Peter, Maria W. – Die Festung am Rhein

Peter, Maria W.
Die Festung am Rhein
978-3-404-17519-2
Bastei Lübbe

Inhalt:

Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe. Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört … Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.

Meine Meinung:

Durch einen Zeitungsbericht wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Im Lokalteil, der manchmal auch Berichte über die Stadt Koblenz enthält, wurde dieses Buch vorgestellt, ganz klar, weil es in Koblenz spielt. Ein historischer Roman von einer mir dahin unbekannten Autorin, und ich musste dabei leider an die vielen Regional-Krimis denken, die manchmal in der Erzählsprache etwas hölzern sind. Das Thema zu dem Festungsbau Ehrenbreitstein in Koblenz fand ich ungemein interessant, war mir aber unsicher, ob mich die Geschichte nicht vielleicht enttäuschen würde. Auch die historische Zeit um 1815/1822, die Zeit der preußischen Herrschaft im Rheinland, war mir schon immer verwirrend erschienen (mit all den Friedrichs …). Also kam das Buch auf meine Lese-Liste, aber ohne Priorität.

Als ich das Buch in meiner Stadtbücherei entdeckte, erinnerte ich mich wieder daran und ließ mich auf die Warteliste setzen. Zu Hause schlich ich ein paar Tage drum herum, wieder verunsichert, was würde mich erwarten? Ich dachte an eine dröge Aneinanderreihung geschichtlicher Ereignisse und so stellte sich bei mir kein schönes Vorfreude-Lesegefühl ein. Aber dann zwang ich mich zum lesen, jetzt oder nie.

Und dann war es eigentlich ganz einfach! Ich fand schnell in die Geschichte hinein, die Protagonisten waren übersichtlich, nahmen schnell Gestalt an und das geschichtliche Thema war ebenfalls leicht zu erfassen. Die Geschichte präsentierte sich unterhaltsam!

Gleich auf den ersten Seiten gibt es zudem zwei Übersichtskarten:

 

Hauptprotagonisten sind Franzsika und Rudolph. Beide sind sehr unterschiedlich, Franziska katholisch und Halbfranzösin, Rudolf erzkonservativer Preuße. Beide treffen in Koblenz auch nur aufeinander, weil Franziskas Bruder des Diebstahls und der Spionage verdächtigt wird und hingerichtet werden soll. Drei Wochen bleiben ihr, um seine Unschuld zu beweisen, aus denen dann plötzlich nur noch zehn Tage werden, weil jemand will, dass er ganz schnell verurteilt wird. Ein Schuldiger wird gesucht, auch wenn es für Franziskas Bruder Christian keine Beweise der Schuld gibt. Aufklären soll das Leutnant Rudolph Harten.

Aber von vorne: Franziska lebt in Koblenz, nachdem ihr Vater in der Schlacht von Waterloo/Belle-Alliance ums Leben kam. Zudem ist das Rheinland jetzt preußisch, und Franzosen werden als Feinde betrachtet. Die Preußen sind streng und berühmt für ihre Pünktlichkeit, und das bis dahin „lockere“ Rheinland mit der franz. Revolution und dem Gedankengut von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (franz. Liberté, Égalité, Fraternité, ist noch von der Schule bei mir hängen geblieben…), muss sich daran gewöhnen, was allen sehr schwer fällt. Zudem wird das Rheinland als „hinterwäldlerisch“ angesehen, die nicht bereit sind, irgendeine Macht über die ihres Bischofes zu stellen. Die Rheinländer nennen die Preußen ironisch „Blauköpp“. Franziskas Familie wohnte ehemals in Köln, aber als ihr Vater starb, konnte ihre Mutter die Geschwister nicht mehr ernähren, und schickte sie zu ihrem Bruder Hubert nach Koblenz.

Hier hatten die beiden Geschwister kein schönes Leben, denn Hubert Kannegießer und seine Frau sind keine angenehmen Menschen und schämen sich für die „französische Brut“ seiner Schwester. So werden beide wie Bedienstete behandelt und erfahren kein liebes Wort. Dennoch, die zwei haben sich und so ist alles nur halb so schlimm. Bis Christian eines Tages wegen Spionage verhaftet wird, und Franziska das nicht glauben kann.

