Harkness, Deborah – Die Seelen der Nacht (Diana & Matthew Trilogie Band 1)

Harkness, Deborah
Die Seelen der Nacht
Diana & Matthew Trilogie Band 1
978-3-442-37719-0
Blanvalet

Inhalt:

Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben … (Quelle Blanvalet/Random House)

Meine Meinung:

In meiner Bücherei standen alle drei Bände dieser „Diana & Matthew Trilogie“ nebeneinander. Der erste Band ist aus dem Jahr 2013, die floralen Muster auf dem Cover mit dem schwarzen Hintergrund sind schon ein Hingucker. Dennoch habe ich gezögert, denn die Seitenzahl ist ziemlich hoch und dann schon wieder eine Trilogie!? Dann hat meine Neugierde gesiegt, und ich mir den ersten Band ausgeliehen.

Harkness, Deborah –Diana & Matthew Trilogie

Auf den Fotos hier die Inhaltsangabe und der Klappentext vom ersten Band. Zum vergrößern einfach auf die Fotos klicken:

Harkness, Deborah
Die Seelen der Nacht
Diana & Matthew Trilogie Band 1
978-3-442-37719-0
Blanvalet

Harkness, Deborah
Die Seelen der Nacht
Diana & Matthew Trilogie Band 1
978-3-442-37719-0
Blanvalet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschichte spielt zunächst in Oxford in der Umgebung der Universität. Ich mag diese Beschreibungen altehrwürdiger englischer Städte und es gelingt der Autorin das Flair dort einzufangen. Da die beiden Hauptprotagonisten Diana und Matthew dort nicht sicher sind, fliegen sie in die Auvergne nach Frankreich, dort liegt der Familiensitz „Sept Tours“, eine Trutzburg. Doch auch dort kommen die beiden nicht zur Ruhe, die Verfolger sind ihnen auf der Spur. Warum ahnen sie mehr, als das sie es wissen. Als letzte Lösung nach einem schrecklichen Vorfall fällt ihnen Dianas Heimat ein, ein kleiner Ort bei Madison im Staate New York in den USA. Dort leben ihre Tanten. Dennoch soll auch dieses gemütliche alte und magische Hexenhaus, wie ich am Schluss erfahre, nicht der letzte Ort ihrer Reise sein. Das war irgendwie auch schon klar, da es ja noch zwei weitere Bände gibt.

Das Buch fängt ein wenig spröde an, doch irgendwie mochte ich diesen altmodischen Erzählton mit Tee trinken in kleinen netten Cafe‘s, mit altehrwürdigen Häusern und antiken oder magischen Dingen (Amulette etc.). Der Gegensatz dazu ist der Stammsitz von Matthews Familie in der Auvergne und Dianas Hexenhaus in ihrer Heimat in den USA. Alle Besitztümer sind sehr heimelig dargestellt, und vor allem Dianas „lebendes Hexenhaus“ ist wirklich zauberhaft.

Auf den ersten Seiten erfahre ich einiges über das Leben von Diana. Sie ist Historikerin und stammt von einer alten Hexenlinie ab. Das wichtigste aber: Sie verweigert sich der Magie in ihrem Leben. Dennoch bleibt sie für mich oberflächlich, es dauerte lange, bis ich erfahren habe, wie sie überhaupt aussieht. Und selbst dann erschien sie mir noch nicht richtig fassbar, weder vom Aussehen her noch von ihrem Charakter. So nach und nach schält“ sich dann für mich gefühlt widerstrebend ein Bild heraus. Diana ist langhaarig, blond und sommersprossig mit einem hervorstechenden Kinn (!). Charakterlich empfand ich sie wie eine alte prüde Akademikerin.

Das änderte sich auch nur minimal, als sie Matthew kennenlernt. Der Vampir bleibt im wahrsten Sinne des Wortes blass und seine „Macht“ zeigt sich nicht wirklich, auch wenn ständig davon die Rede ist. Er scheint mir für einen so alten Vampir mit starken Kräften dann doch irgendwie schwach. Er macht Yoga, und besitzt ein altes wunderschönes Herrenhaus. Natürlich sieht er gut aus und hat arrogante Züge, die mir aber sehr aufgesetzt erschienen. So richtig austangiert ist sein Charakter leider nicht und den „starken Mann“ nahm ich nicht wirklich ab. Ein interessanten Aspekt empfand ich die alte Sprache in seiner Heimat: Okzitanisch. Dies erinnerte mich an die Trilogie von Kathleen McGowan über Maureen Pascal und Maria Magdalena. Eine meiner Lieblings-Trilogien, die ich unbedingt nochmal lesen und rezensieren muss.

Diana und Matthew nähern sich nach anfänglichen Schwierigkeiten aneinander an und gehen zusammen aus. Alles dreht sich um diese verflixte Buch „Ashmole 782“. Aber dieses Vertrauen, dass Diana plötzlich Matthew entgegenbringt, überfiel sie praktisch ziemlich plötzlich und hat mich dann, ja fast schon unangenehm, überrascht. Solche Momente gibt es öfter im Buch, etwa als Matthew ebenso wie aus heiterem Himmel Diana seine Liebe gesteht. Eine plötzliche und unvorhergesehene Wendung ist an sich ja spannend, aber sie sollte auch plausibel sein und das fehlt in der Geschichte des Öfteren.

