Nesbo, Jo – Blood on Snow/Der Auftrag

nesbo-jo-blood-on-snow-der-auftrag-wz-2Inhalt:

Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es eben nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahe zu kommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen.Zwei Probleme stellen sich. Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten. Über 25 Millionen verkaufte Exemplare weltweit von Jo Nesbøs Romanen. (Quelle Ullstein Verlag)

Meine Meinung:

Von Jo Nesbo wollte ich schon ganz lange mal einen Krimi lesen. Es gibt viele Bände von seinem Ermittler Harry Hole, und Blood on Snow/Der Auftrag ist nun mein erstes Buch von ihm, dass ich lesen werde. Leider konnte es mich überhaupt nicht überzeugen.

Nesbo, Jo  Blood on Snow/Der Auftrag 978-3-550-08077-7 Ullstein

Nesbo, Jo
Blood on Snow/Der Auftrag
978-3-550-08077-7
Ullstein

Doch fangen wir erst mal mit etwas positiven an: Der Schreibstil ist sehr einfach und flüssig zu lesen, und da das Buch nur 186 Seiten, dazu noch in großer Schrift mit breiten Rand hat, dürfte man das Buch in gut in 2-3 Stunden ausgelesen haben. Das Cover in schwarz-weiß passt zu den dem dreiseitigen schwarzen Buchschnitt, das ist schon ein Hingucker wert. Das Buch sieht schon etwas „gefährlich“ aus, passend zur Inhaltsangabe.

Schon auf den ersten paar Seiten fiel mir der plumpe umgangssprachliche Erzählton auf. Das mag passen, wie z.B. bei dem Krimi Brennerova *zur Rezi*, aber hier bei „Der Auftrag“ gefällt es mir eher weniger. Es kommt halt auf das Zusammenspiel an, und hier gab es keines. Der Protagonist Olav wird einerseits als Legastheniker dargestellt, auf der anderen Seite zitiert er klassische Literatur. Er erzählt lakonisch, dass er sich als Zuhälter, Fluchtwagenfahrer oder für Raubüberfälle nicht eignet und er so nur die notwendige moralische Flexibilität hatte, um Killer zu werden. Einerseits tötet er für Geld, dass er dann den Familien der Getöteten zukommen lässt. Zudem stellt er sich selber als „dumm“ dar, zusammen mit der Erzählsprache entstand so vor meinem Auge ein eher tumber Charakter. Selbst einen tumben Charakter kann man verzeihen, wenn die Geschichte gut ist. Aber dies war hier auch nicht der Fall. Natürlich wird auch noch kurz die schwere Kindheit erwähnt. Unglaubwürdig geht es weiter: Er verliebt sich mir nichts dir nichts in seinen nächsten Auftrag, und kurze Zeit später sind die beiden unzertrennlich. Die große Liebe? Nein, so plump geht das schon mal gar nicht. Außer hier im Roman. Ach ja, der spielt im Jahr 1977, dies fällt aber nicht weiter auf.

Dann gibt es viele Abschweifungen. Olaf, der tumbe Killer denkt nach. Über „Gott und die Welt“. Eigentlich fast langweilig. Dennoch sind auch ironisch-philosophische Betrachtungen dabei, wie „Was lässt uns erkennen, das wir sterben werden?“ (Zitat Seite 28). Dies fragt ausgerchnet ein Killer. Dazu bricht er Vergleiche mit der Tierwelt herunter. Also, eigentlich kann er gar nicht so dumm sein. Oder? Ein Profikiller mit Herz? Nein, für mich leider eher eine „Dumpfbacke“, bis auf die wenigen Szenen mit Maria, zum Beispiel während der Zugfahrt, das fand ich süß.

 

Der Schuss, merkwürdig verwirrend. Viele Fragen bleiben offen:

-Corina näht die Schusswunde zu, obwohl die Kugel noch drin ist?

-Hat Olaf Corina beim Sex gewürgt, wie sein Vater es bei seiner Mutter tat? Corina stellt es jedenfalls so dar, ich andererseits kann es nicht glauben.

-Am Schluss: Träumt er, dass Maria ihn rettet?

-Kann Maria ihn doch hören?

 

Ich hatte das Gefühl, dass am Schluss nichts war, wie es schien. Aber auf verwirrende Weise.

Wie man hört, soll das Buch verfilmt werden. Eigentlich kann der Film nur besser werden als das Buch es je war. Dann gibt es einen zweiten Band der „Blood on Snow“ Reihe, deren Hauptprotagonist mir aber unbekannt ist. Allerdings spielt der „Fischer“ hier im ersten Band eine Rolle. Ob man dann auch Corina wiedersieht?

Nesbo, Jo  Blood on Snow/Der Auftrag 978-3-550-08077-7 Ullstein

Nesbo, Jo
Blood on Snow/Der Auftrag
978-3-550-08077-7
Ullstein

Fazit:

Dies ist eines der wenigen Bücher, die ich als Zeitverschwendung ansehe. Das lag an der Geschichte und natürlich an den Protagonisten, mit denen eigentlich keiner „warm“ werden kann. Dieses unglaubwürdige „Geschwanke“ zwischen „guter Killer“ und „böser Killer“ war überhaupt nicht glaubhaft. Alle Charaktere waren sehr schwach dargestellt. Das „Love-Interest“ einfach nur dümmlich. Das Ende verwirrend.

Alles in allem: Geht gar nicht. Ich werde diese Reihe auf keinen Fall weiterlesen.

 

Blood on Snow Reihenfolge
Band 1 Der Auftrag
Band 2 Das Versteck

 

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