Zauner, Josef – Das grosse k.u.k. Mehlspeisenbuch

Zauner, Josef
Das grosse k.u.k. Mehlspeisenbuch
978-3-7104-0146-6
Servus/Benevento

Inhalt:

Die besten Rezepte vom berühmten Zuckerbäcker aus Bad Ischl. Ein Backbuch, das bei keinem Mehlspeisliebhaber im Bücherregal fehlen darf. Der Konditormeister Josef Zauner verrät über 100 seiner süßen Rezepte. Mit zahlreichen Fotos. Erschienen im Servus Verlag. (Quelle: Servus Marktplatz)

Meine Meinung:

Als das Buch bei mir ankam, dachte ich „WOW“! Man kann es auf dem Foto nicht so gut erkennen, aber das Cover wirkt sehr reduziert, nur das nötigste, keine Verschnörkelung und dadurch sehr sehr edel. Jetzt muss ich gestehen, dass ich nicht so der Süßspeisen-Esser bin. Hält man mir ein Stück Kuchen oder eine Curry-Wurst hin, wähle ich zu 99% die Currywurst. Deswegen habe ich auch relativ verhalten im Buch geblättert, und fühlte mich leicht enttäuscht, denn mir fehlte so der „lecker-das-muss-ich-probieren–kick“.

Ich blätterte also im Buch und als ich die ziemlich perfekten Kuchen und Mehlspeisen sah, akkurat wie ich sie niemals hinbekommen würde, also, da dachte ich, das wird nichts, mit dem Buch und mir. Ich fühlte mich leicht überfordert und konnte den Anblick nicht wirklich genießen, obwohl ich den Abbildungen an sich schon etwas abgewinnen konnte. Also las ich erst mal das Vorwort.

Dieses Buch ist der Konditorei Zauner in Bad Ischl (Österreich) gewidmet, wie im ersten Kapitel „Eine süsse Erfolgsgeschichte“ zu lesen ist. Eine Institution seit 185 Jahren, „geadelt“ wird sie „der Zauner“ genannt. Auf den ersten paar Seiten wird die langjährige Geschichte bis zum heutigen Besitzer und Konditor Josef Zauner „aufgerollt“. Die Konditorei, deren Kreationen um die Welt gingen, aber nur beim „Zauner“, der ehemaligen k.u.k. (kaiserlich und königlichen) Hofzuckerbäckerei so authentisch schmecken.

Im Buch werden somit traditionelle Originalrezepturen, Klassiker der Konditorkunst und auch neue Mehlspeisen kredenzt, Josef Zauner und sein Team gehen mit der Zeit.

Das Buch lag also, ich gestehe es, ein paar Wochen bei mir in der Küche herum. Eines Abends wurde der Freund meines Sohnes abgeholt, und seine Mutter Natalie und ich saßen wie immer noch zusammen, als ihr dieses Buch auffiel. Sie nahm es in die Hand und war augenblicklich gebannt und fasziniert. Sie blätterte ehrfürchtig hin und her, las einige Rezepte und zeigte mir dies und das und meinte: „Ein tolles Buch!“. Sie war begeistert und wäre es nicht schon spät gewesen, hätte sie wohl noch eine Stunde darin blätternd genießen können.

Für das Buch ins „rechte Licht zu rücken“, nahm ich es mit zu meiner Mutter. Vielleicht ergibt sich hier die Möglichkeit für ein schönes Foto, dachte ich. Bis dahin hatte ich noch keine klare Meinung, aber mir gefielen auf einmal die in Szene gesetzten edlen und perfekten Kuchen und Mehlspeisen, die in ihrer oft filigranen Eleganz wunderbar anzuschauen waren. Als Beispiel dazu möchte ich die Holländer-Cremeschnitten, die Kardinalsschnitten, die Ribiselschaumschnitten, die Punschkrapferl und ganz besonders die Maroni Oberstorte nennen.

Die Fotogelegenheit ergab sich bei meiner Mutter, und dazu konnte ich mir ihre Begeisterung über das Buch anhören. Ihr erging es wie Natalie, sie war ebenfalls fasziniert und am besten gefiel ihr der Rehrücken, in den so akkurat die Mandelstifte gestochen waren. Meine Mutter backt schon seit meiner Kindheit den Rehrücken, allerdings ohne die Cremefüllung und nie hat sie so gradlinig die Mandelstifte hinein gesteckt. Es ist ein tolles Foto von einem relativ einfachen Kuchen (wenn man die Cremefüllung weg lässt). Sie fühlte sich jedenfalls neu inspiriert, und will ihn jetzt für die Taufe ihres Enkels backen.

