Katty Kay & Claire Shipman – Confidence Code Was Frauen selbstbewusst macht

Katty Kay & Claire Shipman – Confidence Code Was Frauen selbstbewusst macht 978-3-442-75654-4 Btb

Katty Kay & Claire Shipman – Confidence Code
Was Frauen selbstbewusst macht
978-3-442-75654-4
Btb

Inhalt:

Das Buch, das jede Frau gelesen haben muss!

Den Schlüssel zum Erfolg liefert nicht allein die Kompetenz – wer in der Arbeitswelt und im Privatleben bestehen will, für den ist Selbstvertrauen unabdingbar. Gerade Frauen kämpfen jedoch häufig mit Selbstzweifeln. Woran liegt das? Und lässt sich Selbstbewusstsein aneignen oder bestimmen unsere Gene darüber, wie selbstsicher wir sind? In ihrem sensationellen Bestseller, der in Deutschland längst als Geheimtipp gehandelt wird, zeigen die renommierten Journalistinnen Claire Shipman und Katty Kay anhand verblüffender Forschungsergebnisse, wie jede Frau ihr Selbstgefühl stärken kann. Gemeinsam mit führenden Neurowissenschaftlern und Psychologen weltweit haben sie innovative Ansätze entwickelt, wie wir selbstsicherer werden können, indem wir etwa Risiken eingehen und aktiv handeln. Und wie wir unsere Denkstrukturen langfristig verändern. In Gesprächen mit einflussreichen Frauen aus Politik, Sport und Kunst kommen Kay und Shipman dem Geheimnis auf die Spur, wie Frau ihre Ziele erreichen und ein selbstbestimmtes Leben führen kann. (Quelle Random House)

Meine Meinung:

Als ich den Titel dieses Buches las, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen. Schon lange mache ich mir Gedanken um mein Selbstbewusstsein bzw. um das nicht Vorhandensein. Ich weiß, dass ich damit jetzt ins völlig falsche Horn puste, aber ich muss einfach den Vergleich nennen, der mir durch den Kopf geht: GNTM – Germanys next Top Model. Kontrovers diskutiert, ja das ist mir klar. Dennoch schaue ich mir die Serie an, was viele, die mich kennen, nicht nachvollziehen können. Warum ich mir so einen Sch… anschauen würde …! Ja, weil ich zum Beispiel die Foto-Sessions mag, die mein Fotografen-Auge mit neuen Ideen und Blickwinkeln versorgen. Also in dieser Serie wird einigen Kandidatinnen ständig gesagt „You need more confidence“ (oder ähnlich). Ich selber habe nach der Lektüre dieses Buches die Feststellung gemacht, dass mir die selbstbewussten Kandidatinnen viel sympathischer waren, als die  anderen, die vor jedem Auftritt jammerten „das kann ich nicht“, „mir geht’s nicht gut“ etc. Die Autorinnen haben auch genau das bei ihren Recherchen festgestellt, dass die Personen mit dem größten Selbstbewusstsein am meisten gemocht werden. Sie sprechen ruhig, sicher und entspannt, das mag man. Ein eventueller Mangel an Kompetenz oder Intelligenz hat keine negativen Konsequenzen.

So ist das Thema Selbstbewusstsein also sehr komplex. Die erste Frage, die sich uns Frauen stellt, ist: Warum können wir nicht selbstbewusst sein, was hält uns zurück? Gibt es da eine Macht, und wenn ja, welche, die uns zurückhält? Zum einen könnte man das für Frauen typische Streben nach Perfektionismus, Kompetenz und Souveränität nennen. Das wollen wir können. Wir wollen uns perfekt in dem Auskennen, was wir tun. Aber genau diese Errungenschaften hindern uns oft am handeln.

Zitat Seite 37: „Angela Merkel und ich (Christine Lagard, IWF) haben uns darüber unterhalten … Wir entdeckten, dass wir beide die gleiche Angewohnheit haben. Wenn wir an einem bestimmten Thema arbeiten, dann ackern wir die Akten von vorn nach hinten, seitwärts, rückwärts, historisch, genetisch und geographisch durch. Wir wollen alles ganz und gar in den Griff bekommen, und wir wollen alles verstehen, damit wir nicht von anderen Leuten vorgeführt werden.“

Handeln wir nicht alle in unserem vorgegeben Rahmen so? Wollen wir uns nicht alle in unsere Aufgabengebiete perfekt einarbeiten? Wollen wir nicht perfekt in dem sein, was wir tun? Mir jedenfalls geht es so.

