Müller, Johannes – Großsteingräber, Grabenwerke, Langhügel

Müller, Johannes – Großsteingräber, Grabenwerke, Langhügel
Frühe Monumentalbauten Mitteleuropas
978-3-8062-3463-3
Theiss Verlag

Inhalt:

Großsteingräber, Grabenwerke und Langhügel sind die ältesten Monumentalbauten Mitteleuropas. Anhand spektakulärer, neuer Forschungsergebnisse stellt Johannes Müller die wichtigsten Monumente vor und gibt einen Gesamtüberblick über die Entstehung und Bedeutung dieser beeindruckenden Bauwerke. Das exklusive Bildmaterial rundet den Band ab. (Quelle: Theiss/wbg Wissen verbindet)

Meine Meinung:

Als Kind lauschte ich fasziniert wenn meine Mutter von den Hügelgräbern in einem bestimmten Wäldchen außerhalb meines Heimatortes sprach. Und wie enttäuscht ich war, als wir hingingen und praktisch nichts zu sehen war, außer kleinen, kaum bemerkbaren Erhebungen im Wald. Laut meiner Mutter wurde diese Stätte in den 60iger Jahren von Archäologen untersucht. Über große Funde ist nichts bekannt.

Aber seit dem üben Hügelgräber, Langgräber, Dolmen und auch Menhire eine starke Faszination auf mich aus. Vor allem in nordischen Gefilden, wie den Orkney-Inseln und überhaupt in Großbritannien, Skandinavien finden sich Hügelgräber, Steinkreise, Menhire oder Dolmen. Aber auch in der Bretagne und Normandie. Ich wohne zwischen Hunsrück und Naheland, da gibt es den Archäologiepark Belginum mit dem keltisch-römischen Gräberfeld. Hier habe ich auch die Fotos mit dem Buch gemacht. Von der Zeit passt das Gräberfeld (150-400 n.Chr.) nicht zum Buch, da dieses sich auf eine viel frühere Epoche um 4100-2800 v.Chr. bezieht.

Immer noch in den Bann ziehen mich die Orkney- und Shetland Inseln, seit Jahrzehnten ein Traumreiseziel von mir. Im Dumont Kunst-Reisefürer „Die Orkney- und Shetland Inseln“ von Wolfgang Schlick (es ist ein alter Reiseführer, den ich 1993 geschenkt bekommen habe; ISBN 3-7701-2174-0, Ausgabe 1989) finden sich Hinweise auf Hügelgräber, Langgräber, Steinkreise und Menhire. Wie z.B. Maes Howe (3000 v.Chr.), Ring of Brodgar (2700 v. Chr., Wideford Hill (3000-2500 v.Chr.), Knowe of Yarso (2900 v. Chr.), Stones of Stenness (3100 v. Christus) und viele andere.

Zudem habe ich vor gut 20 Jahren auf der Insel Gozo den megalithischen Tempel Ggantjija besucht und war begeistert.

Als ich dann dieses Buch durch Zufall entdeckte, war ich sofort begeistert. Es schien genau in mein Schema zu passen. Zudem habe ich noch das Buch „Menhire in Deutschland“ im Kopf, ein Wahnsinns-Buch, dass noch auf meiner Wunschliste steht und dass ich auf der Rheinlandpfalz-Buchmesse 2016 in Mainz entdeckte.

Großsteingräber, Grabenwerkte, Langhügel – hier steht die wissenschaftliche Herangehensweise im Vordergrund. Vorgestellt hatte ich es mir allerdings etwas anders, einfacher, mit mehr Fotos. Daher war es für mich nicht immer einfach zu lesen, damit meine ich, ein schnelles herunterlesen wie in einem Roman war für mich nicht möglich. Ich musste zwischendurch sehr oft Pausen machen, um das gelesene zu überdenken und auch teilweise zu verinnerlichen. Es ist also in diesem Sinne nicht unbedingt als „unterhaltsam“ wie ein Pageturner zu betrachten. Das Buch ist ein Einstieg in diese Monumentalbauten-Thematik. Für mich und sehr interessierte Laien ist das Buch dennoch interessant. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass mehr dieser Stätten gezeigt und beschrieben werden, vielleicht als eine Art Reiseführer mit wissenschaftlichen Informationen? Aber das ginge dann thematisch in eine andere Richtung.

