Engel, Thomas – Ormog , der letzte weiße Magier

Engel, Thomas Ormog – der letzte weiße Magier 978-3-944788-30-2 Fabulus Verlag

Engel, Thomas
Ormog – der letzte weiße Magier
978-3-944788-30-2
Fabulus Verlag

Inhalt:

Auf dem Planeten Magnus leben Menschen zusammen mit anderen vernunftbegabten Wesen. Magische Kräfte sind allgegenwärtig. Zwischen den Mitgliedern des Weißen Ordens und den abtrünnigen Gorgulzauberern entspinnt sich ein Machtkampf, der das einst blühende Reich von Kamal zu zerreißen droht. Im Konflikt auf Leben und Tod versuchen der Weißmagier Ormog und seine Gefährten zu verhindern, dass der Dunkle Meister der Gorgul sein Ziel erreicht: die unumschränkte Herrschaft des Bösen. Das Blatt wendet sich, als Ormog sich mit seiner gefährlichsten Gegnerin verbündet. Vatya, die Elitekämpferin der Gorgul, wechselt die Seiten. Können sie und Ormog ihre Zivilisation vor dem Untergang bewahren? (Quelle Fabulus Verlag)

Meine Meinung:

Im Moment lese ich gerne wieder Fantasy Romane und die Geschichte über den weißen Magier hörte sich für mich ganz gut an. Dieses hochwertige Buch hat ein tolles Cover mit einem weißen Prägedruck, so dass ich ständig darüber streicheln wollte. Auch die Farben waren ansprechend, dunkel braun-orange-gelb- weiß, wenig blau; es gibt eine dreiseitige orangefarbene Schnittverzierung und zudem ein Lesebändchen (ich liebe Lesebändchen). Das Coverbild mit dem weißen Magier erinnerte mich entfernt an verschiedene Gestalten von Herr der Ringe. Derart positiv eingestimmt freute ich mich auf das Buch.

Die Geschichte wird zunächst aus der Vergangenheit erzählt, bis die Ereignisse dann in der Gegenwart ankommen. Das Volk, die normalen Menschen, hassen alle Art von Magie, egal, ob sie von den „guten“ weißen Magiern kommt, oder von den „bösen“ Gorgulen. Diese guten und bösen Mächte bekämpfen sich. Hauptprotagonisten sind zum einen Ormog, der den weißen Magiern und Vatya, die den Gorgulen angehört. Im Laufe der Geschichte müssen die beiden zusammen arbeiten, ob sie wollen oder nicht. Beide haben magische Kräfte, so kann Vatya in Gedanken anderer eindringen und Ormog kann Gedanken manipulieren. Während Ormog‘s Gedächtnis-Verlustes steht ihm der Diener Ichtyon zur Seite, ein Diener/Sklave, der mehr ist als er zu sein scheint. Garius, ebenfalls ein Überlebender des Kampfes gegen den dunklen Meister der Gorguls,  beobachtet Ichtyon, er misstraut ihm. Ichtyons Verhalten erschien mir sehr offensichtlich dargestellt und das hat mich schon gestört. Dazu kommt ein tierischer Begleiter, ein kleiner Drache, der in Ormogs Umhang „wohnt“.  Der kleine Drache hegt eine freundschaftliche Zuneigung zu Ormog, mir kam diese „aufgesetzt“ vor, eher wie ein Gegenstand, der bei Bedarf herausgeholt wurde und ansonsten unsichtbar blieb. Dennoch wird sich dieser kleine Drache als sehr nützlich erweisen.

Es hat lange gedauert, bis ich ein Gefühl für die Geschichte bekommen habe. Erschwerend waren die vielen unbekannten Fantasiebegriffe, die mir nicht genug während des Lesens im Rahmen der Geschichte erklärt werden konnten und die sich mir auch nicht so einfach aus dem Kontext erschlossen. Mit den Namen der Personen hatte ich so meine Probleme, wenn es im Prinzip auch nur vier Hauptpersonen gab: Vatya Ganta, Gariurs Galtar, Ichtyon Vanastera und Ormog. Diese waren mir nicht genug „ausgearbeitet“, sie blieben blass. Vielleicht liegt es auch daran, dass nicht genug Emotionen „transportiert“ wurden. Es waren keine kernigen Charaktere wie sie es hätten sein können. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass männliche jugendliche Leser diese klare Sprache ohne viel Gefühl mögen werden. Zu dem Namen Ichtyon hatte ich ständig einen Fisch vor Augen, da es, wie ich aus der Dinosaurierzeit meines Sohnes weiß, einen Ichthyosaurier gibt.

