Rebanks, James – Mein Leben als Schäfer

Rebanks, James Mein Leben als Schäfer 978-3570-10291-6 C. Bertelsmann Verlag

Rebanks, James
Mein Leben als Schäfer
978-3570-10291-6
C. Bertelsmann Verlag

Inhalt:

Das Leben auf dem Land – packend und authentisch erzählt. James Rebanks’ Familie lebt seit Generationen im englischen Hochland, dem Lake District. Die Lebensweise ist seit Jahrhunderten von den Jahreszeiten und Arbeitsabläufen bestimmt. Im Sommer werden die Schafe auf die kahlen Berge getrieben und das Heu geerntet; im Herbst folgen die Handelsmessen, wo die Herden aufgestockt werden, im Winter der Kampf, dass die Schafe am Leben bleiben, und im Frühjahr schließlich die Erleichterung, wenn die Lämmer geboren und die Tiere wieder in die Berge getrieben werden können. James Rebanks erzählt von einer archaischen Landschaft, von der tiefen Verwurzelung an einen Ort. In eindrucksvoll klarer Prosa schildert er den Jahresablauf in der Arbeit eines Hirten, bietet uns einen einzigartigen Einblick in das ländliche Leben. Er schreibt auch von den Menschen, die ihm nahe stehen, Menschen mit großer Beharrlichkeit, obwohl sich die Welt um sie herum vollständig verändert hat. (Quelle Random House)

Meine Meinung:

Als ich den Titel dieses Buches und das Coverbild sah, war mir klar, dieses Buch muss ich haben, denn mein Ur-Ur-Großvater war Schäfer.

Mit freudiger Erwartung fing ich an zu lesen. Das Buch ist sehr ungewöhnlich und es hat etwas gedauert, bis ich mich eingelesen hatte. Der Autor wechselt sprunghaft zwischen Gegenwart und Vergangenheit, er beschreibt viele Anekdoten aus seiner Kindheit, auch viele Erlebnisse mit seinem Großvater rund um die Schafzüchterei. Ich kann gut verstehen, dass er das schriftlich festhalten will, und es ist auch einfach zur besseren Verständlichkeit für Leser, um diesen Landstrich und das kulturelle Erbe, den Lake District, zu erfassen, die Menschen zu verstehen. Ich hatte vorher noch nie vom Lake District gehört, aber anscheinend ist diese bukolische Landschaft mit viel Regen und warmen Sommern, die zu England in Großbritannien gehört, heute extrem touristisch, jedenfalls in den Sommermonaten. Wie an allen schönen Flecken auf der Erde haben sich sehr viele Menschen von „außerhalb“ angesiedelt, ein Phänomen, dass nicht nur den Lake District betrifft, sondern auch Sylt und Mallorca (Stichwort Zweitwohnsitze, Gentrifizierung). Die Einheimischen können sich ein normales Leben in ihrer Heimat schon gar nicht mehr richtig leisten. Der Autor und seine Heimat sind somit nicht alleine mit diesem Problem.

Zitat Seite 15: „Wir, die Menschen, die dieses Land bewirtschaften, hatten nie solche Träume. Wir waren bereits hier und taten, was wir heute immer noch tun.

Nach einer Art Vorwort beginnt das Buch, das mit vier großen Kapiteln nach Jahreszeiten gegliedert ist, mit dem Sommer. Ein kleines Foto einer Schafherde, und ein Zitat, das die Mentalität der Menschen beschreibt.

