Rotaru, Lana – Black Bd. 1 „Das Herz der Panther“

Rotaru, Lana
Black Bd. 1
Das Herz der Panther
9-783739-203416
Books on Demand

Inhalt:

Lia führt ein gewöhnliches Leben als Highschool-Schülerin, bis Graham und Alexander Black in ihr Leben treten. Wieso hat sie plötzlich das ständige Gefühl, beobachtet zu werden? Und wie schaffen es die beiden Brüder, immer zur richtigen Zeit da zu sein, um sie zu retten? Schnell wird Lia klar, dass die Blacks ein Geheimnis umgibt, das sie unbedingt lüften muss, um die ganze Wahrheit über ihr eigenes Leben zu erfahren. Aber kann sie den Blacks vertrauen oder sind sie sogar der Grund für die drohende Gefahr? Soll Lia auf ihr Herz oder ihren Verstand hören? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem mehr auf dem Spiel steht als nur das eigene Leben. (lovelybooks)

Meine Meinung:

Dieses Jugendbuch habe ich in meiner Stadtbücherei entdeckt und war gleich vom Cover und der Inhaltsangabe fasziniert. Ich mag romantische Liebesgeschichten über Gestaltwandler. Dieses hier ist zudem noch ein Jugendbuch, was zumindest eine „süße“ Liebesgeschichte versprach.

Amalia, genannt Lia steht fest in ihrem Leben: Sie hat ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, eine treue Freundin aus Kindertagen (Sky) und ihr Freund ist beliebter Teamkapitän der Basketball-Highschool-Mannschaft (Luca). Alles ist in Ordnung, bis die Zwillinge auftauchen: Alexander und Graham Black.

Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich dieses mal die Geschichte beschreiben soll, deswegen fange ich mal mit den Hauptcharakteren an:

Amalia / Lia: lange braune Haare, sehr schlank aber anders als ihre beste Freundin Sky keinerlei Rundungen, 18 Jahre, Highschool, Cheerleaderin, beste Freundin ist Sky,

Graham Black, Zwilling: schwarze Haare, bronzefarbende Haut, muskulöse Figur, groß, Model-Look, immer gestylt, Wuschelkopf, bernsteinfarbene Augen,

Alexander Black, Zwilling: schwarze Haare, bronzefarbende Haut, muskulöse Figur, groß, Model-Look, immer gestylt, etwas längere Haare als sein Bruder, grüne Augen,

Sky: Goldblonde, gelockte Haare; 175m groß, lange Beine, tolle Figur, sehr schlank und dennoch Rundungen, beste Freundin ist Lia,

 

Die Geschichte handelt grob gesagt davon, dass eine alte Prophezeiung erfüllt werden muss. Lia ahnt zunächst nichts von ihrer Bestimmung. Wie oben erwähnt, ihr geht es gut. Auch wenn ich als Leser mehr als irritiert war, wenn ihr Freund Luca sie ziemlich oberflächlich behandelte und kaum Zeit für sie hatte. Als Leser denkt man natürlich sofort, dass ein anderes Mädchen dahinter steckt, und wartet dann natürlich darauf, dass Lia dies auch erkennt. Was aber nicht passiert. Sie erfährt es dann aber auf die schmerzhafte Art, als sie zufällig ein Gespräch von Lucas belauscht: Er hat eine andere Freundin!

Die Blacks, Alexander und Graham sind bis dahin schon in der Schule etabliert, und da sie sportlich, gut aussehen und höflich sind, sind sie besonders bei der den weiblichen Schülerinnen sehr beliebt. Sie werden gleich ins Basketball-Team der Schule aufgenommen. Beide hängen aber immer in der Nähe von Lia herum, obwohl Graham innerlich sehr auf Abstand zu Lia geht, sie regelrecht oft hasserfüllt anschaut. Lia kann das nicht verstehen, sie kennt ihn ja gar nicht. Dies ändert sich, als Graham aus Versehen Lia beim Basketballspiel umrennt. Lia ist schwer verletzt und wacht in einem fremden Zimmer auf, bei den Blacks zu Hause. Sie kann nicht verstehen, warum sie nicht in ein Krankenhaus gebracht wurde. Da aber Alexander, Graham und ihr Vater William allesamt sehr nett zu ihr sind, ist sie zunächst beruhigt.

