Bognanni, Massimo + Prange, Sven – Made in Germany

Bognanni, Massimo + Prange, Sven
Made in Germany
Große Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte
978-3-593-50590-9
Campus

Inhalt:

An einem Sommertag 1888 setzt sich eine Frau mit ihren beiden Söhnen in eine motorisierte Kutsche, die ihr Mann gebaut hat – mit ihrer waghalsigen Probefahrt verhilft Bertha Benz dem Automobil zum Durchbruch. 1945 übernehmen zwei Brüder in Essen den Tante-Emma-Laden ihres Vaters – Karl und Theo Albrecht begründen damit das Discountmodell im Einzelhandel. Sternstunden wie diese prägten die deutsche Wirtschaftsgeschichte. Sie legten die Grundsteine für Weltkonzerne, für die soziale Marktwirtschaft und den Wohlstand der Bundesrepublik Deutschland. Die Pioniere von damals glänzten durch Eigenschaften, von denen „die Entscheider von heute“ noch immer vieles lernen können. 20 Meilensteine „made in Germany“ stellt dieses Buch in packenden Reportagen vor. Es verdeutlicht anschaulich, wie wir von diesen Errungenschaften profitieren. (Quelle campus)

Meine Meinung:

Dieses Buch wurde auf dem Glühwein-Abend meiner Stadtbücherei im letzten Jahr (2016) vorgestellt (*hier mein Bericht*). „Made in Germany“ ist auf alle Fälle auch ein „männtertaugliches“ Buch, deswegen stelle ich es auch erst vor Weihnachten vor, falls noch ein bibliophiles Geschenk benötigt wird. Vielleicht passend zum neuen Werkzeugkasten 🙂 . Egal wie, auch mich hat das Buch brennend interessiert, zeigt es doch, welche Errungenschaften und Erfindungen in der Vergangenheit von uns Deutschen ausgegangen sind.

Das Buch an sich ist eher klein, 12x18cm, also bisschen größer als eine Postkarte. Aufgeteilt ist es in viele Kapitel, die aber jeweils ein Thema behandeln und dann abgeschlossen sind. So kann man sich Zeit lassen und so nach und nach über die deutsche Wirtschaftsgeschichte lesen.

Die ersten Kapitel empfand ich interessant, und ich gebe es eigentlich ungerne zu, auch etwas langweilig. Das mag am Thema selber liegen, wie über die Geschichte und die Entstehung zu dem Deutschen Zollverein, der Lebensversicherungen, der Knappschaft, der Arbeiterbewegung , der Tarifsysteme oder die Siemens’che Globalisierung. Obwohl letzteres mich wiederum mehr beschäftigt hat, weil die Fa. Siemens ja heute noch ein Global-Player ist.

Wirklich toll fand ich das Kapitel über Bertha Benz, dieses wurde auch auf dem Glühwein-Abend der Bücherei vorgelesen. Da sieht man mal wieder, dass hinter fast jedem erfolgreichen Mann oder Konzept eine gestandene Frau steht.

Gerne gelesen habe ich von Ferdinand Porsche und seinem Sohn Ferry. Sie haben den deutschen Volkswagen „Käfer“ für Hitler erfunden und den „Kübelwagen“. Wie es dazu kam und auf welche Weise der Standort in Wolfsburg ausgesucht wurde, kann man unter „Ferdinand Porsche – Dunkle Stunde der Automobilindustrie“ nachlesen. Oder, um in diesem zeitlichen Rahmen zu bleiben, die Berichte über Berhold Beitz und die Juden von Boryslaw. Herr Beitz erinnert an Otto Schindler (Schindlers Liste), nachzulesen im Kapitel Berthold Beitz – Widerstand gegen das NS Regime.

Mir unbekannt waren Edward Tenebaum, der wie nachzulesen Ideengeber der deutschen Währungsunion 1948 (es war nicht Ludwig Erhard alleine …) war. Oder Hermann Josef Abs und die Schuldenkonferenz in London.

