Gray, Claudia – Spellcaster – Düstere Träume

Gray, Claudia - Spellcaster Düstere Träume 978 3 95967 009 8 Harper Collins Germany

Gray, Claudia – Spellcaster
Düstere Träume
978 3 95967 009 8
Harper Collins Germany

Inhalt:

Ein Junge, der von dunklen Visionen gequält wird. Ein Mädchen mit der magischen Gabe, ihn zu retten. Das Böse, das sie beide vernichten will. Mateos Visionen bringen ihn fast an den Rand des Wahnsinns. Es ist ein dunkler Familienfluch, der seine Mutter in den Tod getrieben hat und nun auch ihm zum Verhängnis werden könnte. Immer wieder sieht er in seinen Träumen ein schönes, sterbendes Mädchen ? und jetzt ist dieses Mädchen wirklich

da! Mit ihrem Vater und ihrem Bruder ist Nadia nach Captive’s Sound gezogen. Mateo ahnt, was kommen wird: Auf magische Weise sind er und Nadia füreinander bestimmt. Doch ihr Ende ist ungewiss ? (Quelle Harper Collins YA)

Meine Meinung:

Dieses Buch zog mich als erstes durch das wunderschöne Cover in seinen Bann. Die Inhaltsangabe tat dann das Ihrige um mich neugierig zu machen.

Die Geschichte ist kurz erzählt: Nadia, eine moderne, aber noch nicht fertig ausgebildete Hexe zieht mit ihrem Vater und Bruder nach Rhode Island in einen kleinen Ort. Von Anfang hat sie das Gefühl von „unterschwelliger“ und böser Magie. Anscheinend bemerkt aber nur sie selber etwas. Sie geht das letzte Jahr auf die Highschool und lernt Mateo, Elizabeth und Valeria kennen. Nachdem sich die Magie immer mehr bemerkbar macht und als aus Versehen Mateo Nadia‘s Assistent wird, überschlagen sich die Ereignisse.

Zunächst einmal, die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, ich habe die Geschichte gerne gelesen. Es gab verschiedene Spannungsbögen, die mich zum weiterlesen voran getrieben haben. Dazu trug auch der flüssige und schlüssige Erzählstil bei. Allerdings haben sich manche Szenen und Unterhaltungen für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen, andererseits wurde manches so sehr gut erklärt und konnte damit auch glaubwürdig sein. Der Plot (Kleinstadt, Hexen, Magie, Fluch, Highschool) hat mich ebenfalls überzeugt. Überhaupt, die Kombination von einer kleinen „Prise“ Thriller und je einem „Teelöffel“ Magie, Grusel Liebe und Freundschaft haben mich an die kleine Romanheftchen-Reihe „Denise Mystery“ erinnert, die ich in meiner Jugend gerne gelesen habe.

Nadia und Mateo, die Hauptpersonen blieben trotz guter Charakterisierung leider eher flach. Ich mochte beide, keine Frage, aber mir fehlte die Herzlichkeit mit denen sich beide Figuren in mein Herz hätten schleichen können. Deswegen nahm ich ihnen das Verliebtsein auch nicht so ganz ab, bzw. hätte es mir mit mehr „Funkensprühen“ zwischen den beiden gewünscht. Allein Verlaine konnte mich halbwegs überzeugen.

Fazit:

Die Geschichte erinnert mich an meine Jugendzeit, als ich eine Reihe von Romanheften las, die „Denise Mystery“ genannt wurden. Diese Geschichten waren kurz und knackig, wohin gegen Spellcaster eher in die Länge gezogen war und ich mir manchmal mehr „pep“ gewünscht hätte. Die Charakterisierung der Figuren ist eigentlich gut gelungen, trotzdem sind sie mir nicht ans Herz gewachsen.

Ich gehe mal davon aus, dass dies er erste Band einer Trilogie (?) ist, denn es gibt ein offenes Ende und ich blieb mit einigen offenen Fragen zurück. Natürlich würde ich schon gerne wissen wie es weiter geht, bin mir aber noch nicht sicher, ob ich den zweiten Band lesen soll oder nicht. Manchmal muss man auch das „Gesamtwerk“ gelesen haben, um sich ein endgültiges Urteil zu erlauben. Dieses bekäme dann z.B. die Note sehr gut, wohin gegen ich einzelne Bände vielleicht nur mit befriedigend bewerten würde. Von daher müsste ich nun eigentlich warten, bis alle Bänder der Spellcaster-Trilogie veröffentlicht werden.

