Showalter, Gena – Atlantis „Drachenkrieger“

Showalter, Gena Atlantis – Drachenkrieger 978-3-95649-265-5 mtb

Showalter, Gena
Atlantis – Drachenkrieger
978-3-95649-265-5
mtb

Inhalt:

Wenn ein Mensch den Drachenherrscher Darius en Kragin erblickt, sind seine Sekunden gezählt. Denn Darius richtet jeden, der das Portal zum versunkenen Atlantis durchschreiten will.Deshalb müsste er auch die rothaarige Menschenfrau töten, die unvermittelt durch eine geheime Pforte in sein Reich tritt. Da entdeckt er das verloren geglaubte Drachenmedaillon an ihrem zarten Hals. Und weil sie das begehrenswerteste Geschöpf ist, das er seit Jahrhunderten erblickt hat, kann Darius nicht anders, als ihr das Leben

zu lassen. Ein schrecklicher Fehler? Grace zieht ihn nicht nur mit ihren körperlichen Reizen in den Bann. Sie kann nicht nur ihm zum Verhängnis werden, sondern ganz Atlantis … (Quelle mtb Verlag)

Meine Meinung:

Über die Internetseite des Verlages wurde ich auf dieses Buch aufmerksam und die Inhaltsangabe sprach mich gleich an. Drachen sind zur Zeit „in“ und ich habe schon einige schöne Geschichten anderer Autorinnen über Drachen aus diesem Genre dazu gelesen.

Diese Geschichte handelt von dem Krieger-König Darius, der zusammen mit anderen Drachen Atlantis bewacht und jeden menschlichen Eindringling auf der Stelle tötet. Bis eines Tages Grace auftaucht, ein Mensch. Sie lässt nach mehr als 300 Jahren plötzlich alle seine seit Jahrhunderten unterdrückten Sinne wieder erwachen. Grace ist auf der Suche nach ihrem Bruder, der im Dschungel Brasiliens verschollen ist, als sie zufällig durch ein Portal nach Atlantis gelangt. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel in Liebesdingen zwischen Darius und Grace.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog der schildert, wie Darius zu seiner Rolle als Wächter des Portals kam und geht dann im ersten Kapitel 300 Jahre später weiter, in unserer Zeit. Auf den ersten Seiten wird Grace vorgestellt, und mir sind einige Widersprüche aufgefallen die sich durch das ganze Buch ziehen und es fiel mir schwer, ein fassbares Bild von Grace zu bekommen. Sie selber findet sich dick, hat aber jahrelang als Stewardess gearbeitet. Darius empfindet sie üppig und elfenhaft zugleich. Ein Arbeitskollege von Alex findet sie „fett“. Ich könnte jetzt schließen „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, aber diese und andere Beschreibungen die Grace vorstellen, sind mir zu unausgewogen. Sie selbst erscheint mir eigentlich als eher oberflächlicher Charakter der „mal eben so durch das Leben flattert“ und das ist besonders schade. Mit Darius erging es mir ähnlich. Das Motto „harte Schale, weicher Kern“ kennen sicherlich viele Leserinnen dieses Genres, es erschien mir hier aber nicht in allen Facetten nachvollziehbar.

Im ersten Drittel war ich leicht irritiert, weil in dieser Geschichte alle gängigen Fantasiegestalten auftauchten: Atlantis, Drachen, Vampire, Götter, Zeus, die Erinnyen, Gehörnte, Sirenen, … Meine Güte dachte ich, wie soll das alles kombiniert werden? Mir war das irgendwie zu viel „Unordnung“. Das Setting mit Atlantis und den magischen Kräften der Krieger hätte für mich voll genügt.

Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Grace und Darius geschrieben, aber auch Grace’s Bruder Alex schildert seine Erlebnisse.

Nicht vorenthalten möchten ich interessierten Leserinnen weitere Drachen-Romantik Geschichten anderer Autoren:

-G.A. Aiken die „Dragons“-Serie

-Katie MacAlister’s „Dragons Lover“ oder“ Silver-Dragons“

-Julie Kagawa „Talon“

-Sophie Jordan – Firelight

Wer noch andere weiß, darf gerne einen Kommentar auf meinem Blog hinterlassen.

