Wehrle, Martin – Sei einzig, nicht artig

Wehrle, Martin Sei einzig, nicht artig 978-3-442-39283-4 Mosaik Verlag

Wehrle, Martin
Sei einzig, nicht artig
978-3-442-39283-4
Mosaik Verlag

Inhalt:

Nie war die Gefahr so groß wie heute, die eigenen Wünsche und Träume zu verraten. Der moderne Mensch lebt für die Arbeit, für die Familie oder für den Facebook-Account, aber nicht mehr für sich selbst. Die Medien sagen uns, was wir denken sollen; die Modedesigner, wie wir uns zu kleiden haben; die Arbeitgeber, womit wir den Tag verbringen müssen. Oft sind Burnout und Depression  die Folge dieser Angepasstheit. Erfolgsautor Martin Wehrle fordert uns deshalb dazu auf, nichts mehr nur für andere zu tun, sondern alles für uns selbst. Gemäß dem Motto: Sei einzig, nicht artig!

Meine Meinung:

Aufgefallen ist mir das Buch durch die Wortspielerei auf dem Cover von „sei einzig, nicht artig“ mit „Einzigartig“. Diese Aussage trifft es ziemlich gut, wie ich meine.

Ich lese sehr gerne solche Lebensberater, aber auch hier ging es mir wie mit einigen anderen auch: Man muss wirklich Zeit investieren, wenn man etwas „mitnehmen“ will. Nur mal schnell alles überfliegen oder reinschnuppern, das genügt nicht. Obwohl sich dieses Buch sehr schnell und einfach lesen lässt, wenn man nicht inne hält, nachdenkt oder die Selbstcoaching-Übungen macht.

Die Selbstcoaching-Übungen brauchen Zeit, obwohl spontane Gedanken meist dem Bauchgefühl entsprechen, bei manchen Fragen muss man aber auch länger nachdenken, bis einem etwas einfällt. Eine erste Übung ist es, einen Nachruf auf einen selber zu schreiben, mit gegebenen Fragen. Ich fand diesen Ansatz total interessant.

Das Buch enthält einige Fragen, Floskeln und Ansätze, die Leser dieses Genres sicherlich schon von anderen gehört haben. Z.B.:

Seite 29: „Wie würden Sie ihre restliche Zeit verbringen, wenn Sie wüssten, dass es mit der Welt und Ihrem Leben in sechs Monaten vorbei ist?“

Es werden Beispiele von berühmten Persönlichkeiten erzählt, die nicht artig, aber einzig waren. Die ihrem eigenen Weg gefolgt sind und nicht der „Herde“. Zum Beispiel Steve Jobs:

Seite 36: „… Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben, man hätte etwas zu verlieren. Du bist vollkommen nackt. Es gibt keinen Grund, nicht deinem Herzen zu folgen …“

Es werden viele Beispiele erzählt, zu dem weitreichenden Thema „Ja sagen, Nein meinen“. Die Frage ist „MUSS ich das wirklich?“, oder ist mir nur der Preis zu hoch wenn ich NEIN sagen würde? An dieser Stelle wird vom Aldi Gründer Theo Albrecht und seiner „Briefpapier-Anweisung“ erzählt, im Kontext zu der Frage „Muss ich wirklich …?“.

Das Buch ist in zwei Teile untergliedert, und in den jeweiligen Teilen nochmals in größere Kapitel mit vielen kleinen „reißerischen“ Überschriften. Dies alles ist sehr übersichtlich in der Inhaltsangabe präsentiert.

Teil 1:

Artig leben – Warum Anpassung ihr Unglück ist

  1. Im falschen Film: Guten Tag, ich will mein Leben zurück
  2. Der Werbe-Wahn
  3. Die Erziehungsfalle
  4. Der Ego-Shooter
  5. Einfach krank – Warum Anpassung zu Burnout und Depressionen führt

Teil 2

Einzig leben – Wie Eigen-Sinn sie glücklich macht

  1. Der große Life-Check – Sitzen Sie noch am Steuer
  2. Ich verlange Respekt: Warum es gut ist, wenn nicht jeder Sie liebt
  3. Der Preis ist heiß: Was kostet Sie die Veränderung?
  4. Wunsch-Konzert: Was ihre Sehnsüchte Ihnen flüstern
  5. Denken ist Glücksache: Warum Zufriedenheit im Kopf beginnt
  6. Ein wohl-gefühltes Leben: Wie Emotionen Ihre Freunde werden
  7. Arbeits-Sieg: Wie ihr Beruf Ihnen wieder Erfüllung schenkt
  8. Beziehungs-Weisheit: Von der Kunst sich mit den richtigen Menschen zu umgeben
  9. Anstiftung zum Nein-Sagen: Wie Sie sich mit einem Wort das Leben retten

