Kagawa, Julie – Talon Drachenherz ( Band 2)

Talon - Drachenherz von Julie Kagawa

Talon – Drachenherz von Julie Kagawa

Inhalt:

Seit sich das Drachenmädchen Ember und der St.-Georgs-Ritter Garret das erste Mal gesehen haben, ist ihr Leben aus den Fugen geraten. Sie sind dazu bestimmt, einander bis zum Tode zu bekämpfen, doch sie kommen nicht gegen die starken Gefühle füreinander an. Als Garret Ember in der Stunde der Entscheidung rettet, wird er als Verräter eingekerkert. Ember fasst den halsbrecherischen Entschluss, ihn mitten aus dem Hauptquartier der Georgsritter zu befreien. Das kann ihr aber nur mithilfe des abtrünnigen Drachen Cobalt gelingen. Doch wird der sein Leben aufs Spiel setzen, um seinen Erzfeind – und Rivalen um Embers Herz! – zu retten? Und falls der Plan gelingt: Welche Chance hätten die drei ungleichen Gefährten, wenn der Talonorden und die Georgsritter sie jagen?

Meine Meinung:

Der zweite Teil von Talon, die Geschichte mit Ember, Garret, Riley und Dante geht weiter. Ich habe mich darauf gefreut, und mir auch extra Zeit dafür reserviert. Ungeplant war allerdings, dass ich die Geschichte in einem Rutsch durchlesen musste. Es wurde mal wieder spät, halb vier Uhr Nachts, aber da Wochenende war, hatte ich auch kein schlechtes Gewissen.

Der Hauptstrang dieses Buches knüpft direkt an das Ende von Band 1 an. Für Leser, die diesen nicht gelesen haben, dürfte es nicht so sehr ein Problem sein, da hier im zweiten Band eine Art kleiner Rückblick erzählt und überhaupt viel erklärt wird. Dennoch, meiner Meinung nach sollte man wenn möglich immer in der Reihenfolge lesen.

Die Geschichte ist aus den Perspektiven von Ember, Garret, Riley und Dante erzählt. Das ist sehr interessant und der Leser erhält so einen ausführlichen Einblick in deren Innenleben und lässt so manche Entscheidung vielleicht besser verstehen, zumindest konnte ich mich in jeden sehr gut hineinversetzten. Jeder von ihnen hat eine Vergangenheit und ein Päckchen zu tragen, jeder von ihnen befindet sich in einem Dilemma, muss Entscheidungen treffen. Da über jedem Kapitel als Überschrift der Name des Protagonisten steht, braucht man nicht zu rätseln, wer jetzt gerade am erzählen ist. Trotz der vier Personen die abwechselnd zu Wort kommen, ist alles ganz strukturiert und zeitnah erzählt. Man kann der Geschichte ohne weiteres folgen.

Garret macht den Auftakt, er wird vom Sankt-Georg-Orden als Hochverräter verurteilt. Dante ist auf dem Weg, ein gewissenhafter Diener von Talon zu werden, und will seine Schwester zurück zu holen und zur Besinnung bringen. Währenddessen versucht Ember, Riley und Wes zu überreden, ihr bei der Befreiung von Garret zu helfen. Garret, Dante und Ember geben jeweils aus ihrer eigenen Sicht einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse, so dass auch Leser die den ersten Band nicht gelesen haben, gut mitkommen können.

Der überwiegende Teil in diesem zweiten Buch handelt meiner Meinung nach von der Flucht und dem Überleben. Zu mehr kommen die Vier, also Ember, Garret, Riley und sein IT-Experte Wes nicht. Von einem Versteck ins nächste zu flüchten, so hatte Ember sich das „freie“ Leben nicht vorgestellt. Die Vier können kaum zu Atem kommen. Riley macht sich große Sorgen um sein Netzwerk, mehrere sichere Orte, an denen er Nestlinge (junge Drachen) versteckt hatte, werden zerstört und die Nestlinge getötet. Es gibt einen Verräter unter ihnen, da ihnen entweder Talon oder auch der Sankt-Georgs-Orden ständig auf den Versen ist. Aber wer ist es? Ich hatte zwischenzeitlich auf Wes getippt, aber bin mir nun am Schluss nicht sicher.

