Bowen, Sarina – True North Bd.2 / Schon immer nur du

Bowen, Sarina
True North Bd.2
Schon immer nur du
978-3-7363-0600-4
Lyx

Inhalt:

Wenn wir zusammen sind, gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft. Es gibt nur das Hier und Jetzt. Diesen Moment. Als Jude in seinen Heimatort in Vermont zurückkehrt, will er nicht mehr daran denken, was vor drei Jahren geschehen ist, als er alles verloren hat: seinen guten Ruf, seine Chance auf eine Zukunft – und Sophie. Seine große Liebe, deren Leben er in einer einzigen tragischen Nach zerstört hat. Sophie ist geschockt von Judes Rückkehr, denn der Mann, der für den Tod ihres Bruders verantwortlich ist, bringt ihr Herz auch nach all den Jahren noch gefährlich aus dem Takt. Und so sehr sie sich dagegen wehrt, spürt sie bald, dass diese Liebe keine Gesetze kennt … „Wer nach einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte und Figuren mit Tiefgang sucht, wird an Jude und Sophie nicht vorbeikommen!“ City and Book. (Quelle Lyx/Lübbe)

Meine Meinung:

Der zweite Teil der „True North“ Reihe, auf den ich mich gefreut habe. Und den ich aus allen meinen vielen Büchern diese Woche als erstes lesen wollte und gelesen habe.

Hauptprotagonist ist Jude, den wir als Nebenrolle aus dem ersten Teil der True North-Reihe kennen. Nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat die Shipley Farm in Vermont ihn aufgenommen und Arbeit gegeben. Die Apfelernte ist nun vorüber, er musste weiterziehen.

So landet Jude wieder in seiner Heimatstadt Colebury, bei seinem alkoholabhängigen Vater in der Autowerkstatt. Die beiden reden nicht viel miteinander, sie kommen gezwungenermaßen ohne viele Worte aus. Man merkt, dass Jude keine schöne Kindheit hatte. Dafür kennt er sich mit Autos und Reparaturen gut aus, so dass er die Werkstatt, die sein Vater runter gewirtschaftet hat, nach und nach wieder auf Vordermann bringen kann.

Jude ist ein toller Charakter, eigentlich schon zu gut, zu geläutert um wahr zu sein. Aber für zum Träumen hier in der Geschichte ist das ganz in Ordnung. Denn er will sich ändern, er will clean bleiben, er will seine Sucht bekämpfen. Seit fünf Monaten schafft er das, auch dank Griffin und der Shipley Farm (im ersten Teil von True North). Die Sucht wird immer ein Teil seines Lebens bleiben, sie beherrscht gerade am Anfang sein gesamtes Leben.

Zitat Seite 13: „Ich spürte eine Art rastloses zittern in den Gliedern und eine Leere in der Brust. Manche beschrieben es als eine Art Hunger oder Durst. Aber das war auch nicht ganz zutreffend. Wie auch immer man es nennen mochte, in mir war ein schmerzliches Verlangen, und ich sehnte mich danach, es zu lindern. Und jeden Tag ging ich ein wenig verloren durchs Leben und versuchte, eine Leere in meiner Seele zu füllen. Aber sie verschwand nie. Ich war seit fünf Monaten raus aus dem Entzug und spürte sie noch immer die ganze Zeit. Sei meldete sich, wenn ich gestresst oder gelangweilt war. Wenn ich müde war oder wenn ich nicht genug zu essen gehabt hatte. Manchmal sogar dann, wenn eigentlich alles gut lief.“

In der Geschichte kommt erst so nach und nach heraus, was er alles „konsumiert“ hat. Er stellt sich seiner Sucht, ihm werden aber ständig Steine in den Weg gelegt. In der Kleinstadt in Vermont kennt ihn jeder, und jeder weiß, dass er ein verurteilter Straftäter wegen Drogenbesitz und fahrlässiger Tötung ist. Jeder weiß, dass er vollgedröhnt einen Unfall verursachte, bei dem der Sohn des Polizeichefs starb. Und der Bruder von Sophie.

Sophie, 23 Jahre, ist die Beständige in dieser Geschichte. Sie und Jude waren zusammen, und sie hat mehr oder weniger nicht mitbekommen, dass er süchtig war. Jude konnte es gut verbergen, und Sophie in ihrer Verliebtheit fiel es nicht so auf. Sophies Vater ist Polizeichef, zudem sehr despotisch, herrschsüchtig und hat seinen Sohn vergöttert. Nichts anderes zählte. Zudem verbot er Sophie den Umgang mit Jude, er hasste ihn praktisch und setzte ihm damals und besonders heute ständig seine Polizeikollegen auf den Hals. Er ist eine sehr unsympathische Person, die einen unterschwelligen Hang zur Gewalttätigkeit hat. Sophie hatte von ihrem Elternhaus in der ganzen Zeit keinen Rückhalt, im Gegenteil. Erst am Schluss zeigt wenigstens ihre Mutter, was in ihr steckt.