„Der kleine Neudenker“ erscheint am Schluss eines Themas, ein Spruch zum nachdenken. Ich muss gestehen, so richtig gefallen hat mir leider keiner. Vielleicht habe ich aber auch nicht lange genug darüber nachgedacht.

Am Schluss das Buches gibt es interessante und vertiefende weiterführende Literatur-Vorschläge, ein Quellenverzeichnis (oft Spiegel Online) und ein Sachregister.

Fazit:

Das Buch lässt sich vordergründig schnell und locker lesen, die einfache Sprache macht das Thema sehr gut verständlich. Beispiele anhand prominenter Erfahrungen und Geschichten lockern das Buch auf. Manches war mir aber dann aber wieder zu vereinfacht und zu oberflächlich dargestellt. Für die Selbstcoaching-Übungen und überhaupt für das Buch braucht man Zeit, um das Gelesene überdenken zu können. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, das Buch in einem Rutsch zu lesen. Es ist eher ein Begleiter über Wochen hinweg.

Einen Spagat zwischen „Einfach für viele Lesergruppen“ und „Nachhaltig“ zu schaffen ist hier nicht so ganz gelungen. Es gibt viele Interessante Ansätze, aber dennoch bleiben viele Themen blass und irgendwie „reißerisch“. Ich hatte den Eindruck, dass öfters vom eigentlichen Thema abgewichen wurde. Dennoch hoffe ich, dass ich einige wenige Ansätze für mich nutzen kann.

Meine Lieblingszitate aus diesem Buch:

 Zitat Seite 42, von Soren Kierkegaard: Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“.

 Zitat Seite 47: „…Es ist ein großes Paradoxon. Je mehr sie dafür tun, von anderen geliebt zu werden, je mehr Sie sich selbst aufgeben, desto weniger erreichen Sie ihr Ziel …“

Zitat Seite 306: „Es gibt zwei Sorten von Freunden: Die einen mögen Sie, weil Sie sind, wer Sie sind. Und die anderen mögen Sie, weil Sie bleiben, wer Sie sind“. Sprachlich ist das nur ein kleiner, inhaltlich ein gewaltiger Unterschied.“

 

Ausführlicher Inhalt:

***Vorsicht Spoiler***

 

Das Buch ist in zwei Teile untergliedert, und in den jeweiligen Teilen nochmals in größere Kapitel mit vielen kleinen Überschriften. Dies alles ist sehr übersichtlich in der Inhaltsangabe präsentiert.

 

Teil 1:

Artig leben – Warum Anpassung ihr Unglück ist

  1. Im falschen Film: Guten Tag, ich will mein Leben zurück
  2. Der Werbe Wahn
  3. Die Erziehungsfalle
  4. Der Ego-Shooter
  5. Einfach krank – Warum Anpassung zu Burnout und Depressionen führt

 

Teil 2

Einzig leben – Wie Eigen-Sinn sie glücklich macht

  1. Der große Life-Check – Sitzen Sie noch am Steuer
  2. Ich verlange Respekt: Warum es gut ist, wenn nicht jeder Sie liebt
  3. Der Preis ist heiß: Was kostet Sie die Veränderung?
  4. Wunsch-Konzert: Was ihre Sehnsüchte Ihnen flüstern
  5. Denken ist Glücksache: Warum Zufriedenheit im Kopf beginnt
  6. Ein wohl-gefühltes Leben: Wie Emotionen Ihre Freunde werden
  7. Arbeits-Sieg: Wie ihr Beruf Ihnen wieder Erfüllung schenkt
  8. Beziehungs-Weisheit: Von der Kunst sich mit den richtigen Menschen zu umgeben
  9. Anstiftung zum Nein-Sagen: Wie Sie sich mit einem Wort das Leben retten

 

 

Im falschen Film: Guten Tag, ich will mein Leben zurück

Hier wird, wie bereits oben erwähnt, Bezug zu dem Leben von Steve Jobs und Aldi Gründer Theo Albrecht genommen. Ja sagen, Nein meinen. Vergleiche ziehen.

