Feehan, Christine – Im Bann der Jägerin (Schattengänger Bd.12)

Feehan, Christine
Im Bann der Jägerin
Schattengänger Bd.12
9783453318090
Heyne

Inhalt:
Sie sind die Schattengänger, eine Gruppe herausragender Kämpferinnen und Kämpfer, deren Fähigkeiten von dem genialen Wissenschaftler Dr. Peter Whitney verstärkt wurden. Eine von ihnen ist die betörend schöne Cayenne, deren Kuss giftig ist und die deshalb von ihren eigenen Leuten verfolgt wird. In den Bayous von Louisiana hoffte sie, endlich in Sicherheit zu sein, doch sie hat nicht mit Schattengänger Trap Dawkins gerechnet – weder damit, dass es Trap gelingen würde, sie aufzuspüren, noch mit der fatalen Anziehungskraft, die er auf sie ausübt. (Quelle heyne)

Meine Meinung:
Christine Feehan ist eine meiner Lieblingsautorinnen aus dem Bereich Liebesromane. Ich hatte allerdings eine längere Pause eingelegt, weil ich mit dem Lesen ihrer verschiedenen Reihen einfach nicht mehr nachgekommen bin. Die „Karpathianer“ waren meine ersten Liebesromane mit Paranormalen- und Fantasy-Elementen, und die ersten Bände habe ich einfach geliebt, genau wie die magischen „Drake-Sisters“ . Einfach nur schön. Bei der „Sea Haven Reihe“ fehlt mir der letzte Band der laut Verlag 2018 erscheinen soll. Und als ich jetzt plötzlich den zwölften Teil der „Schattengänger Reihe“ in der Hand hielt, musste ich diesen haben. Vor Jahren hatte ich die ersten zwei Bände dieser Reihe gelesen, und obwohl sie mir damals schon sehr gut gefallen haben, aus den Augen verloren. Dass passiert mir ab und an, da ich sehr viel lese und wenn ich mir keine Notizen mache oder Erscheinungstermine aufschreibe, dann vergesse ich manches einfach. Dazu kommt, dass vor Jahren auch die Internet-Medien nicht aktiv oder noch gar nicht vorhanden waren, so wie heute, so dass man auf verschiedenen Kanälen auf die Bücher aufmerksam wird. Lange Rede kurzer Sinn, ich mag Christine Feehan, ich liebe ihre Bücher auch wenn die „Sea Haven Reihe“ nicht ganz so gut geraten ist. Deswegen war ich auch nicht so optimistisch, was den zwölften Teil der „Schattengänger-Reihe“ angeht, denn echt, der ZWÖLFTE Teil, das ist doch Wahnsinn! Und oft ist es so, dass sich die Reihe dann einfach nur noch „zieht“, und ich hatte zudem Teil 3-11 nicht gelesen. Aber was soll ich sagen? Das machte alles nichts und schon jetzt vorneweg: ich mag die Geschichte. Sie ist wunderschön herzzerreißend und wirklich (extrem) außergewöhnlich.

 

Feehan, Christine
Im Bann der Jägerin
Schattengänger Bd.12
9783453318090
Heyne

Aber gerade am Anfang der Geschichte beschlichen mich erste Zweifel. Ich als Leser fühlte mich in die Bar in den Cajun-Sümpfen im Bayou praktisch in die Szene hinein katapultiert. Der männliche Hauptprotagonist heißt „Trap“, ich war etwas irritiert, weil mir sofort die Übersetzung „Falle“ einfiel. Von daher fand ich den Namen schon sehr ungewöhnlich, auch wenn ich den Lauf der Geschichte mit dem Namen in Kontext setzen könnte. Mir fiel zudem die erste Songzeile aus dem Elvis Presleys Song „Suspicious Minds“ ein: „We’re caught in a trap“ und das passt dann auch irgendwie zu dieser Geschichte. Aber das nur am Rande.
Also, Trap vertraut seine bisher unter Verschluss gehaltene Familiengeschichte seinem Freund und Schattengänger Wyatt an. Dies geschah für meinen Geschmack sehr abrupt, und passte auch nicht so richtig zu dem Ort, dieser Bar in den Cajun-Sümpfen, wo alle Teammitglieder lauernd warteten. Aber das kann ja auch damit zusammen hängen, dass ich die vorherigen Bände nicht gelesen habe, denn Trap und Wyatt kennen sich schon länger und so ist diese Lebensbeichte dann doch nur für neue Leser so abrupt.

