Ewing, Amy – Das Juwel / Bd. 2 Die weiße Rose

Ewing, Amy
Das Juwel
Bd. 2 – Die weiße Rose
978-3-8414-2243-9
FJB / Fischer Verlage

Inhalt:

Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben? (Quelle FJB / Fischer Verlage)

Meine Meinung:

Nachdem ich vor längerer Zeit den ersten Band gelesen habe, war ich seltsamerweise gar nicht mehr so „erpicht“ auf diesen zweiten Band hier. Das mag damit zusammenhängen, dass ich im Moment sehr viele komplett andere Themenbereiche gelesen habe, und dann fällt es mir manchmal schwer, mich auf die Folgebände einer Trilogie einzustellen. Dazu kam noch, dass mich der erste Band nicht vollständig überzeugt hatte.

Der Verrat und die misslungene Flucht aus dem Juwel waren ja der Cliffhanger vom ersten zum zweiten Band gewesen. Mit einem grausamen Mord beginnt der zweite Band, und dann sind Violet, Ash und die kranke Raven auf einer rasanten Flucht. Das macht einen Großteil der Handlung aus, so bis in die Hälfte des Buches. Diese Flucht musste durch die „Ringe“, also die verschiedenen Teile der Insel, stattfinden. Im Bankenviertel-Ring hilft das Surrogat Lily und der Gefährte Rey, ein Freund von Ash.  Im sogenannten „Schlot-Ring“, wo die Luft extrem schmutzig ist, hilft ihnen der „Dieb“ weiter, ein Mitglied des „schwarzen Schlüssel“. Hier hörte man auch zum ersten mal von diesem „schwarzen Schlüsse“l, einer Geheim-Organisation des Widerstandes. Diese Flucht war sehr spannend beschrieben, so dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Ziel ist der Ring, der „Farm“ genannt wird.

Als sie schließlich im Farm-Ring bei der „weißen Rose“ ankommen, wird es etwas ruhiger aber dennoch interessant, denn Violet entdeckt ihre Gabe und stellt zusammen mit ihren Freunden eine „Armee“ auf. Sie wollen mit Hilfe des „schwarzen Schlüssels“, einer geheimen Organisation, die Adligen stürzen. Die Identität des Kopfes des „schwarzen Schlüssel“ ist nicht bekannt, und so ist auch dies ein weiterer Spannungsbogen. Ich überlegte wirklich, wer es sein könnte. Denn von den bekannten Figuren erschien mir keiner geeignet, also blieb nur noch eine unbekannte Person übrig. Und ich bin dann schon gespannt auf den dritten Teil der Trilogie, in der dieses Geheimnis hoffentlich gelüftet wird.

Das Love-Interest zwischen Violet und Ash kommt definitiv zu kurz, auch wenn es minimale Andeutungen gibt und beide öfter zusammen übernachten. Aber das war es dann schon. Da ist man von anderen Jugendbüchern „heißere“ Intimitäten gewöhnt. Vielleicht ist es auch deswegen nicht so ganz überzeugend, weil die Liebesgeschichte eher dezent im Hintergrund bleiben soll.

Die Charaktere entwickeln sich hier alle weiter. Besonders Raven mit ihrer hellsichtigen Gabe hat mir gut gefallen. Ash konnte sich definitiv steigern, seine Eigenschaften wurden mehr erkennbar. Violet hat ihre Gabe gefunden, dazu hat sie das Gefühl, ständig alle retten zu wollen.

Die Entwicklung von Garnet (Sohn des Hauses der Herzogin am See) konnte ich so gar nicht nachvollziehen. Was ich im ersten Band vermutet habe, kommt nun hier zum Tragen, auch wenn ich diese plötzliche Wandlung nicht verstehen kann. Im ersten Band dachte ich, er hätte sich vielleicht früher mal in ein Surrogat verliebt und hätte dessen Qualen miterleben müssen und benimmt sich deswegen so gegensätzlich, damit seine „Untergrundarbeit“ nicht auffällt. Aber dem war nicht so. Deswegen blieb auch diese Wendung und die Mitgliedschaft beim „schwarzen Schlüssel“ für mich nicht so schlüssig. Allerdings fand ich es süss, dass er ein wenig um das ehemalige Surrogat Raven besorgt ist. Ich bin gespannt, ob sich die Verliebten im dritten Band äußern und ob es entsprechende Szenen geben wird.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass alle Charaktere relativ einfach und überwiegend oberflächlich angelegt sind, aber dies fällt vor dem besonderen Hintergrund der Geschichte nicht allzu sehr auf, bzw. mir machte dies nichts aus.

Einige Wendungen waren für mich vorhersehbar. Da wären zum Beispiel die Personen und Zufälle, die ihnen auf der Flucht immer wieder zu Hilfe kommen. Klar, dass sie es schaffen werden. Und klar, dass es auch zu Ash weitere charakterliche Aspekte geben musste. Violets Gabe. Und auch am Schluss der Cliffhanger mit Violets Schwester.

Fazit:

Dieses Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Die Flucht von Violet, Ash und der kranken Raven war sehr rasant und immer kurz vor knapp vor einer Entdeckung. Sie hatten Hilfe von vielen Personen, die dem Geheimbund „Schwarzer Schlüssel“ angehörten. Es gab Spannung von mehreren Seiten: zunächst einmal die Flucht. Würden sie ihr Ziel erreichen? Und was war überhaupt ihr Ziel? Dann: Wird Violet ihre Gabe finden? Und was ist überhaupt ihre Gabe? Und in diesem Buch zum ersten Mal erwähnt, der „schwarze Schlüssel“. Wer steht an der Spitze dieser Geheim-Organisation?

Der Schreibstil ist einfach. Die Geschichte lässt sich total schnell und unterhaltsam lesen. Obwohl mich der erste Band nicht so ganz überzeugen konnte, war dieser hier doch sehr spannend. Auch wenn vieles vorhersehbar war, machte mir dies nichts aus.

Die Charaktere haben zwar alle mehr oder weniger eine Entwicklung durch gemacht, gehen aber nicht sehr in die Tiefe. Die Entwicklung von Garnet vom oberflächlichen Partykracher zum Widerstandskämpfer konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Allein Ash erschien mir mit mehr Konturen als im ersten Band zu haben.

Das Love-Interest bleibt emotionell ziemlich im Hintergrund. Es gibt keine seitenlangen Intimitäten, wie in anderen Jugendbüchern.

Am Schluss gab es wie zu erwarten einen Cliffhanger, mit dem ich aber irgendwie auch schon gerechnet hatte. Zu oft wird Violets Schwester erwähnt. Wie praktisch, dass ich den dritten Band schon hier liegen habe. Das ist der Vorteil, wenn man eine Trilogie zwei Jahre später liest, man kann sie in einem Rutsch durchlesen.

Alles in allem: Mir hat dieser Band sehr gut gefallen. Er handelt von Allianzen, Todesfällen, Ungerechtigkeiten, Verlust der Familie, der Hoffnungslosigkeit der Arbeiter, der Unterschied zwischen arm und reich und Adel und Arbeitern. Die Flucht der drei Hauptprotagonisten Violet, Ash und Raven, die Findung der Gabe, die Krankheit von Raven, die weiße Rose – das alles war sehr spannend und lies sich einfach und flüssig lesen.

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.fischerverlage.de/buch/das_juwel-die_weisse_rose/9783841422439

Das Buch erschien 25. August 2016

Reihenfolge Das Juwel /                The lone city trilogy
Band 1 Die Gabe
Band 2 Die weiße Rose
Band 3 Der schwarze Schlüssel

 

 

 

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