Cedervall, Marianne – Mord auf der Insel (Gotland-Krimi Teil 1)

Cedervall, Marianne Mord auf der Insel Gotland-Krimi Teil 1 978-3-86612-409-7 Pendo

Cedervall, Marianne
Mord auf der Insel
Gotland-Krimi Teil 1
978-3-86612-409-7
Pendo

Inhalt:

Es ist Herbst auf der schwedischen Insel Gotland. Die Bäume leuchten in den schönsten Farben und die goldenen Sonnenstrahlen wärmen die Bewohner des kleinen Dorfs Mullvald. Anki Karlsson, eine rüstige Dame in den besten Jahren, ist mit ihren beiden Island-Pferden gerade erst hierher gezogen. Endlich hat sie einen Ort der Ruhe und des Friedens gefunden. Doch kaum ist ihr gemütliches Häuschen eingerichtet, da häufen sich auch schon die Absonderlichkeiten. Erst randaliert jemand in der Kirche. Dann wird das Lieblingspferd der einflussreichsten Frau von Mullvald vergiftet. Und schließlich liegt auch noch eine Tote auf Ankis Gartenterrasse. Da Anki nicht nur die »Neue« im Dorf ist, sondern unglücklicherweise auch immer zur falschen Zeit am falschen Ort, fällt der Verdacht bald auf sie. Und so beschließt die resolute Dame, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen … (Quelle Pendo Verlag).

Meine Meinung:

Nachdem ihr untreuer Ehemann verstorben ist, den sie über zehn Jahre gepflegt hat, kauft sich Anki Karlsson ein Holzhaus auf der schwedischen Insel Gotland. Sie ist pensionierte Lehrerin und will es sich jetzt nach den letzten harten Jahren gut gehen lassen, auch wenn ihre Töchter nicht mit dem Hauskauf einverstanden sind. Zudem möchte sie sich zwei Islandpferde halten.

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Mord auf der Insel
Gotland-Krimi Teil 1
978-3-86612-409-7
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Anki war für meinen Geschmack nicht „tief“ genug charakterisiert. Vieles wird nur in einzelnen Sätzen abgehandelt, wie zum Beispiel die Pflege ihres Mannes oder die Gespräche mit den Töchtern. Dies merkte man auch, als sie von ihren Freundinnen in der Stadt sprach. Das hörte sich für mich sehr oberflächlich an. Als sie dann eine bestimmte Freundin, die sich mit Ahnenforschung beschäftigt, anruft, tat sie das in einem sehr herrischen Ton. Praktisch ohne Smalltalk fordert sie direkt diese Nachforschungen an. So redet man nicht mit einer guten Freundin. Im Prinzip ist das mit ihren Freundinnen auch nicht so wichtig, denn es soll wohl nur erklären, warum sie nach Gotland gezogen ist und dass sie noch lose Bande mit der Stadt verbinden. Aber dennoch wäre es für mich nachvollziehbarer gewesen und hätte ein stimmigeres Bild vermittelt, wenn diese Erwähnungen etwas ausgeschmückter gewesen wären.

Anki insgesamt ist für mich nicht stimmig gewesen. Sie erinnerte mich vage an Miss Marple mit Margaret Rutherford (mag ich sehr gerne), die ebenso forsch ihre Ermittlungen betrieb. Anki erscheint mir oft zu selbstsicher und aufdringlich. Dann die andere Seite, wenn sie die Schönheiten von Gotland geniest, auf ihrem Grundstück, im Dorf oder bei Ausritten mit ihren Pferden. Auch die Informationen über ihre Pferde waren mir nicht detailliert genug, blieben leider oberflächlich.

Als Gegenpart, sozusagen als Mr. Stringer, trat dann Tryggve Fridman mit seinem Hund Putte auf Tryggve ist pensionierter Kriminalbeamter, und trauert um eine alte Liebe, die im Mordfall ebenfalls eine Rolle spielt.