Trap hat eine Statur wie ein großer blonder Krieger, und sein echter Name Johannson erinnert an nordische Vorfahren. Er ist Wissenschaftler und forscht gerne in seinem Labor. Seine Patente und Erfindungen in der Pharma-Branche haben ihn reich und berühmt gemacht, dank seines hohen IQ. Für die weibliche Welt ist er ist eine verdammt gute Partie, die Frauen verfolgen ihn und sind auf sein Geld und seine Berühmtheit aus. Die Klatschpresse und Paparazzi tun ihr übriges dazu. Da er auch ein Schattenkrieger aus dem Labor von Dr. Whitney ist, hat er übernatürliche Kräfte, zudem ist er lautlos und hat extrem schnelle Reflexe.

Für alle Neuleser: Schattenjäger sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die im Labor von Dr. Whitney „gezüchtet“ wurden. Er hat Experimente mit ihnen gemacht, und auch nicht vor animalischer DNA zurück geschreckt. Er wollte menschliche Kampfmaschinen entwickeln und so sind alle Schattenjäger extrem gut in allen Kampftechniken trainiert.

Jedenfalls wird Trap von seinen Onkeln verfolgt, die seine Familie ausgelöscht haben. Mir kam dies nicht so glaubwürdig vor, da mittlerweile Jahre vergangen sind und die Schattenjäger sehr gut im aufspüren und eliminieren von Verbrechern sind. Für mich war es so nicht fassbar, das diese beiden Onkels seit Jahren nicht gefunden werden können. Nachdem später auch eine Tante ermordet wird, denkt Trap, dass keine Frau bei ihm sicher ist und lässt sich nur auf One-Night-Stands ein. Ich denke, gerade diese Erklärung mit den Onkel und der Verfolgung ist nicht stimmig, da diese Onkel auch nicht so intelligent scheinen. Meiner Meinung nach hätte bei dem Potenzial der Schattenjäger diese längst gefunden werden können.

Dr. Whitney hat auch versucht, mit Paaren zu experimentieren. Mit Hilfe von Pheromonen versuchte er, bestimmte Frauen an bestimmte Männer zu binden. Dies funktioniert teilweise, und so ist Trap an eine ganz bestimmte Schattengängerin „gebunden“: Cayenne.

Und Cayenne ist das Highlight dieser Geschichte. Sie ist so extrem außergewöhnlich und dennoch so liebenswert, dass man sich fragt, wie Christine Feehan diesen Spagat hinbekommen hat. Ich für mich kann nur sagen, es hat „funktioniert“, ich fand es trotz der Extreme so authentisch wie es für einen Paranormal/Phantasie-Roman sein kann. Denn Cayenne ist eine schwarze Witwe! Eine Spinne! Sie ist zwar mehr Mensch als Spinne, aber ihre Haare weisen wie bei der echten schwarzen Witwe ein rötliches Muster auf. Trap nennt es in der Geschichte „Sanduhrmuster“. Ich habe mir Fotos im Internet von dieser Spinne angeschaut, und bei einigen ist dieses rötliche Sanduhrmuster wirklich zu erkennen. Ich weiß, wenn man das hier so liest, hört sich das vielleicht eklig an, und einige werden sich fragen, wie so eine Liebesgeschichte funktionieren kann? Das klappt, weil Cayenne wie eine wunderschöne normale Frau aussieht, lange dunkle Haare, feminine Figur, grüne Augen und hohe Wangenknochen hat. Aber sie hat auch besondere Fähigkeiten, wie zum Beispiel dass sie mit ihren Händen Seidenfäden, Spinnennetze und Kokons spinnen kann, in Sekundenschnelle. Mit ihren Härchen auf der Haut kann sie  durch die Luft Informationen über Gefahrenstellen erspüren. Sie hat biegsame Knochen und passt in die kleinste Ecke, läuft an den Decken entlang. Sie selber ist gefährlich, weil, wenn sie sich bedroht fühlt ihr Gift „einschießt“ und wenn sie zubeißt, so ein Gift freisetzt, das tötet. Das tragische ist, sie kann diesen Reflex nicht kontrollieren! Bei echter Gefahr ist das natürlich ein Schutz für sie, aber beim Liebesspiel kommt hier so dem „beißen“ ein ganz besonderen Nervenkitzel dazu.