Alle Koblenzer sind irgendwie mit dem Bau der neuen Festung Ehrenbreitstein beschäftigt. Sie soll die modernste Festungsanlage (mit Wasserleitungen) in Europa werden, nach neuen kriegsrelevanten Gesichtspunkten gebaut. Auch Hubert Kannegießer, der Onkel von Christian und Franziska, ist als Maurermeister angestellt. Damit sein Neffe nicht so französisch erscheint, lässt er seine Beziehungen spielen, damit dieser in der preußischen Armee zum Wehrdienst eingestellt werden kann. Für Christian ist das eine Qual, er ist eher feingeistig und zudem haben die Preußen seinen Vater getötet. Er wird in der Truppe schikaniert, besonders von seinem Vorgesetzten Feldwebel Bäske. Also, eine schwierige Situation.

Die „Führungskräfte“ des Festungsbaus haben wohlweislich der Spionage vorgebeugt:  So erhalten Handwerksmeister nur geänderte Auszüge aus den Plänen, und nur so viel, wie sie gerade wissen müssen, um einen Abschnitt zu mauern und zudem mussten sie eine Stillschweigen-Vereinbarung unterschreiben. Die Pläne werden zudem gut verwahrt, und nur wenige haben die kompletten originalen Pläne. Fraglich ist somit, wie Christian an diese herankommen konnte, aber, und hier weiß der Leser ziemlich schnell, dass ein „Bauernopfer“ gesucht wird, und Christian mit seiner französischen Herkunft passt da ausgezeichnet in das „Täterprofil“.

Franziska, gelockte dunkle Haare die sie immer unter ihrer Schute verdeckt, mit feinen Gesichtszügen wie ihr Bruder und hohen Wangenknochen ist eine hübsche junge Frau. Sie ist außer sich vor Sorge. Sie glaubt nicht an diese Vorwürfe, kann aber als Frau nicht viel für ihren Bruder tun, vor allem da sich dieser noch geheimnisvoll gibt und etwas verschweigt. Das ist auch spannend für den Leser, denn selbst im Angesicht einer Verurteilung durch den Tod, will Christian nichts sagen. Franziska beschließt, alles zu tun, um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen und trifft dabei zufälligerweise immer öfter auf Leutnant Rudolph Harten.

Leutnant Rudolph Harten hatte das Glück, nach einer Kriegsverletzung als Festungsbau-Ingenieur ausgebildet zu werden. Dies hat er General von Gneisenau zu verdanken, der sich für ihn eingesetzt hat. Eine Stellung, die normalerweise dem Adel vorbehalten war und viele Adlige die Nase rümpfen lässt. Das bekommt auch Rudolph zu spüren, er wird wie ein Emporkömmling behandelt, wie jemand, der zu Unrecht in einer solchen Position ist. Gerne werden ihm auch Steine in den Weg gelegt, zum Beispiel von Capitain von Rülow. Dieser schiebt Rudolph die Verantwortung zu und unterstellt ihm nach dem Vorfall in der Schlacht von Waterloo/Belle Alliance mit den Franzosen zu kooperieren und selber in den Fall verwickelt zu sein. Dennoch soll er den die Spionage und den Diebstahl aufklären, der für alle anderen schon abgehakt ist: Christian Berger ist der Schuldige und Rudolph braucht nur noch zuzustimmen. Aber Rudolph ist gründlich, für ihn ist der Fall nicht klar, es fehlen Beweise und nach und nach kommen ihm Zweifel. Er ist hin und her gerissen. Dennoch liegt die Drohung von Capitain von Rülow über ihm, dass er seine Arbeit verliert, wenn der Fall nicht zur Zufriedenheit der Obrigkeit geklärt wird. Zudem läuft ihm immer Christians Schwester Franziska über den Weg, dass seine Zweifel bestärkt, er ist misstrauisch, denn immerhin ist sie Halbfranzösin, gehört somit zu den Feinden. Er misstraut ihr ziemlich lange.

