Ulbricht, Johannes – Sumerland (Band 1 Prinzessin Serisada)

Ulbricht, Johannes
Sumerland
Band 1 Prinzessin Serisada
978-3-8332-3355-5
Panini Books

Inhalt:

Nur wenige Eingeweihte wissen, dass unsere Zivilisation nichts als eine kollektive Illusion ist, in der die Menschen gefangen gehalten werden. In Wahrheit tobt ein geheimer Krieg in der phantastischen Realität hinter der Scheinwelt unseres Alltags. Auf der einen Seite steht der babylonische Stadtkegel von Waylhaghiri, in dem alle Zivilisationsepochen der Menschheit übereinander geschichtet sind. Diese einzige Stadt auf der Welt lebt von der Perfektionierung der zivilisatorischen Ästhetik. Glamour, Moden und kalkulierte Manipulation sind bis in die Intimsphäre allgegenwärtig. In diesem System müssen die Bewohner ihren sozialen Status jeden Tag aufs Neue verteidigen. Auf der anderen Seite steht die umgebende Wildnis des Sumerlandes, in der Tiermenschen leben, die verspielt und kindlich, aber auch unberechenbar und grausam sind. Die jahrhundertealten, doch ewig kindlichen Herrscher beider Reiche, Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada, kämpfen erbittert um die Vorherrschaft. Zazamael benötigt für die endgültige Dominanz seines Reiches – die in Form einer Emulsion von Traum und Wirklichkeit namens „große Fusion“ erfolgen soll – den „wilden Wein“ als rettendes Elixier. Auf der Suche nach dem „wilden Wein“ dringt er unter ständiger Bedrohung durch die sumerländischen Tiermenschen ins Herz von Serisadas Reich vor. Auf dieser Reise werden alle seine Gefährten einer nach dem anderen hingemeuchelt, wobei der Prinz das eigentliche Ziel des Attentäters zu sein scheint. Erst einen Schritt vor dem Ziel angekommen erkennt Zazamael, wer der Mörder ist. Währenddessen gelingt es Serisada, als Spionin in Waylhaghiri einzudringen. Dort hat sie die schwierige Aufgabe, sich in der Zivilisation zu behaupten, ohne enttarnt zu werden. Zunächst gelingt ihr eine beachtliche Karriere als Designerin, bis es zu einem der regelmäßigen Zusammenbrüche der ästhetischen Muster in Waylhaghiri kommt, wodurch – wie jedes Mal – ein Teil der Stadt untergeht, indem er von dem tödlichen Silber bedeckt wird. Leider ist es der Teil der Stadt, den Serisada designt hat und in dem sie lebt. (Quelle Buchkatalog)

Meine Meinung:

Es fällt mir schwer, über die Geschichte zu schreiben. Denn leider ist dies eines der wenigen Bücher, die ich am liebsten schon nach 30 Seiten abgebrochen hätte. Dies lag nur teilweise an der Erzählweise, aber umso mehr an den Charakteren und an der Handlung im Allgemeinen.

Damit man diese Welt verstehen kann, in der alles so ganz anders ist, muss sie beschrieben werden. Dies hat der Autor ausführlichst getan.

Sumerland ist pure Natur, aber nur an der Oberfläche, denn nichts ist so wie es scheint. Sumerland ist trotz der Natur merkwürdig surreal, ich stellte es mir wie ein abstraktes Gemälde Dalis vor, nur halt eben mit viel Landschaft, Natur und Grün. Es liegen überall Spielzeuge verstreut, die Menschen/Tiere verschwinden wie von Geisterhand. Mir hat dieses Land nicht gefallen, es war subtil beängstigend. Herrscherin ist Prinzessin Serisada, die seit Jahrhunderten wie eine 13-järhige aussieht und schon immer mit einer Dienerschar in einem Palast lebt. Sie hat übersinnliche Fähigkeiten, besonders ihr Geruchssinn ist phänomenal, er „erzählt“ ihr alles, was auf der Welt geschieht. Der Palast in dem sie lebt, ist voller geheimer Zeichen, und noch niemand ist es gelungen, die versteckten Hinweise zu lösen. Sie war mir unsympathisch, sie lebte nicht mit ihrem Volk zusammen und so muss sie erst von ihrer Dienerin aufmerksam und schon fast gezwungen werden, sich der Probleme von Sumerland anzunehmen. Also, das geht gar nicht. Sie kam mir wie hüpfendes und spielendes naives Kind vor, dass nur an sich selber denkt.