Zitat Seite 19 von Daphne Ellington, einer Lehrerin: Ich habe einen großen Teil meines Lebens auf dem Land gelebt, hatte aber nie das Gefühl, dass ich dazugehörte … Es ist so merkwürdig … Ich habe nie eine solche Mentalität erlebt, wie sie hier zu spüren ist … Ich muss schon deshalb darüber reden, weil sie so eigenartig ist – diese Hartnäckigkeit der Kinder, mit der sie sich allem und jedem außerhalb des Dorfes widersetzen … Die Dorfkinder … sind überzeugt, dass sie etwas besitzen, was kein Zugezogener jemals erwerben kann, ein Leben, das auf eine geheimnisvolle Weise derart vollkommen ist, dass es reine Zeitverschwendung wäre, nach anderem zu suchen.“

Für mich gab es in diesem Buch einige Übereinstimmungen, die ich in meiner Kindheit ebenfalls so erlebte. Ich bin auf „dem Land“ groß geworden, auf „dem Dorf“, Bauern wurden auch bei uns eher abfällig angesehen. Damals. Ich meine heute erleben gerade die Bio-Bauern eine Renaissance. Die Schulbildung war tatsächlich nicht sooo wichtig, die Mehrzahl der Mütter ging nicht arbeiten, es war das klassische Ehe-Modell. Wir hatten ein wenig Landwirtschaft, das gerade so für den Eigenverbrauch reichte: ein paar Kühe, Schweine, Hühner, Felder (Weizen) und natürlich auch die Wiesen, auf denen mit einem Heuwender Heu gemacht wurde. Auch ich musste als Kind noch Heu „recheln“ gehen. Oft sind wir Samstags morgens mit dem Opa und einem alten Deutz Traktor mit einer Holzpritsche, auf der wir Kinder saßen, zum mähen gefahren. Der Duft von frisch gemähtem Gras vergisst man nie. Also, ich kann den Autor verstehen, diese Prägung seiner Kindheit. Allerdings wurde bei uns die Schule nicht so „verdammt“. Dennoch war meine Schwester das erste Kind im Dorf, das aufs Gymnasium ging. Wir „schocken“ heute immer gerne Bekannte, indem wir erzählen, dass wir früher noch mit einem Stein ins Bett geschickt wurden: im Winter wenn es kalt war, wurde dieser auf den Ofen gelegt, dann in ein Tuch gewickelt und jeder von uns bekam diesen als „Wärmeflasche“ ins Bett. Das war in den 80iger Jahren! Also noch nicht soo lange her.

Jedenfalls hatte der Autor und seine Familie mit der Schule nicht viel im Sinn, wichtiger war seine Arbeitskraft auf dem Hof, und er liebte es. Die Schule beendete er ohne Abschluss, nachdem diese nicht die Werte vermittelte, für die die Menschen im Lake District einstanden. Der Autor meint, ein klassischer Fall von Kulturimperialismus.

Zitat Seite 16: „Wie konnte es sein, dass die Geschichte unserer Landschaft nicht von uns handelte?“

Zitat Seite 18: „Wenn wir die Menschen in den Gebirgsausläufern Afghanistans verstehen wollen, sollten wir vielleicht zuerst versuchen, die Menschen in den Gebirgsausläufern unseres eigenen Landes zu verstehen.“

Nach ein paar Jahren entdeckte er die Welt der Bücher für sich, machte seinen Abschluss an einer Abendschule nach und schaffte es sogar zum Studium nach Oxford.

Die Kulturlandschaft des „Lake District“, einem Landstrich, in dem es sehr viele Schäfereien gibt, wird ausführlich beschrieben. Wobei nicht nur die Landschaft beschrieben wird, sondern auch die Menschen in ihrem Sozialgefüge. Während des Lesens spürte ich, wie tief die Menschen dort mit ihrer Heimat verwurzelt sind. Und natürlich die Schafe, die einfach dahin gehören, seit jeher. Es gibt Bergschäfereien, die Schafe wurden auf die Fells hinaufgetrieben. Im Laufe des Buches wird so ein Jahreskreis beschrieben, der von den Schafen bestimmt wird. Es gibt vier große Kapitel über den Sommer, Herbst, Winter und das Frühjahr.