Fazit:

Die Geschichte lässt sich gut lesen, war mir aber wegen der vielen unbekannten Fantasiewörter, die mir nicht schlüssig genug aus dem Kontext erklärt wurden und die ich mir nicht „verinnerlichen“ konnte, öfters stockend. Auch hatte ich Schwierigkeiten, mir die Namen und Personen zu merken. Genau wie die Namen von den Landschaften und Städten. Es fehlte mir an Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann, an Emotionen. Ich hätte mir ein Personenregister und eine Landkarte gewünscht. Normalerweise fällt es mir leicht, mir ziemlich schnell ein inneres „Bild“ von Hauptprotagonisten zu machen. Hier jedoch konnte ich mir Ormog oder Vatya bis zum Schluss nicht so richtig vorstellen, die Gesichter, die Personen, blieben für mich leider eher blass.

Die Geschichte kam mir zu ambitioniert vor, es wurde zu viel an phantastischen Elementen reingepackt: Magier, Hexen, Nomaden, Raben-Vogel-Menschen (Ravalsöldner), Götter, Barbaren, Sklaven, eine Mumie mit rotglühenden Augen, Vierarmige Lebewesen… An Tieren gab es Nermel (menschenähnliches Wesen mit Fell = Chewbacca/Star Wars?), Kvantha (6 Beine, borstiges Fell, drei Höcker = Kamel?), Charg, Mumada, Tvig , Kilgur (Insektoiden), Jaxxonwurm (mit grünen Schleim), Werwölfe, Flugtiere, Drachen, Reitechsen …  Die Krönung war dann ein fliegenender Hexenbesen a la Harry Potter. Hier hätte für meinen Geschmack ein kleiner Fluggleiter besser gepasst. Deswegen ergab dies alles für mich kein schlüssiges Gesamtbild, sondern eher ein „bisschen was allem“.

Das Buch ist vom Verlag als Jugendbuch mit dem Lesealter ab 12 Jahren angegeben. Ich kann mir vorstellen, dass ein Teil der jüngeren Zielgruppe diesen weitgehend eher „geraden“ Text mag, vor allem Jungs, die keine „Gefühlsduselei“ mögen. Dennoch frage ich mich, womit sich die Jugendlichen identifizieren sollen? Denn Ormog als Magier kam mir nicht wie ein Jugendlicher vor und Vatya auch nicht. Mhmm. Vielleicht braucht es das auch gar nicht. Ich bin wirklich gespannt auf andere Bewertungen, und vor allem auf Bewertungen von Jugendlichen, der Zielgruppe.

Das war meine Meinung, bevor ich wusste, dass der Autor selber erst 16 Jahre alt ist! Jahrgang 2000. Und ich muss sagen, dass erstaunt mich doch sehr, dann unter diesem Aspekt kann ich diese Geschichte auch aus einer anderen Perspektive sehen. Mein Sohn ist noch ein paar Jahre jünger, aber so gewisse Phantasie-Elemente aus Star Wars, Herr der Ringe, Harry Potter etc. schwirren auch durch seinen Kopf.

Ich finde es sehr bewundernswert, dass es einem 16-jährigen gelungen ist, eine doch so vielseitige Welt zu erschaffen. Auch wenn die Geschichte, die Personen oder der Text an einigen Stellen für mich unrund ist, kann ich doch sehen, dass der junge Autor viel Potenzial hat.

Das Buch macht eine Bewertung für  mich schwierig. Es ist für mich einfacher, hier eine Sterne-Bewertung vorzunehmen, wobei fünf Sterne das Beste, und ein Stern das Schlechteste Ergebnis sind.