Die Autorinnen besuchten und sprachen mit verschiedenen Frauen, von denen sie aufgrund ihrer hohen Führungspositionen oder generell ihres selbstbewussten Auftretens annahmen, dass diese Selbstbewusst sind: mit Frauen einer Basketballmannschaft (WNBA); mit einer Frau im Kampfmittelbeseitigungsdienst (EOD) die eine von 14 ausgewählten Absolventinnen war; mit einer Software-Unternehmerin; mit einer Arbeitsministerin; mit Christine Lagard (IWF) ; mit Müttern im Kindergarteneltern-Ausschuss und noch mit vielen anderen. Das Ergebnis war leider erschütternd. Selbst diese Frauen stellen ihr Können als „Glückfall“ oder „Zufall“ dar.

Die Autorinnen forschen nach und finden heraus: Da wo Männer sich mit nur 60% Wissen/Kenntnissen auf eine Stellenausschreibung bewarben, wollen wir Frauen es nur wagen, wenn wir die vollen 100% der Anforderungen erfüllen. Die Gehaltsvorstellungen der Frauen liegen 20% unter dem der Männer. In Besprechungen sind Frauen oft zurückhaltend, und ärgern sich dann, wenn ein Kollege genau ihren Gedanken vorträgt und ein Lob erhält.

Was denken Männer wirklich? Die Autorinnen berichten über Versuche zur Selbsteinschätzung, Ergebnis: Männer überschätzen und Frauen unterschätzen sich, obwohl in den tatsächlichen Leistungen keine Unterschiede festzustellen sind. Liegt das alles an unserem mangelnden Selbstbewusstsein?

Zitat S.14: „Weshalb ist es so, dass wir Frauen uns weniger überzeugt anhören, wenn wir wissen, dass wir im Recht sind, als Männer sich anhören, wenn sie ahnen, dass sie im Unrecht sein könnten?“

Männer halten ihre Rede mit weniger Ballast, geht etwas daneben, reden sie einfach weiter, lassen den Fehler hinter sich. Ein sehr schönes Beispiel dazu findet sich auf Seite 45.

Und nun kommt das, was ich vielleicht schon geahnt habe, aber so schwarz auf weiß zu lesen, lässt es einen doch erstaunen: Selbstvertrauen ist wichtiger als Kompetenzen oder Wissen zu haben! Selbstvertrauen ist wichtiger als Intelligenz! Das heißt, wenn jemand weniger Fachwissen, weniger Kompetenz als wir hat, aber mehr Selbstbewusstsein, sind die Chancen für den Selbstbewussten höher, als für die Person mit dem besseren Fachwissen.

Zitat S.20: „Und was vielleicht am verblüffendsten war: Wir entdecken, dass Erfolg viel mehr mit Selbstvertrauen zu tun hat, als mit Kompetenz.“

Ein sehr passendes Beispiel dazu findet sich auf Seite 140, die Geschichte von Robert und Rebecca.

Noch ein passendes Zitat dazu:

Seite 154: „Männer neigen dazu, die Dinge laufen und an sich abperlen zu lassen. Frauen tendieren viel mehr zur Selbstreflektion. Sie fragen sich „Was habe ich falsch gemacht?“ statt es einfach für eine Verkettung unglücklicher Umständen zu halten und nicht weiter darüber nachzudenken.“

Selbstvertrauen bedeutet auch, aktiv zu werden. Ja, ich muss mich zwingen, ich muss aus meiner Komfortzone heraus, und bei der nächsten Besprechung/Seminar werde ich mich zu Wort melden. Der Himmel wird mir nicht auf den Kopf fallen.

Forscher haben herausgefunden, dass sich Veränderungen im Gehirn nach einer Meditation im MRT nachweisen lassen und ebenso sind Erfolge messbar, wenn eine kognitive Verhaltenstherapie erfolgte. Auf Seite 126 beschreiben die Autorinnen, dass sich negative Denkmuster durchbrechen lassen, und dies wissenschaftlich von Forschern durch Gehirn-Scans sichtbar gemacht wird.

Zitat S. 123: „Kognitive Verhaltenstherapie ist eine bewusste Konzentration darauf, Veränderungen in unserem Gehirn herbeizuführen.“

Selbstvertrauen fängt mit den eigenen Kindern an. Die Autorinnen berichten über Erfahrungen mit eigenen Kindern. Um selbstbewusste Kinder zu haben, müssen wir ihnen etwas zutrauen. Sie müssen selbst Erfahrungen erfahren machen, vieles ausprobieren, und auch mit Rückschlägen zurechtkommen. Wir können sie dabei unterstützen, nicht indem wir sie ins kalte Wasser werden, sondern sie mit Fingerspitzengefühl anzuleiten. Natürlich wollen wir Eltern dass nicht, wir wollen Risiken für unsere Kinder klein halten, halten aber dabei in Wirklichkeit unsere Kinder „klein“.

