Palsdottier, Solveig – Eiskaltes Gift (Band 1 – Ermittler Gudgeir)

Palsdottir, Solveig Eiskaltes Gift Serie „Ermittler Gudgeir“ Band 1 978-3-7466-3005-2 Aufbau Verlag

Palsdottir, Solveig
Eiskaltes Gift
Serie „Ermittler Gudgeir“
Band 1
978-3-7466-3005-2
Aufbau Verlag

Inhalt:

Bei Filmaufnahmen in einem isländischen Dorf stirbt der Hauptdarsteller Lárus vor laufender Kamera. Alles deutet darauf hin, dass er vergiftet wurde. Wer aber hat Interesse daran, den beliebten Schauspieler aus dem Weg zu räumen? Kommissar Gudgeir und sein Team Saerós, Gudrún und Andrés übernehmen den Fall und tappen im Dunkeln. Doch schon bald finden sie heraus, dass Lárus in der Kinderpornoszene virtuell unterwegs war. Ist dies der Schlüssel zum Mord? Wenig später wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Bei der Ermordeten handelt es sich um Lárus’ Exfrau, die zuletzt lebend von der hübschen Requisiteurin Alda gesehen wurde. Der Zusammenhang ist zunächst unklar, aber im Verlauf der weiteren Ermittlungen stößt Gudgeir auf ein dunkles Familiengeheimnis.

Meine Meinung:

An diesem Krimi reizten mich zwei Wörter: Krimi und Island. Mein erster Island-Krimi überhaupt.

Von Anfang an wird eine zunächst subtile Spannung aufgebaut, die sich um die Person der etwas merkwürdigen Requisiteurin Alda dreht. Ich als Leser ahnte schon, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmte, war mir aber nicht sicher, ob es sich evtl. auch um eine falsche Fährte des Autors handeln könnte.

Da es sich um den ersten Band einer Serie handelt, werden auch die anderen Hauptpersonen gut vorgestellt. Allen voran der Ermittler Gudgeir.

Gewöhnungsbedürftig war, dass sich die Isländer alle duzen. Ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich so ist, im Buch war es so. Oft wird die Finanzkrise erwähnt, die Island vor ein paar Jahren heimgesucht hat und die Auswirkungen auf die einfachen Leute. Alles wurde teurer, es muss überall gespart werden und im Buch gibt es einige Andeutungen dazu von Ermittler Gudgeir. Auch der Polizei stehen nicht mehr so viele Mittel zur Verfügung, so gibt es z.B. nur einen Blutspurenkunde-Ermittler auf ganz Island.

Interessant waren die kurzen Einblicke in das Berufsfeld einer Requisiteurin. So erzählt Alda im Buch, dass sie sich oft mit ihrem Sohn Filme anschauen und nach Fehlern suchen würde.

Zitat Seite 57: „Am lustigsten fand sie es, wenn sie Dinge oder Möbel sah, die so gar nicht in die Zeit oder den Ort passten“.

Es gibt mehrere Spannungsbögen, die diese Geschichte tragen. Zum einen der Mordfall an dem Schauspieler Larus selber. Dann spitzen sich die Ereignisse zu, als Polizist Andres sich in die verdächtige Alda verliebt und ein Verhältnis mit ihr beginnt und schließlich noch die Verwicklungen von Ermittler Gudgeirs Nachbar Einar in die Kinderpornoszene.

Es gab einige Szenen, die mir zu offensichtlich waren, z.B. als Alda zum zweiten mal verhört wurde, war das ganz seltsam, Ermittler Gudgeir kam mir sehr unterwürfig vor. Oder als seine Frau eine seltsame SMS auf ihr Handy erhält, das war komplett unlogisch.

Fazit:

Einiges in der Geschichte war also sehr offensichtlich oder zu sehr der Handlung gezollt, zu gewollt. Einige Dialoge waren merkwürdig schroff, ich kann es schlecht beschreiben, aber es störte meinen Lesefluss, da einiges nicht „echt“ wirkte. Dennoch überwiegt der „schöne“ Erzählton. Das Tempo der Geschichte und der Erzählton erinnert mich ein wenig an das schwedische Ermittler-Team Erika Falk/Patrik Hedström von der Autorin Camilla Läckberg. Über den Handlungsort Island gab es einige Informationen, für meinen Geschmack hätten es noch ein paar mehr sein können. Das Ermittler-Team bestehen aus Kommissar Gudgeir und seinem Team Andres, Saeros und Gudrun wirkt eher gemütlich. Vielleicht ist das aber die typische Verhaltensweise auf Island.

Alles in allem gute Unterhaltung. Die Geschichte läuft noch nicht rund, hat aber auf alle Fälle Potential und ich werde dran bleiben.

 

Ermittler Gudgeir und Team
Band 1 Eiskaltes Gift
Band 2 Tote Wale

 

 

Ausführlicher Inhalt:

***Vorsicht Spoiler***

 

Gudgeir:

Fast 2m groß, eher „dunkel“ (was immer das auch heißen mag), dunkelbraune Augen, Gleitsichtbrille, trotz seiner 45 Jahre schon leicht ergraut, etwas unsportlich, verheiratet, 2 Kinder (14/9),

Andres:

Gehört zu Gudgeirs Ermittler-Team, hat einen heißgeliebten grünen Blouson der ständig getragen wird, Single, seine Eltern wünschen sich endlich Enkel, erschien mir insgesamt etwas altbacken,

Saeros:

Gehört zu Gudgeirs Ermittler-Team der Polizei, sehr akkurate Ermittlerin, Single, eine markante dunkelhaarige Frau, sehr sportlich, hat 4 Semester Jura studiert und zugunsten ihrer Familie zurückgesteckt. Andeutungen werden zu ihrer Familie gemacht, anscheinend gab es in der Vergangenheit Probleme mit ihren Bruder.