Je länger ich das Buch nun um mich hatte, je mehr andere etwas in ihm entdeckten, desto besser gefiel es auch mir, desto mehr fielen mir verschiedene Dinge auf. In der Tat sind es nicht nur schwierige Konditorrezepte, nein, denn auch die traditionellen Kuchen sind abgebildet, und die würde ich auch „hinkriegen“. Wie zum Beispiel der Mandel-Schokokuchen oder den Nusstrudel, den meine Oma immer mit Kakao, Zucker und Rosinen als Füllung gebacken hat. Oder auch den Rotweingugelhupf.

Sehr lecker sehen die Bananenschnitten, Holländercremeschnitten, Kardinalschnitten, geeister Kaiserschmarren, Eclairs mit verschiedenen Füllungen, Nusspalatschinken, Brandteigkrapferl mit Cappucino-Mousse etc. aus.

Etwas Neues für mich waren der Brombeerdatschi mit Pistazienstreusel, die Mohntorte mit Topfencreme, die geeiste Parfait-Kuppeltorte, die Schlosserbuben mit Karamellsauce, das Gewürzsouffles mit Rotwein-Sabayon und Cassis Feigen …

Für mich hohe Kunst, weil so akkurat aussehend: Walnussschnitten (akkurate Schichten aus Creme, Teig und Marzipan – nie würde ich den Marzipan so glatt hinkriegen), Ribiselschaumschnitten (hier muss man ein Muster in die Baisermasse ziehen, das ist wahrscheinlich Übungssache), Kaffee-Buttercreme Roulade mit dieser tollen Glasur, die Maroni-Oberstorte ist einfach nur WOW, Punschkrapferl, Mandelspritzgebäck (wunderschön garniert, dazu die Unterseite schokoliert) …

Der Aufbau des Buches ist sehr strukturiert und immer derselbe. Auf der linken Seite das Rezept, unterteilt in Zubereitung und eine Auflistung der Zutaten für die verschiedenen Teige, Füllungen und Verzierungen. Auf der rechten Seite immer ein makelloses Foto.

Am Schluss gibt es ein paar Rezepte für Weihnachten, und eine kleine Übersetzung-Liste, z.B. Germ = Hefe, Kletzen = Dörrbirnen, Palatschinken = Pfannkuchen, Schlagobers = Schlagsahne ….

Zauner, Josef
Das grosse k.u.k. Mehlspeisenbuch
978-3-7104-0146-6
Servus/Benevento

Fazit:

Also, wie schon oben erwähnt, bin ich nicht unbedingt vernarrt in Kuchen oder generell Süßspeisen. Ich mag es lieber deftig, und vielleicht hat es deswegen so lange gedauert, bis ich mit dem Buch warm wurde. Aber dann fand ich die Geschichte „der Zauners“ aus Bad Ischl sehr interessant, eine (über-)regionale Konditor-Legende die ihre 185-jährige Kaffeehaus-Tradition vorstellt und Rezepte verrät.

Allein das Cover verrät schon das hohe Niveau, die edle Ästhetik und das meisterliche Können von kulinarischen Mehlspeisen. Ich backe auch hin und wieder Kuchen und Torten, aber mir ist schon klar, dass ich nicht die Geduld für manche dieser handwerklichen Konditorwerke habe. Ich sage nur Maroni-Oberstorte oder Punschkrapferl. Wie gut, dass auch einfache Rezepte dabei sind, traditionelles und klassisches, wie Bienenstich und Rotwein-Gugelhupf.

Die Kuchen/Mehlspeisen sind alle sehr appetitlich und dazu noch edel auf den Fotos präsentiert. Zu jedem Rezept gibt es ein Foto und die Reihenfolge der Herstellung verschiedener Teige, Füllungen und Zutaten steht strukturiert in einer separaten Spalte, das mag ich bei Kochbüchern. Obwohl hier „Kochbuch“ irgendwie zu profan klingt.

Einige Rezepte erschienen mir sehr aufwendig, aber andere können darin wohl eine Herausforderung sehen. Ein Geschenktipp ist es allemal, zum Beispiel zusammen mit einer besonders schön geformten Backform oder mit hochpreisigen Bio-Zutaten (z.B. Bio-Bourbon-Vanilleschoten), darüber würden sich Hobbyköche bestimmt freuen. Sie sollten aber eine Affinität zu Kuchen und Gebäck haben.

Alles in allen: Josef Zauner verrät Rezepte aus der 185-jährigen Familiengeschichte der Konditorei Zauner aus Bad Ischl. Es sind sowohl einfache als auch sehr aufwendige Rezepte enthalten. Meine Mutter und eine Freundin waren begeistert und konnten mich nach anfänglicher „Enttäuschung“ mit anstecken. Ein Buch, das auch gut verschenkt werden kann!

Das Buch erschien am 10. August 2017

Link zum Buch/Verlag: https://www.servusmarktplatz.com/de/p/Das-gro%C3%9Fe-k-u-k-Mehlspeisenbuch/SM128620/

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