  1. Zum einem aus meiner Erwachsenen und Weiblichen Sicht: da kann ich mich (leider) nur bedingt für die Geschichte begeistern und würde nur 2-3 Sterne vergeben.
  2. Und zweitens aus der Sicht von Kindern/Jugendlichen: da könnte die Geschichte passen, da vor allem Jungs Texte ohne Schnörkel und Gefühlsduselei mögen. Hier würde ich vier Sterne vergeben.
  3. Und drittens, wenn ich dann noch berücksichtige, dass der Autor erst 16 Jahre ist, müsste ich fünf Sterne vergeben.

Was tun? Ich entscheide mich für den Mittelweg und drei Sterne.

 

 

Link zum Buch/Verlag: http://www.fabulus-verlag.de/buecher/17/ormog

Link zum Autor/Verlag : http://www.fabulus-verlag.de/autoren/thomas-engel

 

Ausführlicher Inhalt:

***Vorsicht Spoiler***

Das Volk, die normalen Menschen hassen alle Art von Magie, egal, ob sie von den „guten“ weißen Magiern kommt, oder von den „bösen“ Gorgulen. Nachdem ein raffinierter Doppel-Plan der weißen Magier in Akkadu völlig daneben geht, ist Ormog der einzige Überlebende der weißen Magier des ersten Kreises von Kamal. Unglaublicherweise hat auch ein menschlicher Kommandant, Garius Galtar mit ihm überlebt. Sie schlagen sich zusammen zur Hauptstadt durch, werden aber unterwegs in einem Wirtshaus von der wütenden Bevölkerung gefangen genommen. In einer manipulierten Gerichtsverhandlung werden sie schuldig gesprochen, ein Richter kann das Todesurteil jedoch abmildern. Nun soll allen übrig gebliebenen Magiern lediglich ihre Erinnerungen und die Magie gelöscht werden. Wiederum versucht der fürsprechende Richter, den Magiern mit einem Amulett gegen den Gedächtnisverlust zu helfen.

Ormogs Gedächtnis erwacht erst vier Jahre (?) nach der Vollstreckung wieder. Ihm geht es gut, er hat einen persönlichen Diener, Ichtyon, der sich um ihn kümmert. Dennoch bleibt dieses „Erwachen“ nicht unbemerkt, und Vatya, eine der besten Kämpferinnen der Gorgulen und die rechte Hand des dunklen Meisters, soll Ormog töten. Es kommt zum Kampf, und Ormog kann mit Ichtyon fliehen. Ein weiterer Begleiter taucht auf, ein kleiner Drache, der in Ormogs Umhang „wohnt“.

Jedenfalls machen sich die drei, Ormog, Ichtyon und der kleine Drache mit einem Fluggerät auf den Weg in Hauptstadt, in der „Dekadenz regiert“. Ormog will nach Garius suchen, der mit ihm verurteilt wurde. Da er aber keine Magie hatte, wurde er als Sklave verkauft. Sie suchen im Gericht in alten Schriftrollen und werden fast entdeckt, aber Ormog manipuliert die Gedanken des Soldaten. Hier geht es ein wenig hin und her, es sollte wohl witzig sein, ich empfand diese Szene teilweise überflüssig. So dauerte es ein wenig bis Ormog herausgefunden hat, an wen Garius verkauft wurde und schließlich will er ihn befreien.  Er sucht den Besitzer auf, und es stellt sich heraus, dass Garius vor eben drei Tagen geflohen ist. Ormog kommt dies ein wenig seltsam vor, aber er möchte ihn unbedingt finden und so suchen und folgen sie Garius Spur, die in das Tal der dunklen Könige.

Hinter dieser Befreiung steckt Vatya, die Ormog in den labyrinthartigen Höhlen eine Falle stellen will. Der Weg führt durch dunkle Gänge, die mit versteckten Fallen bestückt sind. Nur knapp können Ormog und seine Begleiter entkommen, bis sie schließlich Garius finden. Nun schlägt Vatya mit den Gorgulen zu, es entbrennt ein starker Kampf, der die Höhle zum Einsturz bringt. Wie durch ein Wunder überleben Ormog, Ichtyon, Garius und Vatya in einer künstlichen Blase. Sie müssen sich beruhigen und nun zusammen arbeiten, denn diese Blase hält nicht ewig. Ormog und Vatya stellen fest, dass sich ihre Gedanken verbunden haben. Sie erfahren nun jeweils die Gedanken und Erinnerungen des anderen. Das verbindet sie mehr, als sie erwartet.