Das Love-Interest ist natürlich der Zwiespalt von Ember. Sie weiß nicht, zu wem sie sich mehr hingezogen fühlt. Riley ist ihrer Drachenseele näher, klar, er ist ja ebenfalls ein Drache. Garret hat sie als Mensch kennen und lieben gelernt. Am Schluss dieses zweiten Bandes muss sie Garret eine Antwort geben …

Weiterhin ungelöst oder auch nur im Ansatz bekannt, ist das Geheimnis um Dante und Ember. Drachenzwillinge sind so selten und auch dass die Führungsebene von Talon sich derer beiden so annimmt und ganze Intrigen spinnt, zeugt von großer Wichtigkeit, wie auch immer. Hier bin ich besonders gespannt, was zu Tage kommen wird.

Fazit:

Schnell, leicht und spannend, ich habe (ich musste) es in einem Rutsch durchgelesen und hätte am liebsten den dritten Teil gleich hinterher geschoben … Aber da muss ich mich nun noch gedulden. Wie bereits im ersten Teil waren die Protagonisten sehr gut charakterisiert, mit allen ihren Zweifeln, Gedanken und Zwiespälten. Die Geschichte ist aus vier Perspektiven erzählt, übersichtlich steht über jedem Kapitel, wer jetzt am erzählen ist. Dies trägt ganz wunderbar dazu bei, dass man sich in das Innenleben eines Protagonisten sehr gut hineinversetzen kann. Dieser zweite Band handelt hauptsächlich von der Flucht, das Quartett bestehend aus Ember, Garret, Riley und Wes, wird von Talon und von dem Sankt-Georgs-Orden verfolgt. Es gibt Passagen, da möchte man das am liebsten nicht mehr lesen, dieses “adrenalindurchtränkte“ weglaufen, fliehen, verstecken, Herzklopfen, Angst, dunkle Gänge, Lagerhallen, Nachts etc. Es war spannend, aber manchmal auch langatmig. Auch das Love-Interest zwischen Garret und Ember musste lange auf den ersten Kuss warten … seufz, um dann am Schluss des Buches vor eine Herz-Schmerz-Wahl gestellt zu werden. Ich kann es kaum erwarten, dass der dritte Band erscheint.

Für Leser, die den ersten Band nicht gelesen, gibt es gerade am Anfang  dieses Buches von Garret, Ember und Dante einen kurzen Rückblick.

 

Reihenfolge Talon
Band 1 Drachenzeit
Band 2 Drachenherz
Band 3  

 

 

Ausführlicher Inhalt:

***Vorsicht Spoiler***

Der zweite Teil von Talon beginnt mit Garret. Garret steht vor dem Gericht des Sankt Georg Ordens und wird als Hochverräter zum Tode verurteilt. Wie ihr sicherlich noch aus Teil 1 wisst, hat er Ember und Riley zur Flucht verholfen und sich seinen bisherigen „Waffenbrüdern“ in den Weg gestellt. Dieses Verhör und die Verhandlung sind natürlich sehr unangenehm für Garret, so dass ich als Leser mich auch nicht ganz wohl fühlte, was aber einfach an der Handlung lag. Es gibt Situationen, die man auch als Leser schlecht aushalten kann und das war so eine. Garret überlegt hin und her, er ist von Zweifeln geplagt: Hat er das richtige getan? Hat es sich gelohnt, sich wegen Ember gegen alles zu stellen, was bisher sein Leben ausgemacht hat? Lohnt es sich, für Ember zu sterben? Als sein Waffenbruder Tristan aussagt, wird es wirklich hart für Garret. Diese ganze Situation ist wirklich gut geschildert.

Dante, Embers Bruder, ist in Talon und wird dort von der Führungs-Riege erwartet. Wie man weiß, wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, jedenfalls interpretiere ich das ganze so, wird Dante von hinten bis vorne belogen und auf ganz subtile und hinterhältige Art lockt Talon ihn in eine Falle, um ihn gefügig zu machen, sich von seiner Schwester los zusagen, die ja immerhin auch Hochverrat begannen hat, als sie sich mit einem Sankt Georgs-Ordens-Ritter eingelassen hat und zudem noch mit einem abtrünnigen Verräter von Talon (Riley) auf der Flucht ist. Talon schafft es im Laufe des Buches, Dante ganz auf die Seite von Talon zu ziehen, er ist sehr wütend auf seine Schwester und am Schluss gibt es wegen eines beabsichtigten Missverständnisses (gewollt von Talon) einen Bruch zwischen den beiden. Aber – das weiß man am Anfang noch nicht, hat aber auch schon während des Lesens ein ungutes Gefühl, ob das alles so gut geht und ob es Dante nicht mit seinem Diensteifer übertreibt. Man kann sein Dilemma verstehen, er will Ember retten aber auch in Talon Karriere machen. Dante hat ein Gespräch mit Mr. Roth, dem Senior Vice President von Talon. Dies erwähne ich, weil ich denke, dass besagter Mr. Roth noch eine Rolle spielen wird. Jedenfalls erhält Dante von Talon ein Büro und eine sehr hübsche, weißblonde Angestellte, Pearl. Dante empfindet dies als verdiente Belohnung, der Leser indes ahnt, dass Talon damit einen bestimmten Zweck verfolgt. Und meine Meinung war, dass Pearl Dante für Talon im Blick behalten sollte.

