sich in einer Ausbildung zum Pathologen. Gerade macht er seine erste Obduktion. Dr. Frieder kommt von Norddeutschland und spricht deswegen mit ein klein wenig Dialekt, der ihn sehr sympathisch macht. Keine Frage, Dr. Frieder macht mit Ines schon etwas mit. Aber die beiden mögen sich und das ist die Hauptsache. Das Love-Interest ist ganz harmlos und süß, außer übers Küssen erfährt man als Leser nicht viel, das macht nichts und braucht es auch nicht, denn so kann man das Kopfkino einschalten.

Es kommen viele Protagonisten vor, die man aus dem zweiten Band kennt, und man freut sich, sie wiederzusehen:

 

Arthur von Leisfall: Kriminaloberkommissar, leicht gedrungene Figur, er kommt Ines immer in die Quere oder besser gesagt umgekehrt, Ines ist ihm wie „ein Stein im Schuh“, also er wirkt schon manchmal gequält, was uns Leser dann schmunzeln lässt

Ines Mutter: Journalistin einer Konstanzer Lokalzeitung, eine Frau immer in Eile, immer auf 180,

Godehard Gruber: Polizist aus Berlin, der in Konstanz Dienst hat. Trat im Band zwei öfter auf.

Helmut: Trat meistens mit Godehard auf

Charlotte Ortburg: Freelancerin im Security Bereich, ein undurchsichtiger Charakter, arbeitet seit Band 2 bei Ines in der Webdesign Agentur, war Ines Bodyguard,

Yata Krüger: Wohnt bei Ines im Haus, Business Frau, 1,50m groß, Geschäftsführerin der internationalen Consulting Firma „Krüger & Merian“

Roger Merian: Ines Todfeind, ein Psychopath mit Verbindungen zur russischen Mafia der sie immer mal wieder bedroht und immer wieder der Justiz entwischen kann. Er war ebenfalls Geschäftsführer von „Krüger & Merian“.

 

Ein wenig rasant wir es so ab Seite 100, als Ines nach Miami fliegt. So ganz nachvollziehen konnte ich diesen Schritt nicht, obwohl dieser mit einem Seekoller (Bodensee), Neugier und ihrem Hobby als Ermittlerin erklärt wird. Auch dass sie sich nicht so richtig von Dr. Frieder verabschiedet fand ich unglaubwürdig. Sie ist gleich „hin und weg“, okay, das lässt sich auch mit ihrem sprunghaften Chaos-Charakter erklären, aber gerade mal eben nach Miami fliegen, wenn man gemeinsamen Urlaub an der Ostsee geplant hatte? Mh. Das lässt mich ein wenig zweifelnd zurück.

Aber nichts desto trotz wird es in Miami spannend und komisch-skurril zugleich. Ines tappt mal wieder von einer Peinlich- und Gefährlichkeit in die nächste. Das lässt sich salopp lesen und kommt damit an Band 2 heran, der mir noch einen Ticken besser gefallen hat als Seekoller.

Schade auch, dass Ines keine „OBE Erfahrungen“ (Out of Body Experience) mehr macht, die waren doch manchmal ganz hilfreich.

Im Buch wird Veronica Mars erwähnt, eine Ermittlerin, die ich bis dato nicht kannte, da ich mehr lese als fernsehe. Es gibt einen Movie und eine Serie, beides hört sich interessant an und werde mir die DVD kaufen.

Was mir so gar nicht gefallen hat, waren Ines Gespräche mit ihren Bauch. Für mich war das leider nicht witzig, sondern albern. Der Gedanke war eigentlich nicht verkehrt, aber mir fehlte da das gewisse Etwas an der Umsetzung. Ich weiß auch nicht, wie man es wirklich witzig hätte gestalten können. Aber unter Humor versteht ja auch jeder etwas anderes. Mein Ding war es jedenfalls nicht.

Im zweiten Band habe ich Ines mit Stephanie Plum verglichen. Sie ist ähnlich chaotisch und verpeilt wie Ines. Praktisch die „deutsche Stephanie Plum“. Dies habe ich hier im dritten ein bisschen vermisst. Dabei fällt mir ein, dass Stephanie Plum auch immer Hunger hatte, und an keinem Schnellrestaurant vorbeifahren konnte (Cluck in a Bucket oder Tasty Pastry).

Erst als Ines in Miami festsitzt und mit Dr. Frieder erpresst wird, kommt ihr die ganze Reise überstürzt und unlogisch vor. Sie hat keine Ruhe mehr, bis sie wieder zu Hause ist und ihren Dr. Frieder in die Arme schließen kann.

Aber lange kann Ines ihre Neugierde nicht zurückhalten, und schon ist sie auf den Weg in nächste Ungemach.

 

Fazit:

Der Anfang war etwas langatmig und mit vielen Einzelheiten. Eigentlich mag ich diese Details, machen sie doch die Umgebung sehr authentisch. Das war auch hier der Fall, aber manchmal halt ein wenig zu viel. Ab Seite 100 ungefähr, als Ines nach Miami fliegt, wird die Geschichte deutlich interessanter.

Ines war in Miami in Höchstform. Sowohl der chaotische Anteil als auch der detektivische Spürsinn sind für die Leser sehr unterhaltsam. Obwohl mir der „Seekoller“ und allein ihre Neugierde nicht ganz als Erklärung für mal kurz ein paar Tage nach Miami zu fliegen, ausreichte. Der arme Dr. Frieder muss dies einfach so hinnehmen. Überhaupt ist Dr. Frieder ist mit seinem norddeutschen Dialekt und reduzierter Ausdrucksweise fast schon eine Kultfigur.

Allerdings, ich weiß nicht warum, aber ich fand die Gespräche von Ines mit ihrem Bauch (!) nicht wirklich witzig. Dann lese ich doch lieber über ihre OBE (Out of body experience).

Dennoch habe ich die Geschichte gerne gelesen und habe mir jetzt eben den ersten Band gekauft, den ich noch nicht kannte. Ich bin schon sehr darauf gespannt, wie Ines Dr. Frieder kennenlernt …

Alles in allem: „Seekoller“ lässt sich flüssig lesen, kommt für mich aber nicht an den zweiten Band heran. Es ist am Anfang ein wenig langatmig, auch wenn Ines in Miami endlich wieder in Höchstform war.

Sterne: Ich vergebe drei von fünf Sternen, weil Ines sich hier am Anfang und auch am Schluss einfach zu viel in ihren Gedankengängen verirrt hat, die leider weder witzig noch von Bedeutung waren. Der Teil in Miami hingegen war spannender, obwohl Ines manchmal doch recht platt ihrer Neugierde nachkommt, in dem sie sehr unsensibel Zeugen befragt, praktisch mit der Tür ins Haus fällt. Das was Ines ausmacht, Chaos, Skurrilität und ihr verpeiltes Wesen ging dieses mal ein klein wenig unter. Ich fand ihre Coolness manchmal ein wenig aufgesetzt, aber das wird bestimmt wieder besser werden. Gerne habe ich sie mit Stephanie Plum verglichen, und deswegen würde ich mich freuen, wenn Ines vielleicht in Folgebänden noch ein paar obskure Charaktere a la Grandma Mazur oder Lula dazu bekommt. Dr. Frieder kann ja der ruhende Pol in ihrem Leben bleiben.

Das Buch erschien am 26. Juni 2018

Link zum Buch: https://www.christiane-koerdel.de/seekoller/

 

Reihenfolge Ines Fox
Band 1 Seezeichen 13
Band 2 Seeblick kostet extra
Band 3 Seekoller

 

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