Zum Beispiel beginnt im Herbst die Zeit, in der das meiste Geld verdient wird, die Schafsmärkte beginnen. Lämmer und Schafe werden verkauft. Es stehen Überlegungen zur eigenen Zucht an, welche Eigenschaften sollen die eigenen Schafe haben, welche kann man vergessen und – welche Schafe muss ich dafür kaufen?

Durch dieses Buch kam ich erstmals auf die Idee, meine Mutter zu fragen, ob wir noch Schäfer-Utensilien auf dem Speicher meines Elternhauses liegen hätten? Oder die Frage: Welche Schafe haben meine Vorfahren damals gezüchtet? Im Buch wird ein Hirtenstab kurz erwähnt, eine alte Handwerkskunst. Meine Mutter erzählte, dass sie vor dreißig Jahren einen alten „Stecken“ und einen Lederbeutel weggeworfen hätte. Damals wäre das einfach nur „altes Zeugs“ gewesen, und man wollte seinen Speicher ja ordentlich aufgeräumt haben. Ich will gar nicht daran denken, was da alles weg kam. Anderseits, habe ich ja auch erst heute den kulturellen und immateriellen Wert dieser Gegenstände erkannt.

Interessant fand ich, dass die Schafe dieser Bergschäfereien eine Ortsbindung haben, sie sind „hefted“ und finden so immer wieder ihre Weiden auf dem Fell, und würden nicht woanders hingehen. Wenn sie verkauft werden, wird diese alte Bindung an die Weide zerstört.

Völlig überrascht war ich, als ich den Namen „Beatrix Potter“ las. Ich habe ein ganz schweres Kinderbuch von ihr mit allen Werken, das ich mir schon vor 15-20 Jahren gekauft habe. Mein Sohn hörte am liebsten die Geschichten von den Hasen Peter, Flopsi, Mopsi und Wuschelpuschel. Jedenfalls hat Beatrix Potter den „Wert“ dieser Landschaft erkannt, und Land und Höfe aufgekauft, um sie dem National Trust zu übergeben. So unterstützte sie diese einzigartige Lebensweise dort.

Schafhirten, Dorfchronik Woppenroth

Schafhirten, Dorfchronik Woppenroth

Die Arbeit als Schäfer stellt man sich, als Unwissender, romantisch vor, aber auch hier haben moderne Fortbewegungsmittel, wie das Quad, Einzug gehalten. Zudem gibt es viel Dreck und Gestank, und nicht jeden Tag scheint die Sonne.

Meine Mutter hatte von unseren Vorfahren zwei alte Foto-Postkarten aus dieser Zeit, die in einer Dorfchronik veröffentlicht wurden. Ich habe diese Seite zusammen mit dem Buch als Titelbild fotografiert, und hier nochmal einzeln.

Fazit:

Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, dass es ausschließlich um die Schafzucht ging, und irgendwie war meine Vorstellung von einem Schäfer, dass er mit den Schafen übers Land zieht, weit übers Land zieht. Davon handelt dieses Buch nur bedingt, es erzählt nicht von den Wanderschäfern, sondern von Bergschäfereien, die ihre Schafe schon seit 600 Jahren auf die Fells treiben, und dort belassen. Die Schafe, meist Herdwicks, sind so robust, dass ihnen das strenge Wetter fast nichts ausmacht. Ein großes Thema ist auch die Mentalität der Menschen, geprägt von hunderten Jahren Schafzüchterei. Dies beschreibt ein Zitat auf Seite 19 von der Lehrerin Daphne Ellington sehr treffend, sie oben im Text.

