Lee, Geneva – Royal Passion (Band 1)

 

Lee, Geneva Royal Passion Band 1 - Royals Saga 978-3-7341-0283-7 Blanvalet

Lee, Geneva
Royal Passion
Band 1 – Royals Saga
978-3-7341-0283-7
Blanvalet

Inhalt:

Ein Blick, ein Kuss und nichts ist mehr wie zuvor …

Auf ihrer Abschlussfeier an der Oxford University trifft Clara Bishop auf einen attraktiven Fremden. Ohne Vorwarnung zieht er sie an sich, küsst sie leidenschaftlich und verschwindet. Clara hat keine Ahnung, wer der Unbekannte ist – bis ein Bild von ihnen beiden in der Zeitung auftaucht: Ihr heißer Flirt ist Prinz Alexander von Cambridge, Thronfolger von England, königlicher Bad Boy …
Dieser Mann ist gefährlich, in ihm lauern Abgründe, die Clara ins Verderben stürzen können. Ist Clara dieser magischen Anziehungskraft gewachsen?

Meine Meinung:

Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch einen Verlagsnewsletter und eine Anzeige im Börsenblatt des Buchhandels. Die kurze Inhaltsangabe gefiel mir, für zwischendurch und zum abschalten lese ich gerne romantische Literatur. Das silberfarbene Cover zu diesem Buch sieht edel und zart verschnörkelt aus. Dennoch meinte ich irgendwo zwischen den Zeilen gelesen zu haben, dass es in der Liebesgeschichte um Dominanz und Unterwerfung geht. Das ist normalerweise nicht so mein Ding, aber ich war gespannt und neugierig genug mich an die Geschichte heranzutrauen. „Shades of Grey“ habe ich z.B. nicht gelesen, von daher kann ich auch nicht sagen, ob das ähnlich ist oder war.

Die Widmung in diesem Buch lautet: „Für alle Mädchen, die ein neues Märchen brauchen.“ Ich empfinde dieses „Vorwort“ ganz und gar nicht als Märchen und eigentlich ist es auch nicht romantisch. Es sei denn, die Autorin meint mit „neues Märchen“ eine neue sexuelle Orientierung.

Die Geschichte beginnt auch ganz nett auf der Abschlussfeier der neuen Oxford-Absolventen. Damit ist die Hauptprotagonistin Clara schon mal aus dem „Dummschen“-Klischee (sorry für den Ausdruck) raus. Wie es weiter geht kann man im Prinzip in der Inhaltsangabe lesen, sie trifft nichtsahnend auf Prinz Alexander, und wird in die Familie der britischen Royals katapultiert, mit allen Nachteilen die das mit sich bringt: Paparazzi, Presse, der Blick hinter die Fassade, Neid von allen Seiten, Anfeindungen, …

Den größten Raum in diesem Roman nimmt die sexuelle Beziehung zwischen Sarah und Prinz Alexander ein. Die sexuelle Anziehungskraft ist von Anfang an auf beiden Seiten sehr stark, wobei Alexander eine gewisse Dominanz an den Tag legt und der Leser gespannt wartet, wie weit die beiden wohl gehen werden.

Gerade am Anfang empfand ich die Geschichte schön erzählt, als z.B. Sarah ihre ersten negativen Erfahrungen mit den Papparazzi macht. Glaubwürdig wird der Leser an die sehr erotischen Treffen der beiden geführt.

Für mich war ein negativer „Knackpunkt“, dass die Geschichte wohl ganz bewusst in Anlehnung an die britischen Royals angelegt worden ist. Daher standen mir ganz oft viele Bilder von deren Angehörigen vor dem inneren Auge. So musste ich bei Prinz Alexander öfters an Prinz Harry denken, auch wenn sie sich von der Haarfarbe her nicht ähnlich sehen. Beide, Alexander und Harry, waren im Irak und wie Harry hat auch Alexander den Ruf eines „Bad Boy“. Bei Clara musste ich an Kate denken, beide, Claras und Kates Familie wurden durch das Internet reich und wie Kate hat auch Clara noch eine sehr hübsche Schwester. Die Geschichte von Lady Di wurde abgewandelt, und meiner Meinung zur Schwester von Alexander und Edward gemacht, die bei einem Autounfall ums Leben kam. Pepper erinnerte mich irgendwie an Chelsy, ohne dass sie in diese Rolle irgendwie passen würde, aber es kam mir einfach so vor. Man könnte Pepper auch als Pippa sehen, Kates Schwester, aber das passte auch nicht ganz.