 

Fazit:

Genauso widersprüchlich wie die Hauptprotagonisten Grace und Darius dargestellt sind, erging es mir der Handlung und dem Erzählstil. Wie bereits oben erwähnt, bevölkerten für meinen Geschmack zu viele überflüssige Fantasiegestalten den Handlungsort Atlantis. Allerdings, diese bleiben fast komplett im Hintergrund und man hätte eben darum auf die Erwähnung verzichten können. Die Geschichte lässt sich schnell und einfach lesen, dennoch gibt es einige Ungereimtheiten, die ich nicht einfach so überlesen konnte. Der Erzählton und die Dialoge zwischen Grace und Darius sind mir oft zu ungeschickt gewählt und störten meinen Lesefluss.

Dann gibt es aber auch wieder Kapitel, die ich in einem weg-las und dachte, okay, das war jetzt echt spannend und gut, z.B. nachdem Grace geflohen ist und Alex‘s Arbeitskollegen über den Weg läuft. So hätte ich mir auch die anderen Kapitel vorgestellt.

Alles in allem konnte mich diese Geschichte vom Setting und von der Grundidee überzeugen, auch die Idee von den Figuren fand ich wirklich gut, aber mit der sprachlichen Umstetzung und mit dem Erzählton kam ich leider nicht so ganz klar.

 

Weitere Bemerkungen und ausführlicher Inhalt:

*** Vorsicht Spoiler ***

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog. Darius als kleiner Junge von 8 Jahren muss einen schwerwiegenden Schwur leisten. Leise mitschwingende Untertöne seitens des Priesters Javar ließen mich vermuten, dass dies eine Falle war, aber dies hat sich später nicht bestätigt. Darius wird zu etwas gezwungen, was er nicht will, aber für die Ehre seiner Familie tun muss. Er wird Wächter des Nebels, ein König unter Kriegern.

300 Jahre später ist aus Darius ein eiskalter 1,95m muskelbepackter Krieger geworden, der keine Freude kennt, keine Gefühlsregungen mehr hat. Darius lebt in Atlantis, einer verborgenen Welt. Sein Schwur hat ihm vieles abverlangt, er hat seine Sinne verloren, kann z.B. nur noch schwarz-weiß sehen, hat keinen Geruchssinn mehr …

Kurz vorgestellt werden auch seine Untergebenen, alles Krieger von ähnlichem Ausmaß, aber dennoch sehr mit unterschiedlichen Charakteren. Alle sind Drachenwandler. Mir kam der Gedanke, dass hier vielleicht die Potentiale für zukünftige Bücher zu diesem Thema angelegt worden waren.

Die Welt von Atlantis wurde beschrieben und es begann für mich eine Art „Wirrwarr“ zu dem Leben unter einer Art Kuppel: Es gab Vampire, Götter, Drachen und viele andere Mischwesen. Zeus wird genannt, die Erinnyen, Gehörnte, Sirenen, Zyklope, Greifen usw. Für mich passt das irgendwie nicht, aber vielleicht musste ich mich einfach an den „melting pot“ gewöhnen. Dazu sollte ich sagen, dass diese Figuren auch nur ganz kurz am Rande erwähnt wurden, und man sie eigentlich gut überlesen könnte, was mir seltsamerweise nicht gelang. Ich gebe zu, ich mag gerne klare Strukturen und die Drachen und Menschen hätten mir völlig genügt.

Dann kommt Hauptprotagonistin Grace ins Spiel, wie sie irrend durch den brasilianischen Dschungel läuft. Auf der Suche nach ihrem Bruder Alex wurde sie von einem einheimischen Führer im Wald zurück gelassen. Der Leser lernt sie nun kennen, als sie in ganz kurzen Rückblicken von sich erzählt:

Sie hat rote Locken, ein Bauchnabelpiercing, sie liebt ihre Mutter und ihre Tante, verflucht ihre kurvige Figur, sie will gefährliche Abenteuer bestehen, bereut ihre nicht-sexuellen Erfahrungen, sie ist noch Jungfrau und wünscht sich ein heißes sexuelles Abenteuer, usw. So kommen auch die extremen Gedankensprünge zustande, mal ist sie ein Vamp und mal ziert sie sich wie eine Jungfrau. Mir kam sie zudem als sehr flacher und einfacher Charakter vor.