Ich könnte mir vorstellen, dass jugendliche Mädchen von diesem Buch begeistert sind, weil ganz viel aus ihrer Welt verbunden mit ein bisschen Hexerei und Magie erzählt wird.

 

Hier eine sehr ausführliche Rezension

* * * VORSICHT SPOILER * * *

 

Die Geschichte beginnt eigentlich mit vielen Fragen für den Leser, was im Prinzip schon neugierig auf das Kommende macht. Nadia, ihr Vater und ihr kleiner Bruder Cole sind im Auto unterwegs zu ihrem neuen zu Hause. Nadia’s Mutter ist (wahrscheinlich) mit einem anderen Mann verschwunden und will ihr Familie nicht mehr sehen. Alle waren mehr oder minder geschockt, Nadia’s Vater na klar, der Bruder und vor allen Nadia, weil die Frauen in der Familie ein großes Geheimnis haben: sie sind Hexen. Und die Mutter bildet jeweils die Tochter aus und Nadia hat jetzt das Problem, dass sie nicht mehr weiterkommen kann, da ihre Mutter verschwunden ist und sie nur durch sie eine Hexe werden kann. Nadia kann es nicht verstehen. Jedenfalls verlassen die drei Chicago, und ziehen in das kleine beschauliche Captives Sound in Rhode Island an der Ostküste, wo ja bekanntlich viele berühmte Hexenorte wie z.B. Salem (Massachusetts), liegen. Es ist eine absolut wichtige Hexenregel, dass das Hexengeheimnis keinem Mann verraten werden darf. Aus diesem Grund ist ihr Vater auch völlig nichtsahnend, während Nadia mit der vollen Wucht einer magischen Barriere rund um Captives Sound konfrontiert wird. Sie fahren mit dem Auto gegen diese Barriere und nur Nadia weiß, dass es nicht „normal“ war. Der Vater denkt, er war zu schnell bei Regen unterwegs und hätte Aquaplaning gehabt.

Alle drei kommen heil aus dem verunfallten Wagen heraus, wobei Nadia von einem mysteriösen gutaussehenden Jungen gerettet wird, der so etwas wie „ich habe es gewusst“ gemurmelt hatte und dann verschwunden war.

Mateo, so heißt der Junge, ist ebenfalls aus Captive Sound und kann durch seine Träume in die Zukunft sehen. Er ist gerade dabei, dass herauszufinden und bei Nadia haben sich seine Träume bestätigt. Er träumt sogar noch schlimmeres, von Nadia‘s Tod, und denkt, dass er daran Schuld ist. Er nimmt sich vor, sich vor ihr fern zu halten. Überhaupt, seine Familie ist verflucht und hat anderen bis heute nur Unglück gebracht. Er befragt seine merkwürdig bösartige reiche Großmutter in ihrem verwahrlostem Haus, das sind immer sehr unangenehme Besuche, aber er will von ihr wissen, wie der Fluch bei seiner Mutter begonnen hat. Für den Leser ist das ein sehr merkwürdiger Besuch, da seine Großmutter so gar nichts liebevolles an sich hat und auch das Haus eher gruselig ist. Das ist schon alles merkwürdig und wirft Fragen auf.

Bei Nadia beginnt das neue Leben in einem schnuckeligen viktorianischen Hexenhaus, mit alten Dielenböden und einem verwunschenem Dachgeschoss, wo sich Nadia gleich einquartiert. Sie streicht die Decke blau, ein kleiner Schutzzauber.

Nadia geht das letzte Jahr auf die Highschool in Captive Sound, und wie immer ist der erste Tag an einer neuen Schule sehr aufregend. So mischt sich Nadia direkt in einem Streit ein und gewinnt eine Freundin, Verlaine. Ebenfalls trifft sie auf Mateo, der sie aber eher links liegen lässt. Nadia hört direkt am ersten Tag schon Gerüchte über ihn, er würde Unglück bringen. Mateo hat eine hübsche Freundin, eine platonische Freundschaft, die ihm viel Kraft gibt, das Gerede über seine Familie zu überstehen. Etwas abgelenkt wird Nadia von dem Gefühl, das etwas unter der Schule, um genauer zu sein, unter dem Chemie-Klassenraum lauert. Es ist Magie, die außer ihr keiner fühlt. Nadia erfährt, dass Mateo und Elizabeth sich schon sehr lange kennen.