Rudolph ist ein strenger Preuße, er kennte es nicht anders. Seine Eltern sind früh gestorben, und er musste wie sie harte Arbeit auf einem adligen Landgut verrichten. Er ist ein ziemlich ernster Mann, der sich an die preußischen Regeln hält, selten lacht, zudem groß gewachsen mit breiten Schultern und festen Muskeln ist. Aufgrund einer Kriegsverletzung hinkt er und hat oft Schmerzen in seinem Bein.

Franziska lässt nichts unversucht. Nachdem das Leben bei ihrem Onkel Hubert Kannegießer unerträglich wird, weil dieser nicht versucht, für Christian ein gutes Wort einzulegen, zieht sie dort aus. Zunächst zu ihrer Freundin Therese in die Castorgasse, die eine Gastwirtschaft in Koblenz hat. Dort lernt sie den schottischen Künstler Alasdair McBaird kennen, der die Rheinromantik malt. Dieser erinnerte mich an William Turner, der auch im Rheintal auf Motivsuche war, aber es gibt wahrscheinlich noch viele andere. Obwohl William Turner kein Schotte wie Alasdair war. Es gibt übrigens eine William-Turner-Route am Rhein ab Koblenz, an verschiedenen Standorten kann man den Blick auf die Landschaft genießen, die William Turner Original gemalt hat (so habe ich das jedenfalls verstanden). Er hat auch die Festung Ehrenbreitstein gemalt.

Alasdair McBaird erschien mir ein sympathischer Genosse, auch wenn er anscheinend eine gemeinsame Vergangenheit ausgerechnet mit Leutnant Rudolph Harten hat! So ganz getraut habe ich ihm nicht, denn er bekommt viel mit, so weiß er, dass Franziskas Bruder verhaftet ist und auch dass sein Freund Rudolph ermittelt.

Jedenfalls entdeckt Franziska eine Stellenanzeige, wonach ein Dienstmädchen für den hochherrschaftlichen Haushalt der Offiziersfamilie Capitain von Rülows gesucht wird. Da gemunkelt wird, dass aus seinem Haus bestimmte Militärunterlagen entwendet worden sind, der Diebstahl der ihrem Bruder nun zur Last gelegt wird, beschließt sie, sich unter falschen Namen zu bewerben und bekommt die Stelle. Tatsächlich gelingt es ihr, ein Geheimversteck im Hause Rülows durch Zufall zu finden.

Zeitgleich gelingt dies auch Rudolph, der ebenfalls durch Zufall ein Geheimversteck auf Burg Stolzenfels in der Nähe Koblenz entdeckt.

Franziska und Rudolph kommen sich durch die „Ermittlungen“ näher. Wobei „Ermittlungen“ zu viel gesagt ist. Und mit „näher kommen“ sind zunächst nur Streitgespräche und Verdächtigungen gemeint, bevor eine vage Annäherung auf Augenhöhe entsteht, denn beide sind ja offiziell Feinde (Franzosen-Preußen) und dass Rudolph überhaupt ein Wort von Franziska glaubt, grenzt in der damaligen Zeit schon an ein Wunder. Aber das kommt daher, weil ihm Beweise gegen Franziskas Bruder Christian fehlen und er den Eindruck hat, dass einfach jemand verurteilt werden soll, egal ob schuldig oder unschuldig. Zudem werden ihm selber Versäumnisse in diesem Fall zur Last gelegt, und das findet er alles sehr merkwürdig. So ist er praktisch auf die Erkenntnisse von Franziska angewiesen.

Es gibt eine zweite Zeitebene im Buch, ein paar Jahre früher während der Schlacht von Waterloo/Belle Alliance. Dort wird ein Mann angeschossen, und ich wusste nicht, wer es war. Es gab verschiedene Kandidaten, und als herauskam, wer es war, war ich überrascht. Die Vorgeschichte die sich darauf ergab, wird am Schluss gelüftet, bzw. der Leser erfährt es schon früher. Diese kurzen Rückblicke sind wirklich sehr kurz und spannend, so dass man richtig neugierig wird.