Ihr Bruder Alex wurde kurz vorgestellt, er arbeitet als Angestellter bei einer archäologischen Firma, die im Verborgenen nach einem geheimen Portal nach Atlantis sucht. Während dieser Forschungsreisen verschwindet er auf mysteriöse Weise, es gelingt ihm aber noch, seiner Schwester Grace ein Drachenamulett zu schicken. Später wird er eine eigene kleine Liebesgeschichte erleben, die vielleicht in einem weiteren Band ausgebaut wird.

Grace gerät während ihrer Verirrung im Dschungel durch Zufall in eine alte Höhle und entdeckt dort zunächst unwissend das Portal nach Atlantis. Auf der anderen Seite nimmt Darius sie in Empfang, er ist der Wächter, er muss jedes menschliche Wesen, das nach Atlantis kommt, töten. Das hat er auch bei Grace vor, kommt aber ins wanken, weil er auf einmal deren rote Haare erkennen kann. Diese 300-Jahre alte, verschüttet geglaubte Empfindung verblüfft und erschüttert ihn so sehr, dass er innehält und selbst für ihn unfassbar, dass er Grace am Leben lässt und sie in seinen Palast schleppt. Undefinierbare Gefühle überfallen ihn, eine Leidenschaft die ihn erschrecken lässt und er so erst mal auf Abstand geht. Grace ergeht es nicht anders, sie ist gleichzeitig geschockt und fasziniert. Ihre Zeit im Palast ist nur sehr kurz, denn sie kann unverhofft fliehen und läuft im Dschungel dem Forscherteam von Alex Arbeitgeber in die Arme. Diese beruhigen sie und drängen sie dazu, zurück nach New York zu fliegen. Nichts ahnend, dass diese Männer nicht das sind, was sie vorgeben. Bereits nach kurzer Zeit zu Hause bemerkt sie Ungereimtheiten in Alex Leben, der immer noch nicht aufgetaucht ist, und beginnt mit Nachforschungen. Kaum dass sie Darius vermisst, steht er vor ihr. Er ist ihr in die Menschenwelt gefolgt und belegt sie zunächst mit einem Bindezauber, so dass sie ihm nicht mehr entkommen kann. Die beiden machen sich nun in New York zusammen auf die Suche nach neuen Hinweisen. Dazwischen funkt ihnen immer wieder ihre Anziehungskraft, die schließlich überwiegt.

Es hätte sooo schöön sein können, aber … das ging gar nicht:

Darius ist innerhalb gefühlter zwei Stunden extrem eifersüchtig, obwohl er Grace noch gar nicht kennt. Weiterhin will er Grace töten und im nächsten Satz lieben. Sehr widersprüchlich und für mich auch nicht mit Leidenschaft erklärbar und sehr unausgewogen. Am meisten störte mich einfach die Sprache/der Erzählton zwischen den beiden.

Die sexuelle Vereinigung war dann alles in einem: Darius beschließt plötzlich, sie zu heiraten; die Seelenvereinigung ist ein erotischer Akt; die sexuelle Vereinigung bescherte natürlich einen ekstasischen Orgasmus und dazu war Grace noch Jungfrau. Also, da war zu viel hineingepackt für das erste Mal.

Darius hält Grace gleichzeitig für feenhaft und üppig. Innerhalb zweier Sätze. Will sie töten und lieben, und ich hätte es liebend gerne als Leidenschaft wahr genommen, aber dem war leider nicht so. Ich war irritiert, und das lag größten Teils an dem manchmal derben Erzählton. So hat gerade Darius oft eine barsche, knappe und fordernde unschöne Sprache.

Soweit so gut. Die Geschichte hörte sich eigentlich sehr schön an: ein Bad-Boy-Drache trifft auf eine unschuldige menschliche Frau, die ihn wieder lernt, seine Sinne und seine Emotionen zu finden. Da war so viel Potential und trotzdem konnte mich diese Konstellation nicht überzeugen. Die Geschichte selber – super! Aber die Hauptprotagonisten konnten mich nicht leider bezaubern.

 

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