Steel, Danielle – Big Girl

Steel, Danielle Big Girl 978-3-426-51189-3 Knaur

Steel, Danielle
Big Girl
978-3-426-51189-3
Knaur

Inhalt:

Victoria Dawson wächst in L.A. als Außenseiter in ihrer eigenen Familie auf. Nichts an ihr findet die Zustimmung der Eltern. Sie ist in ihren Augen zu dick, zu intelligent für eine Frau und will zudem auch noch ausgerechnet Lehrerin werden. Victoria bleibt nur die Flucht und der Versuch, sich im weit entfernten New York ein eigenes Leben aufzubauen. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn es ist schwer, sich selbst zu lieben, wenn man glaubt, nicht liebenswert zu sein – eine zu Herzen gehende Emanzipationsgeschichte in der Welt der Reichen und Schönen!

Meine Meinung:

Auf dieses Buch wurde ich zunächst durch den Titel und die Inhaltsangabe aufmerksam. Der Loveletter beschreibt „Big Girl“ als tiefgründige Geschichte. Dem kann ich ganz und gar nicht zustimmen. Im Gegenteil.

Aber von vorne: Die ersten paar Seiten waren sehr flüssig und auch spannend zu lesen, eine sehr einfache und gut verständliche Geschichte. Ich wartete aber die ganze Zeit auf eine Art „zweiter Teil“, der beginnen würde, wenn Victoria endlich erwachsen und in New York leben würde. Ich wollte die Geschichte endlich aus Victorias Perspektive zu hören. Statt dessen kam es mir vor, als wurde die Handlung in einem Rutsch von einem Erzähler „runter geleiert“, was sich aber immer noch gut lesen gelassen hätte, wenn es nicht so oberflächlich gewesen wäre. Die Handlung war in einem altmodischen und konservativen Stil geschildert, so dass es mir vorkam, als wären die Protagonisten aus den 60/70/80iger Jahren. Ich musste an bestimmte ältere Liebesromane von Cora Julia/Romana denken, die aus den1980iger Jahren waren. In welchen Jahr das Buch oder der Roman veröffentlicht wurde, kann jeder Leser auf den ersten Seiten eines jeden Buches nachlesen. Jedenfalls erschienen mir einige dieser Julia/Romana Romane „aufbereitet“ zu sein; damit meine ich, es wurde versucht, die Geschichte in die heutige Zeit zu transportieren. Das gelingt in den meisten Fällen nicht. Deswegen schaute ich nach ein paar irritierenden Aussagen in „Big Girl“ vorne im Buch nach, von wann die Geschichte war und konnte feststellen, dass die amerikanische Originalausgabe 2010 veröffentlicht wurde. Gut dachte ich, dann ist sie nicht „aufbereitet“, aber dennoch hat mich die sehr altmodische Art und Weise hier einfach sehr gestört.

Victoria hätte ein interessanter Charakter sein können, aber die Handlung schaffte es nur, an der „Oberfläche zu kratzen“. Sie war mir einfach „zu gut“, als dass es glaubwürdig war, sie ging zu nonchalant durch ihr Leben.

Dann die Dramen, wenn sie sieben Pfund zu schwer war. Die Inhaltsangabe suggerierte mir eine Übergewichtige, und ich stellte mir dabei keine Frau vor, die nur 3,5kg zu viel hat. Okay, ich könnte jetzt noch einfügen, dass Victoria im Buch auch schon mal schwerer war, aber jemanden mit Größe 44 als „fett“ und „verfressen“ zu bezeichnen – also ich weiß nicht. Überhaupt waren die „Beleidigungen“ ihres Vaters wegen des Übergewichtes sehr plump geschildert. Irgendwie fand ich das sogenannte Übergewicht nicht wirklich glaubhaft und auch von „oben herab“. Es gibt einen Roman von Susan Andersen „Vor Schmetterlingen wird gewarnt“, in dem eine 80kg-Frau in einer sich anbahnenden Liebesgeschichte sehr ästhetisch und glaubhaft dargestellt wird. Wenn ich dieses Buch mit „Big Girl“ vergleiche, ist es ein Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Merkwürdig auch die Passage, als Victoria eine kurzzeitige Zimmergenossin auf der Uni, die eine Essstörung hatte, so seltsam ablehnte und in einem merkwürdigen Stil über sie berichtete.

Als sich dann am Schluss auch noch alles darum dreht, den „richtigen Mann fürs Leben“ zu finden, da habe ich aufgehört, das Buch ernsthaft zu lesen. Im letzten Drittel des Buches begann ich einfach, die Seiten zu überfliegen und dann auch zu überblättern. Einfach zu nichtssagend kam mir das ganze vor, und ganz und gar nicht „tiefgründig“.

Fazit:

Auf diese Geschichte hatte ich mich gefreut, und wurde sehr enttäuscht. Obwohl sie sich schnell, einfach und flüssig lesen lässt, konnte sie mich nicht überzeugen. Die altmodischen und konservativ erscheinenden Handlungen kamen mir merkwürdig vor, es passte nicht in die heutige Zeit. Es schien, als hätte die Geschichte ihren Ursprung vor 30-40 Jahren gehabt und nicht hier und jetzt. Auch die Gefühlskälte der Protagonisten kam mir unwirklich vor. Obwohl Victoria einiges durchmachen muss, ist der Erzählton einfach zu oberflächlich geblieben.

Alles in allem – die Geschichte hat mich überhaupt nicht überzeugt.

Ich möchte hier auf zwei romantische Geschichten von übergewichtigen Frauen hinweisen, die zwar auch „einfacher Natur“ sind, aber dennoch stilvoll und schön zu lesen.

Sands, Lyndsay In den Armen des Ritters
Andersen, Susan Vor Schmetterlingen wird gewarnt

 

Ich würde mich über weitere Vorschläge zu schönen Geschichten mit übergewichtigen Frauen freuen.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s