Ewing, Amy – Das Juwel / Bd. 3 Der schwarze Schlüssel

Ewing, Amy
Das Juwel
Bd. 3 – Der schwarze Schlüssel
978-3-8414-4019-8
FJB / Fischer Verlage

Inhalt:

Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. Doch Violet ist hin- und hergerissen. Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren. (Quelle FJB / Fischer Verlage)

Meine Meinung:

Direkt im Anschluss an Band 2 habe ich diesen letzten Teil der Trilogie gelesen. So rasant wie den zweiten Teil empfinde ich ihn nicht.

Violet ist dabei eine Armee gegen „Das Juwel“, gegen die Adligen, aufzustellen und die Surrogate zu befreien. Ich finde, dabei geht sie ganz schön überheblich ans Werk, das war schon ein wenig im zweiten Band so. Sie will die Surrogate der nächsten Auktion auf ihre Seite bringen, indem sie diese „entführt“ und ihnen ihre Gabe zeigt. Ich dachte, das wäre keine gute Idee, und vermutete, dass irgendwann doch eine Verräterin darunter sein könnte, dem war aber nicht so. Violet und Raven erklären den anderen, wie auch sie ihre wahren Kräfte wecken können. Denn sie alle, alle Surrogate, stammen von den Paladininnen ab, die magischen Hüterinnen der Insel. Es hätte ja auch sein können, dass sie diese Macht jemand falsches verraten könnten, wie man am Surrogat Olive fast gesehen hat. Denn Olive hat, so merkwürdig dies ist, gerne bei ihrer „Besitzerin“ gelebt und es hat ihr auch nichts ausgemacht, dass sie mit einem Halsband mit Leine spazieren gehen musste. Sie macht am meisten Schwierigkeiten, sich dem Widerstand anzupassen, und ich hatte sie deswegen auch besonders im Auge behalten.

Des weiteren hatte ich das Gefühl, das Violet die Chefin spielt, und wie sie das machte, machte sie sich dadurch für mich unsympathisch. Sie konnte sich alles erlauben. Im Gegensatz zu Ash, der brav zu Hause bleiben muss und sich unnütz vorkommt. Das war nicht fair, da sie meiner Meinung nach genauso gut Ash mit ihrer Gabe ein anderes Aussehen verpassen könnte, wie sie es mit sich selber gemacht hat.

Denn Violet will ihre Schwester befreien, alleine. Dafür muss sie zurück zur Herzogin am See, die sie aber nicht erkennen darf. Dank ihrer Gabe verwandelt sie ihre Haare und ihr Gesicht. Das hätte sie auch bei Ash machen können, und dass sie es nicht tat, fand ich unfair. Es dreht sich auch alles um Violet, ihre Schwester, und die Surrogate. Aber Ash macht sich Sorgen um die Gefährten, die ja auch zu ihrem Leben gezwungen und praktisch versklavt wurden. Violet darf ihre Schwester retten, als Ash seine Schwester retten wollte, macht sich niemand Gedanken darum bzw. er durfte kein Risiko eingehen. Im Angesicht dessen, dass es Violet nun erlaubt ist, ist das sehr ungerecht.

Ich gestehe, als Violet zurück in den Palast zur Herzogin am See geht, habe ich die Luft angehalten und auch auf Versprecher oder die Entdeckung gewartet. Meiner Meinung nach war das mit Violets Schwester eine Falle, die von Anfang an geplant wurde. Ich meine, es ist ja schon ein bisschen unlogisch, dass die Herzogin vom See sich ein Mädchen holt, das noch nicht als Surrogat ausgebildet ist, dessen Begabung also „fragwürdig“ ist, aber das zufälligerweise Violets Schwester ist.

Überraschend war auch, dass Violet von einigen Mitgliedern des Haushaltes trotz ihres veränderten Aussehens erkannt wird, aber nicht von der Herzogin am See, was irgendwie auch wieder unlogisch war.

Mit den Charakteren der verschiedenen Personen gibt es keine Überraschungen. Alle bleiben so, wie man sie in Erinnerung hat, also oberflächlich. Am meisten hat mich die Beziehung zwischen Violet und Lucien gestört. „Beziehung“ ist da ja schon zu viel gesagt, aber gerade am Schluss erfährt man, dass Lucien Violet sehr geliebt hat (väterlicher weise), und dass sie ihm imponiert hat. Ich fragte mich, warum? Ich sah da keinen Grund, dass eine Zofe, die Jahrzehnte im Juwel diente, plötzlich väterliche Gefühle für ein Surrogat haben sollte. Im Buch wurde natürlich schon versucht, dass mit Luciens Vergangenheit zu erklären, aber mir reichte dies als Erklärung nicht aus.

