Kagawa, Julie – Unsterblich Band 1 Tor der Dämmerung

 

Kagawa, Julie Unsterblich Band 1 Tor der Dämmerung Heyne 978-3-453-31711-6

Kagawa, Julie
Unsterblich
Band 1
Tor der Dämmerung
Heyne
978-3-453-31711-6

Inhalt:

Dunkelheit ist über die Welt gekommen. Die Städte liegen in Ruinen, und über die letzten Menschen herrschen Vampire. In dieser Welt lebt die ebenso eigensinnige wie mutige Allie. Um zu überleben, stiehlt und plündert sie in den gefährlichsten Gegenden. Als Allie eines Nachts von einem mächtigen Vampir erwischt wird, stellt sie dieser vor eine unglaubliche Wahl: Tod oder Unsterblichkeit. Allie wird selbst zum Vampir und nutzt ihre neue Macht, um sich einer Rebellengruppe anzuschließen. Zum ersten Mal in ihrem Leben lernt sie Freundschaft und sogar Liebe kennen. Nur wie lange kann sie ihren Blutdurst noch unterdrücken? (Heyne Verlag)

Meine Meinung:

Julie Kagawa gehört zu den Autorinnen, die ich zur Zeit gerne lese. Zwar sind nicht alle ihre Geschichten Lieblingsgeschichten, und der Erzählton ist nicht immer flüssig, aber schön zum abschalten und auch leicht zu lesen allemal. Daher brauche ich mir oft noch nicht einmal die Inhaltsangabe anzuschauen, weil ich das Buch sowieso lesen werde.

Das Cover dieses Buches fiel mir direkt auf, vor allem wegen dem für die Autorin typischen Auges auf dem Titelbild. Hier sind unter einem roten Auge Federn und ich fantasierte mir zusammen, ob es in der Geschichte vielleicht um Vögel gehen könnte. Die Geschichte überraschte mich dann aber, und was das mit den Federn auf sich hat, erfährt man kurz am Rande der Handlung. Es ist in diesem Band kein wichtiger Faktor.

Wie immer bei Julie Kagawa entwickelte die Geschichte einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Die ersten hundert Seiten vergingen wie im Flug, die Zeit im Saum bei den „Unregistrierten“. Die 17-jährige Allie hat ein hartes Leben, denn ist sie noch nicht so abgebrüht und unmenschlich geworden, wie viele andere, die sich in Gruppen, genannt Familien zusammen tun. Ihre Familie besteht zur Zeit aus vier Personen, drei Jungs und sie. Die Gruppe wird von einem Anführer zusammen gehalten, dennoch gibt es viel Streitereien und Gewalt. Stick, der Looser der Gruppe, war mir mit seiner „Jammerei“ sehr unsympathisch und ich konnte nicht verstehen, wie Allie ihm immer wieder helfen konnte. Ich dachte mir, vielleicht war der Charakter auch zu übertrieben ängstlich dargestellt. Dennoch waren diese ersten hundert Seiten sehr stark in der Schilderung. Das ärmliche Leben, die immer andauernde Gefahr, die zerstörte Welt, die Brutalität, der Hunger … Allies Welt besteht aus Grenzen, die nur unter Lebensgefahr überschritten werden können. Aber was tut man nicht alles, wenn einen der Hunger treibt. Riesige Mauern schützen die Stadt der Menschen und der Vampire vor den Infizierten.

Dann kommt eine Wende, als Allie nach einem Kampf den Vampir Kanin trifft. Dieser war mir mit seiner kalten, emotionslosen Art sehr unsympathisch. Seine kultivierte Aussprache ging mir irgendwie auf die Nerven, sie war zu lehrmeisterhaft, aber im Prinzip war er ja auch ihr Lehrer. Ich hätte mir zwischen den beiden eine kleine Prise Verliebtheit gewünscht. Auf alle Fälle vertraut Allie ihm. Die Situation, als sie und Kanin eine Waffe für sie aussuchen, und sie sich für ein Samurai-Schwert entscheidet, war witzig. In dieser Situation kommt auch die Szene, in der Allie die Federn entdeckt. Die Zeit mit Kanin dauert nicht lange, da sie in ihrem Versteck verraten werden und wieder flüchten müssen. Dieses mal ist ihnen die ganze Stadt auf den Versen und sie müssen sich trennen. Allie schafft es in die Wildnis.