Weiterhin gibt es Anspielungen, bzw. Gedanken von verschiedenen Protagonisten, inwiefern das alles zusammenpasst. Warum sind Ember und Dante so wichtig für Talon? Also, ich habe auch noch keine Idee, bzw. hatte mal so einen Verdacht, dass sie vielleicht das Ergebnis eines Verhältnisses zwischen der hochrangingen Talon-Führungsebene waren oder auch, wie ich jetzt am Schluss des Buches dachte, vielleicht gab es schon mal ein Verhältnis zwischen einem Drachen und einem Sankt-Georg-Ordens-Ritter?

Ember ist mit Riley auf der Flucht und hadert mit ihrem Schicksal. Sie denkt darüber nach, dass sie verraten und im Stich gelassen wurde. Zunächst von ihrem Bruder Dante, etwas, dass sie aber noch nicht so ganz glauben will. Und auch von Garret, der sich am Schluss von Teil 1 ja als Sankt-Georgs-Orden-Drachentöter herausgestellt hat. Trotzdem kann sie Garret nicht vergessen, den Jungen, den sie in Kalifornien am Strand kennen gelernt hat. Sie kann nicht anders, sie will ihn retten, da sie ahnt, dass er nun als Verräter in seinem Orden angesehen wird. Sie überredet Riley ihr zu helfen. Sie schmieden zusammen mit dem menschlichen IT-Experten Wes einen haarsträubenden und gefährlichen Plan. Riley und Wes sind beide nicht begeistert.

Riley ist ein Einzelgänger, so werden Talons Verräter genannt und unerbittlich verfolgt. Seit vielen Jahren rettet er Nestlinge, junge Drachen, aus den Fängen von Talon und bringt sie in sicheren Verstecken unter. Wes hilft ihm von Anfang an. Riley wird in diesem Band ganz schön beansprucht. Sein Netzwerk bricht zusammen, viele „Nester“, so nennt er die Verstecke der Nestlinge, werden von dem Sankt-Georgs-Orden vernichtet und die Nestlinge getötet. Es gibt einen Verräter, er weiß nicht wer und der Leser bleibt auch im Unklaren. Ganz ehrlich, ich dachte an Wes, das ist mir die einzig mögliche Person, bis jetzt. In diesem Band erfährt man, wie aus Cobalt, so sein früherer Drachenname, Riley wurde. Wie er Talon abtrünnig wurde. Es gibt viele Rückblicke in seine Vergangenheit. Wie kam er mit Wes zusammen? Warum hat er Talon verlassen? Im letzten Drittel des Buches erfährt der Leser mehr davon, auch von einer mysteriösen Stealth, die Jagd auf ihn machte und ich hatte das Gefühl, dass beide mal mehr verbunden hat. Der Leser erfährt ebenso, dass Cobalt bei einem Auftrag absichtlich zu Tode kommen sollte. Talon wollte ihn loswerden.

Also, gerade am Anfang des Buches kommen alle wieder zu Wort, hintereinander, jeder hat ein Kapitel und jeder gibt einen kleinen Rückblick, auf das, was passiert ist. So erhalten auch Leser, die Band 1 nicht gelesen haben, einen kurzen Überblick.

Garret der auf seine Hinrichtung wartet, wird kurz davor von Ember und Riley gerettet. Der Leser erhält einen sehr schönen Einblick in die Gefühlswelt von Ember, genau wie Garret macht sie sich Sorgen. Ist Garret vielleicht schon wieder zu dem Orden übergelaufen? Ist die Rettung umsonst? Ist er schon tot? Oder laufen sie geradewegs in eine Falle? Kann Garret sie als Drache akzeptieren? Ist das unnormal? Zweifel plagen sie.

