Estep, Jennifer – Black Blade Band 1 Das eisige Feuer der Magie

Estep, Jennifer Black Blade Das eisige Feuer der Magie Band 1 978-3-492-70328-4 Ivi / Piper

Estep, Jennifer
Black Blade
Das eisige Feuer der Magie
Band 1
978-3-492-70328-4
Ivi / Piper

Inhalt:
Die 17-jährige Lila Merriweather verfügt über außergewöhnliche Talente. Sobald sie einem Menschen in die Augen blickt, kann sie in dessen Seele lesen. Zudem beherrscht die Waise sogenannte Übertragungsmagie – jede auf sie gerichtete Magie macht sie stärker. Doch Lila hält ihre magischen Fähigkeiten geheim, denn sie hat einen nicht ganz ungefährlichen Nebenjob: Sie ist eine begnadete Auftragsdiebin. Das Leben der freiheitsliebenden jungen Frau gerät allerdings aus den Fugen, als sie eines Tages den Sohn eines mächtigen magischen Familienclans vor einem

Anschlag rettet und prompt als dessen neue Leibwächterin engagiert wird. Plötzlich muss sich Lila in der magischen Schickeria der Stadt zurechtfinden, wo Geheimnisse und Gefahren an jeder Ecke auf sie warten – ebenso wie ihre große Liebe. (Quelle Ivi/Piper Verlag)

Meine Meinung:
Das wunderschöne Cover hat mich zuerst in den Bann gezogen. Es ist ein überwiegend weißer Hintergrund mit einer leicht verschwommenen Gesichtskontur. Die Augen schauen einen dabei intensiv an. Am Rand schlängeln sich grüne Weinreben, diese findet der Leser auch am Beginn eines jedes neuen Kapitels.
Die Inhaltsangabe hat mich auch neugierig gemacht – eine magische Meisterdiebin und Leibwächterin. Das ist eine sehr ungewöhnliche Kombination.

So ist es meiner Meinung nach ebenfalls eine ungewöhnliche Heldin. Lila Merriweather lebt in Cloudburst Falls, dem magischsten Ort ganz Amerikas. In diesem Ort lebt Magie und echte Monster. Es kommen scharenweise Touristen, die sich in Restaurants von Pixies bedienen lassen und im Zoo echte Monster bestaunen. Nicht ganz ungefährlich sind die Monster, die in der Stadt versteckt wohnen.
Lila ist 17 Jahre, schwarze lange Haare und blaue Augen. Ihren Vater kennt sie nicht, und nachdem ihre Mutter starb und nach einigen Aufenthalten bei Pflegefamilien beschließt sie allein zu bleiben und für sich selbst zu sorgen. Dies gelingt ihr, da ihre Mutter ihr alles zum überleben beigebracht hatte. Sie hat ihr auch ein paar „Handwerkzeuge“ vererbt: Handschuhe aus Eisengeflecht; einen Mantel aus Spinnenseide (leicht, robust und schmutzabweisend) und ein Schwert aus Bluteisen. Lila ist wie ihre Mutter eine Meisterdiebin und ein Bodyguard. Sie wohnt heimlich in einem kleinen Abstellraum im Keller in einer Bibliothek und geht tagsüber in eine Highschool. Dennoch ist sie nicht ganz allein, ein alter Freund ihrer Mutter ist nun auch gleichzeitig ihr Auftraggeber für Beutezüge. Mo betreibt eine Pfandleihe, in der das Diebesgut anschließend verschachert wird. Bei all diesem Leben hilft ihr ihre Magie, so hat sie das Talent für „Sicht“ und kann Leuten in die Seele blicken.
Durch Zufall rettet Lila einem Jungen das Leben. Der Begriff Junge meint aber den 19 jährigen Erben Devon des Sinclair Clans in Cloudburst Falls. In der Stadt gibt es mehrere sehr reiche und mächtige Clans, die untereinander im Verborgenen um die Macht kämpfen.

Devon ist ein sogenannter Wächter im Sinclair Clan. Er sieht gut aus, braune Haare und grüne Augen und hat offensichtlich keine Magie. Ein schwerer Schlag für den Erben eines Clans.
Und jetzt soll er von Lila beschützt werden, sie wird geprüft und für fähig gehalten. Im letzten Drittel des Buches entdeckt Lila Hinweise auf den Täter, das in einer Art Showdown endet.

Das Love-Interest in der Geschichte ist die aufkeimende Liebe zwischen Devon und Lila. Lila stößt Devon aber immer wieder zurück, da sie in ihrem Leben schon so oft enttäuscht wurde. Devon geht es ähnlich. Es wird also schwierig werden mit den beiden und dies ist dann auch mehr oder weniger der Cliffhanger für den nächsten Band. Auch wird am Schluss Devons geheimes Talent bekannt.

Gewöhnungsbedürftig war für mich des Setting rund um Cloudburst Falls: das offene Zusammenleben von Magiern und Menschen. In den meisten Romanen ist es ja so, dass die Menschen von „paranormalen Aktionen“ nichts mitbekommen dürfen. Das ist hier etwas anders.