Die erotischen Beschreibungen überwiegen in dieser Geschichte. Die recht derbe Sprache dabei mag dem „dirty talk“ geschuldet sein, es gibt seitenweise verbale „Vorspiele“ dieser Art. Gefallen muss sei einem aber nicht.

Fazit:

Der Roman lässt mich zwiespältig zurück. Er ist schnell und einfach zu lesen. Ein subtiler Spannungsbogen führt durch eine dominant-erotische Geschichte unter dem prekären Hintergrund einer vordergründig ehrenhaften Königsfamilie und somit der Situation, jederzeit im öffentlichen Leben und in der Klatsch- und Tratsch-Presse präsent zu sein. Die Geschichte ist auch eine Art sexuelle Parodie auf die echte Königsfamilie in England. Nicht dass die Geschichte witzig ist, wahrhaftig nicht, aber die Anspielungen sind unverkennbar und dass kann nur so gewollt sein. Ich gebe zu, meinen Geschmack trifft dies alles nicht, es hat mich beim Lesen eher gestört, an die echte Königsfamilie Englands erinnert zu werden. Aber genau das, was mir nicht behagt, wird anderen Lesern vielleicht umso besser gefallen. Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht habe ich mich vorher nicht intensiv mit den Pressemeldungen zu diesem Buch befasst, denn der größte Teil in diesem Buch ist erotischer Natur. Es hat mich an die Baccara-Romane vom Cora Verlag erinnert, die allerding kürzer gehalten und harmloser sind. Zudem ist ein Hauptaspekt die zur Zeit durch alle medialen Kanäle (Kino, Buch) gehende „moderne“ Sexualität mit der BDSM-Variante. Dennoch wird in diesem ersten Band kein harter BDSM-Sex erzählt, sondern auf erotische Weise über Unterwerfung und Dominanz in den begehrlichen Anfängen. Ich kann das lesen, muss es aber nicht. Mir persönlich war der Erotik-Anteil hier einfach zu hoch, nichts bleibt der Fantasie überlassen und die eigentliche spannende Geschichte („wie ist das Leben mit einem Royal“) tritt zu sehr in den Hintergrund. Ich fand es schade, dass zu viele Seiten auf sexuelle Beschreibungen bezogen waren, okay, das haben wohl erotische Romane so an sich. Es gefiel mir nicht, aber genauso werden es andererseits voyeuristische Leser sehr genießen können. Trotzdem ist ein wenig Neugierde jetzt geweckt, wie es mit Alexander und Clara außerhalb des Bettes weitergeht. Dennoch tendiere ich dazu, die andere Bände nicht zu lesen.

Alles in allem, wenn jemand gerne erotische Literatur mit einem Hang zum ganz leichten BDSM lesen mag, wäre er mit diesem Buch gut bedient.

 

Royals Saga
Band 1 Royal Passion
Band 2 Royal Love
Band 3 Royal Desire

 

 

Ausführlicher Inhalt:

 

***Vorsicht Spoiler***

Clara:

23 Jahre, kastanienbraunes Haar, hatte erst eine Beziehung, frischgebackene Oxfordstudentin für das Fach Soziologie, wird zukünftig in einem Wohltätigkeitsunternehmen arbeiten, wurde in Amerika geboren, hat aber die britische Staatsangehörigkeit,

 

Alexander:

Schwarze Haare, blaue Augen, gebräunte Haut, natürlich gutaussehend und muskulös (Sixpack), breite Schultern, zurück aus dem Irak, Thronfolger von England, dunkle Geheimnisse, bestimmte sexuelle Vorlieben,

 

Die Geschichte beginnt mit der Abschlussfeier der Oxford-Uni, es sind überwiegend adelige und reiche Gäste da. Clara fühlt sich nicht wohl, obwohl sie stolz auf ihr abgeschlossenes Soziologie- Studium ist. Finanziell hat sie keine Sorgen, seit ihre Eltern durch den Verkauf ihrer Internetfirma reich wurden und sie als Tochter ein 20-Millionen-Vermögen hat. Theoretisch müsste sie nicht arbeiten.