Tja, und dann … obwohl ich über die Hälfte des Buches gestern gelesen habe, weiß ich heute schon nicht mehr so richtig, wie es dann weiterging, weil es so belanglos war, bzw. weil ich es nicht richtig erklären kann. Wichtige Dinge passieren einfach, werden in einem Satz erklärt. Also etwas so: Lia wird umgerannt und stirbt fast, weil Graham Superkräfte hat. Keine langen Erklärungen wieso weshalb warum woher. Und diese Superkraft wird dann auch fast nicht mehr erwähnt im weiteren Verlauf. Es fängt damit an, dass die Blacks ihr zu erklären versuchen, warum sie nicht ins Krankenhaus sollte, nämlich wegen ihrer erheblichen Verletzungen die durch den Zusammenprall mit Graham geschahen. Diese Verletzungen sind so ausgeprägt, weil Graham über so starke Kräfte verfügt, dass sie dachten, Lia würde sterben. Und im Krankenhaus hätten die Ärzte sich diese schwere Verletzung nicht erklären, geschweige denn Lia retten können. Lia versucht das zu verstehen. Mir kamen diese Super-Kräfte von Graham etwas „herbeigeholt“ vor.

Normalerweise hätten jetzt ihre Eltern auftauchen müssen, denn wenn ein verletztes Kind zu Fremden anstatt ins Krankenhaus gebracht wird, ist das doch schon merkwürdig. Aber, noch unglaubwürdiger kam mir die Erklärung vor, dass Lias Eltern wochenlang bei einer Fluggesellschaft arbeiten, nicht zu erreichen sind und ihr geliebtes Kind alleine zu Hause lassen!? Also, das ist mehr als seltsam. Anfangs dachte ich noch, vielleicht sind die Eltern ebenfalls Gestaltwandler wie die Blacks und leben die Zeit, in denen sie „arbeiten“, als Tiere im Wald oder sonst wo. Aber so war es nicht. Lias Vater ist Pilot, und ihre Mutter Stewardess. Selbst dann denke ich, dass sie nicht „wochenlang“ unterwegs sind, sondern auch mal frei haben. Und in dieser Geschichte waren sie wochenlang nur einmal zu Hause bei ihrer Tochter gewesen. Und das war am 18. Geburtstag von Lia. Und Lia war überrascht, dass sie sich extra Zeit und frei für sie genommen hatten. Also bitte, da frage ich mich, was für ein Verhältnis sie miteinander hatten? Ist es nicht selbstverständlich, dass Eltern die ihr Kind lieben, natürlich am 18. Geburtstag zu Hause bei ihrem Kind sind und einen schönen Tag planen, vielleicht mit Party etc.? Nein, hier bei Lia war es nicht selbstverständlich, obwohl sich alle über alles geliebt haben. Und dann konnten sie auch nur ein paar Stunden bleiben, überreichten das Geschenk, einen Selbstverteidigungskurs und „Küsschen hier und da“ und waren wieder weg. Also, mir fehlen die Worte, das zu beschreiben, das ging gar nicht.

Lia fühlt sich sowohl zu Alexander als auch zu Graham hingezogen. Graham gesteht ihr, dass er sie auf Abstand gehalten hat, weil ihm ihre Berührungen weh tun. Zudem hat er Heilkräfte, die ihn aber ziemlich auslaugen. Ach ja, auch die Superkraft vom Zusammenstoß sollte man nicht vergessen. Ich hatte das ganze so verstanden, dass Graham generell niemand berühren kann, ohne Schmerzen zu fühlen. Aber als er später mit einem Mädchen ausgeht, war das anscheinend kein Problem!? Vielleicht habe ich da auch etwas nicht richtig verstanden. Alexander hat auch eine paranormale Gabe, er hat Schmerzen, wenn jemand lügt. Ihm passiert dies aber nur, wenn Lia „lügt“, bei allen anderen ist es auch kein Problem !?