Wochenlang geht sie durch Wälder, allein, einsam, immer weiter. Zunächst idyllisch, aber auch in der Wildnis lauern die Gefahren. Bis sie durch Zufall auf eine Straße und noch später auf eine Gruppe Menschen trifft, die auf der Suche nach Eden sind. Der Garten Eden soll hier sinnbildlich für ein neues zu Hause stehen, und es steckt noch so viel mehr dahinter, was man aber als Leser noch nicht ahnt. Die Gruppe hat strenge Regeln, und öfter müssen sie sich gegen die Angriffe der Infizierten wehren. Allie schließt sich ihnen an und nun kommt endlich ein bisschen Love-Interest ins Spiel, als sie sich in Zeke verliebt. Dennoch hat ihre Liebe keine Chance, sie sind zu verschieden.

Ein Novum finde ich, dass die Heldin von Japanischer/Chinesischer Abstammung ist. Dies erfährt man aber erst später und nur ganz nebenbei. Auch dass die Vampire in dieser Welt die „herrschenden“ sind, ist neu.

Fazit:

Dieser erste Band der Unsterblich-Trilogie baut die düstere Szenerie, das Setting auf: Dystopische Auszüge einer zerstörten Welt, Vampire, Unregistrierte und Infizierte. Die Vampire sind an der Macht, die Menschen ihre Sklaven. Eine Jugendliche, Allie, die jeden Tag ums Überleben kämpft, immer auf der Flucht ist und sich einen Rest Menschlichkeit erhalten kann. Das ist sehr eindrücklich geschildert. Die Geschichte spielt an vielen verschiedenen Orten, die alle ausführlich dargestellt wurden. Dies führte vielleicht zu den etwas langweiligen Passagen, die die Geschichte in die Länge zogen. Dennoch lässt sie sich schnell lesen und ich konnte mir diese Welt sehr gut bildlich vorstellen. Hauptprotagonistin Allie erklärt den Lesern die Welt im „Saum“, spannend und kurzweilig. Kanin erklärt später die Welt der Vampire, dies geschieht auf „vampirische“ Art und Weise sehr emotionslos, leider auch im Buch. Es kam mir vor, als würde er seine Dialoge nur wie einen Text ablesen und runter leiern. Die Welt in der Wildnis erklärt Zeke, Mitglied einer religiösen Gruppe die auf der Suche nach einem neuem zu Hause ist. Ein Mädchen, zwei Jungs. Eine winzig kleine Lovestory beginnt erst weit nach der zweiten Hälfte. Dieser „Love-Interest“ machte die Geschichte für mich wesentlich spannender.

In diesem Band stand eindeutig die dystopische und fantastische Welt der Vampire im Vordergrund. Die klitzekleine Love-Story beginnt erst im letzten Drittel. Insgesamt war ich nicht gleich so ganz begeistert, aber ich merke, dass die Geschichte sich entwickelt und ich mich gerne in ihr versunken habe. Vielleicht muss man dafür auch gerne Dystopien lesen, und diese hier kommt noch mit einen Fantasy-Element, den Vampiren, daher. Eine überzeugende Darstellung und ein gelungener Auftakt mit kleinen Schwächen. Natürlich möchte ich auf alle Fälle die anderen Bände noch lesen.

 

Ausführlicher Inhalt:

***Vorsicht Spoiler***

Bitte nur weiterlesen, wenn ihr ALLES wissen wollt! Hier bleibt kein Platz für Überraschungen.

Die 17-jährige Allie lebt in einer zerstörten Stadt, die in verschiedene Gebiete eingeteilt ist. Die Welt, wie wir sie kennen, wurde von der „Roten Seuche“ zerstört, die Menschheit ist kurz vor dem Aussterben. Vampire gaben sich zu erkennen, in der Hoffnung, mit ihren Genen ein Hilfsmittel gegen die Seuche zu finden. Dies hat sich nicht bewahrheitet, und das Gegenteil ist eingetreten. Die Infizierten mutierten zu Zombies, genannt die „Infizierten“ oder „Verseuchten“. Sie lauern draußen vor der Stadt, ausgesperrt durch eine riesige, unüberwindbare Mauer. Im Kern der ehemaligen Großstadt wohnen die Vampire angeblich im funkelnden Luxus. Zutritt in diesen Stadtteil haben nur Vampire und Registrierte.