Für mich war das Buch sehr interessant, weil einige Aspekte meiner Kindheit auf dem Land ähnlich sind. Ich habe einen kleinen Einblick in das Leben einer Bergschäferei bekommen. Es ist kein Buch, das man mal gerade so runter lesen kann. Gerade am Anfang brauchte ich etwas Zeit, bis ich den Standpunkt des Autors verstehen konnte. Das ist in diesem Sinne nicht spannend, es ist informativ und gibt Einblicke in das Leben des Autors, der stellvertretend für die Schäfer im Lake District Einblicke in dieses Leben gibt. Es gibt sehr lange Rückblicke über die „verhasste“ Schulzeit des Autors und viele Anekdoten, die ich nicht so gerne las, die aber für den Kontext der Mentalität wichtig sind. Es geht um Werte, Wertvorstellungen, Traditionen und um das Kulturerbe.

Dieses Buch wird sicherlich die Bekanntheit des Lake Districts fördern und ist, was viel wichtiger ist, ein wichtiger Beitrag für die Sensibilisierung für Kulturlandschaften. Ein wertvolles Buch, das aber schwierig zu vermitteln sein wird, weil es nicht jeder verstehen kann.

Ich zumindest würde gerne den Briefwechsel zwischen Beatrix Potter und Joseph Moscrop lesen. Soweit ich gesehen habe, gibt es diesen aber nur auf Englisch, schade. ( Beatrix Potter’s Farming Friendship: Lake District Letters to Joseph Moscrop, 1926-1943).

Alles in allem: Mir hat das Buch gut gefallen, aber wenn ich überlegen müsste, wem ich es empfehlen würde, fällt mir fast niemand ein. Es muss ein Mensch mit Interesse an Allem sein, der auch längere langweilige Passagen und Informationen lesen will und der mehr über das Leben dieses ganz bestimmten Bevölkerungs-Schlags im Lake District wissen will.

 

Links:

Link zum Buch/Verlag: http://www.randomhouse.de/Buch/Mein-Leben-als-Schaefer/James-Rebanks/e483589.rhd

Zeitschrift „Cumbria Life“: http://www.cumbrialife.co.uk/

Zeitschrift Cumbria Life bestellen: http://www.cngroupshop.co.uk/acatalog/clsubscriptions.html

Herdwick Schafe: https://de.wikipedia.org/wiki/Herdwick

Beatrix Potter: http://beatrixpottersociety.org.uk/about-beatrix/

 

Ausführlich:

Gleich am Anfang erzählt der Autor viel aus seiner Schulzeit, dass auf Bildung eigentlich keinen Wert gelegt wurde, weil die Familien mit ihrer Schafzucht beschäftigt waren, und dieses Kulturerbe auch für die Nachkommen erhalten wollten. Vor allem die Jungs arbeiteten am Hof mit, wurden in die Schafzucht eingeführt, die Schule war da nur ein Hindernis, dass sie von ihren Höfen fern hielt.

Zitat Seite 12: „Bildung war ein >Ausweg<, ein Weg in die Welt hinaus, aber dorthin wollten wir gar nicht, wir hatten unsere Wahl längst getroffen. Später begriff ich, dass man in modernen Industriegesellschafen geradezu besessen davon ist, >weiterzukommen<  und >etwas aus seinem Leben zu machen<. Darin drückt sich eine Abwertung aus, die ich unerträglich finde. Wer bleibt, wo er ist, und körperlich arbeitet, gilt nicht viel.“

Zitat Seite 101: „In der ganzen Zeit, die ich in der Schule absaß, wäre ich lieber zu Hause auf dem Hof gewesen. Ich war damals überzeugt und bin es noch heute, dass der Hof für mich interessanter und lehrreicher gewesen wäre.“

Nach einer Art Vorwort beginnt das Buch, das mit vier großen Kapiteln nach Jahreszeiten gegliedert ist, mit dem Sommer. Ein kleines Foto einer Schafherde, und ein Zitat, das die Mentalität der Menschen beschreibt.

