Hagan-Guirey, Marc – Horrorgami

Hagan-Guirey, Marc Horrorgami 978-3-258-60138-0 Haupt Verlag

Hagan-Guirey, Marc
Horrorgami
978-3-258-60138-0
Haupt Verlag

Inhalt:

Horrorgami – der große Kirigami-Spaß für Kreativ- und Halloween-Partys.
Ein originelles Geschenkbuch für alle Horrorfilmfans.
Der neue Papiertrend: «Horrorgami» enthält Vorlagen und Anleitungen für 20 Kirigami-Modelle von Szenen aus berühmten Horrorfilmen. Denn mit Kirigami lassen sich herrlich schräge Pop-ups inszenieren. Kirigami ist eine Variation des

Origami, die neben Falt- auch Schneidetechniken verwendet.
Der Einstieg in «Horrorgami» ist schrecklich einfach. Die Kirigami-Technik wird Schritt für Schritt erklärt und zu jedem der 20 Modelle gibt es eine Vorlage zum Heraustrennen. Für das eigene Kirigami-Modell muss nur noch entlang der Linien auf der Vorlagenrückseite geschnitten und entsprechend der Anleitung gefaltet werden. Papierkünstler benötigen dazu lediglich einen Bastelcutter, eine Schneidematte und ein Lineal. Zahlreiche Fotos illustrieren die einzelnen Arbeitsphasen bis hin zum fertigen Pop-up. Die Anleitungen bauen aufeinander auf und richten sich an Anfänger, Fortgeschrittene und Könner. (Quelle Haupt Verlag)

Meine Meinung:

Ganz signifikant fiel mir als erstes das Cover dieses Buches auf, ein Hingucker: das Werwolf-Motiv im Scheren-Schatten-Schnitt erinnerte mich etwas an eine bestimmte Kinder-Zeichentrick-Serie im Fernsehen. Daher auch meine Assoziation, das Buch könnte etwas für meinen 10-jährigen Sohn sein, dem es zur Zeit (Halloween) nicht „ungeheuerlich“ genug sein kann.

Ich gebe zu, ich sah den Titel und reimte mir den Rest zusammen und war dahingehend überrascht, als ich das Buch endlich in den Händen hielt. Das Soft-Cover-Feeling sprach mich überhaupt nicht an, und ich fand es schade, so eine so tolle Horrorgami-Illustration durch eine wie mir schien weniger wertige Umschlagsgestaltung zunichte gemacht wurde. Es fühlte sich nicht so an, wie ich es erwartet habe, allerdings gab der gelbe Mond dem Cover durch seine raue Oberfläche etwas Kontur.

Dann der erste Blick ins Buch: Phantastisch! Wie kann sich jemand solche Szenarien ausdenken? Wahnsinn. Der Autor erklärt es dann in seinem Vorwort: schon als kleiner Junge war seine Lieblingsbeschäftigung basteln und später kam noch ein Interesse an Architektur dazu.

Mein Lieblings-Horrorgami ist auch tatsächlich der Werwolf auf dem Cover. Allerdings fiel es mir schon schwer, mich zu entscheiden, weil irgendwie alle außergewöhnlich sind.

Das Buch folgt einem strukturierten Schema: auf jeder Seite wird zunächst links der Titel des Horrorgamis benannt, mit einer Beschreibung und bezugnehmend auf den Film (wenn es einen dazu gab), die Literatur oder aus persönlichen Erinnerungen, in dem die Szene vorkommt. Rechts wird das Horrorgami-Ergebnis präsentiert, gruselig schön ausgeleuchtet in verschiedenen Farbtönen. Auf der nächsten Seite links kann der Leser und Kreative genau schauen, wie das Horrorgami gefaltet, gefalzt, markiert und geschnitten werden muss. Rechts davon dann die Bastelvorlage, die man aus dem Buch heraustrennen muss. Es sind keine normalen Buchseiten, sondern eher dickere Papp-Seiten.