Dann passiert seitenweise gar nichts, außer dass sich Lia in beide Blacks verliebt. In Alexander und in Graham. Mit beiden hat sie schöne Momente, und sie kann sich nicht entscheiden, der Druck wird aber größer, denn es entstehen unangenehme Situationen für den jeweils anderen Zwilling. Diese Liebeleien, Berührungen und keuschen Küsschen sind schon gut beschrieben, aber dadurch, dass Lia ständig rumjammerte, war das alles nur noch nervig. Denn sie jammerte, weil sie sich nicht zwischen den Jungs entscheiden konnte.

Überhaupt Jungs. Die Blacks werden als „Jungs“ betitelt und gehen ja auch zur Highschool. Sie werden aber im Buch wie Männer beschrieben. Zudem sind sie höflich, komponieren Musik, spielen Klavier … und sahen aus wie Models, boah, also, das war schon richtig kitschig und ich konnte es fast nicht mehr lesen, obwohl ich gutaussehenden und muskulösen Männern in Liebesromanen nicht abgeneigt bin. Aber hier funktionierte es nicht, die Ambivalenz war zu groß.

Ach ja, zwischendurch sterben Lias Eltern bei einem Flugzeugabsturz, auch das wirft sie wochenlang aus der Bahn. Ihr Kummer ist riesengroß. Die Blacks kümmern sich um sie. Auch hier fehlen mir die liebevollen Details, ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass Lia doch nochmal in ihre Haus zurück kehrt und die Sachen ihrer Eltern durch schaut. Aber das passiert nicht.

Lia erfährt immer ein wenig mehr über die Blacks, so zum Beispiel, dass William nicht der Vater von Alexander und Graham ist, dass die beiden spanisches Blut haben, und dass sie aus einem guten Grund einen Panther auf ihren Rücken tätowiert haben. Denn sie sind Gestaltwandler, fast 100 Jahre alt, sie können sich in schwarze Panther verwandeln. Dies geschieht im letzten Drittel des Buches, als Lia angegriffen wird und sich Alexander und Graham, um sie zu schützen, in Panther verwandeln. So können sie den Feind in die Flucht schlagen.

Lia ist fix und fertig und muss das ganze erst mal verkraften. Gestaltwandler! Und dann noch ein Nachtdämon, der sie angegriffen hat, warum? Sie finden heraus, dass der Nachtdämon im Auftrag von Lias wahrem Vater beauftragt wurde, einem bösem Magier.

Nach einem Highschool-Ball fühlt sich Lia mehr zu Alexander hingezogen. Sky, die auch auf dem Ball ist, legt bei Lia ein paar Tage später ein Geständnis ab: Sie hat sich in Luca verliebt, den Exfreund von Lia, der sie betrogen hat. Nun fühlt sich ihrerseits Lia betrogen, dass ihre Freundin ihr sowas antun konnte! Ein paar Tage später beendet sie mal gerade so nebenbei und mit wirklich harten Worten die jahrelange Freundschaft mit Sky. Ich war fassungslos, wie emotionslos Lia dies vorbrachte. Das hatte Sky für meine Begriffe auf keinen Fall verdient. So ein radikaler Schnitt, so unvorhersehbar, und so unversöhnlich. Das passte nicht zu Lia.

William, der offiziell die Funktion des Vaters für Alexander und Graham hat, stellt Nachforschungen zu einer Prophezeiung an, nachdem Lia erzählt, dass das Medaillon den Angreifer aufgehalten hat, dass sie von ihrer Mutter bekam. William untersucht das Medaillon, und entdeckt ein bestimmtes Zeichen darin. Er setzt sich mit Sioux-Indianern in Verbindung, und alle vier fahren zu ihren Lager. Dort erfährt Lia die Geschichte der Prinzessin und ihrer zwei Panther. Lia muss sich für einen der beiden entscheiden.

Am Schluss gelangen sie und die Blacks durch ein Portal in die magische Welt ihres bösen Vaters. Dieser braucht ihr unschuldiges Blut, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Es kommt zum Kampf, ihr Vater kann entkommen. Verwirrung stiftet Valeria, einst die große Liebe von Alexander und Graham, die aus einem langen magischen Schlaf erwacht. Während Lia und Graham durch das Portal zurück können, blieben Alexander und Valeria in der magischen Welt.

