Corvey, Hannah – Heidelberger-Gold (Der Badische Krimi)

Corvey, Hannah Heidelberger-Gold Der Badische Krimi 978-3-95451-570-7 Emons Verlag

Corvey, Hannah
Heidelberger-Gold
Der Badische Krimi
978-3-95451-570-7
Emons Verlag

Inhalt:

Ein Heidelberger Unternehmer wird in seiner Wohnung erstochen aufgefunden. Zu Lebzeiten war er  erfolgsverwöhnt: attraktiv, charismatisch, wohlhabend und mit Schlag bei den Frauen. Dennoch finden die Ermittler Klara Haag und Sebastian Langer im geschäftlichen und privaten Umfeld des Opfers Tatmotive zuhauf. Kurze Zeit später wird die Freundin des Opfers ermordet – und Klara und Sebastian tauchen ein in einen Sumpf aus

Eifersucht, Hass und dunklen Geheimnissen. (Quelle Emons Verlag)
Meine Meinung:

Gerne lese ich Regionalkrimis, wenn sie gut geschrieben sind und wenn die Hauptfiguren mich faszinieren. Dazwischen gibt es himmelgroße Unterschiede.

Heidelberger Gold hat mich bereits auf den ersten Seiten positiv überrascht. Die Autorin hat einen Schreibstil, den ich als Wohlfühl-Schreibstil beschreiben möchte. Ich fühlte mich gleich wohl, obwohl die Handlung das Gegenteil erzählte.

Es wird der Mordfall eines Heidelberger Unternehmers und im Laufe der Geschichte das unmittelbare Umfeld des Mordopfers untersucht. Dabei stehen außer diesen Personen das junge Ermittlerteam Klara und Sebastian im Mittelpunkt. Alle Verdächtigen werden mehrmals befragt und am Schluss gibt es eine überraschende Auflösung.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, wobei der Hauptteil aus der Sicht von Kommissarin Klara berichtet. Klara ist Kriminalhauptkommissarin, Mitte 30, in Scheidung lebend und hat eine kleine Tochter. Des weiteren kommen drei andere nahe stehende Personen des ermordeten Unternehmers Martin Kaltenbacher zu Wort: die Geliebte Elsa Weißgerber, die Exfrau Eva Kaltenbacher und Stiefbruder Thorsten Kaltenbacher.

Alle Figuren sind sehr schön charakterisiert, wozu auch der angenehme Schreibstil der Autorin beiträgt. So hatte ich Leser Einblick in alle Verdächtige und trotzdem war bis kurz vor Schluss nicht abzusehen, wer der wirkliche Täter und Erpresser war.

Das Ermittler-Team Klara und Sebastian war auch für eine Überraschung gut, vor allem Sebastian habe ich Anfang anders eingeschätzt. Vielleicht war mir die Annährung der beiden einen Tick zu schnell, aber ich bin natürlich sehr gespannt, wie sich das ganze weiterentwickeln wird.

Zum Setting in Heidelberg hätte ich mir mehr Lokal-Kolorit gewünscht. Während der Handlung wird die ein oder andere Straße, architektonische Besonderheiten, die Fahrt entlang des Neckars, die Studenten und einige Gebäude (natürlich das Schloss und die Seilbahn) erwähnt, das war mir aber zu statisch. Hier hätte ich mehr Insider-Lokalkolorit erwartet. Und – ich hätte mir vielleicht noch ein bisschen mehr Tempo und Biss gewünscht. Ich gebe zu, das ist in diesem Fall und mit diesem Buch aber „jammern auf dem höchsten Niveau“.

Fazit:

Der Schreibstil der Autorin hat seine Vor- und Nachteile: zum einen ist die Geschichte sehr ausführlich erzählt, was die Gefahr von Längen produziert, zum anderen aber eine sehr schöne Sprache hat, so dass man gerne liest.

Alles in allem ein gelungener Krimi von Anfang bis Ende. Sehr angenehmer Schreibstil, authentische Figuren und eine überaschende Auflösung am Schluss. Gerne würde ich einen weiteren Fall mit diesem Ermittler-Team lesen.

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