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Selbstvertrauen nicht nur im Kindesalter erworben werden kann, sondern dass wir jederzeit selber daran arbeiten können, egal wie alt wir sind. Neue Denkweisen und neues Verhalten verändert unser Gehirn, dies ist aber harte Arbeit an uns selber, nichts geschieht einfach so. Nicht unser Können hält uns zurück, sondern einfach nur, es gar nicht erst versuchen zu wollen, nicht aktiv zu werden, nicht zu handeln. Die Angst vor dem Scheitern. Aber ist scheitern wirklich schlimmer als nichts zu tun?

Zitat S. 202: „Wir betrachten die Theorie, schnell zu scheitern, inzwischen als Paradigma, um weibliches Selbstvertrauen aufzubauen.“

Zitat S. 207: „Tue es, lerne daraus und mach weiter.“

Zum Schluss hin listen die Autorinnen in einem Kapitel ihre nächtlichen Gedankenschleifen auf. So wie sie wahrscheinlich jede Frau kennen wird. Aber alles sind überwiegend automatisch negative Gedanken. Die Übung liegt nun darin, die negativen in positive Gedanken umzuformulieren, und damit die negative Gedankenspirale abzuschwächen und auf Dauer so eine neue Strategie auf dem Weg zum Selbstbewusstsein zu finden. Sich nicht abzuwerten, sondern aufzuwerten.

Auch das Kapitel „Es ist nicht persönlich“  (S.218) mit dem Beispiel der Opernsängerin ist hilfreich, abwertende Kommentar nicht persönlich zu nehmen.

Die Anmerkungen am Schluss sind eine wahre Fundgrube an Anschlussliteratur, enthalten die Test-Ergebnisse und Quellen zu Forschungs-Ergebnisse.

Abschließend ein Zitat:

Seite 204: Wenn Sie nur eines aus diesem Buch für sich mitnehmen wollen, dann bitte dies: Im Zweifel: Handeln!“

 

Fazit:

Ein Buch, das sich gut lesen lässt. Einfach würde ich es nicht nennen, man sollte sich schon die Zeit nehmen, genau über bestimmte Aussagen nachzudenken.“. Die Autorinnen haben mit vielen Frauen, Wissenschaftlern und Psychologen gesprochen. Es gibt sehr viele „Aha-Effekte. Das erste Drittel des Buches konnte ich noch gut lesen, der Mittelteil war dann schwieriger bzw. hatte Längen, weil viele wissenschaftliche Versuche und die daraus gewonnen Erkenntnisse vorgestellt wurden. Da gab es dann längere wissenschaftliche  Passagen über Gene, Botenstoffe, Neurotransmitter, Cortex, Amygdala, Oxytocin … Am Schluss wurde es aber wieder „einfacher“.

Was mir im Gedächtnis bleiben wird ist die Tatsache, dass selbstbewusste Menschen nicht unbedingt intelligenter sind als ich. Wie man es schon im Stillen geahnt hatte, kommen viele Personen mit einer selbstbewussten Einstellung beruflich weiter, obwohl sie die Kompetenz nicht hatten und vor allem nicht intelligenter waren als man selber! Das konnte doch nicht sein, sollte nicht die fähigste Person befördert werden und gelobt werden? Jetzt hat man es schwarz auf weiß: Wer dieses Buch gelesen hat, weiß jetzt, Fakt, dass es tatsächlich so ist: Nicht die fähigste Person kommt weiter, sondern die selbstbewusstere, die, die sich besser verkaufen kann. Man ahnte es immer, aber man wollte es nicht glauben. Jetzt weiß man es. Es nutzt nichts, still und megaschlau vor sich hinzuarbeiten, die Arbeit effizient und souverän abzuarbeiten. Immer pünktlich zu sein und keinen Ärger machen. Das nutzt alles nichts. Damit kann man nur punkten, wenn auch das nötige Selbstbewusstsein hat.

Das gute ist: Selbstbewusstsein kann man in jedem Alter noch lernen. Es wird nicht leicht werden, aber möglich sein.