Auf dem Nachhauseweg sieht sie, wie ein Auto in einem Sinkloch verschwindet. Sie beschließt so mir nichts-dir nichts ihre Magie anzuwenden, um etwas zu tun, was sie noch nie getan hat: sie holt das Auto wieder unter der Erde hervor und ist überrascht, als darin jemand sitzt und sie praktisch bei einer magischen Anwendung erwischt hat – Verlaine. Es ist eine absolute Regel, dass nicht-magische Menschen nicht in Magie eingeweiht werden dürfen und es zieht sich nun über ein paar Seiten dahin, dass Nadia Verlaine verschiedene Lügen-Versionen auftischt, die diese aber allesamt nicht glaubt.

Die beiden raufen sich zusammen, und schließlich weiht Nadia Verlaine in ihr Geheimnis ein. Nadia hat die Idee, dass Verlaine ihr „Adjutant“ werden könnte, um ihre Zauber zu verstärken. Verlaine ist begeistert, endlich passiert mal etwas. Nadia führt den Adjutanten-Zauber durch, als gerade im entscheidenden Moment Mateo in die Dachkammer platzt, weil Nadia ihr Handy vergessen hat.

Das nächste mal sehen sich alle wieder im Chemie-Unterricht und Nadia probiert einen Befreiungszauber aus. Das ganze artet extrem aus, alle verlieren die Hemmungen. Nadia ist entsetzt, Elizabeth sieht nachdenklich aus und Nadia bemerkt, dass Mateo Elizabeth panisch anstarrt und dann auf einmal ganz ruhig wird und sich amüsiert. Nadia hat den Verdacht, dass Mateo ihr Adjutant ist, und deswegen der Zauber zu stark wurde, auch wenn das eigentlich nach den Hexengesetzen niemals passiert sein könnte. Sie hat auch bei Elizabeth ein komisches Gefühl.

Mateo bemerkt auch Veränderungen an sich, zunächst nichts-ahnend, ausgelöst durch Nadias Zauber. Er kann nun auch das böse in der Stadt sehen und das gute – ein leuchtender grüner Fleck im Wasser vor dem Leuchtturm.

Nadia fällt auf, dass die ganze Stadt irgendwie krank aussieht, es gibt merkwürdig verfallene Stadtviertel, und das ganze wird von einer unheimlichen Magie überstrahlt. Es wird ein Spannungsbogen rund um Elizabeth aufgebaut, bis der Leser so nach und nach erfährt, dass sie nicht die ist, die sie zu sein vorgibt. Mateo und Nadia, die sich zwischendurch näher gekommen sind, geraten in Streit, weil Mateo es nicht wahrhaben will, wer und was Elizabeth tatsächlich ist. Dabei haben sie und Verlaine doch gerade den Beweis in den Jahresbüchern der Highschool gefunden.

Trotzdem taucht Nadia mit Mateos Hilfe nach dem „grünen Schein“ und kommt dabei fast ums Leben. Mateo rettet sie wieder und Nadia hat nun das „Buch der Schatten“ von der verstorbenen Gevatterin Hale, einer Hexe aus Captive Sound. Mir ging das irgendwie noch zu einfach, denn Gevatterin Hale war sicherlich mächtiger als Nadia. Ich könnte sagen, dass Nadias Zauber durch Mateo verstärkt wurde, aber das konnte ich so nicht „übertragen“.

Mit Hilfe dieses Buches versuchen Nadia, Mateo und Verlaine die Hexe Elizabeth aufzuhalten. Diese versucht sich ebenso in allen Tricks und der Leser erfährt, dass sie sich „an jenen dort unten“ verkauft hat und das dies mit die Ursache für die böse Magie in Captive Sound ist.