Im Gefängnis schweigt Christian weiterhin, selbst als Rudolph mit Franziska ins Gefängnis kommt. Beide konfrontieren Christian mit der Aussage, dass er sich ein paar Tage „frei“ genommen hat um nach Köln reisen. Das wird ihm zur Last gelegt, da so die Spionage-Theorie gefüttert wird. Dennoch bringen Franziska und Rudolph kein Wort aus ihm heraus. Franziska beschließt, sich ebenfalls „frei „ zu nehmen und nach Köln zu reisen, zu ihrer Mutter. Sie hofft dort auf neue Informationen. Rudolph schließt sich ihr an. Dort kommen sich die beiden freundschaftlich näher, auch wenn Rudolph sich weiterhin „korrekt“ verhält. Es kommt etwas wie eine erste Verliebtheit auf.

Ich finde, die Atmosphäre in Koblenz und Köln 1822 wurde gut aufgegriffen. Ich jedenfalls konnte mich wunderbar in diese Zeit hineinversetzen, zudem ich manche Ecken in Koblenz wieder erkannte. Das macht auf alle Fälle einen Reiz aus, dieses Buch zu lesen. Die Zeit in Köln ist kurz, auch an Kapitel, und dann geht es wieder zurück nach Koblenz.

Rudolph hat in Köln eine Entdeckung gemacht, es handelt sich um die Eheringe von Franzsikas Eltern. Dadurch wird er an Ereignisse im Krieg erinnert, und aus der leichten Annäherung zwischen Franzsika und Rudolph wird wieder eine distanzierte Bekanntschaft. Franzsika ist darüber verwirrt.

Zurück in Koblenz nimmt sie wieder ihren Dienst als Hausmädchen bei den Rülows auf und versteift sich zu recht bei den „Ermittlungen“ auf Henriette von Rülow.

Rudolph kämpft mit sich, kämpft mit seinen Gefühlen für Franzsika. Schließlich gibt er sich einen Ruck, eine allzu plötzliche Wendung wie ich meine, und gesteht ihr in einem ruhigen Moment seine Gefühle auf der Festung Ehrenbreitstein. Beide sind glücklich, aber dann kommt die Nachricht, dass Christian sich im Gefängnis umbringen wollte. Nur knapp kann er gerettet werden. Rudolph glaubt keinen Moment an einen Selbstmord und aus diesem Grund stellen Franziska und er den Verdächtigen eine Falle.

Am Ende werden die Schuldigen gefunden, es gibt Dreierlei. Ganz wie auch heute noch manchmal wird versucht, den Vorfall zu vertuschen. Rudolph ärgert sich darüber, aber machen kann er nichts. Immerhin, Christian kommt frei und Rudolph und Franziska werden ein Paar, auch wenn sie es nicht einfach haben werden. Eine Heiratserlaubnis bekommen sie nicht (Französin –Preuße, Katholikin – Protestant), und so gibt es ein offenes Ende.

Am Schluss des Buches gibt es ein Nachwort, ein Glossar, eine Übersichtsliste mit den Protagonisten, eine Vorstellung der historischen Persönlichkeiten die in der Geschichte vorkommen, der obligatorische Dank und einige Stöbertipps (Sehenswertes, Museen …)  rund um die Festung Ehrenbreitstein, Koblenz und Preußens. Ich kann nur sagen, das ist schon alles ziemlich perfekt.

Es gibt einige Sätze im Buch, die im Dialekt, auf Schottisch oder auf Französisch geschrieben sind. Aber die sind kein Problem, selbst wenn man kein Französisch kann, denn es sind wirklich wenige Sätze. Außer das Schottische, bei dem hatte ich Probleme. Beim Dialekt musste ich beim Ausdruck „genä“ (Seite 54) schmunzeln, denn dieses Wort wird in meiner Gegend auch benutzt und es lässt sich eigentlich schlecht übersetzen … Interessant, dass die Autorin dieses Wort aufgeschnappt hat. Es gibt auch ältere Ausrücke (kein Dialekt) wie zum Beispiel füsilieren, kujonieren oder auch Wörter wie „Schute“, die sich aber aus dem Kontext ergeben.

