Gier, Kerstin – Wolkenschloss

Gier, Kerstin
Wolkenschloss
978-3-8414-4021-1
FJB/Fischer Verlage

Inhalt:

Ein magischer Ort in den Wolken. Eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist. Und das Abenteuer ihres Lebens. Der neue Roman von Bestsellerautorin Kerstin Gier. Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz. (FJB Fischerverlage)

Meine Meinung:

Von Kerstin Gier habe ich zuletzt die Edelstein-Trilogie gelesen, die mir sehr gut gefallen hat. Natürlich war ich neugierig auf ihr neues Buch, aber die Werbung in den Medien und auch die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches konnten mich nicht überzeugen. Meine Bücherei hatte das Buch im Eingangsbereich platziert, und so konnte ich letztendlich nicht widerstehen, obwohl ich das Cover eher abschreckend fand. Aber das ist Geschmackssache.

Kerstin Gier schreibt einfach und unterhaltsam. Die Geschichten lassen sich sehr flüssig und schnell lesen, so war es auch hier im „Wolkenschloss“. Dadurch wurde ich aber sehr schnell in die Handlung „reingezogen“, praktisch schon nach den ersten paar Seiten. Zwischendurch ist es einfach auch mal schön, etwas unkompliziertes und gemütliches zu lesen.

Denn die Kulisse für diese Geschichte ist einfach nur herrlich und passte genau zum zweiten Weihnachtsabend, als ich das Buch spät abends begann. Das altehrwürdige Hotel in den Alpen ist an Wohlfühlfaktor kaum zu überbieten. Abgeschirmt in herrlicher Alleinlage bietet es Ruhe und wirkliche Erholung. Pagen in nostalgischen Livreen, Kronleuchter, alte knarzende Aufzüge, knisternde Kamine und vor allem Schnee! Schnee über Schnee. Schnee auf Tannen, Schnee vor der Haustür, die Eiseskälte draußen ist der perfekte Kontrast zum anheimelnden inneren des Hotels. Ich konnte mir alles wunderbar vorstellen.

Zudem gibt es einen kleinen Einblick in die Arbeiten, die hinter den Kulissen eines Hotel gemacht werden. Lange Arbeitszeiten, kurze oder keine Pausen, und jeder muss irgendwie alles können.

Bis auf Fanny Funke, die Hauptprotagonistin. Der Name war für mich so gar nicht passend zu ihrer Rolle und ich konnte mich bis am Schluss nicht daran gewöhnen. Obwohl mir Fanny wirklich sympathisch war. Ein freundliches Mädchen, das viele  Herzen der anderen Angestellten durch ihre gutmütige Art schnell gewinnt. Fanny ist 17 Jahre alt, hat Sommersprossen, ist Schulabbrecherin und jobbt nun als Praktikantin und Mädchen für alles im Hotel Wolkenschloss.

Die Geschichte hat im weitesten Sinne auch etwas von einer Cinderella Story. Denn Fanny wird in einer Dachkammer untergebracht, dort füttert sie sieben Raben auf dem Fenstersims, und die anderen Praktikantinnen, die von einer renommierten Hotelschule kommen, machen ihr das Leben schwer. Zudem verliebt sie sich in den Sohn des Hotel-Besitzers, als sie ihm praktisch vor die Füße fällt.

Ben muss seine Ferien im Hotel arbeiten. Sein Vater kennt da keine Gnade, aber Ben macht es auch gerne. Er mag das Hotel, ist ja praktisch damit groß geworden. Er weiß nicht so recht, was er von den Plänen seines Vater halten soll, das sanierungsbedürftige und rote Zahlen schreibende Hotel an einen skrupellosen Investor zu verkaufen, der nicht nur das Hotel, sondern auch die Landschaft mit Skiliften und Golfplätzen verschandeln will.

Wie es oft in Jugendbüchern so ist, kommt noch ein dritter Kandidat hinzu: Tristan. Zunächst sehr kritisch von Fanny beäugt, vertraut sie ihm nicht hundertprozentig. Denn warum klettert er an den Außenwänden des Hotel herum? Überhaupt schleicht er überall herum. Aber Tristan macht es ihr nicht einfach, ist er doch auch sehr gutaussehend und nett. Als ein Ring verschwindet, hat sie einen Verdacht.

Witzig war der neunjährige Don, der Sohn eines sehr reichen Hotelgastes. Obwohl eher klein und schmächtig, ist er ein Satansbraten, listig und merkwürdig altklug für sein Alter. Er weiß genau, wie er Fanny drangsalieren kann.

Nach und nach lernt der Leser die Gäste des Hotels kennen. Sie werden einfach charakterisiert, und auch wenn es am Schluss des Buches eine lange Liste zum Überblick gibt, habe ich keine gebraucht. Alle sind zwar eher kurz und knapp beschrieben, aber dennoch einprägsam.

Spannung wurde durch verschiedene Handlungen erzeugt: Waren die Gäste wirklich, was sie vorgaben zu sein? Wer war der Dieb? Gibt es Magie? Wird das Hotel verkauft? Wird der kleine Don sich bessern? Wer ist Tristan wirklich? Für wen wird sich Fanny in Sachen Liebe entscheiden?

 

Fazit:

Eine wunderbare leichte Wohlfühlgeschichte, die mit ihrem Setting in den verschneiten Alpen und in einem alten ehrwürdigen Luxushotel spielt, perfekt in die Vor- und Weihnachtszeit passt. Es ist so richtig schön romantisch, wie der Schnee fällt, das Hotel fast einschneit, es draußen kalt ist und als Kontrast dazu die wohlige Wärme im Hotel. Zu dieser „Wärme“ tragen auch die vielen sympathischen und unsympathischen Charaktere bei, ob es nun Angestellte oder Hotelgäste sind, alles passt. Hauptprotagonistin Fanny, das Zimmermädchen und Mädchen für alles, ist ein herzlicher und sehr neugieriger Charakter. Sie verliebt sich in zwei gegensätzliche Jungs, und einer davon ist der Sohn des Hotelbesitzers. Einem von ihm traut sie nicht so ganz, und als mysteriöse Dinge geschehen, geht Fannys der Sache natürlich nach und bringt sich in große Gefahr. Eine Prise kaum spürbare Magie ist auch dabei. Die Geschichte könnte ich mir auch sehr schön verfilmt vorstellen, so a la Rosamunde Pilcher/Inga Lindström, nur in den verschneiten Bergen und für Jugendliche.

In die „Tiefe“ geht die Geschichte nicht, dafür sind alle Charaktere und die Handlung an sich zu oberflächlich beschrieben. Dennoch lässt sich das alles wunderbar schön und auch mit Humor lesen. Es ist ein netter Zeitvertreib, für ein paar Stunden zum abschalten.

Zudem gibt es eine kleine Krimi-Einlage, und ich kann sagen, dass ich bis 100 Seiten vor Schluss keine Ahnung hatte, ob Fanny sich das nur zusammen fantasierte, oder als es dann wirklich so ähnlich geschah, wer die „Täter“ waren.

Alles in allem: Leichte und unterhaltsame Jugend-Wohlfühl-Lektüre für die Winterzeit.

Altersempfehlung: Meine Bücherei hat das Buch  mit 16+ angegeben. Meiner Meinung nach könnte das Buch schon ab 12 Jahren gelesen werden.

Das Buch erschien am 9. Oktober 2017

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.fischerverlage.de/buch/wolkenschloss/9783841440211

 

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