Zitat Seite 42, von Soren Kierkegaard: Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“.

 

Der Werbe-Wahn

Der Fremdkörper in meinem Spiegel.

Hier wird von Schönheits-OPs, Körperkult gesprochen, und da ist ein Vergleich mit Anderen nicht fern.

Anpassung vor Individualität.

Dallas und Denver.

Ein „Linien“ Versuch zeigt, wir passen meistens unsere Meinung der Mehrheit an.

 

Die Erziehungs-Falle

Stockholm Syndrom

Die heutige Schule ist ein Ort der Anpassung und Austreibung der Individualität

Wo bleibt die Fantasie in der Schule?

Prominentes Beispiel, wie Stephen King für seinen erste Geschichte in der Schule bloßgestellt und niedergemacht wurde.

 

Ego-Shooter

Selbstoptimation

Lottogewinn, das Glück darüber: jeder Befragte sagte, er würde als erstes eine Weltreise machen wollen, aber nur jeder … macht tatsächlich eine.

Sehr gute Idee: einen Tag lang mal aufzuschreiben, was man macht, beginnend mit dem Frühstück und dann aber dazu schreiben, was ich statt dessen lieber machen würde:

Beispiel:

8:00 Uhr Frühstück mit Familie, Brote schmieren, Kaffee kochen

Am liebsten würde ich …z.B. lieber in Ruhe die Zeitung lesen

Antagonisches Prinzip

 

 

Einfach krank – Warum Anpassung zu Burnout und Depressionen führt

Burn Out, Multitasking

Prominentes Beispiel: Sheryl Sanberg

 

Der große Life-Check – Sitzen Sie noch am Steuer?

Ein Test

 

Ich verlange Respekt: Warum es gut ist, wenn nicht jeder Sie liebt

Die Nettigkeits-Falle:

Zitat Seite 47: „…Es ist ein großes Paradoxon. Je mehr sie dafür tun, von anderen geliebt zu werden, je mehr Sie sich selbst aufgeben, desto weniger erreichen Sie ihr Ziel …“

 

 

Der Preis ist heiß: Was kostet Sie die Veränderung?

Enttäuschen Sie andere, aber nicht sich selbst.

Die meisten bedauern, etwas NICHT getan zu haben. Eine Aussage, die erfahrene Leser sicherlich auch schon öfter gehört habe.

 

Wunsch-Konzert: Was ihre Sehnsüchte Ihnen flüstern

Wünsche.

Was wollen Sie unbedingt haben?

Nachdenken – weg mit den „Puppenhüllen“, und zum Kern der Sache vordringen.

 

 

Denken ist Glücksache: Warum Zufriedenheit im Kopf beginnt

Mussturbation (kein Rechtschreibfehler!)

REVT Rational emotive Verhaltenstherapie

Muss, Soll- und darf nicht-Sätze

 

 

Ein wohl-gefühltes Leben: Wie Emotionen Ihre Freunde werden

Der Tipping Point

Emotionale Intelligenz

Das berühmte Marshmallow-Experiment

 

 

Arbeits-Sieg: Wie ihr Beruf Ihnen wieder Erfüllung schenkt

Flow

Work-Life-Balance – gibt es das überhaupt??

 

 

Beziehungs-Weisheit: Von der Kunst sich mit den richtigen Menschen zu umgeben

Zitat Seite 306: „Es gibt zwei Sorten von Freunden: Die einen mögen Sie, weil Sie sind, wer Sie sind. Und die anderen mögen Sie, weil Sie bleiben, wer Sie sind“. Sprachlich ist das nur ein kleiner, inhaltlich ein gewaltiger Unterschied.“

Kraftquellen oder Krafträuber?

Wie finde ich das heraus? Mit einem Menschentagebuch. Ich finde es eine prima Idee.

Anstiftung zum Nein-Sagen: Wie Sie sich mit einem Wort das Leben retten

Zitat Seite 331: „Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit“ ruft uns der Dramatiker Nicolas Chamfort aus dem 18. Jahrhundert zu.

Selbstreflektion

Belassen Sie das Problem beim Absender – Thema z.B. Überstunden

Sprachliche Weichmacher: würde, hätte, eigentlich, vielleicht

 

 

 

 

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