Musso, Guillaume – Vierundzwanzig Stunden

Musso, Guillaume – Vierundzwanzig Stunden

Musso, Guillaume Vierundzwanzig Stunden 978-3-86612-401-1 Pendo Verlag

Inhalt:

Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind – die Zeit …  (Quelle Pendo/Piper Verlag)

Meine Meinung:

Ich finde das Cover ist ziemlich einprägsam und es hat mich mehr als die Inhaltsangabe auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Es sieht tatsächlich spannend und auch  mysteriös aus. Ich weiß nicht mehr wo ich es als erstes sah, aber dann wurde ich in den folgenden Tagen/Wochen durch zwei Rezensionen auf verschiedenen Bücherblogs nochmals praktisch darauf „gestoßen“. Zum einen schreibt „Primaballerinabooks“ *hier* dass sie generell die Bücher von Musso gerne liest, was für mich ein gutes Zeichen ist. Andererseits beschreibt Claudia von Claudia Wortwelten *hier* die Geschichte eher kritisch und möchte am liebsten Musso gar nicht mehr lesen. Als ich in meiner Bücherei in der Warteschlange stand fiel mein Blick auf die Neuerscheinungswand – und was sah ich dort? Genau. Vierundzwanzig Stunden von Guillaume Musso. Bedingt durch die zufällig gelesenen und so gegensächlichen Rezensionen wurde ich praktisch „angestachelt“, ein Buch dass vorher nur mein leichtes Interesse geweckt hat, nun doch zu lesen. Ich nahm es mit und war gespannt, zu welcher Meinung ich tendieren würde.

Ich habe das Buch dann Abends/Nachts in einem Rutsch durchgelesen, wofür es zwei Gründe gab: Zum einen war da natürlich der Spannungsbogen und dann aber auch, weil ich keinen zweiten Abend an diese eher nichtssagende Geschichte verschwenden wollte. Doch von vorne, ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich ***SPOILERN*** muss, um meinen Leseeindruck zu beschreiben.

musso-guillaume-24stunden-3-wz

 

 

 

 

Wie bereits oben erwähnt, gibt es einen, ja, gigantischen Spannungsbogen, der darin besteht zu ergründen, WARUM und WAS passiert Arthur? Er ist 25 Jahre alt und Arzt. In der gesamten Geschichte wurde mir dieser genau wie die Hauptprotagonistin Lisa, ein Model mit Gelegenheitsjobs, nicht sympathisch. Aber, das Geheimnis um Arturs Verschwinden trug mich bis  zum Schluss. Zudem hätte ich gerne etwas über die Zeit erfahren, in der er verschwunden war.  Sein „Erwachen“ nach so einer „Zeitreise“ war richtig gut beschrieben, und hätte eigentlich ein Highlight werden können, wären da nicht die dann folgenden Vorkommnisse „so weit weg“ erschienen, so unrealistisch, so, ja so irgendwie „gar nicht“. Das Setting mit dem Leuchtturm an der romantischen Küste Maines und auch generell die Idee mit diesem mysteriösen Verschwinden hätte großes Potenzial gehabt, wäre es nicht allzu platt vermittelt worden.

Den Anfang der Geschichte mit dem „Vertrauensbeweis seines Vaters“ fand ich merkwürdig und ich finde, er klärt sich auch später im Buch nicht richtig auf. Ich könnte jetzt annehmen, dass sein Vater die Geschehnisse plante, aber zu diesem Zeitpunkt war ja noch nichts von dem, ich nenne es jetzt mal „Leuchtturm-Fluch“ bekannt. Denn dieses Erlebnis kommt ein paar Seiten später, als sich Vater und Sohn zum Angeln verabreden. Der Vater offenbart dem Sohn ein Geheimnis, das sich dann als Spannungsbogen durch das ganze Buch erweist: „Öffne niemals diese Tür“. Da hätte etwas ganz „Großes“ entstehen können, denn es verführte gerade dazu, genau dies zu tun. Leider wurde es für meinen Geschmack nicht richtig „aufgeklärt“.

Das Zusammentreffen von Arthur und Lisa fand ich nicht magisch oder schicksalhaft. Dafür war Lisa zu sprunghaft und Artur wirkte für mich einfach nur so, als ob er jemanden lieben wollte weil das „dazu gehört“ und das war jetzt halt mal Lisa. Und so ist auch das Love-Interest für meine Begriffe überhaupt nicht glaubwürdig gewesen. Das war wirklich schade.