Waylhaghiri ist der Gegenpol in dem Prinz Zazamael regiert. Es erinnert an den Turmbau von Babel, und das Cover hat dieses Konstrukt sehr gut erfasst. Prinz Zazamaels Gabe ist, dass er die Gefühle seiner Untertanen „lesen“ und umformen kann. Er sucht das Geheimnis des Sumerlandes, den „wilden Wein“. Er hat ebenfalls ein kindliches Aussehen, trotz seiner kräftigen Gestalt.

Zitat Seite 51:“ Obwohl der Prinz für sein kaum jugendliches, eher noch kindliches Alter ausgesprochen kräftig war, hatte seine Erscheinung etwas Feminines. Seine Haut war blass. Sein dunkles Haar war voll lockig. …“

Eigentlich gelingt die Vorstellung dieser beiden verschiedenen Welten gut. Dennoch blieb diese Vorstellung eine Vorstellung, denn ich wurde nicht „warm“ damit. Es gab für meinen Geschmack zu viele langatmige Beschreibungen, und zu wenig Interaktion. Ich verstehe schon, dass eine solche Welt beschrieben werden muss, aber hier geschah dies nicht so, dass ich diese Welt praktisch gerne „verschlungen“ hätte.

Entscheidend war auch, dass es über lange Strecke nicht gelang, den zwei Hauptcharakteren dieser Welten Leben einzuhauchen. Dies meine ich, wenn ich weiter oben von „Interaktion“ spreche. Die Protagonisten erschienen mir wie Statisten einfach in eine Landschaft hineingesetzt. Sie waren nicht wirklich „da“.

So konnten sich mir die Hauptprotagonisten Prinzessin Serisada und Prinz Zazamael nicht erschließen. Sie waren kindlich im Aussehen, und auch ihr Verhalten war seltsam. Dialoge erscheinen mir wie bei einen Computerspiel, aufs nötigste beschränkt. Ich konnte leider keine Verbindung aufbauen.

Dazu gibt es eine Erzählerin, deren Identität dem Leser nicht bekannt ist. Ich verglich sie mit der Position eines Spielers daheim vor dem PC oder Spielkonsole, der ganz in seine Spielwelt vertieft ist und so in seiner realen Welt immer mehr Boden unter den Füßen verliert. Die Erzählerin kann beide Welten sehen, die Illusion und die Wirklichkeit. Zudem hat sie einen geisterhaften Begleiter, den sie Andi nennt. Wer ist Andi?  In der Mitte der Geschichte dachte ich, dass die Erzählerin selber vielleicht sogar Prinzessin Serisada sein könnte, die sich als Spionin tarnt.

Hier die Rückseite des Buches und der Klappentext. Zum vergrößern einfach anklicken:

 

Dem entgegen ist das Cover des Buches wirklich gelungen. Mich hat es jedenfalls sofort angesprochen. Auch die Inhaltsangabe versprach eine sehr spannende Geschichte, zudem es ein passendes Augmented Reality-Abenteuer als Handy-App Spiel gibt. Da dachte ich, dass muss toll sein. Ich habe mir das Erklär-Video „Sumerland preview“ auf der Seite von Endederwelt angeschaut, leider konnte mich das nicht begeistern.

Die Geschichte enthält sehr viele Verbindungen zur unseren Welt. Kritische Anschauungsweisen werden in den Texten versteckt. Wie die Erzählstimme leben viele „User“ in der heutigen Zeit in ihren virtuellen Welten. Es gibt Anspielungen auf das Konsumverhalten, auf die verlogene Werbeindustrie, und Nachdenkliches, das aber für mich sehr aufgesetzt wirkt. So zum Beispiel wenn die Erzählerin im Cafe sitzt und überlegt, warum man Wasser von weit her schaffen muss, wenn doch das regionale Wasser genauso gut und wenn nicht noch besser ist. Diese Einschübe waren genau das, offensichtliche Einschübe, die mir extrem auffielen.

