Kagawa, Julie – Talon Drachenzeit – Band 1 /Trilogie-

Talon - Drachenzeit von Julie Kagawa

Kagawa, Julie Talon Band 1 Drachenzeit 978-3-453-26970-5 Heyne fliegt

Inhalt:

Strand, Meer, Partys – einen herrlichen Sommer lang darf Ember Hill das Leben eines ganz gewöhnlichen kalifornischen Mädchens leben! Danach muss sie in die strenge Welt des Talon-Ordens zurückkehren – und kämpfen. Denn Ember verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: Sie ist ein Drache in Menschengestalt, auserwählt, um gegen die Todfeinde der Drachen, die Krieger des Geheimordens St. Georg, zu kämpfen. Garret ist einer jener

Krieger, und er hat Ember sofort als Gefahr erkannt. Doch je näher er ihr kommt, umso mehr entflammt er für das ebenso schöne wie mutige Mädchen. Und plötzlich stellt er alles, was er je über Drachen gelernt hat, infrage … (Quelle Heyne fliegt)

Meine Meinung:

Von dieser Autorin habe ich die Fantasy-Saga „Plötzlich Fee“ gelesen. Obwohl ich sicherlich nicht die anvisierte Altersgruppe bin, fand ich dennoch großen Gefallen daran. Also schaute ich vor kurzem nach, was es neues gibt und wurde auf die „Talon“ Trilogie aufmerksam. Natürlich fällt zuerst das wunderbare Cover auf. Der Klappentext machte mich sehr neugierig, weil mich dieses Setting in der Drachenwelt sehr interessiert. Ich habe das Buch in einer Nacht in einem Rutsch durchgelesen!

Ember und Dante sind Drachenzwillinge, die ihre Gestalt zwischen Mensch und Drache wandeln können. Sie werden von der „Organisation Talon“ nach Crescent Beach in Kalifornien geschickt, um Menschen zu studieren. Ihr Auftrag: beobachten, assimilieren, einfügen. An den selben Ort werden die Undercover-Soldaten des St. Georg-Ordens, Garret und Tristan geschickt. Sie sind Drachenjäger und die Todfeinde von Talon. Zunächst erkennt keiner die anderen. Es kommt wie es kommen muss, Ember und Garret verlieben sich ineinander, ein totales Gefühls-Wirrwarr beginnt und endet mit einem Cliffhanger, einem Verrat, einem Kampf zwischen Gut und Böse, einem Kampf zwischen Geschwistern, einem Kampf zwischen Mensch und Drache.

Der Hauptteil der Geschichte spielt in Crescent Beach. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, mir das „kalifornische Feeling“ zu vermitteln. Das Leben am Meer, die Leichtigkeit des Lebens der jugendlichen Teenager, die Strände, surfen, Volleyball spielen, lockere Leichtigkeit, Spaß haben, Partys. Ember und Dante schließen schnell menschliche Freundschaften, hängen am Strand ab, gehen surfen, Leben das Leben eines normalen kalifornischen Jugendlichen. Sie passen sich an, -assimilieren- wie es der „Auftrag“ verlangt. Ember platzt geradezu vor unterdrückter Energie. Nach Jahren harten Trainings in Talon will sie leben, ihre letzten Monate in Freiheit genießen, die dieser Auftrag mit sich gebracht hat. Ich konnte förmlich spüren, wie sie vor Energie innerlich „pulsierte“. Sie ist ein Freigeist, ein nettes Mädchen, in Drachensprache noch ein „Nestling“, da sie und Dante erst 16 Jahre alt sind. Dante ist eher der „Brave“ von den beiden, Ember die „Wilde“.

Ich konnte mir unter Talon zunächst nicht allzu viel vorstellen, aber durch viele Rückblicke und Diskussionen zwischen Ember und Dante konnte ich mir ein Bild von Talon aufbauen. Talon, eine streng kontrollierte und überwachte Gemeinschaft der Drachen, die Ember nach und nach in Frage stellen wird. Dies ist sehr nachvollziehbar gelungen, diese innere Zerrissenheit, der Glaube an das, was bisher ihr zu Hause war und sich nun als etwas ganz anderes zu entpuppten scheint. Der Zwiespalt Embers als sie sich in Garret verliebt, unwissend, dass er ein Drachenjäger ist. Hier konnte ich mich in beide Protagonisten sehr gut hineinversetzen, da diese Geschichte aus zwei Perspektiven geschrieben wurde: Aus der Sicht von Ember, und aus der Sicht von Garett.