Nur knapp schaffen sie es an die Oberfläche. Ormog, Ichtyon, der kleine Drache und Garius verschwinden schnell, Ormog kann die anderen überreden, Vatya nicht zu töten.

Sie machen sich wieder auf in die Hauptstadt. Garius misstraut Ichtyon, der für seinen Geschmack viel zu viel Glück bei den Kämpfen hat und es scheint, dass er manchen Kampf nach „Zufall“ aussehen lassen will. Ichtyon hat zu gute Reflexe, zu viel Geschick und, wie Ormog herausfindet, kann dem Gedankenlesen widerstehen. Das kann kein Sklave oder Diener. Dies kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Ormog stellt ihn zur Rede.

Es stellt sich heraus, dass Ichtyon zu einer Art Geheimdienst des weißen Ordens gehört. Er ist ein Adjeh, ein Agent. Er führt sie zu dem Anführer des Geheimordens, dem 1. Beobachter. Sie wollen, dass die weißen Magier wieder die alleinige Herrschaft über Kamal erlangen.

Mit einer List gelingt es Ormog, Vatya in einen Hinterhalt und dann auf seine Seite zu ziehen. Durch ihre geistige Verbindung hat sich Vatyas Vergangenheit offenbart. Sie bereut, was sie alles getan hat und sieht nun ein, dass sie ihre Treue nicht mehr dem bösen dunklen Magier geben will. Dieses umschwenken von Vatya geschieht sehr schnell. Der Leser ahnt auch, dass noch Liebe im Spiel sein könnte, eine Liebe zwischen Ormog und Vatya.

Ich als Leser fragte mich natürlich an der Stelle, ob es Vatya gelingen wird, ihre neue Stellung bei den weißen Magiern zu halten. Oder würde sie wieder abtrünnig werden, wenn sie vor dem dunklen Meister stände? Auch ob die Liebe zwischen Ormog und Vatya eine Chance hat, ist zu diesem Zeitpunkt noch fraglich.

Jedenfalls arbeiten sie nun zusammen, sie ersinnen zusammen mit den Beobachtern einen Plan, um aus einem Antiquitätenhandel Drachenschuppen zu stehlen. Mit einer trojanischen List gelingt es ihnen. Sie bauen sich aus den Drachenschuppen Rüstungen, um damit im Finale gegen den dunklen Meister anzukämpfen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Beobachter Vatya nicht vertrauen, und Ichtyon gezwungenermaßen ein Mord begehen soll.

Am Schluss wird alles gut, der Feind besiegt, alle sind Freunde und Ormog und Vatya ein Liebespaar.

 

Sonstiges:

Runen, Magier, Teleportvorrichtung (Portal), Baatal (Fluggerät), vergiftete Pfeile, Hexenbesen, Fluggeräte,

 

Menschen/ähnliches:

Magier, Gorgul, Sciss (Nomaden), Kaffa (Ziehmutter), Ravalsöldner (gefiedert mit Schnabel), Götter, Hexen, Barbaren, Sklaven, Mumien (mit rotglühenden Augen), Pakrink (vierarmig, S. 190),

 

Lebewesen:

Nermel (menschenähnliches Wesen mit Fell, S. 310), Kvantha (6 Beine, borstiges Fell, drei Höcker, S. 198), Charg (S.220), Mumada + Tvig (S. 97), Kilgur (Insektoiden, S. 240), Jaxxonwurm (mit grünen Schleim, S. 153), Werwölfe, Verkraan (Flugtier S. 127), Drachen, 6 beinige Reitechsen (S. 179),

 

Städte/Landschaften:

Tramp Elterr (Hafenstadt, S. 276), Pra (Stadt, S. 314), Esatt (Kontinent, S. 141), Drohm Eddar ( Hauptstadt, S. 141), Akzenn’falls (Stadt, S. 178), Divids’ende (Dorf, S. 178), Ahemusa (Zentralwüste, S. 179), Varrcrom/Das Tal der dunklen Könige (Dünengräber, S. 142), Plemarintal (S. 96), Keralfluss, Ofnigebirge, Vimu (

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