Es gelingt ihnen mit Hilfe von Wes, in einen Sankt-Georgs-Orden- Stützpunkt einzudringen und Garret zu befreien. Ab dann sind sie praktisch nur noch auf der Flucht und werden ständig angegriffen. Das zehrte sogar mir als Leser an den Nerven. Ember wird bei der Flucht verletzt, und sie müssen sie zuerst in einem sicheren Versteck versorgen, bevor sie weiter können. Dieses Versteck wird von dem Sankt-Georgs-Orden angegriffen, sie können knapp entkommen und fliehen nach Las Vegas. Es gibt Streitereien, weil alle außer Ember gegen Garret sind. Riley und Wes können ihn nicht leiden, obwohl er auch von Vorteil für sie ist.

Das Quartett stürzt sich von einem Kampf in den nächsten, verfolgt von allen, muss ständig auf der Hut sein, sich verteidigen. Riley versucht sich in Vegas Informationen zu beschaffen. Ich als Leser fragte mich schon, meine Güte, wie mag das weitergehen, wo gehen sie hin? Werden sie entkommen? Wie lange halten sie das noch durch?

Dante hat Garret‘s Befreiung aus dem Orden via Satellit aus der Zentrale von Talon beobachtet. Er ist entsetzt und versteht Ember nicht, dass sie sich mit zwei Feinden von Talon einlässt: Riley/Cobalt der Verräter und Garret, dem Feind.

Garret kommt sehr ins Grübeln, als er während der Flucht und den Angriffen in Las Vegas gegen seine Ordensbrüder, seine Kameraden, Freundschaften und Erinnerungen ankämpfen muss. Er versucht wo es geht, keinen zu töten, nur kurzzeitig auszuschalten. Zudem wartet er auf den Moment, wo er während eines Kampfes auf seinen Freund Tristan treffen wird. Was wird er dann tun? Er kann seinen alten Freund und Waffenbruder nicht töten. Aber Tristan, der Scharfschütze, wird solche Gedanken nicht haben, er wird einfach seinen Auftrag ausführen.

Am Schluss spitzt sich alles zu, es muss schnell gehen. Riley erhält einen Hinweis, dass sich zwei Nestlinge außerhalb von Las Vegas in einer Hotel-Ruine aufhalten. Sie müssen dort geholt und an einen sicheren Platz gebracht werden. Kaum dort angekommen finden sie nach einem Kampf mit vielen Obdachlosen die beiden Drachenmädchen Faith und Ava. Es geht Schlag auf Schlag, die Sankt-Georgs-Orden-Ritter zingeln sie ein und durchsuchen die Ruine und nur knapp gelingt ihnen die Flucht. Dafür müssen sie sich trennen. Riley geht mit Ava, Garret mit Ember und der ängstlichen Faith.

Es stellt sich heraus, dass Faith und Ava von Talon als Spione geschickt wurden. Die Falle war Dantes Idee. Ava ist in Wirklichkeit Pearl, sie überwältigt Riley und spritzt ihm ein Wahrheitsserum, um herauszufinden, wo alle sicheren Verstecke der Nestlinge sind.

Ember muss mit Faith kämpfen, sie hat Ember und Garret in eine Falle gelockt. Faith ist die beste Schülerin der Viper Lilith, die auch Ember ausgebildet hat.

Es wird richtig richtig eng, und alle können nur sowas von knapp entkommen.

Der schönste Spannungsbogen dieser Geschichte ist natürlich die Liebe. Ember steht zwischen Garret und Riley und kann sich nicht entscheiden. Da sie ja ein Drache ist, der nur menschliche Gestalt angenommen hat, fühlt sie sich in erster Linie auch als Drache und auf diese Art ist sie Riley näher. Die Drachen in den beiden „erkennen“ sich. Riley wird um Ember kämpfen. Garret hat sie als Mensch kennengelernt, und fühlt sich von ihm auch in dieser Art von ihm angezogen. Zu beiden Jungs fühlt sie sich hingezogen, so richtig, mit erröten, Bauch kribbeln, prickeln, Herzsprünge. Beides so glaubwürdig, dass ich als Leser auch keine Entscheidung treffen könnte. Embers Dilemma ist also sehr gut beschrieben, auch wenn ich mir am ehesten wünschen würde, sie würde Garret eine Chance geben, nachdem dieser sie jetzt diesem Band auch als Drache kennen und lieben gelernt hat. Garret akzeptiert Ember und gesteht ihr seine Liebe. Ember kann sich aber nicht entscheiden und Garret geht.

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