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Mord auf der Insel
Gotland-Krimi Teil 1
978-3-86612-409-7
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Zunächst können sich Anki und Tryggve überhaupt nicht leiden, dann arbeiten sie gezwungener Maßen zusammen und irgendwann am Ende der Geschichte haben sie ein freundschaftliches Verhältnis.

Leider werden auch einige Klischees bedient. So zum Beispiel, dass an allem schlimmen was passiert, die „Zugezogene“ schuldig sein soll. Das finde ich doch arg weit hergeholt, wenn es auch vielleicht in manchen Dörfern heute noch wirklich so ist. Hier in der Geschichte wurde mir ein paar mal zu oft darauf hingewiesen. Ansonsten findet Anki sehr schnell Kontakt zu den „Einheimischen“.

Sehr unsympathisch waren mir das zudem noch merkwürdig erscheinende Ehepaar Ragnar und Britta, was wohl auch genau so sein sollte. Es scheint, als hätten beide Geheimnisse, die mit dem Mord zusammenhängen.

Diesen Krimi habe ich mir eigentlich nur geholt, weil er auf der Insel Gotland spielt. Eines meiner vielen Traumreiseziele. Die Altstadt von Visby und die reizvolle Küstenlandschaft haben mich sehr interessiert. Im Buch dient dieses jedoch nur als kleines Hintergrundsetting. Ich hingegen finde es schön, wenn ausführlicher auf Sehenswürdigkeiten eingegangen wird. Als kulinarisches Highlight wird die Gotlandbrezel erwähnt. Das Landschaftsbild hier fand ich sehr verallgemeinert, es hätte auch sonst wo auf einer Insel spielen können. Ich muss sagen, ich „fühlte“ mich irgendwie nicht auf Gotland.

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Cedervall, Marianne
Mord auf der Insel
Gotland-Krimi Teil 1
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Fazit:

Gotland als eines meiner Traumreiseziele erschien mir als guter Grund, diesen Krimi zu lesen. Leider waren die Beschreibungen der Landschaft und Sehenswürdigkeiten nicht sehr ausgeprägt und ich war entsprechend enttäuscht. Die Protagonisten waren alle charakterlich für meinen Geschmack noch nicht ausgereift genug und blieben blass. Anki war mir ein wenig zu selbstherrlich und erinnerte mich in ihrer forschen Art an Margaret Rutherford alias Miss Marple. Allerdings ist Anki äußerlich ein ganz anderer Typ. Zudem war die Geschichte ein wenig vorhersehbar und es wurden einige Klischees bedient.

Der Gesamteindruck war allerdings trotz dieser oben genannten Schwächen gut. Insgesamt hat mir die Geschichte auf einfache Art gefallen, so dass ich auch einen weiteren Krimi mit der Hobby-Ermittlerin Anki lesen würde. Allerdings in der Hoffnung, dass die neue Geschichte ein wenig ausgereifter und tiefgängiger wäre.

Link zum Buch/Verlag: https://www.piper.de/buecher/mord-auf-der-insel-isbn-978-3-86612-409-7

 

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2 Kommentare zu “Cedervall, Marianne – Mord auf der Insel (Gotland-Krimi Teil 1)

    • Hallo Svenja,
      Bücher und Geschichten sind oft Geschmackssache. Wenn man mit der richtigen Vor-Einstellung dran geht, wie hier, dass es eine einfache Geschichte mit ein paar Charakterschwächen ist, dann wird man auch nicht allzu sehr enttäuscht. Mich reizen schlechte Meinungen über ein Buch oft, es dennoch zu lesen und dann bin ich immer ganz gespannt, ob ich genauso empfinde. Oft ist es auch anders herum: Ein Buch wird hochgelobt, und mir gefällt es dann bei weitem nicht so gut.
      Lies es einfach mal, vielleicht gefällt es dir ja dennoch …
      Liebe Grüße
      Tanja

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