Kördel, Christiane – Seeblick kostet extra

Kördel, Christiane
Seeblick kostet extra
Eine Bodensee Krimikomödie
978-3-7448-4028-6
Books on Demand

Inhalt: Ein humorvoller Krimi. Erfrischend spritzig, romantisch und absurd. Kopfkino und gute Laune aus und in Konstanz am Bodensee. Wenn der Drahtzieher des letzten Mordes freikommt und wenig später der leitende Kripoermittler tot im Gartenhaus liegt, kann das kein Zufall sein. Ines Fox wittert die Chance, ihren persönlichen Moriarty endlich hinter Gitter zu bringen. Allerdings hat sie mit Irrungen in Liebesdingen und Chaoswellen zu kämpfen, die gegen Konstanz branden. Als die Imperia, das Wahrzeichen, erschlagen und Ines samt Einwohnerschaft verflucht wird, soll sie die Stadt verlassen. Doch Ines trotzt. Wie lange noch? Und zu welchem Preis? Ihre außerkörperlichen Erfahrungen, im ersten Teil „Seezeichen 13“ hilfreich, haben Fehlzündungen. Ja, hier ist rein gar nichts ernst zu nehmen. Der zweite Fall der Ines Fox, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein Krimi, der sich nicht immer anfühlt wie einer. Die Folgen können unabhängig voneinander gelesen werden. Mehr Genuss verspreche ich Dir aber, wenn Du bei Seezeichen 13 beginnst. (Quelle Christiane Kördel)

Meine Meinung:

Vor ein paar Wochen schrieb mich die Autorin Christiane Kördel über Lovely Books an, ob ich Interesse an Ihrem neuen Buch hätte. Bis dahin kannte ich weder die Autorin noch die Bücher. Eigentlich hätte ich mit meinen vielen Neuzugängen gar keine zusätzliche Zeit gehabt, noch ein Buch zu lesen, aber die Inhaltsangabe überzeugte mich vor allem mit der Möchte-Gern-Detektivin Ines Fox und der Location in Konstanz. Anfang August kam dann das Buch, dass ich jetzt in den letzten zwei Tagen gelesen habe.

Kördel, Christiane
Seeblick kostet extra
Eine Bodensee Krimikomödie
978-3-7448-4028-6
Books on Demand

Der Anfang fiel mir nicht ganz so leicht. Die sehr ausführlichen Beschreibungen und Rückblicke waren merkwürdigerweise nicht so interessant, wie ich es mir vorgestellt hätte. Mir fehlen da jetzt so die Worte, dies genau zu Beschreiben, ich denke es lag nicht an der Erzählsprache, sondern eher das ein wenig „Esprit“ in der Handlung gefehlt hat. Es wird ausführlich auf Geschehnisse des ersten Bandes (Seenotzeichen 13) eingegangen, damit der Leser besser versteht, wer warum wie zu wem steht.

Ines Fox und Marc Frieder eröffnen die Geschichte und man merkt gleich, dass Ines ein wenig „durchgeknallt“, nett und chaotisch im besten Sinne ist. Sie war mir sympathisch, auch wenn ihre Gedanken manchmal schon sehr sehr abschweiften. Aber ganz ehrlich, die Wege die ihre Gedanken manchmal nahmen, diese Wege kenne ich auch von mir. So „abschweifig“, detailverliebt und hintergründig können wahrscheinlich nur wir Frauen denken. Auf alle Fälle hat sie einen guten Job, sie ist Chefin einer Web-Design-Agentur, Foxinet genannt.

Zitat Seite 10: „Übrigens, mein Name ist Ines Fox. Ich wohne in Konstanz, der größten Kleinstadt am Bodensee. Beruflich bin ich Jungunternehmerin und Inhaberin von Foxinet Webdesigns. Privat leide ich an krankhafter Neugier und Einmischeritis. Gelegentlich, öfter als mir lieb ist, beweise ich Mut zu meinem eigenen Chaosstil. Rein äußerlich meine ich Ähnlichkeit mit einem Leuchtturm zu haben …“

Mit Dr. Frieder hatte ich mindestens die ersten 80 Seiten meine liebe Mühe. Mir gefiel weder, wie er genannt wurde, nämlich nicht beim Vornamen Marc sondern einfach „Dr. Frieder“, und auch sein nordfriesischer Dialekt erschien mir unpassend und aufgesetzt. Aber dann! Der Mann hat es doch glatt im weiteren Verlauf geschafft, sich leise in mein Herz zu schleichen! Auch das „Dr. Frieder“ empfand ich nun sogar passender („besser is das“) als das schnöde „Marc“. Ich kann ihn mir nun ganz einfach nicht mehr als „Marc“ vorstellen. Und sein nordfriesischer Dialekt – wer ihn bis zum Schluss nicht süss findet, dem kann ich auch  nicht mehr helfen, ne?. Is so. Jou. Jedenfalls ist Dr. Frieder in der Ausbildung zum Rechtsmediziner in der Pathologie und ist mit Dalmatiner-Dame Fila auf den Hund gekommen.