Gudrun:

Gehört zu Gudgeirs Ermittler-Team, verheiratet, versucht schon seit Jahren vergeblich schwanger zu werden, versucht es nun mit künstlicher Befruchtung,

Aus diesen vier Personen setzt sich das Polizei-Ermittlungs-Team auf Island zusammen. Nachdem ein Schauspieler während Dreharbeiten tot zusammen bricht, werden alle Beteiligten befragt. Besonders eine Person wird ausführlich geschildert – Alda, die Requisiteurin.

Aldi ist eine wunderschöne 35-jährige Frau, die es versteht, andere Menschen um den Finger zu wickeln. Sie ist alleinerziehend und hat einen 12-jährigen Sohn, über den der Leser aber nicht viel erfährt. Alda macht auf sich aufmerksam, weil sie über den Tod des Schauspielers Larus einen Gefühlsausbruch hatte, der sich von der Polizei nicht einordnen lässt, da sie ja „nur“ Requisiteurin am Set ist.

Als Requisiteurin hat Alda des Filmset vorbereitet, unter anderem auch eine Deko: ein wunderschönes Kaffee-Service und eine bestickte Decke mit einem Datum, die sich im Laufe des Falles noch als wichtig erachten sollte, umso mehr, als dass es mit dem Drehtag übereinstimmte. Das merkwürdige daran war, dass eine unbekannte Frau diese Requisiten unaufgefordert zur Verfügung gestellt hat. Alda musste nicht danach suchen. Seltsam auch, dass eine unbekannte Frau am Set gesehen wurde, die sich nicht identifizieren lässt.

Zusätzliche Spannung erhält der Film, als Polizist Andres sich in Alda verliebt und entgegen besseres Wissen ein Verhältnis mit ihr anfängt.

Die Person Alda wurde geschickt aufgebaut. Der Leser ahnt, dass etwas mit ihr nicht stimmt, aber was bleibt bis zum Schluss im Unklaren. Ich habe mich z.B. gefragt, ob sie wirklich etwas mit der Sache zu tun hatte, oder ob am Schluss überraschenderweise jemand anderes der Täter sein wird.

Mitten im Buch fängt dann eine weitere Erzähl-Perspektive an. Eine unbekannte Frau offenbart ihr krankhaft-psychisches Innenleben, und auch hier ist der Leser am zweifeln – könnte es sich um Alda handeln? Ich muss gestehen, ich war etwas verwirrt, warum diese Einsichten erst mitten um Buch begannen.

Die Geschichte erhält eine weitere Handlung, als herauskommt, dass der ansonsten mit blütenweißer Weste gefeierte beliebte Schauspieler Larus kinderpornografische Fotos auf seinem PC gespeichert hat. Überraschend fand ich, dass nun die Verbindung zu Gudgeirs bis dahin ebenfalls sehr beliebten Nachbarn Einar zutage tritt. Irgendwie empfand ich das als überflüssig, oder wie man so schön sagt, zu viel des Guten. Ebenso, als plötzlich eine mysteriöse Nachricht auf dem Handy seiner Frau auftaucht, das war irgendwie komplett aus dem Zusammenhang gerissen.

Alda wird wieder auf der Polizei befragt, und ich finde, sie hat ein sehr seltsames Auftreten. Das nicht genug, denn Gudgeir nimmt es hin, bzw. hatte ich das Gefühl, dass er sie händeringend und unterwürfig um Hilfe bat und das ist dann etwas, das mich sehr verwundert hat. Hier würde ich einfach mal behaupten, dass es am Erzählstil lag, der mir etwas zu offensichtlich war. Denn so kann sich keine Verdächtige und auch kein Polizeibeamter verhalten.

Als Erna, die Ex-Frau, Larus erste Ehefrau, tot gefunden wird, erhalten die Ermittlungen eine neue Richtung. Es wird Mord vermutet.

Die Ermittlungen laufen irgendwie immer bei Alda zusammen, es kommt z.B. heraus, dass sie als Jugendliche einen schweren Unfall verursachte, bei der auch ihr Ex-Mann dabei war, und die beste Freundin ums Leben kam. Man könnte resümieren, in Aldas Umgebung sterben mal immer wieder Menschen. Ebenso kommt heraus, dass sie an einer psychischen Erkrankung gelitten hat und als ihr Ex-Mann befragt wird, kommen so manche Sonderlichkeiten an Tageslicht.

Im letzten Drittel kommt auch wieder Brynja, Aldas Kollegin vom Film und „Freundin“ in die Handlung. Alda trifft sich mit ihr und der Leser erfährt, dass Brynja die Tochter einer berühmten Schauspielerin ist, die mit Larus befreundet ist. Ebenso kommt heraus, dass Brynja von Larus sexuell missbraucht wurde.

Gudgeir fliegt nach Schottland, um eine ehemalige Krankenschwester zu befragen und den Bruder von Ernas Mann.

Am Schluss spitzt sich alles zu, während Por, der Ex-Mann von Alda, ein Geständnis über den Unfall von Aldas Freundin bei der Polizei ablegt, überrumpelt Alda sehr frech die Eltern von Andres, plappert regelrecht ein Geständnis zu zwei Morden und versucht sogar, die Eltern am Schluss als Druckmittel einzusetzen, um zu entkommen. Andres ist geschockt, dass er so auf sie hereinfallen konnte.

Am Ende fügt sich alles zusammen.

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