Niedermeier, Christof A. – Waidmanns Grab Band 2 (Koch Jo Weidinger)

Niedermeier, Christof A. Waidmanns Grab Band 2 (Koch Jo Weidinger) 978-3-548-28704-1 Ullstein

Niedermeier, Christof A.
Waidmanns Grab
Band 2 (Koch Jo Weidinger)
978-3-548-28704-1
Ullstein

Inhalt:

Als Koch muss man wissen, woher das Fleisch kommt, das man serviert. Das findet jedenfalls der Jägerstammtisch, der sich wöchentlich in Jo Weidingers Restaurant trifft. Der junge Koch lässt sich überreden, an der nächsten Jagd in den Wäldern des Rheintals rund um die Loreley teilzunehmen. Plötzlich wird einer der Jäger von einer Kugel niedergestreckt; die Polizei geht von einem Querschläger aus. Nur Jo ist sich sicher, dass das tödliche Geschoss aus einer anderen Richtung kam. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Und dann wird auf einem Hochsitz der nächste tote Jäger gefunden …

Meine Meinung:

Ich gestehe, ich wurde wegen des Hirsch-Motivs auf dem Cover, des Titels und der Inhaltsangabe auf das Buch aufmerksam und dachte: „Das könnte mir gefallen“. Das Thema Hobby-Jagd interessiert mich, besonders, da es hier mit zwei weiteren Lieblingsthemen verbunden wurde: Krimi und Kochen. Das Hobby Jagd an und für sich wird ja sehr kontrovers diskutiert, und so wird es manchen vielleicht freuen, wenn hier die Jäger ihr „Fett weg kriegen“.

Das Thema Jagd bildete einen Hintergrund, es wurden wenige Fachbegriffe erwähnt. Während der Geschichte tagte öfters der Jägerstammtisch und es gab eine Treibjagd. Die Wildbeobachtungen sind sehr knapp und kurz, im Vordergrund stand das heimtückische ermorden der Jäger auf dem Hochsitz.

Dasselbe gilt für das Thema Kochen. Das Restaurant war ein schönes Setting, an dem vieles zusammen kam. Auch was professionelle Köche nicht so gern machen, der Papierkrieg war des öfteren Thema, aber auch Personalführung, die hier im Buch aber sehr teambildend freundschaftlich war.

Dazu gibt es landschaftliche Beschreibungen des Rheintals und der Hunsrückhöhen. Bekannte (oder weniger bekannte Orte) wie Boppard, St. Goar, Simmern, Oberwesel, Kastellaun, Bingen Mainz, Koblenz etc. werden erwähnt oder besucht. Aber wie auch zu oben genannten Themen, bleiben die Orte im Hintergrund.

Es gibt eigentlich nur einen Hauptprotagonisten, den Koch Jo Weidinger, der sich des Falles privat annimmt. Stellenweise nahm ich ihm sein überbordendes Interesse an dem Fall nicht so ganz ab. Woher kam das Bedürfnis, mal kurz nach Köln oder Mainz zu fahren, um Zeugen zu befragen? Aber im Prinzip fällt das alles gar nicht so sehr auf, vielleicht auch nur, wenn man die Entfernungen kennt. Der Leser lernt auch das Küchenteam kennen, allerdings wohldosiert. Hier darf man gespannt sein, ob es diesbezüglich noch Verwicklungen gibt, denn während der Geschichte erzählt Jo am Rande von seinem ersten Fall mit dem Küchenjungen Phillip. Auch Klaus Sandner, der als stellvertretender Chefredakteur einer Zeitung arbeitet, kommt öfters zu Wort. Er stellt auch immer wieder das „Engagement“ von Jo in Frage und holt ihn auf den Boden der Tatsachen zurück.

Während eines Besuches von Jo in einem zwei Sterne Restaurants eines bekannten Kollegen in der Nähe zwischen Rhein und Hunsrückhöhen, musste ich sofort an Johann Lafer denken, denn so viele Sterneköche gibt es nicht in dieser Gegend. Ich denke, der Autor hat hier einen kleinen Seitenhieb verteilt (Seite 272). Auch der Besuch von Bingen bleibt nicht ohne Seitenhiebe. Wie ich finde, verständlicherweise, denn bekannt durch Hildegart von Bingen hat man natürlich eine bestimmte Erwartungshaltung an diese Stadt (Seite 276).

Gegen Ende fand ich, dass die Aneinanderreihung der verschiedenen Täter-Möglichkeiten etwas unübersichtlich wurde. Es war natürlich auch enttäuschend, wenn sich der mögliche Täter nun doch nicht als Mörder entpuppte, sondern es eine ganz natürliche Erklärung für das auffällige Verhalten gab.

Fazit:

Die Geschichte ließ sich sehr gut und schlüssig lesen. Der Charakter des Hobbykoch Jo Weidingers hätte noch ein bisschen mehr ausgearbeitet sein können, war aber auch so schon in Ordnung. Interessant waren die kulinarischen Zusammenstellungen und die Ausblicke auf die Landschaften im Rheintal und Hunsrück.

Das Buch ist kein typisches Jagd-Erlebnisbuch, sondern bildet sozusagen die Kulisse, mit Hochsitzen, Wäldern, Wildbeobachtung und Jägern. Dasselbe gilt fürs Kochen. Die Küche und die Gerichte/Rezepte bilden die Kulisse. Hauptthema dieses Buches ist die „Suche nach dem Täter“.

Alles in allem gelungen und ich freue mich auf eine Fortsetzung und werde auch noch nachträglich den ersten Band lesen.

 

Reihenfolge um den Koch Jo Weidinger:

Küchenchef Jo Weidinger
Band 1 Mörderisches Menu
Band 2 Weidmanns Grab
Band 3

 

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