Die sexuelle Anziehungskraft zwischen den beiden nimmt sehr viel Raum in dieser Geschichte ein, für meinen Geschmack ein wenig zu viel, aber das ist sicherlich Ansichtssache wie immer. Auch wenn ich keine seitenlangen „Kopulationstechniken“ mag, kann ich doch sagen, dass diese hier zwar delikat, aber geschmackvoll waren.

Cayenne ist eine sehr sympathische Protagonistin. Ich als Leser habe mit ihr gelitten, sie ist in einer Zelle in Dr. Whitney Labors aufgewachsen, und ständig wurde an ihr experimentiert. Da sie wegen ihrer Bisse tödlich ist, wurde sie jedes Mal betäubt, bevor sie aus ihrer Zelle ins Labor gebracht wurde. Ihr Gift war für die Forscher interessant. Zudem wird zwischendurch einmal kurz erwähnt, dass auch mit Gewehr-Kugeln auf sie geschossen wurde, sie das aber dank ihrer besonderen Haut überlebt hat. Trap kommt diesem Geheimnis ansatzweise auf die Spur, hat aber keine Zeit, näher darüber nachzudenken. Ich denke, dem Leser wird klar werden, dass Cayennes Haut ebenfalls wie Seide und Kevlar einen Schutzmechanismus hat. Deswegen hat sie auch so lange überlebt, selbst als sie für Versuchszwecke gejagt wurde und insgesamt sieben mal ein Vierer-Team von den Schattengängern töten musste! Dr. Whitney wertete dieses „Versuche“ aus und „verbesserte“ jeweils das nächste Team von Schattengängern.

Interessant, und was mich zum Lesen des Vorgängerbandes motiviert, ist, das Traps Freund Wyatt seine Gefährtin Pepper ebenfalls gefunden hat und dass diese ein Schlangen-Gen hat. Das verspricht auch interessant zu werden, zudem es einige Anspielungen auf die Töchter der beiden hier in der Geschichte gibt. Da will ich natürlich wissen, was geschehen ist.

Also, Cayenne kann einem sehr leid tun, soviel wie sie mitgemacht hat und sie hat bisher nichts anderes als ihre Zelle im Labor kennen gelernt. Bei einer Befreiungsaktion hat Trap ihre Zelle geöffnet. Dies muss wohl im vorherigen Band passiert sein, ich bin nicht sicher, da ich diesen nicht gelesen habe. Jedenfalls wurden einige Personen aus dem Labor befreit und Dr. Whitney ist auf der Flucht. Cayenne, die sich überhaupt nicht in der Welt draußen auskennt, überlebt in den Sümpfen, klaut Nahrung und Kleidung, bis Trap sie aufspürt.

Zitat Seite 40: „hatte kein Geld, kein Essen und keine Unterkunft, und keine Ahnung, wie sie mit normalen Menschen umgehen sollte. Sie wusste nicht einmal, was wirklich normal war. Sie konnte nur töten. Das hatte sie gelernt, und sie war gut darin, aber sie hatte keinen blassen Schimmer, wie Menschen sich untereinander verhielten und was sie tun musste, um nicht aufzufallen. Selbst als sie schließlich … hatte sie sich nicht getraut in ein Geschäft zu gehen und sich das zu kaufen, was sie brauchte, weil sie nicht wusste, wie man das machte. Schon der Gedanke daran jagte ihr Angst ein.“

Die Anziehungskraft von Trap und Cayenne ist sehr groß, da sie von Dr. Whitney als Partner „verbunden“ wurden. Daher gelingt es Trap, Cayenne dazu zu bringen, mit ihm zusammen zu leben. Cayenne ist ebenfalls intelligent, aber auch sehr unbedarft, was das reale Leben in einer normalen Welt angeht. Sie weiß nicht wie man einkaufen geht, weil sie noch niemals einkaufen war. Sie weiß nicht wie man kocht oder wäscht, sie weiß überhaupt nichts über soziale Kontakte und Verhaltensweisen, weil sie Zeit ihres Lebens in einem Versuchslabor in einer Zelle lebte. Aber sie ist sehr liebenswert, ich denke, die Leser werden sie einfach mögen, weil sie sich so bemüht, das Leben zu verstehen und klar –auch Trap zu gefallen.