Das erste Motiv „sprang“ mich förmlich an, und übereifrig wollte ich sogleich starten, auch wenn ich einen kleinen Wiederwillen hegte, die Vorlage aus dem schönen Buch herauszutrennen. So konnte ich nun auch verstehen, wieso man sich für ein Soft-Cover entschied. Es wäre auch zu schade, denn wenn alle Horrorgamis gefaltet sind, bleibt vom eigentlichen Buch nicht mehr viel übrig.

Deswegen beschloss ich auf den zweiten Blick, zunächst genau nachzulesen, was zu beachten ist und wofür überhaupt die roten und grünen Linien das sein sollten. Die Bedeutung dieser Markierung konnte ich leider nicht finden. Immer noch ungeduldig überflog ich das Vorwort und die Kurzanleitung und mir dämmerte, dass die Herstellung eines Horrorgamis doch nicht so einfach werden würde, wie gedacht.

Besonders gut aber gefielen mir die Beschreibungen der Szenerien und der persönliche, filmische oder literarische Bezug dazu. Diese Papier-Horrorgamis, die Ausleuchtung und die Fotos sind etwas ganz besonderes.

Gerade jetzt in der Halloween-Zeit könnte man sich mit älteren Kindern ab 10 Jahren, je nach Bastel-Vorkenntnissen und Geduldspegel, einen schön-schaurigen Halloween-Bastel-Abend machen. Oder auch eine Halloween-Bastel-Party für Erwachsene! Ganz wichtig: Nicht alle Motive sind vom Motiv her für 10-jährige geeignet (z.B. Galgenberg -Mann am Galgen) oder manche haben auch mal wirklich schaurige Titel. Aber in ganz vielen Motiven überwiegt die archetektonische Gestaltung und da hätte man dann Auswahl von z.B. Graf Draculas Schloss, Frankensteins Burg etc. Oder speziell z.B. „Von Außerirdischen entführt. Aber nochmal ganz klar: empfindlichen Naturen kann ich dieses Buch nicht zum Basteln mit ihren Kindern empfehlen. Auch will ich darauf hinweisen, dass diese Kunstwerke sehr filigran sind und auch eine gewisse Übung und Geduld voraussetzen. Und ganz wichtig: die passende Werkzeuge sollte man auch dazu haben. Ich habe z.B. vor längerer Zeit Radiergummi-Stempel-Schnitzerei betrieben und hatte davon noch kleine Werkzeuge parat. Das ging auch…

 

Fazit:

Hervorragende Papier-Adaptionen aus Horror- Film Szenerien, mit literarischen Bezügen oder zu persönlichen Erinnerungen wurden in Horrorgami umgesetzt. Die Fotos im Buch ergeben zusammen mit der farbigen Ausleuchtung großartige Kunstwerke.

Vorneweg möchte ich sagen, dass ich kein Horror-Fan bin. Dennoch gefiel mir das Buch auch so so gut, dass es mir fast zu schade war, die Vorlagen aus dem Buch herauszulösen. Allein die filmische, literarische und persönliche Bezugnahme und die künstlerische Umsetzung der einzelnen Horror-Szenen in Fotos mit den Gedanken des Autors versehen wären schon ein zweites Buch ohne Bastelbogen wert. Sozusagen ein künstlerisches Standartwerk im Horror-Genre.

Allerdings empfand ich die Bastelanleitung für Ungeübte oder Kinder schwierig umzusetzen. Man benötigt auf alle Fälle eine ruhige Hand und viel Geduld für die diffizilen Faltungen, Falzungen und Hebelungen.

Aber es genügt fürs erste auch schon, die vielen Horrorgamis im Buch anzuschauen und die Beschreibung und den Hintergrund zu lesen.

Für Horror-Fans, die schon alles haben, ein „Must have“. Und – als kreativer Anreiz gerade jetzt zur Halloween-Bastel-Zeit ziemlich perfekt für einen schaurigen Bastel-Abend.

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