Registrierte sind Menschen, die man anhand eines Brandmals einem Vampir zuordnen konnte, der einen schützte und dafür musste man aber einmal im Monat zum Aderlass. Diese Menschen waren Nahrung für die Vampire und Arbeits-Sklaven. Dafür hatten die Registrierten ein „besseres“ Leben, erhielten Essenmarken und wurden „beschützt“.

Für Unregistrierte galt dies nicht. Sie existierten im System nicht und sie mussten sich in der eingeschlossenen Stadt Nahrung selber suchen. Diese Nahrung wurde immer weniger. Hier schildert das Buch eindrücklich diese Zustände. Was ein Mensch alles so essen kann, wenn er Hunger hat. Dies war auch der Grund, warum sich Allie traute, in die Welt hinter der Mauer auf Nahrungssuche zu gehen. Unregistrierte zählten außerdem zu den Verbrechern, sie stahlen, bettelten, sie taten alles um zu überleben. Die Welt, wie wir sie kennen, existierte nur noch in Trümmern und im Müll. Vereinzelt werden noch alte Vorratskammern gefunden, Schatzgruben mit Lebensmittel-Konserven etc.

Allie hat sich ihr Leben im Saum in einer verfallenen Schule eingerichtet. Die Unregistrierten können nicht lesen, Allie lernte es aber noch von ihrer Mutter, sie hat noch Bilderbücher. Bücher sind in dieser Stadt verboten. Sie lebt mit ihrer sogenannten Familie, bestehend aus drei Unregistrierten Jungs, in einer Gemeinschaft. Marcus, der Anführer, ist hart aber gerecht und hat seit kurzer Zeit ein Auge auf Allie geworfen, zeigt es aber nicht. Rat ist ein fieser Charakter, wurde aber in der Gruppe aufgenommen, da sie jeden brauchten. Stick ist mir sehr unsympathisch gewesen, er ist überängstlich, weinerlich und eigentlich kann man nicht verstehen, warum die Gruppe ihn mit durchschleppt. Dies liegt allein an Allie, er tut er leid.

Die Nahrung wird immer knapper, es werden Ratten und anderes Getier gegessen, aber auch die dezimieren sich drastisch. Zudem leiden alle Unregistrierte Hunger, der wichtigste Kampf ist der nach etwas essbaren. Aus diesem Grund nimmt Allie das Risiko auf sich, durch ein Tunnelsystem unterhalb der Mauer auf die andere Seite zu gelangen. In diesen Tunneln leben aber auch die Infizierten/Verseuchten, es ist sehr sehr gefährlich.

Auf der anderen Seite sind noch verrottete Zeichen der ehemaligen Zivilisation zu erkennen, eingestürzte Supermärkte, kaum noch zu erkennende Einfamilienhäuser. In den ehemaligen Supermärkten lohnt sich die Suche kaum, sie wurden schon vor Jahrzehnten als erstes geplündert. Heute erzählt man sich noch wundersame Sachen, was es dort alles gab. Allie versucht ihr Glück in den Häusern, findet nichts und wird von einem infizierten Reh angegriffen. Sie kann gerade so entkommen und flüchtet in einen ehemaligen Schuppen. Dort versteckt sie sich, und entdeckt durch Zufall einen unterirdischen Vorratsraum. Völlig gierig fällt sie über die Dosen her, eingelegte Früchte, egal wie alt, Hauptsache essbar. Als sie um etwas zu holen, ganz oben in ein Regal klettern muss, fällt sie mit diesem um und wird ohnmächtig. Sie erwacht mitten in der Nacht. Normalerweise geht sie nur tagsüber nach draußen, nachts ist es zu gefährlich. Vampire und Infizierte gehen auf die Jagd. So gelingt es ihr auch nur ganz knapp, einem Infizierten zu entkommen und im Tunnelsystem erwarten sie die nächsten. Sie erhält unverhofft Hilfe von einem Vampir, der sie unglaublicherweise gehen lässt, nachdem er die Infizierten getötet hat.

