Cross, Ethan – Spectrum

Cross, Ethan
Spectrum
978-3-404-17555-0
Bastei Lübbe

Inhalt:

Eine neue rasante Thriller-Serie von Bestsellerautor Ethan Cross, dem Autor der Shepherd-Thriller. August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank – das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur – und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern.  (Quelle Bastei Lübbe)

Meine Meinung:

Dies ist mein erstes Buch von Ethan Cross und die Inhaltsangabe über den seltsamen August Burke hat mich am „Monk“ erinnert und neugierig gemacht. Ich mag „nerdige“ Typen.

Aber zunächst musste ich mich im ersten Drittel der Geschichte an die vielen Protagonisten gewöhnen. Es waren wirklich viele und man weiß ja nie so genau, wer letztendlich wichtig ist und wer nicht. Hier könnte ich sagen, sind alle irgendwie wichtig und von daher würde ich empfehlen, das Buch in ziemlich großen Stücken zu lesen, um den Überblick nicht zu verlieren. Ich habe 338 Seiten an einem Stück gelesen, und war somit wirklich gut im Geschehen „drin“ und hatte keine Probleme, die Personen auseinander zu halten.

In der Inhaltsangabe wird August Burke sehr in den Vordergrund gerückt. Dem ist aber im Buch nicht so. Klar, er hat seine „Auftritte“, aber diese sind nicht überdimensioniert. Burke wird als Punk im „James-Dean-Verschnitt“ mit Asperger-Syndrom beschrieben. Er hat zwei Master-Abschlüsse nebenbei absolviert während er auf die Highschool ging, und liebt Autos. Er kann die Emotionen der Menschen nur sehr schlecht interpretieren, und ein normaler Umgang ist für ihn mental sehr anstrengend. Sein Verstand muss ständig beobachten, katalogisieren und analysieren. Leider wollte sich in meinem Kopf kein richtiges Bild von ihm einstellen. Dies lag an der ambivalenten Beschreibung: Es schien mir, er sollte als sehr jugendlich präsentiert werden, allerdings wirkte er auf mich sehr viel älter und erfahrener zu sein. Das passte für mich nicht. Diese unterschiedlichen Verhaltensarten könnte man jetzt auf das Asperger Syndrom schieben, aber ich denke nicht, dass es daran lag. Denn seine Genialität und Logik waren sehr unterhaltsam, ich mag solche Personen in Geschichten sehr.

Des weiteren ist Domenic Juliano, genannt Nic, einer der Hauptprotagonisten: Schwarzes Haar, muskulös, 1,93m groß und hat eine Ausbildung als Bombenentschärfer. Er arbeitet als Polizist, allerdings mit guten Verbindungen in den Untergrund: Seine Familie ist eine der großen Mafia-Familien, die natürlich nicht gut auf ihn zu sprechen sind, weil er diesen Beruf gewählt hat. Sein Bruder ist vor kurzem gestorben und er ist jetzt verantwortlich für seine 13-jährige, kurz „LJ“ genannte, gehörlose Nichte. Mit ihr kommuniziert er in Gebärdensprache.  Vor kurzem hat er sich von seiner Langzeitfreundin getrennt, um so für seine Nichte da sein zu können. Also, er hat einen interessanten Hintergrund, blieb mir im Buch aber auch irgendwie nicht ganz „griffig“. Der Einstieg, als er mit einem schnellen Auto und flapsigen Sprüchen rumfährt, erinnerte mich an Axel Foley aus Beverly Hills Cop. Und so ähnlich erscheint auch sein Charakter angelegt, mal witzig, mal bitterernst und zudem soll er noch ein knallharter Typ sein, der über Leichen geht. Also, so richtig glauben konnte ich das nicht, dafür erschien er viel zu nett.

Nics Team setzt sich aus verschiedenen Polizisten zusammen, die wir, falls weitere Bände in Arbeit sind, sicherlich alle mögen würden. Sie sind wie Brüder im Geiste, und ihr Wahlspruch ist ein Teil des Songtextes aus Cindy Laupers „Time after Time“.