Zitat Seite 19 von Daphne Ellington, einer Lehrerin: Ich habe einen großen Teil meines Lebens auf dem Land gelebt, hatte aber nie das Gefühl, dass ich dazugehörte … Es ist so merkwürdig … Ich habe nie eine solche Mentalität erlebt, wie sie hier zu spüren ist … Ich muss schon deshalb darüber reden, weil sie so eigenartig ist – diese Hartnäckigkeit der Kinder, mit der sie sich allem und jedem außerhalb des Dorfes widersetzen … Die Dorfkinder … sind überzeugt, dass sie etwas besitzen, was kein Zugezogener jemals erwerben kann, ein Leben, das auf eine geheimnisvolle Weise derart vollkommen ist, dass es reine Zeitverschwendung wäre, nach anderem zu suchen.“

Es wird auch über das „Ansehen“ der Bauern geschrieben, die belächelt wurden. Der Autor fragte sich oft, ob nur derjenige etwas wert sei, der auf der Universität war? Er hat das Gefühl, dass die Arbeit auf dem Hof nur den eigenen Leuten etwas wert ist. Auch finden Bauern keine Frauen, ein Problem, dass nicht nur in England existiert. Das Problem ist, von der Schäferei zu leben, immer mehr Schafe zu halten, aber dennoch immer weniger zu verdienen.

Die Tourismus-Welle: Touristen, Wanderer, die Weidentore nicht schließen und auch kein Einsehen haben, wenn man sie darauf hinweist. Die Touristen, die den Vater fotografieren wollen, der gerade eine alte Steinmauer neu setzt. Die Stadtmenschen, die in die Orte ziehen. Konflikte sind unvermeidlich. Hunde die unangeleint durch die Landschaft laufen und Schafherden auseinandertreiben. Verhärtete Fronten, Anzeigen …

Nach dem Tod des Großvaters muss ein Teil des Erbes verkauft werden. Die Schafspreise fallen, die Maul- und Klauenseuche nimmt jede Grundlage. Der Vater und Sohn streiten über alles, ein Generationenkonflikt, wie er überall sein kann.

Irgendwann, nach endlosen Streitereien mit seinem Vater, und trotz der Tatsache das Lesen „uncool“ ist,  entdeckt der Autor die Welt der Bücher für sich. Seine Mutter hatte ein paar alte Bücher seines Großvaters mütterlicherseits im Haus, denen er bisher noch nie Beachtung geschenkt hatte. Dieser Großvater war Lehrer an einer Grammar School, er hat ihn nie kennengelernt. Nach dem Buch „A Shepherds Life“ kommt er zu einer Erkenntnis:

Zitat Seite 123: „ … und zum anderen die plötzliche Erkenntnis, die mein Leben veränderte. Die Erkenntnis, dass man über uns Bücher schreiben kann.“

Eine weitere positive Wendung in seinem Leben, er lernt seine zukünftige Frau kennen. Dank ihr entschließt er sich, in der Abendschule seinen Schulabschluss nachzuholen und bewirbt sich auf gut Glück auf der Universität. Oxford. Er wird aufgenommen. Nun pendelt er zwischen Oxford und seiner Heimat, kommt sich oft zu Hause „fremd“ vor. Das Zugehörigkeitsgefühl fehlt ihm in den ersten Stunden in der Heimat immer, aber wenn er wieder mit anpackt, ist alles wieder gut. Zwischendurch arbeitet er als Korrektor in der Stadt, er muss Berufserfahrung sammeln, damit er später einen Job erhält.

Nach dem Studium beschließt er im Nebenerwerb Schafe zu züchten. Dafür braucht er eine Arbeit, um seine Familie, sein Haus und seine Schafherde zu finanzieren. Er wird als Berater für die Weltkulturerbe-Organisation angestellt und ist in der ganzen Welt unterwegs.

 

Die Menschen in den Lake Districts:

Die Menschen dort haben einen Ehren-Codex, ein Ehrenwort gilt, es gibt Traditionen und Werte, die über allem stehen. Das ist viel wichtiger als eine Gewinn-Maximierung der Schäfereien. Der Autor beschreibt zum Beispiel, dass die Höfe dort bestimmte Namen hatten. Auch das ist bei uns auf dem „Dorf“ auch so gewesen, mein Elternhaus wurde im Dialekt „Schäfersch“ genannt, abgeleitet von dem „Schäfer“.