Der einzige Protagonist, der mir richtig sympathisch war, war Arthurs Großvater Sullivan. Ich mochte seine Figur, die authentisch wirkte.

Zu diesem Roman kann man eigentlich nur seine Meinung sagen, wenn man spoilert, indem man etwas über die Zeitreisen von Artur sagt. Aber eigentlich sind es ja auch keine richtigen Zeitreisen in eine vergangene oder zukünftige Welt, sondern ein Verschwinden aus der Welt. Als Leser hätte ich hier gerne am Schluss eine Auflösung gehabt, vor allem, wie es zu diesem Geheimnis und Fluch im Keller des Leuchtturmes kam.

Das letzte Drittel und der Schluss war dann für mich endgültig der Punkt, an dem die Handlung „kippte“. Zunächst einmal „hauten“ mich die zwei Todesfälle um Schluss um, die ja von Sullivan angekündigt wurden. Aber ich als Leser hatte nicht daran geglaubt, oder eher gesagt, ich hoffte auf ein Happy End für alle. Aber dann der tatsächliche Schluss! Mich als Leser mit so einer Wendung abzuspeisen, die zwar überraschend aber mir wie aus der Luft gegriffen erschien. Nein, das geht gar nicht.

Musso, Guillaume – Vierundzwanzig Stunden

Musso, Guillaume – Vierundzwanzig Stunden

Fazit:

Die Geschichte hat einen leichten und angenehmen Erzählton, sie lässt sich leicht und dank der großen Schrift und vielen Freistellen sehr schnell lesen. Das Setting war für mich in der Beziehung neu, dass es sich um eine Art Zeitreise handelt, aber in diesem Sinne auch wieder nicht. Es betraf eher das Thema:  „Der Mann der verschwand“. Also, die Idee war super, die damit verbundene Spannung Warum und Was eigentlich passierte, sehr hoch. Denn ich als Leser konnte nicht erkennen, worauf diese Geschichte zulaufen würde. Ich hatte zwar eine kleine Hoffnung, die sich dann aber nicht erfüllte.

Alles in allem funktionierte die Geschichte für mich nicht, denn ich konnte mich mit den beiden Hauptprotagonisten Arthur und Sara nicht anfreunden. Eigentlich macht mir das nicht unbedingt etwas aus, denn es gibt auch viele Krimis in denen man den Hauptprotagonisten vielleicht nicht mag, aber in denen einem die Geschichte gefällt und zu der auch diese unsympathische Person passt. Hier zu diesem Buch hätte ich sagen können, die Geschichte gefiel mir halbwegs, zwei Hauptprotagonisten passten so gar nicht dazu und im letzten Drittel pasierten zu viele Zufälle, die leider dadurch das bis dahin gelesene ruinierten. Also, ich konnte damit gar nicht. Zudem fiel das Love-Interest für meinen Geschmack sehr dürftig aus, es war für mich keine Herz-Schmerz-Stimmung fühlbar, sondern nur unechte Verzweiflung. Ich kann mir vorstellen, dass der Autor einen tieferen Sinn vermitteln wollte, im Sinne von  „Carpe diem“, genieße den Tag, aber bei mir hat er das mit dieser Geschichte nicht geschafft.

Alles in allem war diese Geschichte für mich Zeitverschwendung.

Dennoch möchte ich ein schönes Zitat auf Seite 151 aus dem Buch möchte an den Schluss stellen:

„…Vergiss nicht, dass man zwei Leben hat. Das ist eine alte chinesische Weisheit. Man hat zwei Leben, und das zweite beginnt in dem Moment, wo einen klar wird, dass man doch nur eines hat.“

 

Zum Buch/Verlag: https://www.piper.de/buecher/vierundzwanzig-stunden-isbn-978-3-86612-401-1

Advertisements

Ein Kommentar zu “Musso, Guillaume – Vierundzwanzig Stunden

  1. Dir geht es offenbar wie mir, denn auch mich animieren so gegensätzliche Rezensionen immer, ein Buch lesen zu wollen und mir eine eigene Meinung zu bilden. Schön, dass Dich meine Rezension also nicht abgeschreckt hat. Schade allerdings, dass es Dir auch nicht gefallen hat. Trotzdem bin ich beruhigt, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin.
    Liebe Grüße
    Claudia

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s