Pauly, Antonia – Blut am Schuh

Pauly, Antonia Blut am Schuh 978-3-95771-047-5 Grössenwahn-Verlag

Pauly, Antonia
Blut am Schuh
978-3-95771-047-5
Grössenwahn-Verlag

Inhalt:

Ein wunderschöner Herbstmorgen in der Eifel. Emil durchstreift mit seinem Frauchen Lisa den Wald rund um den Elefantenkopf, als ihm plötzlich ein verdächtiger Duft in die Nase steigt. Er nimmt die Spur auf, folgt ihr in das Dickicht und entdeckt die Leiche von Melanie Pütz. Wer hat die Frau ermordet? Das muss Kommissar Josef Kolvenbach mit seinen Kollegen herausfinden. War es ihr Exfreund? Oder einer ihrer Kunden, die sie beim Jobcenter zu betreuen hatte? Kolvenbach sticht mitten in ein Wespennest aus

enttäuschten Hoffnungen, verletzter Würde und beleidigten Egos; nur eine heiße Spur findet er nicht. Die Suche scheint aussichtslos, die Ermittlungen treten auf der Stelle – bis die Beamten unvermittelt Hilfe von völlig unerwarteter Seite erhalten. Denn einer der Beteiligten hat den richtigen Riecher und weiß auch, wie er ihn einsetzen muss: Emil! Aber bevor er helfen darf, muss er den Menschen erst einmal begreiflich machen, wie überlegen seine Nase dem Riechorgan der Zweibeiner ist. Und dabei ist er noch nicht einmal ein Polizeihund!

Mit ihrem neuen Buch taucht Antonia Pauly tief ein in den Lebensalltag der Eifel, eine Gegend, die ihr mindestens so vertraut ist wie ihrem vierbeinigen Helden. Mit großer Sympathie für Land, Leute und Tiere erzählt sie von einer spannenden Tätersuche – ein kriminalistischer Leckerbissen nicht nur für Hundeliebhaber! (Quelle Grössenwahn-Verlag)

Meine Meinung:

Auf diesen Hunde-Krimi wurde ich durch das Cover aufmerksam, der Klappentext tat dann sein übriges, um mich zu interessieren. Ein Krimi aus der Perspektive eines Hundes! Ich war gespannt.

Hund Emil entdeckt bei einem Spaziergang mit seinem Frauchen Lisa eine Leiche. Dieser Geruch geht ihm nicht mehr aus dem Kopf und führt am Schluss des Buches zur Auflösung des Falles. Zwischendrin ermittelt Kommissar Kolvenbach und seine Kollegen.

Die Geschichte ist schnell, leicht und flüssig zu lesen. Gerade der Anfang, als das zukünftige Mordopfer noch nichtsahnend durch den Wald joggt ist sehr intensiv und thriller-artig spannend geschrieben. Wow, dachte ich. Diese Spannung und Intensivität der anderen Hauptprotagonisten kann leider nicht bis zum Schluss durchgehalten werden. Auch die eigentlich interessante Perspektive aus der Sicht von Hund Emil war mir zu naiv-platt geschildert. So kleintierhaft. Damit konnte ich nicht so gut. Dennoch waren interessante Aspekte zur Hunde-Erziehung und Hunde-Verständnis dabei.

Die Ermittlung war eigentlich logisch geschildert, aber mir fehlte da so ein wenig der PEP. Auch wenn ich bis zum Schluss versucht habe, herauszufinden, wer der Mörder war und alle „für und wider“ einer Person abgewägt hatte, habe ich es nicht geschafft. Der tatsächliche Mörder war dann tatsächlich eine Überraschung, allerdings auch eine zu sehr gewollte Wendung und Auflösung. Das war zu glatt.

Aufmerksam möchte ich auf den Krimi „Glenkill“ von Leonie Swann machen. Dieser ist aus der Perspektive eines Schafes erzählt und gehört zu meinen Lieblingskrimis.

Fazit:

Das kleine Büchlein lässt sich schnell und einfach lesen. Der Einstig in die Geschichte war richtig gut. Spannend, thriller-artig, interessant. Dieses Niveau konnte aber nicht bis zum Schluss durchgehalten werden. Die an und für sich gute Idee aus der Perspektive von Hund Emil zu schreiben, war mir zu klischeehaft-naiv geraten. Dennoch könnte man einige Tipps als Ratschlag oder Impuls zur Hundeerziehung oder zum Hundeverständnis aufnehmen. Die Ermittlung ist für mich als Leser sehr logisch aufgebaut, dennoch ist der Schluss zu glatt und zu gewollt. Die Landschaft in der Eifel kam zu kurz für einen Eifelkrimi.