Auch die Heldin ist anders, die Erklärung dafür: sie musste schon mit 13 Jahren alleine zurecht kommen. Im Roman blitzt dies auch immer wieder durch, sie lässt sich von niemanden etwas sagen und in Kämpfen gegen stärkere Gegner siegt sie immer. Ich muss gestehen, es viel mir schwer dies zu akzeptieren: eine Frau/Mädchen körperlich stärker als ein perfekt trainierter Mann/Junge? Das überzeugendste Argument für ihre Kraft ist, Lila kann sich die Magie zu Hilfe rufen. Sie hat ein sehr seltenes Talent dass sie geheim hält: die Fähigkeit, Magie die gegen sie eingesetzt wird, zu übernehmen und in etwas anderes zu verwandeln. Trotz all ihrer nach außen gezeigt Stärke, wünscht sie sich doch auch die Zugehörigkeit zu einer Familie. Am Schluss des Romans gibt es dazu auch Neuigkeiten.
Insgesamt tat ich mich schwer, zu glauben, dass sie körperlich stärker als alle anderen ist; Magie hin, Magie her. Da muss ich mich wohl vom Klischee der schwachen Frau verabschieden.

Ebenso hatte ich ein kleines Authentizitätsproblem mit Devon. Devon, Oberhaupt des Sinclair Clans, ist zwar durchtrainiert, kann sich aber nicht schützen. Er wird für meinen Geschmack manchmal zu weichlich und schwach dargestellt, z.B. wenn er von seiner Mutter ausgeschimpft wird. Man sollte der Geschichte zugute halten und nicht vergessen, dass es sich um junge Erwachsene, um Teenager, handelt. Dann kann man solche Szenen auch als Erwachsene gut wegstecken.

Witzig fand ich, wie Lila an „alten Regeln“ festhielt, indem sie den Monstern Wegezoll bezahlte, wenn sie bestimme Straßen oder Brücken passierte. Dies wird am Schluss des Romans auch eine Rolle spielen.

Die Geschichte ist außerdem durchzogen von Andeutungen und Geheimnissen. Vom Vater wird in diesem Band nichts berichtet, ich könnte aber vermuten, dass es dazu in den nächsten Bänden vielleicht einen Hinweis gibt. Claudia, das Oberhaupt des Sinclair-Clans und Devons Mutter weiß auch viel mehr, als sie preisgibt. Ich denke, da wird Lila auch noch einige Überraschungen erleben.

Das Neue für mich war, dass ich am Anfang überhaupt nicht wusste, in welche Richtung die Geschichte gehen könnte, weil das Setting einfach zu ungewöhnlich war. Ich meine, mir war schon klar, dass sich da etwas zwischen Devon und Lila anbandeln würde, aber zu der Geschichte, die drum herum erzählt wurde, da musste ich mich überraschen lassen.

Die Frage ist nun, wie wird es weitergehen? In dem Roman wird auch schon eine weitere Liebesgeschichte zwischen einem Freund und dem verfeindeten Draconi Clan angedeutet. Dies wird sicherlich sehr spannend und ich frage mich, ob die beiden einen extra Roman bekommen oder ob es hier bei Lila und Devon weitererzählt wird.
Ebenso frage ich mich, was Sinclair-Clan-Oberhaupt Claudia geheim hält und welche Überraschungen auf Lila noch zu kommen.
Und natürlich, wird es ihnen gelingen, gegen den Draconi-Clan zu kämpfen und hat Lila vielleicht noch andere Kräfte?

Das Rezept für Lilas Lieblingssandwich:
Getoastete Sauerteigbrot, rauchiger warmer Speck, knackiger Salat, Tomaten und cremige Mayonaise.

Am Schluss des Buches gibt es eine Leseprobe für den zweiten Band : Das dunkle Herz der Magie.

Fazit:
Eine ungewöhnliches Setting: eine Heldin die als Meisterdiebin und Bodyguard arbeitet.
Eine Stadt, in der Magie offen gelebt wird. Magische Mafia-Clans die sich gegenseitig bekämpfen.
Ich musste mich erst an diese ungewöhnliche Geschichte gewöhnen, denn meistens ist es in diesem Genre ja so, dass Magie im heimlichen angewandt. wird. Trotz allem Optimismus mit der ich die Geschichte gelesen habe, fiel mir das anerkennen von Lilas Stärke und ihre Arbeit als Bodyguard eher schwer. Auch die zuerst schwache Darstellung von Devon hat mich irritiert und die kleinen ersten Schritte der Verliebtheit kamen bei mir nicht authentisch rüber. Es gibt einige Szenen, die so nicht ganz glaubwürdig sind und zu plötzlich kommen. Die Verfeindung der Clans wird allerdings plausibel dargestellt. Ein kleiner Spannungsbogen wird durch geschickt platzierte Andeutungen bis zum Schluss gehalten.
Ich stehe diesem ersten Band mit gemischten Gefühlen gegenüber. Die Idee fand ich ganz herrlich, nur in der Umsetzung hat gehapert. Es ist nun aber so, dass ich trotzdem wissen will, wie es weiter geht, und von daher hat mir die Geschichte schon gefallen. Ich werde auf alle Fälle den zweiten Band lesen.

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Ein Kommentar zu “Estep, Jennifer – Black Blade Band 1 Das eisige Feuer der Magie

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