Hillenbrand, Tom –Teufelsfrucht Band 1 Xavier Kieffer

Serie Xavier Kieffer Band 1 Hillenbrand, Tom Teufelsfrucht 978-3-46204287-0 KiWi Verlag

Serie Xavier Kieffer
Band 1
Hillenbrand, Tom
Teufelsfrucht
978-3-46204287-0
KiWi Verlag

Inhalt:

Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer  hat der Haute Cuisine abgeschworen und betreibt in der Luxemburger Unterstadt ein kleines Restaurant, wo er seinen Gästen Huesenziwwi, Bouneschlupp und Rieslingpaschtéit serviert. Doch dann bricht eines Tages ein renommierter Pariser Gastro-Kritiker tot in seinem Restaurant zusammen – und plötzlich steht Kieffer unter Mordverdacht. Als dann noch sein alter Lehrmeister spurlos verschwindet, beschließt der Luxemburger, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen; sie führen ihn bis nach Paris und Genf. Dabei stößt er auf eine mysteriöse, außergewöhnlich schmackhafte Frucht, auf gewissenlose Lebensmittelkonzerne und egomanische Fernsehköche. Immer tiefer taucht Kieffer in  die von Konkurrenzkampf und Qualitätsdruck beherrschte Gourmetszene ein – und erkennt, was auf dem Spiel steht. (Quelle Kiepenheur & Witsch)

Meine Meinung:

Vor einigen Wochen las ich durch puren Zufall „Rotes Gold“, also den zweiten Band um den Luxemburger Koch Xavier Kieffer. Mir hat dieses Buch so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, neu bei Band eins anzufangen. Und ich habe es nicht bereut.

Es ist schon interessant, und auch gut so, wie unterschiedlich Leser bewerten. Den zweiten Band, Rotes Gold“, hatte ich meiner Schwester gegeben, die kulinarisch sehr bewandert ist, aber ihr hat dieses Buch nicht zugesagt. Eine Freundin von mir war andererseits genauso begeistert wie ich.

Band 1, Teufelsfrucht, lässt sich locker, leicht und schnell lesen. Es gibt viele genüssliche Happen, so dass man sich am besten vorher schon ein klein wenig Fingerfood bereit legt, denn Hunger wird man auf alle Fälle bekommen. Mir jedenfalls geht es so. Oder sich zumindest ein gutes Glas Wein hinstellt. Das ist doppelter Genuss, lesen und genießen.

Im ersten Band lernt Xavier seine Valerie kennen. Ich kannte sie ja bereits aus dem zweiten Band, und war nun erfreut, das Kennenlernen der beiden mit verfolgen zu dürfen. Valerie ist Erbin eines Imperiums an Reiseführern, Gourmetführern, Zeitschriften und Herausgeberin eines Restaurantführers a la Gault Millau. Dennoch ist sie nicht die typische „Erbin“, im Gegenteil, sie ist sehr unkonventionell. Zudem über 1,80m groß und damit ein Stück größer als der eher gemütliche Xavier. Ein interessantes Pärchen nicht nur vom optischen Eindruck her.

Xavier kocht in seinem Luxemburger Restaurant Luxemburger Spezialitäten, er hat keine Ambitionen für eine Sterneküche. Das ist ihm viel zu stressig. Stattdessen liebt und praktiziert er die ehrliche frische Küche und kocht authentisch lokale Gerichte.

Ebenfalls mit von der Partie, von Anfang an sozusagen, war sein bester Freund, der Finne Pekka Vatanen. Dieser arbeitet bei der EU und so erhalte ich als Leser auch Einblicke in die oft uns unsinnig erscheinenden Normungen von Gurken oder wie in diesem Band den Umfang von Erdbeeren.

Mir als Leser hat es zunehmend gut gefallen, die leckeren Luxemburger Rezepte die Xavier zubereitet hat; das Wissen um neue Früchte und manche Einblicke in Sternerestaurants und die Organisation eines Großevents. So wird zum Beispiel genau berechnet, wie lange es an einer bestimmten Location dauert, das Essen von der Küche bis zum Tisch zu bringen, wie lange der Rückweg ist, und wie viel Kellner man braucht, um einen Gang in fünfzehn Minuten für 800 Personen zu servieren.

Ein Foodscout und seine Arbeit im groben spielt eine Rolle, seine Endabnehmer sind große Global Player aus der Nahrungsindustrie und werden hier kritisch unter die Lupe genommen. Im Buch heißt dieser Konzern Hüetli, ich könnte jetzt mal die Vermutung anstellen, dass damit Nestle gemeint ist, über die es im Fernsehen schon mal einen sehr negativen Bericht gab. Die Nahrungsindustrie denkt nur an Umsatz, und dafür müssen Neuheiten her. Wie die vermarktet werden, erklärt so manches Beispiel in diesem Buch. Gerechtfertigt wird dies mit der Begründung, dass Nahrungsmittel für die Menschen knapp werden und dringend Ersatzstoffe her müssen. Das wird zum Teil richtig unappetitlich, mit welchen Mittel die Nahrung gezüchtet, gestreckt und aromatisiert wird. Auch die These, dass Glutamate süchtig machen, kommt zum tragen. Nebenbei wird Ferran Adrià mit seiner Molekularküche wird erwähnt, natürlich mit einem Alias: Xavier nennt ihn „Ramirez vom Perro Pastor“.

Fazit:

Alles in allem: ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Mir wurden nicht nur kulinarische Einblicke gegeben, sondern auch ein kritisches Auge auf die Nahrungsmittelindustrie geworfen. Vieles kannte ich schon, aber es so nochmal zu lesen, erschreckt einen dann doch so, dass ich mich wieder auf frische Nahrung besann. Lieber etwas qualitatives das mehr kostet und davon weniger, als billig und „en masse“.

Ich werde auf Fälle die anderen Bände auch noch lesen.

 

Link zum Buch/Verlag: http://www.kiwi-verlag.de/buch/teufelsfrucht/978-3-462-04287-0/

Link zu Ferran Adrià:   http://luxus.welt.de/essen-trinken/gourmet/die-besten-koeche-der-welt-ferran-adria

 

 

Reihenfolge „Xavier Kieffer“
Band 1 Teufelsfrucht
Band 2 Rotes Gold
Band 3 Letzte Ernte
Band 4 Tödliche Oliven
Band 5

 

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