Ein Buch, das man gelesen haben kann, aber kein Muss. Potential ist da.

 

Ausführlicher Inhalt und weitere Gedanken:

* * * Vorsicht Spoiler * * *

Hund Emil entdeckt beim Spaziergang mit seinem Frauchen Lisa ein Stück Aas, einen Kadaver. So nennt er es, es ist aber die Leiche von Melanie. Lisa ruft die Polizei und die Mordkommission aus Euskirchen kommt.

Emil macht sich, wieder zu Hause in seinem Körbchen, ein paar Gedanken dazu. Hier stellvertretend ein Zitat, damit der Leser einen Eindruck von den Hundegedanken im Buch erhält:

Zitat S. 23: Warum waren so viele Menschen zusammengelaufen, um die tote Frau zu begutachten? Wenn eine verendete Maus im Feld liegt, kommen doch auch nicht dutzende anderer Mäuse um sich den Artgenossen anzuschauen. Und was war eigentlich mit der Frau passiert? Warum lag sie tot im Wald herum?

Kommissar Kolvenbach ermittelt mit seinem Team und da die Tote keine Papiere bei sich hatte, wird eine Suchmeldung per Radio gestartet. Ziemlich schnell ist die Identität der Toten klar: es ist Melanie Pütz, sie arbeitete in einem Jobcenter. Kevin Scholz, ihr Lebensgefährte kommt erst nach dem Wochenende nach einer Physio-Schulung wieder nach Hause und erfährt die schreckliche Wahrheit.

Die Kripo beginnt, alle in Frage kommenden Verdächtige zu überprüfen, dazu gehört natürlich auch der Lebensgefährt Kevin Scholz, der Ex-Freund und aggressive Kunden aus dem Jobcenter.

Lisa (Frauchen von Emil) lässt die Tote keine Ruhe und Emil spürt die Unruhe seines Frauchens:

Zitat Seit 53: Ich legte meinen Kopf etwas schief, was immer sehr gut ankommt, weil Lisa dann merkt, dass ich ihr aufmerksam zuhöre, auch wenn ich noch längst nicht immer verstehe, was sie eigentlich zu mir sagt. Wie erwartet, kraulte sie mich auch sogleich hinter den Ohren.“

Emil spricht auch in der Hundeschule, wo er mit Frauchen Lisa immer üben geht, mit anderen Hunden kurz über den „Fall“.

Ich habe dann auch Überlegungen angestellt, wer der Mörder gewesen sein könnte und mein Tipp fiel auf den Lebensgefährten Kevin Scholz, gerade weil dieser so unverdächtig war. Ex-Freund Rene Claßen war sehr verdächtig, auch ihn schloss ich nicht ganz aus. Also, wer war es, der Verlobte oder der Ex-Freund? Diese Spannungsfrage trägt den Roman.

Der Schluss kommt schnell und kurz: Durch Zufall erschnüffelt Emil wieder die Spur des Blutes der Toten an einem Schuh. An wessen Schuh? Tja, das ist die plötzliche Überraschung am Schluss, die ich hier nicht verraten will.

Fazit:

Das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen, mit 187 Seiten keine Frage. Dennoch liefen mir persönlich die Handlungsstränge zu entfernt voneinander. Ein Handlungsstrang ist Lisa mit ihrem Hund Emil, der andere Kommissar Kolvenbach und die Ermittlungen mit seinem Team. Dazwischen ist nichts. Und das fehlt, eine Verbindung der beiden. Sie laufen parallel, sind aber nicht verbunden. Ich kann es schlecht erklären, ich glaube, mir fehlte einfach eine gewisse Tiefe der Charaktere, und deren Ecken und Kanten. Die Geschichte ist allzu glatt, und kommt mir eher wie eine Beschreibung der Ermittlungsarbeit vor. Aber als Einstieg in eine Serie hätte diese Geschichte deutlich Potential nach oben und ich könnte mir vorstellen, auch einen zweiten Teil zu lesen.

 

 

 

 

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