Manzini, Antonio – Der Gefrierpunkt des Blutes

Manzini, Antonia Der Gefrierpunkt des Blutes 978 3 499 23490 3 Rowohlt

Manzini, Antonia
Der Gefrierpunkt des Blutes
978 3 499 23490 3
Rowohlt

Inhalt:

Rocco Schiavone wird strafversetzt, ausgerechnet in das verschneite Aosta-Tal. Ein Alptraum für den römischen Kommissar. Erst, als auf der Skipiste eine Leiche gefunden wird, zermalmt von einer Schneeraupe, ist sein Ehrgeiz geweckt. Steckt eine Beziehungstat dahinter oder das organisierte Verbrechen? Doch Rocco hat nicht nur mit dem verschwiegenen Bergvolk zu kämpfen, sondern auch mit widrigen Wetterverhältnissen, die ihn zwingen, seine Lederslipper gegen unförmige

Moonboots einzutauschen. Eine Zumutung, die sich nur mit jeder Menge Grappa ertragen lässt … (Quelle Rowohlt)

Meine Meinung:

Auf dieses Buch wurde ich durch die Inhaltsangabe und die die Wörter Aosta-Tal und Krimi aufmerksam. Ich dachte, das könnte eine gute Kombination sein, und dazu noch vielleicht eine neue Krimi Figur, Kommissar Rocco Schiavone.

Bereits auf den ersten Seiten beschlich mich ein leichtes Unbehagen, das sich während des Lesens verstärken sollte: Kommissar Schiavone stellte sich als eine überhebliche Figur mit seltsamen Humor heraus, der dazu noch gerne Kraftausdrücke gebraucht. Diese Figur sollte sich mir nicht erschließen, ich habe es mit Widerwillen geschafft, das halbe Buch zu lesen, bevor ich es aufgab.

****Vorsicht Spoiler ****

Kommissar Schiavone ist von extrem überheblicher Natur. Seine Versetzung in die Provinz knabbert an ihm, er degradiert die Bevölkerung verbal zu Ureinwohnern.

Überhaupt, seine Sprache: „Scheiße. Leck mich. Geh mir nicht auf den Sack“. Er ist platt, dumm, überheblich, respektlos, beleidigend, eitel, korrupt, … Raucht im Dienst Joints, handelt mit Drogen, bedroht handgreiflich einen Postbeamten … Mir fehlen die Worte.

Hier ein paar Beispiele:

Das ist in meinen Augen noch nicht mal Ansatzweise humorvoll oder witzig. Das ist einfach nur dumm. Zu seinen Kollegen:

„Da rüber. Schön sitz machen.“

„Für diese Affen bin ich nicht verantwortlich“.

Kollege: „Ich bin Agente Caciuoppolo“. Schiavone: „Na toll, und was machst du hier?“

„Pierron, stopf ihnen das Maul. Da oben liegt ein Toter, diese respektlosen Arschlöcher!“

„Pierron! Als ihr noch in Höhlen gewohnt und Steine geklopft habt, waren wir in Rom schon schwul.“

„Warum, verdammt noch mal, woher weißt du Wichser dann, dass es ein Mann war?“

„Ich habe meine Füße im Bidet, aus dem dampft es wie Spaghetti.“

„Warum Deruta? Hast du deinen Kopf in einem Kanister mit Olivenöl gesteckt?“
„Duschst du morgens“´?“

„Was für eine Spaßbremse. Immer nur Arbeit Arbeit Arbeit. Was war das für ein Leben hier?“

Über Frauen:

Seine Geliebte:  „Ich warte auf dich“. Schiavone: „Bin ich ein Bus?“

Er schwärmt von Rom:  „Und dann all die geilen Frauen. Du hast keine Ahnung, wie viel geile Frauen es in Rom gibt.“

Fazit:

Dieser Kommissar steht im starken Kontrast zu anderen Ermittlern aus der Krimi-Szene, was sicherlich interessant gewesen wäre, jedoch hier ins Klischee auf unterstem Niveau absinkt.

Es sollte wohl ein kauziger Kommissar aus Rom dargestellt werden, der in der „Provinz“ dem Leser erheiternde Dialoge bieten soll. Dies gelang bei mir überhaupt gar nicht. Ich empfand Kommissar Schiavone nur durch seine Äußerungen prägnant, alles andere blieb blass im Hintergrund. Seine überheblichen Äußerungen kamen mir immer wie „gebellt“ vor, als würde er sie heraus posaunen. Die Krimi-Geschichte an sich wäre interessant gewesen, jedoch hat die Hauptfigur Kommissar Schiavone diese völlig zunichte gemacht.

Ich habe in der Mitte des Buches abgebrochen. Von Kommissar Schiavone möchte ich auf keinen Fall eine Fortsetzung lesen. Für mich war die Geschichte eine Zeitverschwendung. Ich kann diesen Krimi nicht empfehlen.

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