„Zu Hause“ erzählt sie den anderen von der Vorratskammer, Rat will es nicht glauben. Aber am nächsten Tag ziehen alle los. Tatsächlich finden sie noch alle Vorräte und nach dem sich jeder den Bauch vollgeschlagen hat, ist es fast schon wieder dunkel. Sie müssen nach Hause, werden jedoch unterwegs von den Infizierten angegriffen. Marcus und Rat werden getötet, Stick und Allie sind auf der Flucht, werden kurz vor den Tunneln aber von den Infizierten/Verseuchten eingeholt, die sich zuerst auf Stick stürzen. Um sie von Stick abzulenken, verletzt sich Allie selber, da die Infizierten Blut riechen können. Das funktioniert und alle stürzen sich auf sie. Sie hat keine Chance.

Die Geschichte ist bis hierhin sehr eindrücklich erzählt. Das ärmliche Leben, der Hunger, der tägliche Kampf ums Überleben, täglich Freunde/Bekannte zu verlieren. Die Suche nach Lebensmittel, das Anpirschen, das Erwischt werden, die Differenzen in der Gruppe. Sehr einprägsam.

Mir stellte sich zwischenzeitlich die Frage, was waren eigentlich die Infizierten/Verseuchten? Wie entstanden sie? Sie hatten weiße Augen ohne Pupillen und Iris, sehen nicht mehr menschlich aus. Kanin wird Allie vieles dazu erzählen.

Kurze Zeit später wacht Allie auf, sie merkt, sie ist schwer verletzt. Der Vampir Kanin sitzt bei ihr und bietet ihr an, sie als Vampir weiter leben zu lassen. Allie muss sich schnell entscheiden, sie hat lebensgefährliche Verletzungen. Vampire waren immer ihre Feinde gewesen und jetzt soll sie selber einer werden oder sterben. Allie entscheidet sich, als Vampir weiterzuleben und wird von Kanin gebissen. Sie wird ohnmächtig und erwacht in einem unbekannten Gebäude. Sie hat Hunger. Großen Hunger und unglaublicherweise stürzt sie sich praktisch auf eine Blutkonserve. Sie ekelt sich vor sich selber, aber der Hunger ist übermächtig. Sie hat überlebt.

Kanin erklärt ihr in den folgenden Wochen alles, was sie über das Leben als Vampir wissen muss. Kanin selber ist emotionslos, als er Allie im Lehrmeisterton alles erklärt. Allie hat jetzt viel mehr Kraft und Ausdauer als vorher, sie kann nachts sehen, sie muss sich von menschlichem Blut ernähren um nicht durchzudrehen. Nachts durchstreifen sie den Saum, in die innere Stadt gehen sie nicht, da Kanin gesucht wird. Noch ist nicht so ganz klar warum.

Einmal bringt Kanin Allie in ein ehemaliges Museumslager. Es wurde von den Vampiren und Plünderern noch nicht entdeckt und Allie soll ich sich eine Waffe raussuchen. Sie sucht sich unwissentlich ein japanisches Samurai-Schwert, und anhand der Andeutungen von Kanin kann der Leser sich denken, dass auch Allie eine asiatische Herkunft hat. Am Anfang der Geschichte wurde erwähnt, dass Allie „Schweins-Äuglein“ hätte, ich hätte mir darunter aber nichts Asiatisches vorgestellt. Natürlich passt es, wenn man an die großen Manga-Augen denkt.

Zwischenzeitlich reimt sich Allie die Geschichte von Kanin aus erzählten Bruchstücken zusammen. Kanin wollte damals, als die rote Seuche ausbrach, und als abzusehen war, dass die Menschheit und damit auch die Vampire sterben würden, dies verhindern, indem er mit den Menschen zusammen arbeitete und ihnen die Existenz der Vampire gestand. Forschergruppen versuchten dann mit Vampir-Exemplaren ein Gegenmittel herzustellen. Dafür mussten diese Vampire sehr leiden, und aus diesen Vampiren entstanden dann die Verseuchten, die sich immer weiter verbreiteten. Keine Menschen, Zombies. Und Kanin war der Vampir, der sie an die Menschen verriet, im Glauben, etwas Gutes zu tun und die Seuche aufzuhalten. Er ist seit dem der meist gejagteste Vampir der Stadt.

Dieser Teil der Geschichte gefiel mir nicht so gut, was vor allem an den langweiligen Kommentaren von Kanin lag. Er sprach so emotionslos, als würde er einen Text ablesen. Am Anfang dachte ich noch, vielleicht könnten sich Allie und Kanin verlieben, das war aber nicht so. Allerdings vertraute sie ihm.

