Swann, Leonie – Gray

Swann, Leonie
Gray
978-3-442-31443-0
Goldmann

Inhalt:

Dr. Augustus Huff, Dozent an der berühmten Universität von Cambridge, hat plötzlich ein Problem: einer seiner Studenten ist in den Tod gestürzt. Nur ein tragischer Unfall oder Mord? Augustus vermutet Letzteres, denn das Opfer war alles andere als ein Engel. Ein Mörder im Elfenbeinturm – das darf nicht sein, und so macht sich Augustus, unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen, auf die Suche nach dem Täter. Der Vogel erweist sich aber als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der die richtigen Fragen stellt und Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken. (Quelle Goldmann Verlag)

Meine Meinung:

Vor Jahren bin ich längere Zeit um den Schafskrimi „Glenkill“ herumgeschlichen, nicht sicher, ob ich einen Krimi lesen wollte, in dem ein Schaf ermittelt. Ich habe den Krimi dann gelesen und war restlos begeistert, so dass ich auch noch „Garou“ hinterher gelesen habe. Deswegen war mich für mich völlig klar, dass ich auch „Gray“, einen Papageien-Krimi lesen musste, den ich in meiner Bücherei entdeckte. Vorne weg, er kommt nicht an Glenkill oder Garou heran, aber ist dennoch krimimäßig gut zu lesen.

Im „Buch aktuell“ vom Sommer 2017 war ein kurzes Interview mit Leonie Swann zu ihrem hier vorgestellten Buch „Gray“.

 

Allerdings wird einem der Anfang nicht leicht gemacht. Viele Protagonisten tauchen auf und man hat wieder die Mühe, zu entscheiden, wen man sich „genauer anlesen“ sollte oder nicht, sprich, wer ist Neben- oder Hauptprotagonist. Lasst euch gesagt sein, die meisten sind Nebenprotagonisten, also man kann auch gut weiterlesen, wenn man sich den ein oder anderen nicht so gut merkt.

Denn Hauptprotagonisten sind Dr. Augustus Huff und der Graupapagei Gray.

Dr. Augustus Huff, Anthropologe und der Mann fürs „Übernatürliche“ unterrichtet an der Universität von Cambridge, hier wohnt er mit vielen anderen Studenten. Er erforscht Zusammenhänge mit Aberglauben und Magie. Dieser „Teil“ von ihm kommt leider im Buch völlig zu kurz, um nicht zu sagen, es wird einmal erwähnt und kommt dann nicht mehr vor. Das ist sehr schade, hatte ich mir doch einen magischen Dialog zwischen Gray und ihm erhofft. Jedenfalls ist Dr. Huff Tutor von Elliot, der offiziell gesehen Selbstmord beging aber inoffiziell auch ermordet worden sein könnte. Genaueres weiß weder Dr. Augustus Huff noch der Leser, und auch alle Ermittlungen ergeben irgendwie keinen roten Faden. Aber, Dr. Augustus Huff ermittelt und kommt so zu Gray, einem Graupapagei.

Charakterlich erinnert Dr. Augustus Huff an Monk. Er hat einen Zwang, was das Zimmer abschließen angeht, kann bestimmte Zahlen nicht leiden (vier und acht), muss immer mit dem linken Fuß zuerst gehen, ist penibel ordentlich und könnte sich stundenlang die Hände waschen. Alles muss seinen Platz haben. Und dann taucht Gray auf, der seine ordentliche geordnete Welt auf den Kopf stellt. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, wie Dr. Augustus Huff das mit einem Papagei aushält, weil dieser Federn verliert, beim Essen alles um sich herum verstreut, beim trinken sudelt … aber erstaunlicherweise ändert Dr. Augustus Huff seine Verhaltensauffälligkeiten, jedenfalls was Gray anbelangt.

Gray ist ein Graupapagei. Und zwar ein ziemlich intelligenter, der zielsicher und treffgenau die passenden Wörter hervorkräht. Und dabei weniger kräht, sondern eher ein Stimmen-Imitator zu sein scheint. So bringt er Dr. Augustus Huff ständig in Bedrängnis oder Peinlichkeiten, sehr zum schmunzeln von der Leserschaft.

Am Schluss des Buches gibt es ein Glossar, in dem Wörter wie Fellow, Dean, Porter, Fitzbilie, Maibälle oder auch College erklärt sind.

 

Fazit:

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, aber weniger unterhaltsam. Ich würde meinen, sie ist mit englischem Charme geschrieben, also öfter mal mit Längen. Die Geschichte an sich ist etwas holprig, mit vielen Ermittlungsrichtungen und Wendungen, die nicht immer nachvollziehbar waren. Auch der Schluss erschien mir sehr konstruiert.

Dr. Augustus Huff erinnerte mit seinem Spleen ein wenig an „Monk“. Mit seinem Aberglauben ist er ein interessanter Charakter, allerdings hat sich mir bis zum Schluss leider kein „Bild im Kopf“ zu ihm eingestellt. Leider spielte die Magie keine Rolle in dem Buch.

Dafür wird der Leser Gray umso mehr lieben, der mit Wörtern zielgenau umzugehen weiß. Es ist jetzt nicht übermäßig witzig, aber ich habe ein paar Mal geschmunzelt. Er kann zwar nicht in dem Sinne denken, dass die Leserschaft seinen Gedankengängen folgen kann, aber die Satzfragmente die er sagt, passen immer gerade gut zur Handlung. Dennoch, hier hätte mehr Seelenleben auch nicht geschadet.

Alles in allem: Holprig und mit Längen, dennoch hat die Geschichte Potenzial. Wegen Graupapagei Gray würde ich auch einen zweiten Krimi lesen.

Das Buch erschien am 15. Mai 2017

Link zum Buch/Verlag: https://www.randomhouse.de/Buch/Gray/Leonie-Swann/Goldmann/e500609.rhd

 

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