Dennoch dauerte es lange bis zum ersten Kuss, und es ist wohl auch eher selten, dass dieser Kuss von der Protagonistin herbeigeführt wird. Das hört sich jetzt geschrieben nicht so toll an, ist aber sehr emotional für beide Seiten, da jeder mit seinem Problemen zu kämpfen hat.

Der „Clou“ dieses ersten Bandes ist natürlich, dass Ember nicht weiß, dass Garret ein Drachenjäger ist und dass Garret ebenfalls lange die Augen vor der Tatsache verschließt, dass Ember ein Drache ist und er sie töten muss. Dieser Zwiespalt kämpft bis zum Schluss mit den beiden, und beide versuchen immer wieder, die Gefühle auf eine rationale Ebene zu bringen, so dass beide ihre Herkunft nicht verleugnen müssen und wollen. Ihre Liebe hat eigentlich keine Chance, sie sind beide ihren „Gemeinschaften“ verpflichtet. Und die Pflicht ruft …

Fazit:

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, das alleine spricht schon für sich. Es war spannend, aber mit Längen, die meiner Meinung nach daraus resultieren, dass dieses Drachenwelt-Setting in der Menschenwelt glaubwürdig für den Leser aufgebaut werden musste. Das ist gelungen. Der Love-Interest dieses ersten Teils zwischen Ember und Garret war mir persönlich nicht prickelnd genug, blieb mir seltsamerweise etwas fern, auch wenn es emotional wunderbar geschildert wird. Als ein weiterer Kandidat in Liebesdingen auftaucht und Ember kräftig durcheinander wirbelt, war mir dieser nicht authentisch genug. Ich denke jedoch, dass dies an der Zielgruppe liegt, zu der ich mich nicht in erster Linie zähle. Jugendliche werden sich in der kalifornischen Drachenwelt und in Liebesdingen auf alle Fälle wiederfinden. Auch ich wurde schließlich unweigerlich in diese Geschichte hineingezogen, sie lässt sich gut lesen und man taucht sehr schnell in die Drachenwelt ein.

Alles in allem ein gelungener Auftakt, und ich werde (ich muss!) auf alle Fälle auch den zweiten Teil lesen.

 

Ausführlicher Inhalt und weitere Bemerkungen …

* * *     Vorsicht Spoiler * * *

Ember und Dante sind Drachen-Zwillinge, das ist sehr ungewöhnlich für Drachen, die normalerweise aus einem Ei schlüpfen. Sie sind „Brutgeschwister“, schlüpften gleichzeitig aus zwei Eiern. Sie stehen sich sehr nahe. Ich dachte mir, dass vielleicht in diesem Anfang ein Geheimnis liegen könnte. Wer sind die Eltern der beiden? Wieso Zwillinge? Ich darf also gespannt sein …

Damit die Drachenwelt , genannt Talon, entscheiden kann, wie und in welcher Position Ember und Dante in der Drachen-Gemeinschaft eingesetzt werden, müssen sie zunächst einen Auftrag erfüllen, der sie nach Crescent Beach, Kalifornien führt. Die Talon-Gemeinschaft, oder Organisation, verschafft ihnen menschliche Lebensläufe, so dass sie sich in der Menschenwelt anpassen können. Offiziell leben sie bei ihrer Tante Sarah und Onkel Liam. Hier gilt es strenge Regeln einzuhalten. Ich als Leser konnte gut nachvollziehen, wie schwer Ember dies gefallen ist. Sehr sehr schwer. Sie will einfach die Zeit genießen, bevor die Entscheidung fällt und sie zurück nach Talon müssen.

Schnell haben sich Ember und Dante dem Leben angepasst und haben „menschliche“ Freundschaften geschlossen. Der „California way of life“ ist realistisch dargestellt. Noch nicht so ganz klar ist mir die Rolle von ihren menschlichen Aufpassern, Tante Sarah und Onkel Liam. Beide geben sich gefühlskalt und haben strenge Regeln aufgestellt. Wie Ember später herausfindet, geben sie regelmäßig Berichte über sie und Dante an Talon weiter. Ebenso mysteriös ist das Haus, es gibt einen unterirdischen Tunnel und eine geheime Kommandozentrale.

Die ersten Ungereimtheiten ergeben sich, als Dante und Ember getrennt unterrichtet werden. Dazu nutzen sie das unterirdische Tunnelsystem und während Ember in Kämpfen ausgebildet wird, muss Dante diplomatische Beziehungen erlernen. Ember kann das nicht verstehen, es ist das erste Mal, dass sie beide getrennt werden und hier fangen auch die Geheimniskrämereien an, denn Dante erzählt ebenfalls das erste mal Ember nichts von seiner Ausbildung. Dies belastet Ember sehr und immer mehr kommt es zu einem Zwiespalt zwischen den beiden Geschwistern. Ich als Leser ahnte nicht gutes.