Nicht fehlen der Antagonist, Ines ganz persönlicher Moriarty. Schweizer, stinkreich, mächtig und aalglatt ist er ein würdiger Gegner, der sich nicht so schnell fassen lässt.

Der Erzählsprache war ungewöhnlich, es erschien mir als wären viele Sätze abgehackt. Aber das ist System! Und trägt dann mit zu einem jovialen leicht umgangssprachlichen Erzählton bei. Mir hat das gut gefallen, ich empfand auch einen gewissen Witz oder Ironie darin, den ich am Schluss nicht mehr hätte missen wollen und der sehr viel von der Geschichte ausgemacht hat.

Nachdem ein Mord geschieht, muss Ines natürlich wieder ihre Nase in den Fall stecken, obwohl sie in ihrer Firma genug zu tun hätte. Sie ist Chefin, was meiner Ansicht nach im Buch aber nicht so gut dargestellt wurde. Vielleicht war das im ersten Band intensiver dargestellt. Aber es tat auch nichts groß zur Sache, es „lief“ im Hintergrundgeschehen.

Das Love-Interest ist anregend, weil Ines zwischendurch mal kurz „stolpert“. Liiert ist sie mit Dr. Frieder, aber Ines, die sich wohl im ersten Band (?) von ihren Freund David getrennt hat und seit dem einen freundschaftlichen Umgang mit diesem pflegt, hat aber während eines gemeinsamen „Einsatzes“ eine, ich nenne es mal „spontane Kurzschlussreaktion“. Tja, Ines mag halt einfach ihre beiden Männer sehr gern und kann sich nicht so recht entscheiden, so scheint es mir. Dr. Frieder blieb, obgleich der „Tat“, erstaunlich gelassen, aber er hatte so seine Hintergedanken …  Das alles erinnerte mich ein wenig an Stephanie Plum und ihre Männergeschichten zwischen Morelli und Ranger (ich liebe Stephanie Plum!). Im übrigen könnte ich mir Ines Fox sehr gut im deutschen Fernsehen verfilmt vorstellen …

Fazit:

Ich habe den ersten Band, Seenotzeichen 13, nicht gelesen. Eigentlich versuche ich sowas zu vermeiden, weil ich gerne in der Reihenfolge bleibe. Aber ich kann sagen, hier lässt sich der zweite Band ohne Probleme lesen, da am Anfang gut auf die Geschehnisse in Band 1 eingegangen wird. Der Titel „Seeblick kostet extra“ kann man auf zweierlei Arten deuten, wie ich im Buch zwischendurch erfahren habe. Insgesamt lässt sich die Geschichte nach einem für mich etwas trägen Anfang dann aber gut und flüssig lesen. Der „flapsige“ Erzählton im positivsten Sinne hat eine ganz eigene Sprache, die mir während des Lesens immer besser gefallen hat. Manche Sätze sind abgehackt wie ein flotter Spruch oder running-gag, und strahlen durch einen subtilen Witz aus den ich sehr mochte. Mit dazu tragen auch die verschiedenen Dialekte bei, die immer mal wieder in einem Satz Anwendung finden. Sehr einnehmend. Freilich, man muss es erst verstehen und verinnerlichen, aber das kam bei mir mit der Zeit und ich mochte es später nicht mehr missen. Aufregend sind Ines spontanen Einfälle und die Suche nach dem Täter, halt eben auf Ines’chens Art, chaotisch und sympathisch. Dr. Frieder ist Gott-sei-dank die Ruhe in Person, sonst würde das auch keiner mit Ines aushalten. Die On/Off Beziehung, bzw. das Love-Interest lies mich kurzweilig an die „Stepahnie-Plum-Reihe“ von Janet Evanovich denken. Das Thema mit den Echtträumen (von Ines „out of body experience“ genannt), von vielen auch als „esoterisch“ betitelt, empfand ich reizvoll in die Handlung integriert. Ich hatte keine Probleme damit, passt es doch hervorragend zu Ines besonderem Charakter. Mein heimlicher Liebling wurde, trotz Anfangsschwierigkeiten, Dr. Frieder. Man muss ihn einfach mögen, den Fels in der Brandung.

Alles in allem: Ines Fox könnte die neue  „Stephanie Plum“ vom Bodensee werden. Ich freue mich auf den nächsten Band.

Das Buch erschien am 29. Juni 2017

Link zum Buch und zur Autorin: https://www.christiane-koerdel.de/

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