Ihre beste Freundin ist Annabelle, genannt Belle. Zusammen haben sie viel durchgestanden, vor allem Sarahs verkorkste Beziehung zu ihrem Ex-Freund David. Jetzt ziehen die beiden in eine WG, in das Haus von Belles Großtante Jane in East London. Die Wohnung ist neu renoviert, neue Küche, Whirpool, Eichenparkett …

Belle ist hellblond, wunderschön wie ein Model, adelig und nur darauf aus, eine gute Partie zu machen. An „der Angel“ hat sie bereits den passenden Kandidaten: Philip. Wie ich im Laufe des Buches feststellte, eine sehr langweilige Beziehung, begründet auf praktische Gründe.

Clara trifft auf der Abschlussfeier auf Prinz Alexander, erkennt ihn aber nicht. Beide fühlen sofort die starke Anziehungskraft und es kommt zu einem Kuss. Am nächsten Morgen stehen Reporter vor ihrer Haustür, ein Foto von dem Kuss geht durch die ganze Klatschpresse. Clara kommt sich dämlich, naiv und unschuldig vor, wie aus einem anderen Universum, eine lahme Ausrede, wie sie sich selber eingesteht, dass sie ihn nicht erkannt hat.

Belle geht erst mal etwas zum Essen einkaufen, und währenddessen klingelt es an der Tür. Norris, der Bodyguard von Prinz Alexander hat den Auftrag, sie abzuholen. Clara geht mit, wie sie gerade ist, in Jeans in Shirt, ohne sich zunächst weiter Gedanken darum zu machen. Norris bringt sie zu einem Club und sie wird an den gaffenden Besuchern vorbei in einen privaten Teil des Clubs geführt. Sie kommt sich lächerlich wegen ihrer Kleidung vor. Prinz Alexander erwartet sie, will sie wiedersehen. Die sexuelle Anziehungskraft ist sofort spürbar. Sie unterhalten sich, und für mich kommt eine sehr unglaubwürdige Passage, als das Thema auf den Irak-Einsatz von Alexander kommt. Ich meine, sie kennen sich erst fünf Minuten von dem Kuss auf der Abschlussfeier, und dann passt sowas meiner Meinung nach gar nicht:

 

Zitat Seite 62: Sarah: „Ich wünschte, du wärst nicht dorthin gegangen“.

 

Zitat Seite 81: Alexander: „Ich werde dafür sorgen, dass du in Sicherheit bist …“

Sarah: …“Wieso?“

Alexander: … „Weil du der einzige Mensch bist, der sich gewünscht hat, ich wäre nicht fortgegangen.“

 

Für Clara ist die sexuelle Anziehung und der königliche Status sehr verwirrend, sie verlässt fluchtartig den Klub und wird sofort von einer gewaltigen Reportermenge umringt und sehr bedrängt. Sie fällt auf den Boden, während die Reporter schreiend Fragen rufen. Plötzlich steht Prinz Alexander hinter ihr und hilft ihr. Das gibt natürlich noch mehr Futter für die Klatschpresse. Sie verabreden sich für den nächsten Tag.

Clara bereitet sich auf ein Treffen vor, dass eindeutig sexueller Natur ist. Sie pflegt ihren Körper und beste Freundin Belle geht Dessous für sie kaufen. So ausgestattet wird sie von Bodyguard und Chauffeur Norris abgeholt und in eine private Suite eines Hotels in London gebracht. Um 11 Uhr morgens. Sie landen den Rest des Tages im Bett. Sie machen ein Safeword aus, wobei ich in der folgenden Handlung noch nicht den Sinn darin gesehen habe. Es ging um puren Sex und Lust. Die Frage nach Fesselspielen kommt provokant von Clara, passieren aber nicht an diesem Tag. Oder ich habe diese überlesen.

Alexander will während des Sex sein Shirt nicht ausziehen, das ist seine einzige Regel. Später erfährt der Leser, dass er Narben hat. Clara fragt sich jetzt schon, wie lange ihre Affäre dauern wird, weil, mehr kann es ja nicht sein. Oder?

Zwischendurch wird auch Claras Vergangenheit in Amerika erwähnt, etwas, das nicht ans Licht kommen soll. Der Leser wird einige Zeit im Unklaren gelassen.

Am nächsten Tag erhält Clara einige eindeutig sexuelle Nachrichten von Alexander auf ihrem Handy. Die Presse hackt sich ein und veröffentlicht den peinlichen Wortlaut. Ich musste an Prinz Charles und Camilla denken, an die Telefon-Affäre bekannt als das „Tampon-Telefonat“.