Das Love-Interest ist sehr schön ausgestaltet. Es gibt so richtig viele „Herz-Schmerz-Momente“, und sie aus beiden Perspektiven zu erleben, aus der von Jude und aus der von Sophie, macht das ganze glaubwürdig. Man merkt die schmerzliche Anziehungskraft zwischen den beiden, selbst nach so langer Trennung und den ganzen Vorfällen können sie nicht voneinander lassen. Ein unmögliches Verlangen, denn wie könnten die beiden zusammen sein, nachdem Jude ein verurteilter Straftäter ist, der zudem versucht clean zu bleiben? Wird er jemals gut genug für Sophie sein? Wie kann Sophie es ihm verzeihen, dass er seinen Bruder getötet hat? Ihren Bruder, der ein erfolgreicher Lacrosse-Spieler war, der Liebling der Eltern? Ich war gespannt, wie die Autorin dieses Dilemma lösen und den Schluss gestalten würde.

Es kommt wie es kommen muss, die beiden treffen irgendwann aufeinander und so ziemlich sofort flammt die alte Liebe zwischen ihnen wieder auf. Ausgerechnet während einer kirchlichen Freiwilligenarbeit sehen sich die beiden öfter. Jude ist nur durch großen Zufall dort hin geraten, das fand ich persönlich weit hergeholt, aber es war hier dennoch schlüssig erklärt.

Was ich nicht verstehen konnte war, dass Sophie Jude eigentlich keinen richtigen Vorwurf macht, weil er ihren Bruder „getötet“ hat. Dass dieser tote Bruder nicht zwischen ihnen steht. Es ist eigentlich fast kein Thema in der Geschichte, es erschien wie „ausgeklammert“ und fehlte auch unbewusst. Sophie will eigentlich nur herausbekommen, was wirklich geschah. Hier fügt sich auch sehr leicht eins ins andere. Ebenfalls nicht verstehen konnte ich, als Jude ein Stück Schwarzwälder-Kirsch-Torte isst, die bekanntlich mit Schnaps verfeinert ist. Dabei trinkt er keinen Alkohol aus Rückfallgründen.

Mir kam ziemlich früh der Gedanke, dass mit dem Unfallhergang etwas nicht stimmen konnte. Ich denke, anderen Lesern wird es auch so gehen, man hat von Anfang an eine Ahnung und man wartet gespannt, ob sie sich tatsächlich auflöst und je nach Ausgang, wie das Buch dann enden wird. Wie kann es ein Happy End geben? Das fragte ich mich am Anfang auch. Wer den ersten Teil gelesen hat, weiß, in dieser Reihe wird jeder sein Happy End finden. So wird es auch mit Jude und Sophie sein. Mir kam es sehr weichgespült vor, weil sich alles gerade so passend einfach und so richtig happy-end-mäßig zusammenfügte.

 

Fazit:

Die Geschichte bietet eine schöne Unterhaltung zum Abschalten. Jude, der versucht seine Sucht in den Griff zu bekommen um „clean“ zu bleiben, er begreift, dass er wahrscheinlich ein Leben lang dagegen ankämpfen muss. Der mit großer Anstrengung jeden Ärger vermeiden will, aber der Ärger findet ihn dann doch. Diese „Suchtgeschichte“ zieht sich als Spannungsbogen natürlich durch das ganze Buch: Wird er clean bleiben? Sophie, ein liebes Mädchen, die Jude praktisch alles verzeiht, war ein wenig konturlos. Dazu das Love-Interest, es ist sehr emotional dargestellt, mit starker Anziehungskraft und vielen Herz-Schmerz-Momenten“. Es gibt auch einige „deftige“ Sex-Szenen.

Ich fragte mich auch von Anfang an, wie die Geschichte wohl enden würde und war dann fast ein bisschen enttäuscht, als alles ziemlich aalglatt ging und es ein klischeebeladenes Happy-End gab. Sozusagen „zu schön um wahr zu sein“. Aber was soll‘s, es ist ja auch ein Happy-End-Genre, also weiß man, was auch einen zukommt und so kann man wenigstens gut einschlafen.

Ein wenig übertrieben und fast schon amerikanisches Klischee war so z.B., dass Jude in einer Kirche Hilfe findet indem er ehrenamtlich in einer Armenküche hilft. Auch bei Sophie gab es solche Momente, z.B. als sie als Sozialarbeiterin eine Spende für ein taubes Kind „organisiert“, damit dieses ein Cochlea Implantat bekommen kann. Dies war doch recht einfach dargestellt, und ich bin nicht sicher, ob das mit dem hören und verstehen im realen Leben so schnell geht. Oder der allzu hilfsbereite Kollege Denny und auch dass Sophie detektivische Nachforschungen anstellt und ziemlich schnell auf eine Spur stößt. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die stören können, die ich aber sehr gut überlesen konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, passend und unterhaltsam. Vor allem Judes Perspektive wegen seiner Drogensucht lässt sich interessant lesen und enthält sicherlich ein paar wahre Ansätze. Man kann die Geschichte schnell lesen und trotzdem sehr genießen, sie erinnerte mich an das Buch von Kirsty Mosely „Fighting to be free“.

Alles in allem: Eine Wohlfühl-Liebesgeschichte zwischen einem Drogensüchtigen Bad Boy ,einem lieben Mädchen und einem tragischen Unfall. Wunderbar um ein paar Stunden abzuschalten. Ich werde auf alle Fälle den dritten Band lesen und hoffe, dass es noch einen vierten Band geben wird!?

Das Buch erschien am 21. Juli 2017

Link zum Buch/Verlag: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/liebesromane/true-north-schon-immer-nur-wir/id_6327783

 

True North / Vermont Reihe
Band 1 True North – Wo auch immer du bist Audrey + Griffin
band 2 True North – Schon immer nur wir Sophie + Jude
Band 3 True North – Du bist alles  für immer Lark + Zach

 

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