Eines Nachts kommen Kanin und Allie in die Gegend, in der Allie mit ihrer „Familie“ wohnte. Eine andere Gruppe hat sich dort untergebracht, und Allie erkennt Stick unter ihnen, der weiterhin Außenseiter ist, und von den anderen nicht gut behandelt wird. Allerdings aus eigener Schuld und weiterhin unsympathisch. Allie zeigt sich Stick und dieser jammert nur, warum sie ihn allein gelassen hätte. Er dachte nur an sich. Als Allie es ihm erklären will und gesteht, dass sie ein Vampir wurde, dreht Stick durch und schreit laut und panisch „Vampir“. Die andern Mitglieder der Gruppe stürzten auf sie zu und Allie verschwindet, tief enttäuscht von Stick. Aber selbst hier noch versucht sie sich, in seine Situation zu versetzen und bringt Verständnis auf. Während des Gespräches hat sie außerdem unabsichtlich erzählt, wo sie jetzt „wohnt“.

Zu Hause erwartet sie Kanin, sie erzählt, was geschehen ist. Sie ist maßlos enttäuscht. Kanin hatte es ihr prophezeit. Kanin bleibt misstrauisch, und will die „Alarm-Fallen“ verstärken. Kanin bleibt unerwartet eine Nacht lang weg, Allie macht sich Sorgen. Und tatsächlich wurde er angegriffen. Auf der Suche nach ihm, begegnet Allie einem extrem bösartigen Vampir und sie und Kanin, der plötzlich auftaucht, können nur knapp entkommen. Es geht Schlag auf Schlag weiter, jemand hat ihr Versteck verraten und sie werden mit einem Großaufgebot verfolgt und haben nur einen knappen Vorsprung. Letztendlich haben sie keine Chance gegen diese Übermacht. Kanin erkennt dies und befiehlt Allie, im Wald Schutz zu suchen, während er die Angreifer ablenkt. Allie flüchtet.

Vom Wald aus sieht Allie wenig Chancen, in der Stadt zu bleiben und geht Richtung Wildnis. Wochenlang ist sie einsam unterwegs, aber auch die idyllische Wildnis trügt. Sie überlebt, in dem sie sich von Tierblut ernährt, trotzdem nagt ein verzweifelter Hunger an ihr, denn sie braucht menschliches Blut um zu überleben. Durch Zufall findet sie eine Straße und greift völlig apathisch und ungeplant zwei Motorradfahrer an, angelockt von deren Blut. Ausgehungert gierig fällt sie über beide her, sie kann nicht mehr nachdenken. Allie ist über sich selber entsetzt, beide Menschen sterben, einer murmelt noch „Jackal hätte gelacht“. Aber sie ist satt. Nachdem sie diesen Schock verwunden hat, schätzt sie, dass sie sich alle 2-3 Wochen von Menschenblut ernähren muss, damit ihr nicht noch einmal so ein Gemetzel passiert. Sie hadert mich sich selber.

Sie beschließt, die Straße weiter zu gehen. Am Rand, immer weiter, tagelang. Eines Nachts kommt sie in eine verlassene Siedlung, in der es sogar noch Nahrungsmittel gibt, vergessen von den ehemaligen Bewohnern. Sie denkt an ihr früheres Leben, jetzt konnte sie diese Art von Nahrung nicht mehr zu sich nehmen. Nur noch Blut. Plötzlich steht ein kleines Kind vor ihr, das sich verlaufen hat. Reichlich merkwürdig, mitten in der Nacht. Schnell sind die dazugehörigen Menschen gefunden. Allie trifft Zeke.

Zeke ist mit einer Gruppe religiöser Menschen unterwegs. Ihr Anführer, Jeb, ein ehemaliger Pfarrer, verhält sich reichlich merkwürdig und später kommt auch eine Verbindung zu „Jackal“ heraus, aber noch ohne konkrete Hinweise. Die Gruppe ist auf der Suche nach Eden, nach dem Garten Eden, der eigentlich sinnbildlich für die Suche nach einem neuen zu Hause stehen soll. Jeb hat strenge Regeln, es werden auch Menschen zurück gelassen. Es wird nur nachts gegangen. Allie schließt sich Ihnen an, nicht von allen gewollt.

Mir kam Jeb sehr merkwürdig vor und ich hatte den Verdacht, dass er ein Vampir war, was sich aber nicht bestätigte.