Alexander lädt Clara auf einen Ball ein, diese weiß nicht, dass es die Geburtstagsfeier von Alexanders Vater ist. Alexander holt sie ab und bereits im Auto haben sie wieder Sex, oral und vaginal. Mir kam das unglaubwürdig vor, mit einem Ballkleid, allerdings ohne Slip, was es sicherlich einfacher machte. Aber dennoch, beide müssen irgendwann aussteigen und durch die Presse-Meute aus allen Richtungen fotografiert in den Ballsaal. Clara ist von diesem Paparazzi-Aufgebot geschockt, von dem Blitzlichtgewitter. Dort geht es aber erst richtig los, Alexander verschwindet im Gewühl und sie bleibt allein bei seinen „Freunden“, die sie offen als Flittchen, Schlampe etc. betiteln und sie regelrecht fertig machen. Selbst die Queen schreckt nicht davor zurück. Clara ist mehr als geschockt und flüchtet zu Fuß nach Hause. Dort erwartet sie bereits Alexander, der sie gesucht hat. Sie versöhnen sich, Alexander übernachtet bei ihr. Am nächsten Morgen kommt es zu einer unschönen Szene, da auch Philip bei Belle übernachtet hat und sie sich alle am Frühstückstisch treffen und Philip Alexander ein „unehrenhaftes Verhalten“ vorwirft. Alexander verschwindet.

Zwischenzeitlich wurde auch Claras schreckliches Geheimnis veröffentlicht, sie war magersüchtig. Es wurden Fotos von ihr in der Klatschpresse gezeigt. Dies erinnerte mich an Prinzessin Viktoria von Schweden, die auch daran erkrankt war; Lady Di wurde ja mal Bulimie vorgeworfen. Was mich daran aber so störte, was war daran so schrecklich? Klar, diese Krankheiten sind schrecklich, aber es gibt doch wirklich noch viel schrecklichere oder peinlichere Geheimnisse, die ausgegraben hätten werden können. Daher empfand ich das stark übertrieben, daraus so ein Drama zu machen.

Alexander wird von Claras Mutter zu einem Familienessen in einem Restaurant eingeladen. Alles klappt mehr oder weniger gut, außer dass Claras Schwester sich etwas daneben benimmt und ein privates Gespräch mit sexueller Tendenz zwischen Clara und Alexander mitbekommen hat.

Zum Schluss wird Clara von Alexander auf ein Landgut der Familie eingeladen. Clara dachte, sie wären allein, aber es sind alle Freunde der Familie da. Alexander lässt Clara wieder allein, sie kann sich mehr recht als schlecht gegen die Andern wehren. Eine kurze Verschnaufpause, Alexander zerrt sie am nächsten Tag mit Minirock aufs Pferd und verschwindet mit ihr zu einem Stelldichein in der Natur. Die Reitgerte wird dieses mal noch für etwas anderes eingesetzt, nicht nur fürs Pferd. Völlig derangiert kommen beide zurück, Clara hat keinen Slip und ihre Bluse lässt sich nur noch mit zwei Knöpfen schließen. Es ist ihr egal.

Vor und während des Abendessens kommt ihr Edward, Alexanders Bruder, zur Hilfe. Wie sich später herausstellt, ist er schwul. Auch Alexander kommt Clara zur Hilfe, als sie verbal von Pepper, Alexanders Ex-Freundin angegangen wird. Alexander verweist Pepper als „Schönwetterfreundin“ in ihre Schranken und verbannt sie aus dem königlichen Freundeskreis. Alle sind entsetzt, selbst Clara fühlt sich unwohl anhand so einer harten Entscheidung.

Später haben Alexander und Clara Sex auf dem Balkon, Pepper beobachtet die beiden, Clara sieht sie, es ist ihr aber egal.

Die Situation eskaliert fast, als Alexanders Vater, der König, Clara einen ungeheuerlichen Vorschlag macht, auf den sie nicht eingeht und ihr dann noch anvertraut, dass die Heiratskandidatin für seinen Sohn, für Alexander schon feststeht. Clara ist geschockt, fühlt sich missbraucht und betrogen, bricht zusammen. Wieder hilft ihr Edward und bringt sie zurück nach Hause.

 

Der Schluss von Band 1:

Zwei Wochen vergehen, Clara leidet unter Liebeskummer, als ihr Alexander einen geheimnisvollen Schlüssel, Datum und Uhrzeit und Adresse schickt. Sie geht entgegen aller Vernunft hin.

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Ein Kommentar zu “Lee, Geneva – Royal Passion (Band 1)

  1. Pingback: Feehan, Christine – Geliebte Jägerin (Leopardenmenschen Saga Bd.6) | buecherfuellhorn

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