Fazit:

Mir war nicht bewusst, dass dies der erste Band einer Trilogie war. Aber ich konnte es mir beim Lesen zwischendurch schon fast denken, weil sich alles so in die Länge gezogen hat, und sich die Hauptprotagonistin nicht zwischen zwei „Jungs“ entscheiden konnte. Diese Konstellation hat man ja oft in Trilogien.

Lia ist in die gutaussehenden Zwillinge Alexander und Graham verliebt, und versucht sich für einen der beiden zu entscheiden. Dies macht den größten Teil der Geschichte aus, und obwohl die unschuldigen Liebesszenen ganz okay waren, wirkten sie durch Lias gejammere nur nervig auf mich. Nicht ersichtlich war für mich, was diese Anziehungskraft zwischen den dreien ausmachte. Irgendwann mochte ich nicht mehr weiterlesen und überflog die Seiten nur noch. Ich las nur noch, wenn es um die Geschichte selber ging, aber selbst das konnte mich auf Dauer nicht fesseln. Das letzte Drittel habe ich nur noch „überflogen“.

Dabei war die Idee für diese Geschichte mit fantastischen Elementen ziemlich gut. Zwei Gestaltwander, die Model-mäßig gut aussehen, diverse andere magische Kräfte haben und sich in Panther verwandeln können, sollen eine Schülerin beschützen, die der Teil einer Prophezeiung ist und ebenfalls Kräfte in sich trägt, von denen sie nichts ahnt.

Die Charaktere waren eigentlich halbwegs gut dargestellt, konnten mich aber letztendlich nicht berühren. Alles wurde ziemlich einfach, oberflächlich und stellenweise naiv gehalten. Der Erzählton war zwar flüssig zu lesen, konnte aber nicht fesseln.

Manches war einfach auch irritierend. Zum Beispiel, dass Lias Eltern wochenlang arbeiten und sie praktisch alleine zu Hause wohnt. Ihr 18. Geburtstag. Das abrupte und unversöhnliche Beenden ihrer Freundschaft mit Sky.

Ich war froh, als das Buch zuende war und werde die anderen Bände nicht lesen.

Alles in allem: Die Idee der Geschichte war wie oft gut, aber die Umsetzung ist für meinen Geschmack so gar nicht gelungen. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu viele Vergleiche zu erwachsenen paranormalen Liebesromanen von Autoren wie Christine Feehan , G.A. Aiken, Alexandra Ivy etc. habe und dies hier als Zielgruppe Jugendliche hat. Aber wenn ich an Jennifer Armentrout  (Dark Elements Trilogie), Julie Kagawa (Talon-Reihe) oder Jennifer Estep (Black Blade Trilogie) denke, dann hätte mir dieses Buch hier eigentlich gut gefallen müssen.

Sterne: Spontan würde ich einen von fünf Sternen geben, was bei mir sehr selten vorkommt. Aber hier hat für mich vieles nicht gepasst. Die Idee mit den Gestaltwandlern und der Prophezeiung war gut, konnte aber für mich nicht glaubwürdig umgesetzt werden. Es haperte an einer authentischen Umsetzung der Charaktere und deren Lebensumstände. So werden Alexander und Graham Black als Jungs betitelt, wirken aber wie abgehärtete Männer. Lias Eltern sind wochenlang auf der Arbeit und lassen ihren Teenager allein zu Hause. Sie sind noch nicht mal telefonisch erreichbar! Das ist doch nicht realistisch. Das Love-Interest war mir nicht plausibel: Warum verliebten sich beide Blacks in Lia? Sie war stinknormal und es gab sicherlich interessantere Mädchen an der Highschool. Wo war das besondere an Lia? Ich konnte es nicht sehen, nicht fühlen. Dann dieses seitenlange gejammere über ihre Unentschlossenheit, wen sie mehr liebt: Graham oder Alexander? Dieser Wechsel der Gefühle war nur noch nervig. Eigentlich wollte ich für die Idee und den flüssigen Erzählton noch zwei Sterne geben, aber im Endeffekt konnte mich das Buch nicht überzeugen und das allerwichtigste: noch nicht mal neugierig auf den zweiten Band der Trilogie machen! Deswegen vergebe ich einen von fünf Sternen.

Das Buch erschien am 13. Januar 2016

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