Sie ziehen weiter und Allie freundet sich mit Zeke an. Sie verliebt sich in ihn, und er in sie. Als die Zeit, sich zu nähren gekommen ist, hält sie sich fern von ihm, sie hat Angst, über ihn herzufallen. Sie muss überhaupt ständig auf der Hut sein, dass niemand entdeckt, wer sie in Wirklichkeit ist. Die Menschen hassen Vampire. Es gibt ein junges Mädchen in der Gruppe, Ruth, sie hasst Allie. Meine Vermutung, dass sie ebenfalls in Zeke verliebt ist, hat sich bestätigt. Ruth beobachtet Allie aufs Schärfste. Als Allie mit zur Jagd geht, kann sie gerade durch ihre Vampir-Eigenschaften verhindern, dass ein Wildschwein Zeke tötet. Ebenso finden sie plötzlich einen Mann, der durch dieses Wildschwein verletzt wurde. Er wohnt in der Nähe auf einem Bauernhof. Zeke und Allie bringen ihn hin und werden dort gut aufgenommen, ebenso die ganze Gruppe. Allies Hunger spitzt sich zu, sie muss sich nähren, aber von wem? Sie hat Hemmungen, sich an jemanden aus der Gruppe zu vergreifen und vor allen, es darf ja keiner mitkriegen. Eines Nachts wird der Bauernhof von den Verseuchten angegriffen, ist aber gut gegen die Verseuchten gesichert. Bei der anschließenden Wache küssen sich Zeke und Allie beinahe. Ruth stört sie, und Allie ist erleichtert, wer weiß, was sie in ihrem Hunger und so nahe bei ihm mit Zeke angestellt hätte?

Auch hier wieder gelingt es, die Zerrissenheit Allies sehr gefühlvoll und glaubwürdig darzustellen. Wie sie herum tigert, nervös ist, Hunger hat und sich trotzdem scheut, sich an den Menschen in der Gruppe zu nähren. Dazu noch die kleine aufkeimende Verliebtheit zu Zeke, das ist alles wirklich gut erzählt.

Allie muss sich nun nähren, es geht nicht anders. Sie sucht sich den verletzten Joe aus, dem sie auch das Leben gerettet hat, als sie das verseuchte Wildschwein tötete. Sie macht es widerwillig, aber es geht nicht anders, sie nimmt etwas von seinem Blut auf. Sie macht sich weiterhin Vorwürfe, versucht sich vor sich selber zu rechtfertigen, ist auch beschämt und entsetzt über sich. In dieser Gefühls-Wallung begegnet ihr Zeke und gesteht ihr, wie sehr er sie mag. Allie weiß weder ein noch aus, sie weiß, dass ihre Liebe keine Chance hat, weil Zeke ständig in ihrer Nähe in Gefahr schweben würde. Deswegen stößt sie ihn weg, kalt, obwohl sie innerlich fast daran zerbricht. Sie beschließt, die Gruppe am nächsten Tag zu verlassen, bevor sie aus Hunger irgendwann über einen von ihnen herfallen würde.

Am nächsten Tag ist Joe tot, Allie gibt sich die Schuld, meint, sie hätte ihm zu viel Blut genommen. Ruth entdeckt, dass Allie ein Vampir ist und alarmiert die Gruppe. Zeke ist als erstes bei ihr, zielt mit einem Gewehr auf sie. Er sieht sie eiskalt an, bereit, sie zu töten. Er hasst Vampire und fühlt sich von ihr doppelt verraten. Dennoch lässt er sie gehen, erklärt aber, er will sie nie wieder sehen, sonst würde er sie töten. Also diese Szene war „wunderschön“ herzzerreißend geschrieben. Allie geht. Draußen im Wald lauern die Verseuchten, Allie überlegt, ob sie sie töten soll, denn sonst würden sie am nächsten Tag über die Gruppe herfallen, die sich wieder auf den Weg machen wollte. Sie ist von inneren Zweifeln und Schuld geplagt, und entschließt sich, heimlich der Gruppe zu folgen und sie zu beschützen. Sie tötet alle Verseuchten.