Es geht Schlag auf Schlag weiter, als Garret und Tristan auftauchen, die undercover für den St. Georgs Orden ermitteln. Garret ist 17 Jahre alt und einer der besten Soldaten, die der St. Georgs Orden je hatte. Er kennt aus seinem Leben nur Training und Drachen töten. Vergnügen gönnt er sich keine. Garret und Tristan haben den Auftrag, einen Schläfer (Drachen) zu finden. Beide werden für diesen Auftrag ausgewählt, weil sie zu den jüngsten Soldaten gehören und sich so unauffällig in die Teenager-Cliquen in Crescent Beach einfinden können. Schnell werden sie auf die Clique von Ember und Dante aufmerksam. Garret wird die Clique infiltrieren und sich dabei in Ember verlieben. Dies ist ein langer Prozess, da Garret dies lange Zeit nicht wahr haben will, weil er noch nie solche Gefühle gehegt hat. Außerdem wächst seine innere Zerrissenheit täglich, es kommen ihm erste Zweifel am St. Georgs-Orden, weil diese ihm seit seiner Kindheit über die „schrecklichen Drachen“ gelehrt haben und er ziemlich am Schluss erkennt, dass nicht alle Drachen böse sind. Sein Freund Tristan ist lockerer, aber auch oberflächlich dargestellt.

Alles läuft gut, bis ein Einzelgänger auftaucht. So werden Drachen genannt, die sich von Talon losgesagt haben. Es sind Verräter, die von den Drachen gejagt werden. Ein Einzelgänger versucht sich Ember zu nähern, und Dante kann es am Anfang verhindern, aber schließlich trifft sich Amber heimlich mit ihm und erfährt von Riley (sein Menschenname) / Cobalt (sein Drachenname) erschreckende Dinge über Talon, die sie zunächst nicht glaubt. Riley rettet Nestlinge vor Talon, versteckt diese und ist somit ständig auf der Flucht.

Riley/Cobalt verliebt sich schnell und heftig in Ember. Dies war für mich nicht nachvollziehbar, da es wie „übergestülpt“ und „auf Knopfdruck Leidenschaft“ war.

Alles spitzt sich am Schluss fulminant zu, es gibt sogar zwei Verräter, die unsere beiden liebenden Garret und Ember verraten. Aber auch Garret und Ember werden sich gegenseitig verraten, als sie sich zunächst auf ihre Gemeinschaften besinnen, sich als Feinde sehen.

Für mich als Leser gibt es viele Fragen, die ich mir natürlich in den Folgebänden beantwortet wissen haben will:

-Als was genau wird Dante ausgebildet? Als Diplomat? Am Schluss diesen ersten Bandes bekommt er einen neuen Auftrag, und ich bin schon sehr gespannt, wie seine Rolle zukünftig sein wird.

-Was hat es überhaupt mit den Geschwistern auf sich? Gibt es ein Geheimnis über ihre Geburt?

-Passiert noch etwas mit Tristan? Wird er vielleicht noch eine kleine Rolle spielen oder ist er aus dem „Spiel“ raus?

-Wer ist der Verräter in Rileys Reihen?

-Haben Tante Sarah und Onkel Liam noch eine größere Rolle?

-Wie kann die Geschichte um Talon und den St. Georg-Orden enden?

-Können Drachen und St. Georgs Ritter sich lieben?

Fazit:

Das Drachensetting ist wirklich faszinierend. Man kann keinen Vergleich mit G.A. Aiken’s „Dragons“-Serie ziehen (diese fällt mir nämlich gerade spontan ein), da die Zielgruppe vom Alter eine völlig andere ist. Beide jedoch haben die Kombination mit den Drachenwandlern. In Talon hat mir vor allem der sehr gelungene Charakter von Amber gut gefallen. Jugendliche werden sicherlich auch von der aufkeimenden Liebe zwischen ihr und Garret begeistert sein, mir hingegen war sie nicht prickelnd genug. Der dritte im Bunde der „Menage a trois“, Riley, war in Liebesdingen als Charakter unvollständig. Diese plötzliche allumfassende aufflackernde Liebe auf Knopfdruck war für mich nicht fassbar.

Dennoch freue ich mich auf den zweiten Band und bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht.

 

 

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