 

Fazit:

Am Anfang, bevor ich mit dem Lesen anfing, hatte ich Bedenken, ob mir das geschichtliche Thema „Preußen/Rheinland/Frankreich“ gefallen würde. Aber diese Sorge war völlig unbegründet. Denn die Autorin Maria W. Peter verpackt die geschichtlichen Ereignisse leicht und unterhaltsam als Hintergrundthema. Dies lässt sich sehr flüssig lesen, und wie nebenbei lernt man den historischen Hintergrund kennen, der als „Aufhänger“ die Schlacht bei Waterloo/Belle-Alliance hat.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und zwei Orten. Zum einen in der Schlacht von Waterloo/Belle-Alliance 1815, die zwar sehr kurz gehalten sind(je ein Kapitel zwischendurch), aber einen Spannungsbogen erzeugen, weil man schon vermutet, dass beide Erzählstränge miteinander zu tun haben. Und dann ein paar Jahre später beim Festungsbau 1822 in Koblenz, hier lernen sich zwei „Feinde“ kennen, Rudolph der Preuße und Franziska die Halbfranzösin. Einen kurzen Abstecher gibt es nach Köln.

Die Geschichte bietet sehr viele Unterhaltungspunkte. Zunächst einmal das geschichtliche Thema wie oben erwähnt, dann den Spionagefall der Ermittlungen wie in einem Krimi nach sich zieht und ganz vage und zart ein kleines Love-Interest, dass aber sehr züchtig und passend für die damalige Zeit daherkommt. Zudem bringt die Autorin eine Gesellschaftskritik der damaligen Zeit an, die Klassenunterschiede zwischen Adligen und Bauern, bestimmte Positionen und Schulen waren nur dem Adel vorbehalten, die hinterwäldlerischen aber liberalen Rheinländer gegen die strengen Preußen, die Haltung gegenüber den Franzosen, die jetzt Feinde sind etc. Dennoch müssen sie, trotz verschiedener Religionen und verschiedener Mentalitäten miteinander auskommen. Es sind verschiedene „Völker“, die Preußen, die Rheinländer und die Franzosen, es kommt immer wieder zu Reibereien.

Ein Spannungsbogen der durch die ganze Geschichte reicht, war für mich die Frage, was Franziskas Bruder Christian zu verbergen hat, was verschweigt er beharrlich? Wer ist der Spion in Capitain von Rülows Haus? Warum ist Feldwebel Bäske so überheblich gegenüber Leutnant Rudolph Harten?

Die Charaktere sind übersichtlich gestaltet, schnell hat man alle im Kopf parat. Die Hauptprotagonisten sind Leutnant Rudolph Harten und die Halbfranzösin Franzsika, beide ermitteln aus unterschiedlichen Gründen, weil Franziskas Bruder der Spionage verdächtigt wird. Zudem verheimlicht er etwas, was einen weiteren Spannungsbogen ausmacht. Dann gibt es noch den Künstler Alasdair, die Freundin Therese und der Haushalt der Rülows. Ich konnte mir alle Charaktere sehr gut vorstellen. Zudem war für mich ein besonderer Anreiz, dass die Geschichte in Koblenz spielte.

Alles in allem: Eine Schmöker-Mischung aus Krimi, Spionagefall, historischer Ereignisse und einem kleinen Love-Interest. Unterhaltsam und perfekt für den Sommer-Urlaub. Ich möchte auf alle Fälle noch mehr von der Autorin lesen.

Tipp: Die Festung kann heute in Koblenz besichtigt werden, und eine Jugendherberge befindet sich dort mit toller Aussicht über die Stadt; Koblenz ist ein toller Ausflugstipp!

Das Buch erschien am 16. März 2017

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/historische-romane/die-festung-am-rhein/id_5408043

 

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