Das Love-Interest wird auch nur kurz erwähnt, Ash macht Pläne für die Zukunft und weiht Violet in seine Pläne ein. Violet wird Ash folgen, aber zunächst müssen sie sich trennen. Denn Ash will für seine Zunft kämpfen, und Violet für die ihre.

Das mit dem „Schwarzen Schlüssel“ wird auch nicht erklärt. Ich dachte, er wäre eine bestimmte Person, aber es wurde niemand mehr genannt. Ganz am Anfang im Buch stand, dass Lucien die Rebellen des schwarzen Schlüssels anführt, aber das konnte ich so nicht erkennen.

Der Schluss und die Erstürmung des Juwel passieren dann ziemlich schnell. Das ist nicht so tragisch, weil ich auch nicht seitenweise über Kampfhandlungen lesen will. Aber es wirkte so „gewollt“, und  die Erklärung für die Motivation von der bösen Herzogin vom See fand ich aufgesetzt. Auch Luciens Schicksal erschien mir „herbei geschrieben“.

Insgesamt lässt sich das Buch wie die anderen beiden Teile schnell und einfach lesen. Dennoch gibt es keine Entwicklung bei den Charakteren, vieles ist nur oberflächlich angedeutet. Eigentlich wollte ich zu den Covern nichts schreiben, aber ich komme nicht drum herum. Denn sie haben meiner Meinung nach nichts mit dem Inhalt zu tun. Die drei Cover zu der Juwel-Trilogie mit den Mädchen in den märchenhaften Roben sind wunderschön, nur finde ich, passen sie nicht zur Geschichte. Gerade im letzten Band fällt mir das besonders auf. Ich könnte jetzt noch behaupten, okay, die Surrogate wurden für die Auktionen und auch von den Adligen herausgeputzt, aber das ist ja nur ein kleinerer Handlungsstrang. Anders war das bei der Selection-Trilogie, hier gab es auch wunderschöne Cover mit tollen Kleidern, aber das passte!

 

Fazit:

Der letzte Teil der Trilogie lässt sich wie die ersten beiden Bände auch schnell und einfach lesen. Die Idee mit den Surrogaten ist etwas, dass ich so noch nicht gelesen habe. Leider konnte diese außergewöhnliche Idee nicht richtig ausgeschöpft werden.

Das liegt zum einen an den Hauptprotagonisten, die alle recht einfach und flach dargestellt werden. Verschiedene Personen wie Raven, Sil, Lucian etc. wirkten dadurch wie Statisten. Violet wirkt sehr überheblich und geht unter Tarnung zurück ins Haus der Herzogin am See, um ihre Schwester zu retten. Dabei erhascht der Leser einen Blick auf die Arbeiter und Diener der Adligen. Ich finde, dass Violet die anderen Surrogate einfach zurück gelassen hat, um das zu tun, was sie will. Das war sehr egoistisch. Währenddessen wird der Widerstand weiter voran getrieben. Hier will sich Ash gerne beteiligen, wird aber von Violet ausgebremst. So kommt er sich nutzlos vor, obwohl er auch den anderen „Gefährten“ helfen will.

Die Spannungsbögen sind zum einen ob Violet’s Tarnung im Haus der Herzogin am See aufliegt, und zweitens ob und wie sie ihre Schwester retten kann. Zudem steht am Schluss noch ein Kampf aus, als die Mauern des Juwel niedergerissen und die Adligen verjagt werden.

Das Love-Interest ist ähnlich dezent im Hintergrund wie in den vergangenen beiden Bänden.

Alles in allem: Dieser dritte und letzte Teil konnte mich nicht überzeugen. Die Charaktere bleiben erschreckend flach, und die Geschichte handelt fast nur von Violets Befinden. Mir persönlich hat der zweite Band am besten gefallen.

Das Buch erschien am 27. April 2017

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.fischerverlage.de/buch/das_juwel_der_schwarze_schluessel/9783841440198

Reihenfolge Das Juwel /                The lone city trilogy
Band 1 Die Gabe
Band 2 Die weiße Rose
Band 3 Der schwarze Schlüssel

 

 

 

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