Alles in allem ein Buch das mit seinen Aussagen den Kern der Sache genau trifft. Die eingeflochtenen Erfahrungen der Autorinnen lockern die wissenschaftlichen Passagen auf und sind interessant zu lesen. Man kann aus diesem Buch viel mitnehmen.

 

Link zum Buch/Verlag: http://www.randomhouse.de/Buch/Confidence-Code/Katty-Kay/btb-Hardcover/e476985.rhd

 

Sonstiges:

 

Folgende Themen/Seiten fand ich noch interessant:

Selbstkritik macht depressiv (S.79)

Es wird immer jemand geben, der es besser kann. (S.80)

Just do it. Nike  (S.85)

Die logische Folge von schwachem Selbstvertrauen ist Untätigkeit.  (S.86)

Beispiel S. 88, untätig sein, kein Selbstvertrauen,

Woher kommt das Selbstvertrauen? Ist es angeboren? Gibt es Gene?  (S.92)

SLC6A4 Serotonintransporter-Gen (S.94)

Ängste und ein Mangel an Selbstvertrauen manifestierten sich bei Affen-Studien zu einer Form von Hyperaktivität und Aggression, besonders bei männlichen Affen (S.97)

Wie sehen die Gene psychisch starker, gesunder Menschen aus (S.101)

Optimismus und Oxytocin (S.104)

Dopamin fördert Aktivität (S. 104)

Gene DRD47R (Risikobereitschaft), COMT (Krieger/Bedenträgergen),  (S.105)

23andme (von Google mitfinanziertes Unternehmen für private Genanalysen (S.109)

Genomind (auch private Genanalysen) (S.109)

Orchideentheorie /Kinder/Sensitivitäts-Gen (S.117), erinnert mich an „Hochsensibel“

Bedrohung durch Stereotype (S. 144)

Adipositas und Selbstbewusstsein (S. 148)

Warum Frauen zu viel denken (S. 153)

Unterschied männliches und weibliches Gehirn (S.160)

Testosteron (S.166)

Grit und Gaman (S.180)

Talent oder Anstrengung (S.186)

Schnelles Scheitern müssen wir Frauen lernen (S. 201)

Raus aus der Komfortzone (S.204)

Sätze als Fragesätze auslaufen zu lassen / Upspeak (S. 229)

Anstrengung als Chance in asiatischen Kulturen (S.238)

 

Ebenfalls sehr interessant, ab Seite 132, Geschlechterrollen: Bereits in der Grundschule (ja,und auch lange vorher), bekommen geduldige und brave Mädchen Lob und Anerkennung. Dies ist ebenfalls prägend für das spätere Leben. Jungs werden gerne risikobereit und abenteuerlustig gesehen. Auf dem Fußballplatz lernen sie, Siege zu genießen und Niederlagen zu bewältigen.

In einen kurzem Kapitel geht es um Selbstvertrauen und Lob. Personen, die auf Anerkennung andere angewiesen sind, sind eher anfällig für eine Sucht (Alkohol, Essstörungen) als andere, die ihr Selbstwertgefühl aus anderen Quellen ziehen (ethische oder moralische Maßstäbe). So stellten Forscher auch fest, dass Männer weniger Lob für ihr Selbstwertgefühl brauchen. (S.192).

Seite 25: „Selbstvertrauen ist die Reinheit einer Handlung, erzeugt von einen Geist, der frei ist von Zweifeln.“

Seite 84: „Selbstvertrauen ist das Zeug, dass Gedanken in Handlungen umwandelt.“

Carolin Miller (Schriftstellerin und Psychologin) hatte als junge Frau mit Bulemie kämpfen. Lange hielt sie dies streng geheim, bevor sie mit dem Buch „My name is Caroline“ und über „Emotional Eating“ an die Öffentlichkeit ging.  Schade, dass diese noch nicht auf Deutsch veröffentlich wurden.

Zitat Seite 189: Selbstvertrauen entsteht, wenn Sie auf Ziele hinarbeiten, die aus Ihren eigenen Werten und Bedürfnissen resultieren und nicht von der Gesellschaft vorgegeben werden.

Zitat S. 208: „Das ständige Grübeln saugt das Selbstvertrauen aus uns heraus: Die negativen Gedanken und alptraumhaften Szenarien, die sich als das Lösen von Problemen verkleiden, drehen Endlosschleifen.“

Frauen

Susan B. Anthony (S.9)

Malala

Sheryl Sandberg (s.17)

Elaine Chao (S.32)

Claire Shih (S.33)

Christine Lagarde (S.34)

Hillary Clinton

Tia Cudahy (S.33)

Angela Merkel (S.37)

 

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