Es dauert zwei Nächte, bis sie die Gruppe in einem verlassenen Ort wiederfindet. Sie belauscht einige Gespräche und beginnt, Zekes Lebens-Einstellung zu verstehen. In der nächsten Nacht wacht sie auf, und merkt gleich, dass etwas nicht stimmt. Die Gruppe wurde von Jackals Motorradfahrern angegriffen, und sie kann nur Zeke retten, der sich nur sehr wiederwillig in ihre Nähe gibt. Alle anderen wurden nach Old Chicago entführt. Zekes ist verletzt, Allie kümmert sich darum, nach einigen Diskussionen folgen sie der Gruppe auf einem Motorrad.

In Chicago geht alles sehr schnell, sie finden die Gruppe, können sie befreien, aber Jeb fehlt. Wie sich herausstellt, hat Jeb das Heilmittel für die Seuche, und Jackal will es haben. Jeb will es aber nach Eden bringen. Allie macht sich allein auf die Suche nach Jeb, Zeke bringt die Gruppe aus der Stadt heraus. Als Jeb gefunden ist, will er natürlich nicht mit Allie mitgehen, er hasst Vampire. Allie kann ihn mit viel Aufwand halbwegs überzeugen, als Jackal auftaucht. Jeb gibt ihr heimlich einen USB-Stick, Allie kennt so etwas nicht, weil die Technik mit der Zivilisation untergegangen ist. Jackal erkennt, dass er Allies „Bruder“ ist, beide wurden von Kanin „gerettet“ und spüren deswegen eine Verbindung. Jackal versucht, Allie erfolglos auf seine Seite zu ziehen und rammt ihr, als dieses nicht gelingt, einen Holzpflock ins Herz. Allie ist so gut wie tot. Jeb kämpft mit Jackal und zusammen stürzen sie aus dem Hochhaus. Allie liegt da und wird von Zeke gefunden, der wegen ihr zurückgekommen ist. Er vertraut ihr, gibt ihr Blut und Allie saugt ihm fast das Leben aus. Aber sie kann noch rechtzeitig mit viel Willenskraft aufhören. Allies Kräfte kehren schnell zurück, und sie entdecken eine Karte, in der ein Ort markiert ist. Zeke schaut sich auf einem alten PC die Daten auf dem USB-Stick an. Sie enthalten die Informationen, wie die Seuche zu bekämpfen ist. Danach hatte auch Kanin gesucht! An dem Ort auf der Karte vermuten sie Eden, verschwinden aus der Stadt, stehlen einen Van und fahren mit der Gruppe los. Die Gruppe hasst Allie weiterhin, ist entsetzt. Noch entsetzter, als sie sehen, wie Zeke Allie zärtlich küsst. Als sie Benzin besorgen müssen, werden sie von Verseuchten angegriffen und Ruth stirbt.

Weiter geht die Reise Richtung Osten, und mehr durch Zufall sehen sie eine Art Leuchtturm-Licht. Sie fahren weiter darauf zu und sehen am Straßenrand sehr viele verunfallte Autos. Als ein Baumstamm den weiteren Weg versperrt, ahnt Allie, dass dies eine Falle ist. So ist es auch. Hunderte Verseuchte/Infizierte stürzen sich auf den Van zu, Allie befiehlt Zeke und der Gruppe loszulaufen, sie versucht aufzuhalten was aufzuhalten ist, weiß aber, sie wird diesem Ansturm nicht gewachsen sein. Der Kampf beginnt, und Zeke kommt zurück zu ihr, um zu helfen. Ein aussichtsloser Kampf. Im letzten Moment erscheint ein riesiger Truck und viele Soldaten mit Gewehren erscheinen, schießen und zwingen die Verseuchten zur Flucht oder töten sie. Dann nehmen sie Allie, Zeke und die Gruppe mit. Sie haben Eden fast erreicht. Eine Insel im Eriesee. In einer Krankenstation werden alle untersucht, und Zeke muss operiert werden. Allie gesteht den Ärzten, dass sie ein Vampir ist. Alle sind geschockt, gehen auf Abstand, sie wird von Soldaten umzingelt. Unglaublicherweise wird sie gehen gelassen.

Im letzten Drittel des Buches haben Allies Albträume begonnen. Wie sich herausstellt, hat sie eine Verbindung zu Kanin, der ihr Meister war und sie kann seine Empfindungen spüren. Er wird gefoltert. Allie will ihm zu Hilfe eilen. Sie lässt Zeke und die Gruppe mit schwerem Herzen, aber in Sicherheit zurück.

 

 

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