Der Schluss geht sehr schnell und fulminant zu Ende, es bleiben viele Fragen offen:

Was passiert weiter mit Elizabeth und dem Dämon Asa? Asa kam mir noch irgendwie menschlich vor, ich hoffe, es ist doch irgendwie einer der guten. Irgendwie hatte ich auch den Eindruck, obwohl Nadia die Stadt gerettet hat, wird sich nun ein neues großes Problem auftun. Auch Elizabeths ironische Gedanken am Schluss gehen in diese Richtung. Ein sehr offenes Ende.

Gerne würde ich auch wissen, was nun tatsächlich unter dem Chemieraum in der Highschool lauert …

Des weiteren gab es ein paar Erzählstränge, bei denen ich gestutzt habe, bzw. die ich so nicht ohne weiteres glauben oder übernehmen wollte:

Bereits irgendwann am Anfang wird „jener dort unten“ erwähnt. Das ist so lächerlich, und außerdem eine Anlehnung an Harry Potters Lord Voldemort – „der dessen Namen niemals erwähnt wird“ (oder so ähnlich).

Die Sache mit dem Sinkloch: die Szene ist für mich merkwürdig unrealistisch geschildert, weil Nadia das erste mal, in der sie eine solche „Übung“ macht, so einen Erfolg hat. Dann finde ich auch ein wenig seltsam, das Verlaine so ruhig bleibt, obwohl sie gerade in einem Erdloch verschwand und fliegend wieder heraus katapultiert wurde. Gut, Verlaine ist sowieso ein merkwürdiges Mädchen, aber sympathisch, mit Ecken und Kanten.

Auch eher unwahrscheinlich kam es mir vor, dass Mateo sich nach so kurzer Zeit alleine durch das Haus von Nadia‘s Familie zum Dachboden begeben darf und dann wirklich überraschend in das Adjutanten-Ritual von Nadia und Verlaine hineinplatzt. Ich fragte mich unwillkürlich: Wie kommt der denn jetzt hier her? Er will ihr das Handy zurückbringen … na ja, das ist schon fadenscheinig.

Damit meine ich eine gewisse Unlogik. Auf dem Nachhauseweg sieht Mateo ein gehörntes Monster auf der Straße kriechen. Seltsam. Damit meine ich, er sieht ja nun mehr, nachdem Nadias Zauber auf ihn gefallen ist, aber wie das beschrieben wird, war einfach zu „geschrieben“, einfach damit etwas da steht. So kam es mir vor.

Irgendwann zwischendrin kommt auch noch zur Sprache, dass Mateo eine dunkle Haut hat, er hat mexikanisches Blut in den Adern. Das kommt mir arg aufgesetzt vor.

Mir kommt ebenfalls seltsam vor, dass Nadias Familie nicht ernsthaft versucht, nochmal persönlich mit der Mutter zu reden. Die Mutter ist verschwunden und lässt alles über einen Anwalt ausrichten, auch dass sie ihre Kinder nicht mehr sehen will. Das ist doch alles sehr seltsam, und auch , dass die Familie das so hinnimmt. Hier gibt es bestimmt ein großes Geheimnis, ich habe so meine Vermutungen, was mit der Mutter passiert sein könnte.

Ebenfalls wird die Vertrauenslehrerin Faye Walsh öfters kurz erwähnt, ich könnte mir vorstellen, dass sie vielleicht eine moderne Hexe ist und dies in den nächsten Bänden offenbar wird. Auch ihr Name „Faye“ deutet ja schon auf etwas magisches hin.

Nadia teilt mit Mateo‘s Hilfe das Meer in zwei Hälften – das hat mich nur den Kopf schütteln lassen.

 

Fazit:

Ich kann hier noch erwähnen, dass sich dieses Buch vielleicht als Einstieg in die Welt der magischen Young-Adult Reihen für junge Mädchen anbietet. Ich selber sehe mich als Viel-Leserin dieses Genre’s und ich habe mich mit einer Bewertung eher schwer getan, weil der Schreibstil gut war, die Geschichte auch ausführlich erklärt, aber trotzdem waren mir die Charaktere von Mateo und Nadia nicht ausbalanciert genug, nicht tief genug. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich einen zweiten Band auch lesen will. Obwohl es noch viele offene Fragen gibt, die ich gerne beantwortet sehen würde. Und ich würde hoffen, dass vielleicht auch die Liebe zwischen Nadia und Mateo prickelnder werden würde. Warten wir es ab.

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