Krüger, der eiskalte Killer ist da schon intensiver dargestellt. Ein auffälliger Profikiller mit 2,13m Körpergröße und dunkler Hautfarbe. Er muss mit „Raskin“ zusammen arbeiten, und mir war nicht klar, warum er sich verschiedenes von ihr bieten lies, wenn er doch der harte Profikiller war.

Eine Geisel sticht auch besonders heraus, Gabi. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, hat sie trotz ihres Namens indische Wurzeln. Sie ist eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Manchmal ist ihr Widerstand schon ein wenig „zu viel“, man kann es sich nicht vorstellen, dass sie ein paar Mal ihr Leben riskiert hätte.

Einen ganz anderen Erzählstrang am anderen Ende der Welt, in Südafrika, bietet die Polizistin Isabel. Ihr „Fast-Adoptivsohn“ kam bei einem mysteriösen Attentat ums Leben und jetzt hat sie Rache geschworen. Vom Dienst ist sie suspendiert, und es war spannend zu verfolgen, welchen Weg sie eingeschlagen ist, bis alle Fäden am Schluss zusammen liefen. Dazu gibt es fast ein kleines Love-Interest.

Die Geschichte liest sich auf ihre Weise schon sehr spannend, obwohl es eigentlich fast nur um das Geiseldrama geht. Lange Zeit weiß niemand, dass es kein normales Verbrechen ist, dass etwas ganz anderes dahinter steckt. Der Leser ist da im Voraus, weiß er doch, dass Krüger etwas Schreckliches plant. Die Aktionen der Polizei und der emotionslosen Geiselnehmer steht im Kontrast zu dem, was sich im inneren von GoBox unter den Geiseln abspielt. Krüger legt eine brutale Vorgehensweise an den Tag.

Kurz vor Schluss fragte ich mich, warum das Buch eigentlich „Spectrum“ heißt. Bis dahin hatte ich keine Erklärung parat. Die lieferte dann die letzte Seite im Buch.

 

Fazit:

Das ist eines der Bücher, das man gut in einem Rutsch durchlesen kann, weil es so spannend ist. Es ist leichte Lektüre, aber man muss schon bei den vielen Protagonisten aufpassen, dass man nicht durcheinander kommt. Ich würde raten, das Buch in „großen Stücken“ zu lesen, um den Überblick über die Protagonisten zu behalten.

Die Charaktere haben alle Ecken und Kanten, aber ausgerechnet von August Burke, auf den ich mich so „gefreut“ hatte, konnte ich mir kein Bild im Kopf vorstellen. Er war ein genialer Charakter, dessen Gedankengängen ich gerne gefolgt bin. Ein kleiner „Monk“ sozusagen. Aber es fehlte die Tiefe, es fehlte der ausgereifte Charakter. Zu vieles war ambivalent. Ähnlich war es auch bei Nic, einen weiterem Hauptprotagonisten, der Leiter des Teams an der Front. Das Team ist eine bunte Mischung verschiedener Polizisten, aber durch und durch ein Team, Brüder im Geiste.

Der Erzählstil ist flüssig und unterhaltsam, mit kleinen Kapiteln. Das FBI und der CIA „bekriegen“ sich auch mal wieder, aber allein schon durch das Geiseldrama entsteht Spannung in der Geschichte. Zusätzlich geben August Burke und eine Verräterin unter den Geiseln noch eine Ladung obendrauf, aber einen Thriller würde ich es nicht nennen. Ein kleiner Cliffhanger am Ende, es geht also weiter. Mal sehen, ob ich den nächsten Band auch lesen werde.

Alles in allem: Einfach zu lesen, spannende Unterhaltung. Ein neues Team mit vielen verschiedenen Charakteren, die aber alle eher oberflächlich waren.

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/thriller/spectrum/id_5867381

 

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