Weitere „Macher der deutschen Wirtschaft“ habe ich aus dem Klappentext fotografiert. Zum vergrößern des Fotos bitte einfach anklicken. Allerdings haben mir nicht alle Namen etwas „gesagt“, und daraus zu schließen, dass man es dann vielleicht eher nicht lesen wird, ist ein fataler Fehlschuss. Weil eben viele unbekannte Tüftler und Grübler großes auf den Weg gebracht haben, worüber es sich zu wissen lohnt.

 

Die Texte sind unterschiedlich konzipiert. So gibt es Erfahrungsberichte (Bertha Benz) oder eher den Reportagen-Stil. Aber auch sachliche Texte informieren zu bestimmten Themen. Ebenso fand ich zunehmend am Schluss eines jeden Kapitels „Was daraus wurde“ sehr interessant. Was wurde aus den Anfängen dieser Bündnisse, Erfindungen und Verträgen? Was wurde aus ihren „Machern“, ihren Erfindern und Ideengebern?

Bognanni, Massimo + Prange, Sven
Made in Germany
Große Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte
978-3-593-50590-9
Campus

Fazit:

Ein Buch über historische Fakten von Erfindungen, Errungenschaften und Pionieren der Geschichte Deutschlands. Zeitlich aufgebarbeitet beginnt es 1817 und endet 1991. Dazwischen kommen  Tüftler, Erfinder und Aufrührer zu Wort, die mit Himmelfahrtkommandos oder hunderten Versuchen endlich oder zufällig zum Ziel kamen. Und davon profitieren wir heute noch! Das Buch lässt sich insgesamt einfach lesen, aber man sollte sich dennoch Zeit nehmen, das gelesene auch zu verstehen und darüber nachzudenken. Es ist manchmal ein bisschen wie Geschichtsunterricht über die Währungsunion, Volkswagen, Knappschaft, Lebensversicherungen, TÜV, Tarifsysteme oder die Arbeiterbewegung. Sehr unterhaltsam war das Kapitel über den Architekten Dieter Rams und die Firma Braun. Wie es zur Planung und Entwurf des Designs eines bestimmten Produktes, das scherzhaft „Schneewittchen-Sarg“ genannt wird, kam. Und was die Firma Braun mit dem I-Phone zu tun hat, klärt sich am Schluss des Unter-Kapitels „Der Mann hinter Schneewittchen“. Ebenfalls sehr unterhaltsam die Durchsetzung des „Discount-Prinzips“ von Dinslaken am Niederrhein durch die Albrecht Brüder und was Dieter Hopp und SAP geleistet haben.

Durch die vielen abgeschlossenen Kapitel kann man sich Zeit mit dem lesen lassen, ein oder zwei reichten mir pro Tag. Es ist ein Buch, das man immer mal gerne wieder hervorholt, um etwas nachzulesen. Wenn etwas von der BASF im Fernsehen kommt, könnte man sich im entsprechenden Kapitel im Buch informieren, wie hat eigentlich alles angefangen? Und wo steht diese Firma heute? Das Buch ist sehr strukturiert aufgebaut. Zu einem die chronologische Reihenfolge; dann am Anfang eines jeden Kapitels eine kleine Auflistung, was in der Zeit kurz vorher geschah. Dann folgt eine kleine Reportage, und am Schluss eines jedes Kapitels Literaturtipps zum entsprechenden Thema. Ein Lesebändchen macht das Buch perfekt. Klein und handlich kann man es zudem überall hin mitnehmen. Natürlich beinhaltet es nur eine begrenzte Auswahl an „Meilensteinen“. Noch interessanter wäre es gewesen, wenn die Kapitel mit entsprechenden Fotos versehen worden wären. Dann hätte man allerdings die praktische Größe des Buches im Handtaschenformat nicht halten können.

Alles in allem:  Geschichtliche „Meilensteine“ in Deutschland sehr informativ und unterhaltsam präsentiert, mit Tipps zu Anschlussliteratur und „Was daraus wurde“. Praktisch in vielen kleinen Kapitel zu lesen.

Link zum Buch/Verlag und“ Blick ins Buch“: http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wirtschaft-gesellschaft/wirtschaft/made_in_germany-10409.html

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.