Es gibt einige Prominente die in Bezug zu „The Lakes“ stehen: William Wordsworth, der Dichter, der über die Menschen und die Landschaft schrieb. Alfred Wainwright hat einige Wanderführer zu den Lakes veröffentlicht, um Menschen diese Bergwelt zu erschließen. Dies wird auch im Buch erwähnt, weil viele Touristen mit einem Wainwright Wanderführer durch diese Gegend laufen. Chris Bonnington wurde auch erwähnt, aber ich kann jetzt nicht mehr sagen, in welchen Bezug er zu den Lakes steht, außer dass er wohl Bergsteiger ist.

 

Aberglauben und Traditionen:

-Hecken werden nur in Monaten mit R im Namen gepflanzt (Seite 59)

-Spinnweben auf oberflächliche Wunden legen (Seite 48)

 

Der Hirtenstab:

Es gibt in England noch Hersteller von Hirtenstäben, kleine Nebenerwerbs-Handwerke, nehme ich an. Schade, dass wir den Hirtenstab meines Vorfahren nicht mehr haben …

 

Die Schafe:

Der Leser erfährt

– wie man die Schafe nach dem Abtrieb identifiziert, welche gehören zu welchen Schäfer

-über die Arbeit des Schafe scheren

-der Befall von Fliegenmaden

-über die Wollpreise, die Schwankungen in den Jahren und der Verfall

-die Beschaffenheit der Herdwick-Wolle: Zitat Seite 49: „Herdwick Wolle ist drahtig, dunkel und hart, ideal für Bergschafe, für Tweedjacken, langlebige Teppiche oder als Isoliermaterial …“

-Lanolin

-Chemikalien-Bäder zur Abwehr der Fliegenlarven

-verschiedene Schafrassen: Herdwicks, Swaledales, North Country Mule, Blue nosed Leicester,

-Unterschiedliches Land erfordert unterschiedliche Schafrassen (Seite 64)

-Mutterschafe werden für die Herbstverkäufe ausgewählt, erzielen noch gute Preise

-Ablauf der Ausstellungen und Bockauktionen im Herbst

-Die Arbeit der Schaf-Inspektoren von den Züchtungsverbänden, der Autor ist auch ein Schaf-Inspektor.

-Maul- und Klauenseuche vernichtet die Schafherden im Jahr 2008

 

Die Landschaft:

-Seen

-Berge/Fells

-Heuwiesen, Heu machen

-Zitat Seite 99: „Es ist sonderbar, wenn man allmählich begreift, dass die eigene Landschaft auch von anderen Menschen geliebt wird. Noch sonderbarer und ein wenig beunruhigend ist es, wenn man nach und nach entdeckt, dass wir Einheimischen bei allem, was diese Menschen mit unserer Landschaft verbinden, eigentlich gar nicht vorkommen.

 

Literaturhinweise

-Thomas West: “A guide to the lakes”

-Beatrix Potter: verschiedene Kinderbücher, z.B. „Peter Hase“, oder über sich selber „Die Welt der Beatrix Potter“

-Beatrix Potter’s Farming Friendship: Lake District Letters to Joseph Moscrop, 1926-1943

-William Henry Hudson: „A Shepherds Life”

 

Sonstiges:

Der Lake District hat viele Namen: The Lakes, The Lakeland Fells …

Pippa Middleton, die Schwester von Herzogin Kate, hat sich im Lake District verlobt. Hier ein Link zu der Seite von „GALA“: http://www.gala.de/stars/news/pippa-middleton-sie-bestaetigt-ihre-verlobung_1490198.html

 

 

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Ein Kommentar zu “Rebanks, James – Mein Leben als Schäfer

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