Ulbricht, Johannes
Sumerland
Band 1 Prinzessin Serisada
978-3-8332-3355-5
Panini Books

Fazit:

Mir hat sich das Buch leider nicht erschlossen. Bereits die ersten 20 Seiten waren verwirrend, und selbst auf Seite 73 angelangt, hätte ich am liebsten mit dem Lesen aufgehört. Dennoch quälte ich mich weiter durch, getragen von der Hoffnung, dass sich alles irgendwie noch wenden würde. Auf Seite 173 habe ich endgültig abgebrochen, ich musste mir eingestehen, das ist einfach nicht mein „Ding“. Woran lag das? Denn eigentlich mochte ich doch diese Idee von den zwei Welten, Sumerland und Waylhaghiri. Aber oft waren es nur seitenweise Beschreibungen dieser Welt, ohne dass was passierte. Die Interaktion fehlte, um mir diese Landschaft Nahe zu bringen. Am allerwenigsten konnten mich die Charaktere überzeugen. Prinzessin Serisada blieb charakterlich absolut blass und erschien eher wie eine Hintergrundfigur, jedenfalls war das bis Seite 174 so. Prinz Zazamael war da agiler, aber leider überhaupt nicht stark im Vordergrund. Beide Charaktere erschienen mir kindisch, obwohl sie schon Jahrhunderte alt waren. Dazu kam mir Prinz Zazamael wie ein Kind vor, das Krieg mit den Soldaten spielte. So unecht, so aufgesetzt. Zwischendurch musste ich durch diese Kindlichkeit der Protagonisten kurz an das Aussehen von Manga-Animationen denken.

Das Buch ist ja eigentlich Prinzessin Serisada gewidmet. Aber viel mehr erfährt der Leser da über die unbekannte Erzählerin, die in einer Werbeagentur arbeitet und durch Zufall hinter das Geheimnis der Parallelwelten kam. Aber auch ihre Berichte über das Leben dass sie führt, sind eher verwirrend.

Insgesamt konnte mich die Geschichte nicht in den Bann ziehen, obwohl ich durchaus das Potenzial erkennen kann. Die Idee mit dem zusätzlichen Augmented Reality Spiel finde ich klasse, aber auch hier konnte mich die Preview für das Spiel auf der Internetseite nicht überzeugen. Ich verstand nicht, sind die Zeichen wirklich irgendwo angebracht, oder ist es wie bei Pokemon go, das die Zeichen überall erschienen können? Zudem erinnerte es mich vage an einen Mystery-Geocache.

Alles in allem: Die Geschichte konnte mich trotz guten Willen bis Seite 173 durchzuhalten, nicht überzeugen. Die Landschaften wirkten „leblos“ und die Charaktere waren einfach zu flach. Die Hauptprotagonisten wirkten wie austauschbare Statisten.

Sterne-Bewertung: Ich tendiere zwischen 1 und 2 Sternen. Zwei Sterne und mehr würde ich gerne noch für die Beschreibungen der beiden Welten und hauptsächlich der Idee vergeben. Aber die Charaktere von Serisada und Zazamael erschlossen sich mir leider überhaupt nicht und konnten im Zusammenspiel mit den Welten auch nicht auf mich wirken. Auch die Erzählerin, von der es tiefere Einblicke gibt, blieb eher verwirrend für mich. Zwei Sterne und mehr hat sicherlich das Augmented Reality Spiel verdient, auch wenn es nicht „mein Ding“ ist. Also, da ich das Buch abgebrochen habe, kann ich eigentlich nur einen Stern vergeben, was mir dennoch schwer fällt.

e 2 Sterne.

Link zum Buch/Verlag: https://www.paninishop.de/artikel/ydsumr001-sumerland-1

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