Damit interessierte LeserInnen wissen, was auf sie zukommt, habe ich hier in paar Themenschwerpunkte aufgelistet. Ich denke, anhand dessen können LeserInnen einschätzen, ob das Buch für sie in Frage kommt oder eher nicht.

-Trichterbecherkultur und Monumente (Megalithgräber)

-Warum wurden so viele Großsteingräber in Norddeutschland errichtet?

-Methoden: Zur Chronologie der Trichterbecherzeit

-Perioden, Phasen, Gruppen

-Entwicklung im keramischen Bestand

-Profanes und rituelles Leben zu Hause (Häuser, Brunnen …)

-Haustypen und Siedlungsformen in Norddeutschland und Skandinavien

-Mesolithische Wirtschafts- und Lebensweisen

-Nutzung von Haustieren

-Pflanzliche Nahrung

-Veränderung der Wälder

-Entstehung einer Kulturlandschaft

-Menschen der Trichterbecherkultur und Umgang/Bedeutung des Todes

-Oberirdische Grabmonumente (nicht megalithische Langhügel und Großsteingräber)

-Dolmen und Ganggräber

-Experiment: Wie viele Menschen braucht es um ein Grab zu errichten?

-Megalithgräber

-Riten und Votivgaben

-Flint, Kupfer, Bernstein

 

Am Schluss des Buches, auf der letzten Seite gibt es eine Übersichtskarte mit den Standorten. Hier kann man gut erkennen, dass diese sich auf den nördlichen Teil Deutschlands konzentrieren.

Auf der Seite „Schwerpunkt Monumente“ im Internet kann man unter „Das Schwerpunktprogramm“ die teilnehmenden Universitätsinstitute und Forschungsinstitute ersehen, Projekte nachlesen und aktuelle Nachrichten aus der archäologischen Welt bezüglich diesen Themen nachlesen. Allerdings ist die letzte aktuelle Meldung aus dem Jahr 2014.

Müller, Johannes – Großsteingräber, Grabenwerke, Langhügel
Frühe Monumentalbauten Mitteleuropas
978-3-8062-3463-3
Theiss Verlag

Fazit:

Das Buch ist wissenschaftlicher, als ich es mir vorgestellt habe und dadurch war es für mich eher schwer zu lesen und zu erfassen. Da ich eine andere Erwartungshaltung an das Buch hatte, war ich leicht enttäuscht. Ich hatte mir das Buch anders vorgestellt, z.B. mehr Hinweise auf solche Orte die man besuchen kann, die vielleicht schon ein wenig touristisch erschlossen sind, und dann mit wissenschaftlichen Erklärungen versehen sind. So dass ich diese evtl. als zukünftige Reiseziele für Tagesausflüge in Betracht ziehen könnte.

Dennoch war es hochinteressant, von der Trichterbecherkultur hatte ich als Laie bisher nichts gehört. Obwohl ich mich schon durch manche Texte durchkämpfen musste. Das sollte man aber unter dem Aspekt sehen, dass ich nicht vom „Fach“ bin und mein Interesse an diesen Bauten nicht so ausführlich tief ging. Also, man kann sich hier schon in das Thema Großsteingräber einlesen, wenn man das Interesse und Geduld aufbringt. Für Forscher ist das sicherlich einfacher, da sie über mehr Vorwissen verfügen.

Insgesamt hat mir der Aufbau des Buches gut gefallen. Vor allem die Illustrationen, Fotos und das Kartenmaterial haben die Texte aufgelockert und waren sehr anschaulich.

Alles in allem: Ein wissenschaftlich fundiertes Buch, das für mich als Laien aber eher schwer zu erfassen war. In diesem Sinne ist es auch kein unterhaltsamer Erzählton, sondern eine für Laien noch lesbare und ernste Fachsprache.

Das Buch erschien am 1. März 2017

Link zum Buch/Verlag: http://www.wbg-wissenverbindet.de/shop/de/wbg/gro%C3%9Fsteingr%C3%A4ber–grabenwerke–langh%C3%BCgel

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