Der Knackpunkt ist jedoch, dass beide einer anderen Spezies angehören und dies verboten ist. Liebschaften zwischen Hexen, Vampiren und Dämonen sind nicht gewollt. Und mit ihrer Beziehung bringen sie Dinge ins Rollen, von denen keiner weiß, wie sie enden werden und wer involviert ist.

Matthew gesteht schon am Anfang seinem besten Freund, dass er Diana über alles liebt. Er zeigt ihr das natürlich nicht, und daher konnte auch ich als Leser es nicht so ganz glauben. Diana ist nach und nach sehr schnell bereit, sich Matthew voll und ganz hinzugeben. Fast gänzlich fehlte der Herzschmerz, den ich in der Geschichte eigentlich erwartet hatte. Aber vielleicht folgt dieser in Band 2 ? Auch ahne ich schon, dass die überraschenden verwandtschaftlichen Verhältnisse von Matthew noch sicherlich eine große Rolle spielen werden.

Nun könnte man meinen, dass Hexen sich untereinander helfen und vertrauen, aber auch dort gibt es „gute und böse“. Dasselbe gilt für die Dämonen und Vampire. Diana, die Zeit ihres Lebens ihre angeborene Magie verleugnet hat, muss noch viel über diese Wesen lernen. Sie vertraut allen sehr schnell, ob dies berechtigt sein wird, wird sich in den Folgebänden herausstellen. So nach und nach bricht auch ihre Magie heraus, sie vereint viele Komponenten und sind bei einer Hexe sehr ungewöhnlich.

Am Schluss tauchen andere Protagonisten auf, Vampire, Hexen und Dämonen. Auch ein anderes Liebespaar ist in einer ähnlichen Situation wie Diana und Matthew. Das Ende von Band 1 beinhaltet für mich eigentlich keinen spannenden Cliffhanger, dennoch möchte ich natürlich wissen, wie es weiter geht.

Harkness, Deborah
Die Seelen der Nacht
Diana & Matthew Trilogie Band 1
978-3-442-37719-0
Blanvalet

Fazit:

Ein auf seine Weise „gemütliches“ Buch, ein Schmöker im Hintergrund alter Häuser, alter Bücher und antiker Dinge aus der Vergangenheit. Magie, Zauber und Fantasy prallen aufeinander wie Hexen, Dämonen und Vampire. Der Erzählton ist leider eher spröde, altmodisch, mit Längen, und nicht unbedingt mitreißend. Es hat gefühlt über 200 Seiten gedauert, bis ich mich mit dem Erzählton arrangiert hatte, aber dann konnte ich es nicht erwarten, weiter zu lesen. Es ist eines dieser ruhigen Bücher, für die man Zeit und Geduld mitbringen muss, die aber ihren ganz eigenen Reiz haben. Allerdings hat sich mein Lesegenuss an einigen Ungereimtheiten und plötzliche Wendungen gestört, die zu schnell erfolgten und nicht plausibel waren. Die Romanze zwischen Diana und Matthew ist auch nicht so herzerweichend wie erwartet, beide Charaktere gehen nicht allzu sehr in die Tiefe, blieben für mich leider blass. Es fehlte auch das „Knistern“ zwischen den beiden, dass ich aus anderen Liebesromanen kenne (Christine Feehan). Das Love-Interest ist eher auf eine altmodische Art dargestellt. Gerne gelesen habe ich über die alten gemütlichen Häuser, über die Burg von Matthew und über die „Einrichtungsstile“. In Dianas Haus in Amerika gefielen mir die charmanten und mit trockenem Humor ausgestatteten Geister, die das Haus bevölkern (nur Diana kann sie sehen und hören).

Alles in allem: Das Gemisch aus Magie, Liebe, Verfolgung und der jeweiligen Umgebung machen das Buch für mich trotz Längen und spröden Erzählstil interessant. Mir hat dies als Basis genügt, dass ich jetzt schnellstens den zweiten Band aus der Bücherei holen muss. Man sollte aber eine kleine Vorliebe für längere, „trockenere“ Texte haben, und dazu Geduld und Muße. Das Buch hat immerhin 800 kleingedruckte Seiten und ist kein Pageturner, sondern eher langsam und mit Genuss zu lesen.

Diana & Matthew Trilogie
Band 1 Die Seelen der Nacht
Band 2 Wo die nacht beginnt
Band 3 Das Buch der Nacht

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe und Buchtrailer: https://www.randomhouse.de/SPECIAL-zu-Deborah-Harkness/aid68397.rhd

Ein Kommentar zu “Harkness, Deborah – Die Seelen der Nacht (Diana & Matthew Trilogie Band 1)

  1. Pingback: Deborah Harkness – Diana & Matthew Trilogie / A Discovery of witches | Liebesromaneblog

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