Fazit:
Am Anfang dachte ich, als Trap in der Bar saß, „das gibt nichts mit dieser Geschichte“. Trap erzählt für meinen Geschmack an deplatzierter Stelle seine Familiengeschichte, das wirkte auf mich stark „aufgesetzt“. Auch ist von Anfang klar, dass eine starke Verbindung zwischen ihm und Cayenne besteht. Ähnlich wie bei vielen Bänden der „Sea-Haven-Saga“ ging mir das einfach zu schnell und ich befürchtete, dass mir dieser zwölfte Band der Schattengänger-Geschichte nicht gefallen würde, da auf den ersten 60 Seiten schon fast alles passiert. Des Weiteren waren mir die seitenlangen erotischen Sexszenen zwar ästhetisch umgesetzt, aber nahmen zu viel Raum in der Geschichte ein. Auch dass Cayenne eher devot veranlagt ist und zu allem „Ja“ sagte, störte mich ein wenig. Aber so ist das halt bei einigen Büchern von Christine Feehan, es macht auch nicht wirklich etwas aus, denn man kann diese Seiten entweder genießen oder schnell überfliegen. Das Interessante passiert aber dann schleichend und unerwartet, denn die Geschichte wird mit jeder Seite besser. Dies zeigt mal wieder, dass man jeder Geschichte eine Chance geben sollte, auch wenn der Anfang holprig ist. Zudem ist diese Geschichte dank der Hauptprotagonistin Cayenne sehr ungewöhnlich. Christine Feehan ist der Spagat gelungen, eine Frau mit einer veränderten animalischen DNA sehr sympathisch und verletzlich wirken zu lassen. Cayenne trägt die Gene der schwarzen Witwe in sich, einer Spinne! Ihr Biss ist tödlich! Wow, wie krass ist das denn? Kann man sowas lesen? Kann das „funktionieren“? Ja, es ist eine wunderschöne und stellenweise herzzerreißende Liebesgeschichte dank dieser außergewöhnlichen und liebenswerten Protagonistin Cayenne. Allein die Szene, als sie das erste Mal mit Trap „Shoppen“ geht, endet in vielfältiger Weise in einem wahren Desaster. Diese Szene kann schon zu Herzen gehen, Ich muss jetzt einfach definitiv die anderen Bände lesen.
Alles in allem: Das Buch ist in einem Teil schon etwas langatmig, wie mit den seitenweisen sexuellen Ausschweifungen oder aber auch die Gespräche über „du gehörst mir – und ich gehöre dir“ wiederholten sich in ähnlicher Weise. Das war schon stellenweise einfach zu lang. Aber zwischen diesen Zeilen entfaltet sich dann eine besondere Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen mit einer schlimmen Vergangenheit und daraus resultierenden besonderen Fähigkeiten. Dies macht den Reiz dieser Liebesgeschichte aus.

 
Die Schattengänger (Ghostwalkers):
Band 1 1. Jägerin der Dunkelheit Ryland + Lily
Band 2 2. Spiel der Dämmerung Nicolas + Dahlia
Band 3 3. Tänzerin der Nacht Gator + Iris
Band 4 4. Schattenschwestern Jack + Briony
Band 5 5. Düstere Sehnsucht Ken + Mari
Band 6 6. Fesseln der Nacht Jess + Saber
Band 7 7. Magisches Spiel Kaden + Tansy
Band 8 8. Schicksalsbund Mack + Jamie
Band 9 9. Im Bann des Jägers Kane + Rose
Band 10 10. Spiel der Finsternis Sam + Azami
Band 11 11. Geliebte der Dunkelheit Wyatt + Pepper
Band 12 Im Bann der Jägerin Cayenne + Trap
Band 13

Reihenfolge „Der Bund der Schattengänger“ hier der Link zur PDF Datei zum ausdrucken:Feehan, Christine – Die Schattenjäger

Zum Buch/Verlag: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Im-Bann-der-Jaegerin/Christine-Feehan/Heyne/e506986.rhd

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